Kapitel 2

Sara hatte sich fertig gemacht und musste nicht lange auf Greg warten. Als Greg sie sah staunte er nicht schlecht.

„Hey Sara, du siehst toll aus. Ich habe dich noch nie in Rock oder Kleid gesehen.", schmunzelte er.

„Doch hast du Greggo, bei Gericht.", lächelte sie ihn an.

„Oh Sara, das ist doch nur dieses eine Kostüm, dass du ständig anhast. Wobei ich nicht sagen kann, dass es schlecht aussieht.", grinste er.

Sara lächelte Greg an.

„Aber ich kann das Kompliment nur zurückgeben, du siehst wie immer einfach richtig gut aus.", sagte Sara etwas verlegen.

Greg sieht richtig gut aus, ich weiß auch nicht, warum ich mir Sorgen mache. Er ist hier und er mag mich, vielleicht hat er sich auch in mich verliebt. Grissom macht sich nichts aus mir, im Gegenteil er verletzt mich immer wieder. Nein Sara, nicht heute Abend, heute Abend verschwendest du kein Gedanke mehr an Grissom.

Greg war ganz Gentlemanlike und bot Sara seinen Arm, als sie gemeinsam zum Auto gingen.

„Wo führst du mich hin aus Greg?", fragte Sara.

„Lass dich einfach überraschen Sunshine.", sagte Greg und lächelte Sara geheimnisvoll an.

„Ok, dann werde ich mich einfach von deinen guten Ideen überraschen lassen.", lachte Sara.

Greg steuerte direkt auf sein Lieblingsrestaurant zu. Es war ein Pub in dem eine Rockband spielte. Sara freute sich, sie kannte das Pub und wusste, dass es der perfekte Ort für ihr Date war. Alles andere hätte sie bei Greg auch überrascht.

„Greg, das ist ja super hier. Woher wusstest du, dass ich so eine Atmosphäre liebe.", sagte sie begeistert.

„Reine Intuition, Sunshine.", lächelte er.

„Greggo, du bist echt der Beste, danke dass du mir hier her ausgeführt hast.", freute sich Sara.

„Sara du weißt ich würde alles für dich tun, damit du endlich mal wieder ein wenig fröhlicher bist.", begann Greg.

„Danke Greg, das ist unheimlich lieb von dir. Es war in letzter Zeit nicht einfach, die ständigen Streitereien mit Grissom gehen mir ganz schön an die Nerven.", gab Sara zu.

„Ich weiß Sara, egal was bei uns wird, ich bin immer für dich da, bitte vergiss das nicht.",

„Das weiß ich Greg, deswegen mag ich dich so gerne.", sagte Sara etwas verlegen.

„Oh Sara Sidle wird rot, dass ich das mal erleben darf.", grinste Greg breit.

Greg ist so lieb, ich denke, ich könnte mit ihm glücklich werden. Der perfekte Abend! Das perfekte Restaurant! Der perfekte Mann?

Der Abend verlief ganz nach Sara's und Greg's Geschmack, sie hatten beide viel Spaß. Gerade ging die Band über ein paar langsame Stücke zu spielen.

„Sunshine, hast du Lust zu tanzen?", fragte Greg, als sie gegessen hatten.

„Ja klar gerne.", antwortete Sara freudig.

Greg führte Sara zur Tanzfläche. Sanft legte er seine Hände an ihre Taille und zog sie zu sich ran. Sara schmiegte sich mit dem Kopf an seine Schulter und sie tanzten so eine ganze Weile still vor sich hin. Sie lauschten der Musik. Für Sara war es, als würde sie Greg schon ewig kennen. Sie fühlte sich wohl bei ihm.

