Prolog II: Schokomuffins & mentale Tritte
(Serena POV)

1994 - Freitag - Unicorn Island - Labor - Furry Cave

„Namen? Für meine Laborschweinchen?"
Etwas ungläubig musterte ich meinen Vater, der gerade Laborschweinchen 'Dunkelbraun' streichelte.

„Du wirst doch ständig mit Ihnen arbeiten, wenigsten einen Namen hätten sie sich verdient." erwiderte er und streichelte den Nager.

Ich war etwas erstaunt, aber warum nicht?
Devon hatte Recht, die Meerschweinchen waren momentan der Mittelpunkt meiner Forschung und sie hatten sich wenigstens einen Namen verdient.

Anfangs waren es zwei mit den passenden Namen „Eins" und „Zwei", auch „der Hellbraune" und „der Dunkelbraune" genannt.

Merlin sei Dank, musste man als Wissenschaftler nicht einfallsreich in Sachen Namensgebung sein.

Nach dem Erfolg der letzten Woche hatte ich mir weitere 25 Meerschweinchen besorgt die jetzt in der 'Plüschhöhle' in einer Transportbox saßen:

'Furry Cave' war ein quadratischer Raum der 6 Meter auf 6 Meter maß, die Wände und die Decke waren mit einem Illusionszauber belegt, der die Wände in eine weite Wiesenlandschaft und den Himmel in einen, momentan klaren, Sternenhimmel verwandelte.

Sogar der Boden war von mir mit Gras bepflanzt worden.
Wissenschaftler & Laborschweinchen hin oder her, die Fellballen sollten es so gut wie möglich bei mir haben.

Die Käfige waren die 'Wände' entlang aufgereiht, durchgehend fünfstöckig, mit einer Höhe von 50 cm pro Etage, standen sie auf einem 50 cm hohen Sockel, in dem das Futter aufbewahrt wurde, und erreichten fast die imaginäre Decke.

Der große Käfig konnte in drei kleinere Käfige unterteilt werden, sowohl magisch, als auch mechanisch mittels Gittern, die Aufteilung erfolgte in zwei gleich große Käfige - rechts und links von der Türe aus gesehen - und den kleinsten an der Stirnseite des Raumes.

Ich wollte, dass es den Tieren so gut wie möglich geht, auch ich hatte ein Gewissen und Schuldgefühle, weil ich sie für meine Experimente missbrauchte, sollte ich dafür maßlos übertreiben und mich lächerlich machen - Merlin was würde Severus mich auslachen! - sei's drum.

Diese kleinen Nager sind letztendlich die, die zu leiden hatten, aber auch diejenigen, die einen Erfolg erst möglich machten.

„Wie wäre es, wenn du fünf benennst, ich fünf benenne und für die restlichen fünfzehn dürfen meine Kollegen einen Namen aussuchen?" fragte ich.

Mein Vater lächelte. Ich freute mich jedes Mal, wenn ich ihn zum Lächeln oder Lachen brachte, ein Grund weshalb ich ihm selten einen Wunsch abschlagen konnte.

In einer Woche begann seine Reise als Fluchbrecher nach Ägypten, wo er den Auftrag bekam, bei den Ausgrabungen einer alten Ruhestätte - von dem bekanntesten Magier der damaligen Dynastie - teilzunehmen.

Mein Herz stach, ich wusste, dass ich ihn einige Zeit nicht sehen würde, doch es war seine Entscheidung und er freute sich auf die Herausforderung, natürlich ließ ich ihn nicht gehen, ohne ihm das Versprechen abzunehmen, dass er so oft wie möglich nach Hause kommen würde und dass auch ich ihn besuchen durfte.

„Gut," nickte ich „dann such dir deine fünf heraus."

Er biss sich leicht auf die Unterlippe, auch eine meiner Angewohnheiten, wenn ich eine Entscheidung zu treffen hatte, seine Augen leuchteten auf und er griff zu einem großen schwarzen Meerschwein, dem größten in der Transportbox, das ihn bösartig quiekend anfunkelte.

Skeptisch besah er es und fing an zu Strahlen, als er mir das Tier, das aussah als hätte es sich mit einem Schweizer Kracher frisiert, unter die Nase hielt.

„Tatze!"

Überrascht sah ich auf.
„Dad, du willst ein Meerschweinchen, an dem ich herumexperimentiere, nach deinem Bruder benennen?"

