Disclaimer: Siehe erstes Kapitel.


Kapitel 2: Erstes Blut


Emily Anderson stand vor der Bürotür von Lord Charles und warf böse Blicke auf die zwei stämmigen Auroren, die Wache standen und ihr Eintritt verweigerten. Hinter der geschlossenen Tür hörte sie die lauten Stimmen des Ministers und Lord Charles, und außerdem ein mädchenhaftes Säuseln das von Bosheit geradezu triefte.

Plötzlich flog die Tür auf und Minister Fudge und eine ekelerregend krötenhafte Frau stürmten heraus. „Sie werden herausfinden wer den Brief an den Klitterer weitergeleitet hat, Witherspoon, oder ich werde sie gefeuert sehen. Ich kenne mehrere Leute die auf ihren Job scharf sind!" drohte Fudge, während er sich seinen grünen Bowler aufsetzte.

Emily wurde von den Auroren kurz zugenickt als sie an ihnen vorbei in Lord Charles' Büro schlüpfte. Sie fand ihren Arbeitgeber einen Beruhigungstrank herunterstürzend mit einem Glas Feuerwhisky in der Hand. „Was in Merlin's Namen war hier los?"

Er signalisierte ihr die Tür zu schließen und bat ihr einen Stuhl an. Er zückte seinen Zauberstab und errichtete ein paar Schutzzauber. Was sie erkennen konnte waren Anti-Spionage- und Schweigezauber.

„Nun, Miss Anderson", sagte Charles, „es scheint mir, dass unser geschätzter Minister es nicht mochte, dass jemand die Dreistigkeit hatte das Wort des Propheten in Frage zu stellen. Als ich ihm sagte, dass ich den Brief weggeworfen hatte und dass jemand ihn aufgesammelt haben musste, war er nicht gerade begeistert."

Emily seufzte und senkte den Kopf. „Ich muss mir also eine neue Arbeitsstelle suchen?"

„Auf gar keinen Fall", versicherte er ihr. „Sie sind eine meiner besten Reporter. Jedoch würde ich mich von Kimmkorn fernhalten. Sie ist Fudge's beliebteste Handlangerin in der Presse. Sie würde uns beide an die Wand nageln wenn sie die Chance dazu hätte."

„Schon klar. Also was nun?"

Lord Charles zwinkerte. „Alles wie gewohnt, Anderson. Alles wie gewohnt."


Harry Potter feixte als er die Antwort des Klitterers auf seinen Brief las. Er war ziemlich zufrieden damit, da es wirklich einige Dinge erklärte. Der Prophet hatte also „Investoren". Hmm. Er wunderte sich wer sie waren, neben dem Ministerium. Am Schreibtisch sitzend schrieb er zwei Briefe. Der erste war für die Kobolde. Harry würde ihnen am liebsten einen Besuch abstatten, aber er war sich nicht sicher, ob er es schaffen würde, da er immer noch ein Gefangener im Haus seiner Verwandten war. Er weigerte sich es sein zu Hause zu nennen, egal was der wahnhafte Schulleiter zu sagen hatte.

Harry lächelte als er den Brief an die Kobolde ein weiteres Mal las. Es legte ihn bei Seite und betrachtete den leeren Sitz und Käfig in der Ecke. Sein lächelte wurde zu Zorn. Dumbledore hatte kein Recht Hedwig von ihm fernzuhalten! Es half außerdem auch nicht, dass er noch keinen einzigen Brief von seinen Freunden erhalten hatte. Er hätte gedacht, dass zumindest Hermine eine andere Möglichkeit gefunden hätte ihn zu kontaktieren. Sie hatten ja Adressen und Telefonnummern ausgetauscht.

Seinen Kopf schüttelnd griff er ein weiteres Stück Pergament und begann zu schreiben.


Xeno Lovegood genoss gerade seine zweite Tasse Tee, als er die Antworten seiner Leser auf Mr. Twist's Brief las. Viele waren gut, manche waren wütend, und mehr als ein paar waren Heuler. Jedoch waren Heuler im Lovegood Haus nicht erlaubt, da sie Luna aufregten. Sie wurden direkt an einen Schacht weitergeleitet, welcher in eine tief im Untergrund gelegene Kammer führte, in der die Heuler explodieren konnten ohne je gehört zu werden.

Ein Teil der Leute behandelte die Worte des Tagespropheten kritisch, doch die meisten sahen sie als die Rede eines wörtlichen Propheten. ‚Narren, allesamt', dachte er.

Ihm wurde sogar von einem Ministeriumslakaien namens Percy Weasley ein Besuch erstattet. Xeno schüttelte seinen Kopf. Der Junge war sicher von Nargeln infiziert wenn er dachte, dass das Ministerium das Wort des Klitterers diktieren könnte! Es gab nur zwei größere Aktieninhaber, er selbst und ein weiterer, und keiner von beiden war bereit zu verkaufen.