Ich fühle mich wohl bei Greg, aber ich habe keine Schmetterlinge im Bauch, wenn er mich berührt oder ansieht. Vielleicht ist es aber auch gut so, darauf kann man sicher mehr drauf aufbauen, als wenn man so richtig verliebt ist. Aber vielleicht kommt das auch noch, so wie bei Grissom. Wenn er mich ansieht oder auch nur zufällig berührt ist es ganz anders. Ich könnte ja schon vergehen, wenn Grissom mich nur zufällig berührt.

Nein Sara, denke an Greg, mit ihm wird es keine Enttäuschung geben. Greg steht wenigstens zu seinen Gefühlen.

„Weißt du ich bin sehr froh, dass du zugestimmt hast, mit mir heute auszugehen.", holte Greg Sara aus ihren Gedanken.

„Ja ich bin auch sehr froh darüber.", lächelte Sara ihn an.

„Was hältst du davon, wenn wir woanders hingehen. Wie wäre es mit Billard spielen?", fragte Greg sie.

„Das ist eine prima Idee. Klar und ob ich Lust drauf habe. Ich garantiere dir, du wirst verlieren Greggo.", lachte Sara, als sie zum Tisch zurück gingen.

„Na da freue dich nicht zu früh, Sunshine. Du weißt was beim letzten Mal passiert ist, als wir mit Nick und Warrick dort waren.", grinste Greg.

„Greggo, das war einfach nur Glück.", entgegnete Sara kess.

„Wollen wir zur Cocktailbar gehen, wo wir mit den anderen waren?", fragte er sie.

„Ja, das ist prima dort. Sie haben leckere Cocktails. Auch ohne Alkohol.", grinste sie Greg an. Schließlich musste er ja Autofahren.

Greg bezahlte und sie fuhren zur Cocktailbar. Sara genoss das Date. So viel Spaß hatte sie noch nie bei einer Verabredung.

„Was möchtest du trinken?", Greg sah Sara fragend an.

„Bringst du mir einen Caipirinha mit?", Sara sah Greg lächelnd an.

Greg ging an die Bar und holte die Getränke. Für Sara einen Caipirinha und er selber hatte sich einen Anti-Alkoholischen Cocktail mitgenommen. Als er zurück zum Billardtisch kam, hatte Sara schon die Kugeln auf den Tisch gesetzt.

Es wurde eine lustige Partie. Sara trank noch einige Tequilla Sunrise. Wie nicht anders zu erwarten, gewann Sara die erste Partie. Aber Greg wollte eine Revanche, die Sara ihm gerne gewährte. Die nächste Partie gewann Greg und die übernächste gewann Sara.

„Sunshine, ich muss sagen, so ein tolles Date hatte ich schon lange nicht mehr.", machte ihr Greg das Kompliment.

Sara umarmte Greg spontan, als sie zum Auto gingen.

„Mir geht es genauso Greggo, es war ein toller Abend.", gab sie zurück.

„Ich muss nochmal kurz ins Crime-Lab, ich habe Nick versprochen ihn später vor der Arbeit bei der Renovierung zu helfen. Aber ich habe meinen Overall im Spind gelassen. Ist es schlimm, wenn wir nochmal kurz ins Labor fahren?", Greg sah Sara fragend an.

„Nein, klar können wir nochmal ins Labor fahren. Um diese Uhrzeit wird sowieso keiner mehr im Labor sein. Wir haben ja fast schon 7 Uhr.", gab Sara zurück.

Sie fuhren zum Labor. Sara wartete auf dem Parkplatz und Greg ging schnell ins Labor, wo er seinen Overall holte. Es war tatsächlich niemand mehr im Labor. Als Greg zurückkam, lehnte Sara am Auto und lächelte ihn an.

„Hey", lächelte er etwas verlegen, als er zum Auto zurückkam.

„Hey", erwiderte Sara und lächelte Greg an.

Greg beugte sich jetzt zu Sara. Seine Hand umfasste ihren Nacken und er zog Sara sanft an sich ran. Dann küsste er sie. Sara war im ersten Moment etwas verwirrt. Doch dann legte sie ihre Arme um seinen Hals und küsste ihn zärtlich zurück.