Ungläubig schaute ich meinen Vater an, er sah etwas belämmert drein.

„Tschuldige, hab vergessen, dass es Laborschweinchen sind", nuschelte er.

„Schon gut, Dad, wenn du möchtest kannst du ihn ruhig Tatze nennen, dann setz ihn aber bitte in den kleinen Käfig da vorne."

Ich zeigte auf den abgegrenzten, kleineren Käfig.
„Dort sind die Zuchttiere untergebracht."

Sein Grinsen wurde dreckig.
„Mein Bruder - Der Zuchthengst."

Schmunzelnd sah er den Nager auf seinem Arm an, der ihm Todesblicke zuwarf und hasserfüllt anquiekte.

Plötzlich brach er in schallendes Gelächter aus, drückte mir den verstörten Fellballen in die Hand und flüchtete aus dem Raum.

Kopfschüttelnd, aber lächelnd, sah ich ihm nach und hörte wie er im Korridor vor Lachen fast erstickte.

Ich würde ihn gerne zu dir bringen, Dad, aber er denkt du bist tot. Es tut mir leid...

Ich streichelte den mittlerweile beleidigt vor sich hingrunzenden Nager gedankenverloren und setzte ihn auf das Plateau im Käfig, der kleine fing sofort an zu schnüffeln, quiekte scheinbar glücklich auf und schlüpfte durch ein Loch in das Höhlensystem.

Niemals würde ich es zugeben, aber in diesem Augenblick war ich mindestens genauso zufrieden wie nach dem erfolgreichen Experiment. Diesen Raum hatte ich selbst gestaltet und den Käfig in Eigenregie gebaut, zutiefst befriedigt grinste ich vor mich hin.

Meine Kollegen waren neugierig, sicher, aber in der Bauzeit hatte ich niemanden in diesen Raum gelassen.

Als sie schließlich das erste mal einen Blick in den fertigen Raum werfen durften, waren sie berührt, wie viel Mühe ich mir gegeben hatte, sie tauften den Raum:
'Furry Cave' - Plüschhöhle.

Devons Stimme riss mich aus meinen Gedanken, ich hatte nicht bemerkt, dass er den Raum, scheinbar wieder beruhigt, betreten hatte.

„Den weißen hier nenn ich Lucius."

Er hielt mir ein zierliches, durchgängig weißes Meerschwein hin.
Es quiekte ängstlich, ich nahm es auf den Arm und streichelte ihm beruhigend durch das lange, geschmeidige Fell.

Dieses kleine, zierliche Tier erinnerte mich tatsächlich an einen Malfoy, nur war es so putzig, dass ich es eher Draco genannt hätte.

„Warum?", fragte ich etwas unsicher da ich wusste welche Bedeutung Lucius in seinem Leben gehabt hatte - und noch immer hat.

Liebevoll sah er das kleine, zitternde und quietschende Fellknäuel an.
„Er erinnert mich an ihn."

„Lucius hat gequiekt?", fragte ich verblüfft.

Er lachte auf und schüttelt den Kopf.

Er sah mich schelmisch lächelnd an. „Manchmal?"

Ich zog die Nase kraus. „Dad, ich will das nicht wissen, ich will es nicht wissen!
Es gibt Sachen, die eine Tochter nicht über ihren Vater wissen möchte, es gibt Dinge, die will man sich im Zusammenhang mit seinem Vater nicht einmal annähernd vorstellen.
Und wie du Lucius zum Quieken gebracht hast, gehört zu diesen Dingen!", regte ich mich künstlich auf, meine Meisterdisziplin.

Er lachte und schüttelte den Kopf, während ich 'Lucius' ebenfalls in den Zuchtkäfig setzte und dieser sofort im Höhlensystem verschwand.

Mein Vater trat neben mich und flüsterte leise: „Sollte ein Meerschweinchen es wagen sich an Lucius zu vergreifen, weißt du welches du als nächstes für ein Giftexperiment herzunehmen hast."

Seine Augen funkelten und er schien es vollkommen ernst zu meinen.

In diesen Moment sah ich ein Feuer in seinen Augen brennen und es versetzte mir ein Stich.

Er wird ihn nie wieder sehen.

Unwillig schüttelte ich den Kopf und wandte mich den verbleibenden Meerschweinchen zu, als mir ein dürres schwarzes Exemplar mit hängenden Ohren und verfilzten Fell ins Auge stach.