Xeno stand seufzend auf. „Tee Pause ist vorbei, zurück an die Arbeit."


Albus Dumbledore war stolz darauf als Zauberer von großer Weisheit und Integrität zu gelten. Er wollte es Harry erlauben sich von dem grauenhaften Erlebnis der dritten Aufgabe zu erholen, welches der Grund dafür war, dass Harry gerade sicher bei seinen Verwandten untergebracht war. Zu schade, dass es nicht sicher für seine kleinen Freunde war ihn zu kontaktieren, da es den Jungen sehr getröstet hätte. Naja, es war alles für das größere Wohl.

Er begann einen Schluck aus seinem Tee zu nehmen, als er den Klitterer, seine Lieblingszeitung, öffnete. Den Brief überfliegend ergoss sich sein Mundinhalt über seinen Schreibtisch. Was in Merlin's Namen?

Er las den Brief und Xeno's Antwort, und dann gleich noch einmal. Zugegeben, der Mann wich den Fragen über den Propheten aus, aber man konnte klar zwischen den Zeilen erkennen, dass Xeno Lovegood keinerlei Respekt für den vom Ministerium kontrollierten Anzeiger hatte.

Dieser Twist klang sehr verärgert mit der Welt und besonders mit dem Propheten. Was wollte der Junge erreichen? Eine Antwort vom Propheten und dem Ministerium zu verlangen?

Könnte dieser Junge korrekt sein mit seiner Einschätzung von Harry? Zugegeben, er war nicht sehr spezifisch in seinen Details, aber kannte er Harry wirklich? Könnte vielleicht sogar Harry selbst dahinterstecken? Nein. Der Junge hatte keinerlei Möglichkeiten irgendetwas an den Propheten zu senden. Hedwig war in der Pflege von Hagrid. Wer könnte dieser Oliver Twist sein? Und warum kam ihm der Name bekannt vor?


In einem dunklen Raum mit nur einem rattengesichtigen Mann als Gesellschaft erholte sich ein schlangengleicher Mann von seiner Wiedergeburt.

Rattengesicht hob den Propheten auf und begann ihn laut vorzulesen. Keiner der beiden Zauberer las das Editorial des Propheten, wodurch die persönliche Notiz an „Mr. Oliver Twist" nicht bemerkt wurde. Und da keiner von beiden den Klitterer las hätten sie die Notiz sowieso nicht verstanden, da sie den originalen Brief nicht gelesen hätten.

Was die anderen Anhänger anging, niemand wagte es seinen Meister auf den Brief hinzuweisen, da es viel zu gefährlich war seinen Zorn zu provozieren.


Ragnok, Direktor von Gringotts London, nahm einen Brief adressiert an die Abteilung für Familienkonten in die Hand und überflog ihn zügig.

An die zuständige Person:

Ich, Harry James Potter, Sohn von James und Lily Potter, wünsche den Namen meines Kontenmanagers zu erfahren. Ich hätte außerdem gerne eine Kopie all meiner Abrechnungen seit der Zeit des Todes meiner Eltern. Mir ist bewusst, dass ich noch minderjährig bin, aber da ich in wenigen Jahren siebzehn werde möchte ich gerne lernen meine Finanzen zu verwalten.

Zweitens möchte ich gerne etwas über die Investoren des Tagespropheten erfahren. Ich möchte genau wissen wem der Prophet gehört, was in seiner Charta steht und wer im Vorstand sitzt. Außerdem hätte ich gerne eine Kopie des letzten Geschäftsberichtes.

Drittens, können sie mir einen guten Rechtsanwalt empfehlen? Ich habe ein Gefühl, dass mir meine Rechte in der magischen Welt vorenthalten werden.

Letztens, meine Post wird aktuell von meinem Schulleiter Albus Dumbledore gegen meinen Wünschen einbehalten. Aus diesem Grund habe ich ein Postfach gemietet, welches von einem Hauself betreut wird. Ich erwarte, dass alle meine Geschäfte und alle Kontakte mit ihrer Bank strikt vertraulich behandelt werden. Deshalb wird jegliche Korrespondenz von ihrer Seite an mein Postfach weitergeleitet und nicht per Eule an mich gesendet werden. Das Postfach läuft unter dem Namen „Oliver Twist".

Möge ihr Gold immer fließen und mögen wir zusammen profitieren

Harry J. Potter

Sich die Nase kneifend schloss Ragnok seine Augen und begann auf koboldogack zu fluchen. Lord Potter sollte seine Abrechnungen seit seinem elften Geburtstag erhalten haben. Da dies offensichtlich nicht der Fall war, wo sind sie abgeblieben? Dies verlangt Nachforschung. Köpfe werden rollen falls Betrug entdeckt wird!