Es ist schön Greg zu küssen, ich mag ihn sehr, aber ich hoffe er will nicht mehr. Ich bin nicht bereit dazu, ihm mehr zu geben. Ich kann einfach nicht, noch nicht.

Greg und Sara blendete plötzlich ein Scheinwerfer. Zuerst ließen sie nicht voneinander ab und küssten sich weiter. Doch dann hörten sie eine Autotür zuschlagen und eine Stimme ließ sie auseinander fahren.

Grissom kam gerade von einem Tatort zurück. Er hatte Catherine zu Hause abgesetzt. Er war froh darüber, dass er noch genug Papierkram im Labor hatte, damit konnte er sich ablenken. Er wollte nicht nach Hause, denn dort würde er immer wieder an Sara denken müssen, sowie den ganzen Tag lang schon immer wieder. Grissom fuhr auf den Parkplatz und war etwas irritiert ein Pärchen vorzufinden.

Das muss ja jetzt sein. Erst denke ich den ganzen Abend immer wieder an Sara und kann mich kaum auf die Arbeit konzentrieren und jetzt noch ein knutschendes Pärchen vor dem Labor.

Grissom parkte den SUV auf dem Parkplatz und stieg aus. Das Pärchen allerdings ließ sich nicht davon abhalten weiter zu machen. Er beschloss es damit zu versuchen, dass er die Autotür heftig zuschlug. Vielleicht würde es die beiden ja vertreiben. Aber das was er sah, als er die Türe zugeschlagen hatte, verschlug ihm fast die Sprache.

„Sara? Greg?", fragte er obwohl er die Antwort schon kannte.

„Grissom?", rief Sara entsetzt.

„Ich denke ihr solltet nach Hause gehen.", sagte er kalt und sah Sara direkt an.

Warum? Warum jetzt ausgerechnet Grissom. Es war so ein schöner Abend, jetzt muss er ausgerechnet auftauchen, wenn Greg mich küsst.

Ich bin wirklich zu spät. Sara liebt Greg.

Sara sah Grissom geschockt an.

„Bitte bring' mich nach Hause Greg.", wandte Sara den Blick von Grissom zu Greg.

Greg, dem das ganze ziemlich peinlich war, kam der Aufforderung von Sara nur zu gerne nach.

Die Fahrt verlief schweigend. Als Greg vor Sara's Wohnung hielt, durchbrach Sara als erstes die Stille.

„Willst du noch mit hoch kommen?", fragte sie.

„Ich denke, das ist eine gute Idee. Wir sollten reden.", sagte Greg.

„Ja, du hast Recht.", gab Sara zurück.

In Sara's Wohnung setzte sich Greg auf das Sofa. Sara kochte erstmal Kaffe für sie Beide. Dann setzte sie sich zu Greg aufs Sofa.

„Also Sunshine raus mit der Sprache, was war zwischen dir und Grissom?", kam Greg direkt auf das Thema zu sprechen.

Sara sah Greg offen an und begann zu erzählen.

„Damals, als ich noch in San Francisco war, gab Grissom ein Seminar an der Uni. Naja ich habe mich sofort in ihn verliebt. Was ihn betrifft, hatte er wohl Interesse an mir, aber verliebt war er nicht in mich. Wir waren ein paarmal zusammen einen Kaffee trinken und er hatte mich auch mehrmals abends zum Essen eingeladen. Ich dachte damals er würde mich genauso lieben wie ich ihn."

„Aber es war nicht so, richtig?", unterbrach sie Greg.

Sara nickte.

„Ich dachte es damals, ich war so blöd es zu glauben, er würde das Gleiche für mich empfinden wie ich für ihn. Er hat mich dann eines Abends geküsst. Aber am nächsten Tag war er wieder der unnahbare Dr. Grissom. Ich war geschockt, aber ich habe ihn trotzdem geliebt. Naja und irgendwann ging er zurück nach Vegas. Als dann ein paar Jahre später sein Anruf kam, dass ich nach Vegas kommen sollte, war ich sehr erfreut darüber.", Sara sah Greg an.