Ich starrte es an, mein Vater bemerkte meinen Blick und spähte in die Richtung, auf die ich fixiert war, er sah, was ich fasziniert anstarrte und fing schallend an zu lachen.

„Severus, bei Slytherin, du auch hier?"

Er schnappte sich die wütend quiekende Meersau und fing munter an darauf los zu plappern, während er mit dem bösartigen - mittlerweile sehr laut quiekend und grunzenden - Exemplar auf und ab lief.

„... ja die alte Schachtel McGonagall..."

„... muhahaha, ja der Färbetrank von dir..."

„... weißt du noch der alte Filch?..."

„... dein Blick ist ja noch fieser als früher..."

Ich starrte ihn ungläubig an und überlegte, ob er, nach dem Schock mit dem Meersau-Lucius, jetzt völlig übergeschnappt war, als er mir überraschend 'Severus' in die Hand drückte - der mich auch prompt biss.

Erschrocken zuckte ich zusammen.

„Miststück!"

Wild fing ich an zu fluchen, eine Eigenart die ich zweifellos meinem Vater zu verdanken hatte, doch dieser störte sich nicht daran, fing an zu kichern, schnappte sich den Täter, hielt in auf Augenhöhe und zwinkerte ihm zu.

„Alter Charmeur, weißt immer noch wie man Frauen zum schreien bringt, was?"

Ich, immer noch damit beschäftigt zu fluchen, ignorierte seinen Kommentar ebenso wie die fiese Lache seinerseits und wandte mich wieder der Transportbox zu, während er das Miststück Severus in den Zuchtkäfig setzte.

Bei Merlin, hoffentlich vermehrt sich der nicht.

Ich spürte wie mein Vater mich von hinten umarmte, er war nur ein kleines Stück größer als ich und seinen Atem kitzelte mein Ohr.

„Mhh", brummte er „Der kleine fleckig Braune da, ja der, der etwas räudig aussieht."

Ich schnappte mir genannte Meersau, die ängstlich quiekte, drehte mich um und hielt sie meinem Vater hin.

„Moony", murmelte er, „wo Tatze ist, darf Moony nicht fehlen."

Ich stutzte kurz, aber erinnerte mich „Lupin? Der Werwolf?"

„Ja", er sah mich an und lächelte traurig „Wo Sirius war, war auch."

„Ein Herz und eine Seele, was?" fragte ich lächelnd.

Er runzelte die Stirn.
„Bis Sirius beinahe das Leben von sich, Remus und Severus zerstört hätte."

Ich nicke und erinnerte mich daran, dass Dad mir von dem Vorfall erzählt hatte.
Bis heute frage ich mich, wie Sirius so dumm sein konnte Severus bei Vollmond in Lupins Nähe locken.

Nicht nur, dass Severus sein Leben hätte verlieren können, nein, indirekt hätte Sirius Lupin zum Mörder und sich selbst sowie Potter und Pettigrew zu Mittätern gemacht.

Für Mörder und Komplizen steht Askaban, Albus hätte seinen Posten verloren, wenn bekannt geworden wäre, dass er wissentlich einen Werwolf an der Schule betreute und wenn Lupin einen Werwolfshasser als Richter erwischt hätte, wäre ihm der Kuss eines Dementor sicher gewesen.

Vaters leise Stimme riss mich aus den Gedanken.
„Sirius hat selten über die Konsequenzen seines Tuns nachgedacht."

„Aber keine Sorge, Liebes", er strich mir sanft über die Wange.
„Lupin ist dabei, er ist der Schlüssel um Sirius zu kontrollieren.
Sirius würde nie wieder etwas tun was Lupin verletzen könnte.

Damals... nach dieser Sache... Lupin wollte nichts mehr mit ihm zu tun haben, Sirius litt - mehr als unter den Schlägen unseres Vater und den Strafen unserer Mutter - er hat geweint. Ich habe ihn noch nie so weinen sehen und ich war machtlos. Ich konnte nichts für ihn tun."

Er senkte seine Stirn auf meine Schulter und sagte leise:
„Wäre ich damals ein bisschen mehr wie er gewesen, hätte ich nur einen Bruchteil von seinem Mut und seiner Willensstärke, die ihm zu eigen war, gehabt, ich wäre zu ihm gegangen und hätte ihn in den Arm genommen.

