Ich brauche Ablenkung und ihr bekommt ein neues Kapitel.


Kapitel 2:

Hermine begegnet dem „falschen" Bräutigam

Severus warf einen Blick auf den Terminplan der „Granger-Hochzeit". Allein die Farbe – pink- zeigte ihm, dass der echte Verlobte keinerlei Kontrolle über die Feierlichkeiten hatte.

Nicht das er überrascht war, denn Longbottom hatte Granger schon immer aus der Hand gefressen. Aber diese Festivitäten waren einfach übertrieben. Wer würde für diesen Unsinn bezahlen ?

Da gab es einen Empfang für die Brautjungfern, einen Geschenkabend, eine Vorführung von Lingerie –beim Gedanken daran lächelte Severus leicht – und zahlreiche Trips in die Spa und Karaoke-Bar des Hotels. War er wirklich schon so alt, dass er die Hälfte der Dinge auf der Liste nicht einmal kannte?

Verärgert steckte er den Plan in seine Tasche und machte sich auf den Weg zu Hermines Suite. Hoffentlich hatte ihm der Rezeptionist den richtigen Schlüssel gegeben.

Raum 222.

Als er vor der Tür stand, schloss er die Augen und erinnerte sich an das letzte Treffen. Wie würde sie heute aussehen?

Entschlossen steckte er den Schlüssel in das Schloss und öffnete die Tür.

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Hermine drehte sich vor ihrem Spiegel und bewunderte ihr frisch frisiertes Haar. Die braunen Locken schimmerten und fielen locker auf ihre Schultern. Wenn sie sich bewegte, schwangen sie hin und her.

Es war eine Sünde so viel Geld dafür auszugeben, aber schließlich heiratete sie ja nur ein Mal im Leben. Sie würde in dieser Woche das Geld wie ein Malfoy verschwenden.

Es war schon lustig, dieser Vergleich mit den Malfoys, aber nichts desto weniger wahr.

Sie griff zu einem Paket und nahm dunkelrote Unterwäsche heraus. Obwohl, der Begriff Unterwäsche beschrieb das seidige Etwas nicht wirklich.

Ginny Potter hatte sie gezwungen dieses teure Set zu kaufen – Höschen, ein BH, ein Nachthemd und einiges mehr. Sie hatte keine Ahnung gehabt was es in dieser Hinsicht alles gab.

Als sie das Höschen und den BH anprobierte, gab sie Ginny recht. Sie fühlte sich gleich ganz anders.

Dieses Gefühl auskostend, setzte sich vor den Spiegel und betrachtete das ebenfalls neue Make Up.

Wonach war ihr?

Plötzlich hörte sie die Tür.

„Neville, bist du das?"

Sie stand auf.

„Ich muss mich nur noch anziehen. In einer Minute bin ich da."

Die Stimme, die ihr antwortete war allerdings nicht die ihres Verlobten.

„Meinetwegen musst Du Dich nicht anziehen, das solltest du doch wissen."

Sie erstarrte. Nein. Das konnte nicht sein.

Diese Stimme hatte keinen Platz in ihrem Schlafzimmer oder besser, sie hatte keinen Platz in ihren Erinnerungen und schon gar nicht in ihrem jetzigen Leben.

Eigentlich sollte diese Stimme überhaupt nicht mehr existieren.

Sie hatte nicht mehr genug Zeit sich anzuziehen, da stand Severus vor ihr.

„Wie ich sehe mag Longbottom sexy Wäsche. Warum in Merlins Namen habe ich mich mit weißer Baumwollwäsche aus einem Muggel-Supermarkt zufrieden geben müssen?"

Rasch griff sie nach einem Bademantel und antwortete ihm dann:

„Warum sollte man sich die Mühe machen, wenn jemand niemals das Haus verlässt?"

Beim Merlin, dachte sie bei Severus Anblick.

Was hatte dieser Mann in den letzten Jahren gemacht? Ihr Mund wurde ganz trocken als sie sah wie gut er in Form war.

Sie hatte ihn damals jeden Tag gesehen und er hatte nicht auf sein Aussehen geachtet. Das schien jetzt anderes zu sein.

Sein Haar glänzte, er war gut rasiert, seine Kleidung auserlesen und sein Duft war unbeschreiblich.

Das Beste allerdings war sein Blick, mit dem er sie ohne Zurückhaltung beobachtete.

Seine Augen glitten über ihren Körper und ohne weiter nachzudenken, trat er an sie heran.

Hermine schloss die Augen und atmete tief ein.

„Mehr wollte ich nicht wissen", sagte Severus bevor er sie an sich zog. Sicher, sie versuchte es nicht zuzulassen, aber er hatte das Überraschungsmoment auf seiner Seite. Dann erinnerte sie sich wie es war in seinen Armen zu liegen und gab sich dem Kuss hin, den er gefordert hatte.