„Oh man Sara, das wusste ich ja nicht. Wie ging es dann in Vegas weiter?", fragte Greg.

„Naja, die Laborexplosion; bevor das Labor in die Luft flog war ich auf dem Weg zu Grissom. Ich wollte ihn fragen, ob er mit mir Essen geht. Abends habe ich ihn dann gefragt, aber die Antwort war eindeutig. Er sagte mir, er wüsste damit nicht umzugehen und dass es keine gute Idee wäre.", schloss Sara.

„Du hast ihn immer noch geliebt, oder?", Greg sah Sara fragend an.

„Ja, ich glaube ich habe Grissom von dem Moment an geliebt, an dem ich ihn das erste mal gesehen habe.", gab Sara ehrlich zu.

„Er hat dich immer wieder verletzt die letzten Jahre, oder? Liebst du ihn noch?", Greg wollte die Wahrheit von Sara wissen.

„Ja, er hat mich mehr als einmal verletzt. Und nein, ich liebe Grissom nicht mehr.", Sara glaubte das, was sie sagte.

Greg war erleichtert über das was Sara sagte.

„Wie soll es mit uns weitergehen Sunshine?"

„Ich weiß nicht Greg, ich bin ehrlich, ich bin nicht in dich verliebt, aber ich habe dich wahnsinnig gern und vielleicht verliebe ich mich ja noch in dich. Willst du denn, nachdem was ich dir jetzt erzählt habe, dass es weitergeht?", fragte Sara.

„ Ja Sara, schauen wir, was dabei rauskommt. Du weißt dass ich dich auch sehr gern habe und ich finde wir sollten es probieren."

„Der Meinung bin ich auch, sonst wäre ich nicht mit dir heute Abend ausgegangen."

Sara gab Greg einen sanften Kuss, den er genauso erwiderte.

„Ich denke ich sollte jetzt gehen. Wir sollten nichts überstürzen.", grinste Greg, als sie sich voneinander gelöst hatten.

Sara umarmte Greg noch einmal stürmisch.

„Danke Greg, für den tollen Abend. Schön, dass du es genauso siehst wie ich. Lass es uns langsam angehen.", sie lächelte Greg an.

„Du bist etwas ganz besonderes Sara Sidle.", sagte er als er ging.

Wenn das doch auch nur Grissom so sehen würde. Nicht mehr an Grissom denken Sara, du hast Greg, der immer für dich da ist.

Die Nächsten Wochen waren für Sara die Hölle. Grissom hatte ihr die Szene auf dem Parkplatz wohl übel genommen. So kalt und abweisend wie er im Moment war, das war für Sara fast unerträglich. Greg und Nick waren schon nach Keene Valley geflogen. Sara wollte mit Grissom in ein paar Tagen nachkommen. Sie hatte mit Greg ein paarmal telefoniert, der ihr immer wieder fasziniert erzählte, wie schön es doch in Keene Valley wäre.

Sara saß im Breakroom und war in ihre Gedanken vertieft. Grissom stand draußen vor dem Breakroom und schaute ihr durch das Fenster zu.

Sie ist wirklich sehr schön. Warum habe ich sie gehen lassen. Warum habe ich ihr nicht gesagt, was ich für sie empfinde. Jetzt liebt sie Greg. Sicher vermisst sie ihn.

Sara hatte viel Zeit zum Nachdenken, seit Greg weg war. Sie wollte es zwar langsam angehen lassen mit Greg, aber sie hatte eine Entscheidung getroffen. Sie hoffte, die nächsten Tage gingen bald vorbei. Sei wollte so schnell wie möglich zu Greg um ihm ihre Entscheidung mitzuteilen.

... TBC