Harry saß auf seinem Bett und las ein Buch über die Netiquette und Bräuche der magischen Welt, das Dobby ihm gebracht hatte. Dumbledore hätte ihm so etwas vor Jahren geben sollen! Er schnaubte. Schon klar, der alte Sack soll etwas tun, das Harry's Leben einfacher macht? Träum weiter.

Nur aus Zufall hatte Harry herausgefunden, dass der senile alte Wichser den obligatorischen Kurs über die Bräuche der magischen Welt für alle muggelgeborenen Studenten in Harrys Jahr gestrichen hatte. Professor McGonagall hat ihre Löwen ohne Dumbledore's Wissen unterrichtet. Harry hatte es erst herausgefunden, als er Dean und Seamus zufälligerweise in der Dusche darüber reden hörte. Sie wussten nicht, dass Harry in einer Kabine in der Nähe war.

Harry wunderte sich, was Dumbledore damit wirklich erreichen wollte. Warum fand es der Schulleiter notwendig ihn ignorant von der Welt, in die er hineingeboren wurde, zu halten? Zum Glück war Harry so geschickt beim Verstecken seiner wahren Intelligenz, ansonsten hätte er ein dickes Problem.

Dobby erschien mit einem sanften Knall und einem Stapel Briefe. „Meister Harry, Sir. Bestellung ist angekommen. Dobby hat alles mitgebracht. Und Kobolde senden wichtigen Brief und Formular zum Ausfüllen."

„Danke Dobby", sagte Harry und nahm die Post. Er öffnete den Brief von Gringotts zuerst und überflog das Deckblatt. ‚Was zur Hölle!'

An den Erben der führnehmen und gar alten Häuser Potter und Gryffindor; Harry James Potter-Gryffindor,

Grüße von Ragnok, Direktor von Gringotts London,

Lord Potter, Ich gebe zu, dass ihr Brief eine unangenehme Überraschung war. Wir haben ihnen ihre Abrechnungen seit ihrem elften Geburtstag regelmäßig zugeschickt. Außerdem haben wir sie seit einiger Zeit um ein Treffen gebeten, um die Zukunft unserer Geschäftsbeziehung zu besprechen. Es war uns zu keinem Zeitpunkt bewusst, dass sie unsere Briefe nicht empfingen. Wir nahmen an, dass ihr Erziehungsberechtigter, Albus Dumbledore, die Information an sie weitergegeben hatte und sie ihm erlaubt hätten, ihre finanziellen Angelegenheiten zu regeln.

Ihrem Brief zu Folge ist dies nicht der Fall. Ihre Konten wurden vorrübergehend eingefroren, während wir sie überprüfen. Alle Schlüssel werden magisch zurückgerufen. Falls sie Bargeld benötigen, müssen sie persönlich bei Gringotts erscheinen und einen neuen Kontenmanager bestimmen, da der Vorgänger einem vorzeitigen Tode zum Opfer gefallen ist. In der Zwischenzeit werde ich die Aufgabe persönlich übernehmen.

Zu ihren Fragen über den Tagespropheten, seit gestern Mittag gehört ihnen der größte Anteil mit achtundsechzig Prozent der Aktien. Dem Ministerium für Zauberei gehören etwa zwanzig Prozent und der Rest gehört der Firma selbst. Der Vorstand wurde vom Ministerium nach dem ersten Sieg über den Dunklen Lord Voldemort ernannt. Das Ministerium kontrolliert aktuell den Propheten durch politische Einschüchterung.

Lord Charles Witherspoon der Vierte ist der aktuelle Chefredakteur. Er wurde von ihrem Großvater Lord Harold Potter eingestellt. Lord Witherspoon ist ein guter Mann, jedoch waren ihm seit dem Tod ihres Großvaters die Hände gebunden.

Letztlich, ihre Familie hat seit langer Zeit die Dienste von Lord Peter Flinchley-Addams als Rechtsanwalt in Anspruch genommen. Wir haben ihn über ihre Anfrage informiert und er wird sich sehr bald an sie wenden. Anscheinend hat Schulleiter Albus Dumbledore den ehrwürdigen Anwalt informiert, dass seine Dienste nicht länger von Nöten seien da er persönlich als Vorstand der internationalen Zauberervereinigung ihre Angelegenheiten regeln würde. Lord Flinchley-Addams ist sehr gespannt auf ihr Treffen.

Wir von Gringotts waren tief bestürzt von dem Tod ihrer Eltern zu erfahren, Lord Potter. Sie waren geachtete und wertvolle Kunden und ehrenhafte Krieger.

Seien sie versichert, dass wir ihnen glauben, wenn sie sagen, dass der Dunkle Lord zurückgekehrt ist. Wir werden alles in unserer Macht stehende tun um ihnen in ihren zukünftigen Schlachten beizustehen.

In der Hoffnung bald persönlich sprechen zu können,

Möge ihr Gold immer fließen und mögen wir zusammen profitieren

Ragnok
Direktor von Gringotts London
Manager der Potter Familienkonten