Was löste er in ihr aus? Diese Gefühlen waren einfach unbeschreiblich. Sie erlaubte ihn, ihren Körper neu zu erkunden bis – ja bis ihr einfiel, dass sie in dieser Woche heiraten würde. Verdammt, sie war verlobt und nicht mit ihm.

Mit aller Willenskraft löste sie sich von Severus und richtete ihren Zauberstab auf ihn.

Beide standen sich ein paar Sekunden bewegungslos gegenüber.

„Ich weiß nicht wie Du hier hereingekommen bist, aber wenn Du nicht sofort verschwindest, rufe ich um Hilfe."

„Du hast keine Hilfe gebraucht um mich zu küssen. Leidenschaftlich, wie ich hinzufügen möchte."

Er griff in seine Hosentasche und zog ein weißes Tuch heraus. Langsam wischte er sich die Spuren von Hermines Lippenstift ab.

„Ich habe übrigens einen Schlüssel."

Hermine griff nach dem Schlüssel, aber Severus nutzte den Moment und hielt sie fest.

„Was soll das ganze hier? Diese sogenannte Hochzeit ist doch Unsinn."

Jetzt wo er ihr wieder nahe war, setzte er seine Zärtlichkeiten fort.

„Was erlaubst Du dir? Nach 5 Jahren tauchst Du auf und glaubst, dass Du ein Anrecht auf mich hast?"

Er küsste sie wieder.

„Ich dachte, dass es 6 Jahre waren. Aber anscheinend zählst Du das Jahr nicht, in dem Du mir dauernd Eulen geschickt hast, die ich ignoriert habe?"

Wütend wand sie sich aus seinen Armen und feuerte einen Fluch ab. Er stöhnte auf.

„Gut, dass Du mich daran erinnerst. Nun verschwinde oder mein nächster Fluch trifft Deine Kronjuwelen."

Unbeeindruckt von ihren Drohungen drängte er sie in die Ecke.

„Ich dachte, Du magst meine Kronjuwelen."

Sie sagte nichts.

„Ich habe Dich vermisst, Parker."

Hermine schloss die Augen als sie seinen Kosenamen für sie hörte. Verdammt, was machte er nur mit ihr?

Er hob sie hoch und setzte sie auf den Tisch. Es war wie damals, vor 7 Jahren. Er hatte sie „Parker" genannt, weil sie ihn einfach nie in Ruhe gelassen hatte. Ein ganzes Jahr war sie Parker für ihn, natürlich nur wenn sie allein waren. Offiziell war sie „Granger" und niemand hatte je von ihrer Affäre erfahren.

Damals hatte sie den Fehler gemacht nur seine guten Seiten zu sehen, seine Zärtlichkeiten, wenn sie im Bett lagen, seine Fürsorge. Obwohl sie schon damals merkte, dass er vor den Augen anderer anders mit ihr umging.

Der Augenblick der Wahrheit kam, als Severus ein Jobangebot aus Irland bekam. Sie brachte Wochenendbesuche zur Sprache und erntete ein verächtliches Lachen von ihm.

„Warum sollte ich Dich an Wochenenden sehen wollen?", fragte er mit schneidender Stimme.

Dann ging er zum Schrank und begann seine Sachen zu packen.

Seine letzten Worte würde sie nie vergessen.

„Ich werde genug Geld haben um mir Sex zu kaufen."

An diese Grausamkeit erinnerte sie sich plötzlich.

„Genug. Ich weiß nicht warum Du hier bist, Snape."

Sie ging zum Schrank und holte ein schwarzes Kleid heraus, das sie zum 5 Uhr-Tee anziehen würde.

„Wenn Dich so ansehe, dann hast Du genug Geld. Auch für Sex."

Sie zog den Bademantel aus und das Kleid an. Dann bückte sie sich nach ihren Pumps.

Snape verfolgte jede Bewegung und war ungetan von der Selbstverständlichkeit mit der sie sich vor seinen Augen umzog.

„Hat Dich die Bemerkung so getroffen?", fragte er überrascht.

Ohne ihn anzusehen, ging Hermine zur Tür.

„Mach die Tür zu, wenn Du gehst."

Wieder hatte sie nicht mit seiner Schnelligkeit gerechnet.
Die Tür aushaltend, sagte er ganz nebenbei.

„Ich werde Dich natürlich begleiten."

„Das wirst Du nicht. Falls es Dir entgangen ist, mein Verlobter erwartet mich."

Mit seinem ironischen Lächeln hatte sie nicht gerechnet.

„Da wäre ich nicht so sicher, Parker."

Er hatte den Satz kam ausgesprochen, da spürte er einen Zauberstab an seiner Kehle.

„Was hast Du mit Neville gemacht?", fragte sie wütend.