Doch ich war zu feige, ich habe meinen eigenen Bruder im Stich gelassen in einer Zeit, wo er mich am meisten gebraucht hätte, ich hätte ihn vor den Attacken meiner Eltern schützen müssen aber ich habe nichts getan."

Ich spürte, wie der Stoff meiner Robe an der Schulter feucht wurde „Absolut gar nichts."

„Dad?", er sah mich an und ich sehe Tränen in seinen Augen.

Ich will nicht, dass du leidest.

„Du hast es versucht, erinnere dich, du hast alles getan, was deine Eltern von dir verlangten - egal was sie von dir forderten. Du dachtest, dass sie so Sirius in Ruhe lassen würden, mehr hättest du nicht tun können!"

„Doch, das hätte ich. Ich war feige. Wäre ich ein besserer Mensch gewesen..."

„Nein!", unterbrach ich ihn scharf.

„Du warst nicht feige! Du hast dich Voldemort widersetzt!
Du hast dafür gesorgt, dass er seine 'Waffe', seine 'Schöpfung' nicht in die Finger bekommt! Du bist zu Albus gegangen, obwohl du wusstest, dass es dein Todesurteil bedeutete!
Du bist für die Welt gestorben, für Sirius, Severus, Lucius - du hast alles zurück gelassen, um für mich da zu sein!

Du warst selbstlos, edel und du bist der beste Mensch den ich kenne!
Wenn, dann ist es meine Schuld, dass du sie verloren hast."

Die Wahrheit - die bittere, schmerzhafte Wahrheit.

Tränen liefen mir über die Wangen, ich sah wie er litt und wusste es war allein meine Schuld.

Er sah mich an, sein Blick verzweifelnd und ungläubig.
Plötzlich erwachte er aus seiner Starre und nahm mich in den Arm, ich klammerte mich förmlich an ihn, während er mir beruhigend über den Rücken strich.

„Es ist nicht deine Schuld, Liebes", flüsterte er mir ins Ohr.

Eine Lüge - wir wussten es beide.

So standen wir einige Zeit da, umgeben von quiekenden Meerschweinchen, und hielten uns einfach gegenseitig fest.
Tief in meinem Inneren spürte ich, dass hier ein Mensch war, für den ich immer da sein würde.
Für den ich bereit war alles tun um.
Für den ich mein Leben geben würde um ihn zu schützen.
Nicht weil ich in seiner Schuld stand, sondern weil ich ihn bedingungslos liebte.

O--O--O--O--O--O--O --O--O--O--O--O--O--O

Ich war wieder allein.
Mein Vater sagte, er hätte noch einiges für seine Reise vorzubereiten - eine Lüge wie ich wusste.

Wahrscheinlich weinte er sich in den Schlaf, wie sooft.

Mein Gewissen nagte an mir, ich war der Grund, warum er für die Welt sterben musste, es ist meine Schuld, dass er seinen Bruder, seine Freunde und seine einzige Liebe verloren hatte.
Seufzend setze ich ein kleines struppiges Meerschwein namens 'Drop' in den Käfig.
Das einzige weibliche Zuchttier, wir wollten es ja nicht übertreiben.

Dad gab ihm den Namen, er meinte in dem leichten Gelbstich des Fells ein Zitronenbonbon zu sehen - er hat eindeutig zu viel Kontakt mit Albus.
Die fünf braun/weiß gefleckten Tiere, die ich benannt hatte - 'Michelangelo, Leonardo, Raffello, Donatello und Botticelli' - setze ich in den Wolfskäfig rechterhand.

„Sorry, Jungs", murmelte ich in den Raum hinein, „irgendwer zieht immer die Arschkarte."

Die restlichen Meerschweinchen, die meine Kollegen morgen benennen durften, kamen in den linken Käfig.
Ich verwandelte 'die Sonne' mit einem kurzen Schwenker meines Zauberstabs in einen Mond, der den Raum nur indirekt mit silbrigem Licht versorgte, setzte mich auf den weichen Grasboden, lehnte mich gegen die einen Käfig und schloss die Augen.

Ein leichtes Lächeln stahl sich auf mein Gesicht, als ich an den kurzen Wortwechsel von mir und Devon dachte, bevor er im Bett verschwand.

„Dad? Es ist seltsam, aber ich kann mich erinnern, dass einer von Severus Laborhamstern ebenfalls Sirius heißt."

Er grinste. „Der zweite heißt James, nicht wahr?"

„Ehm, ja."

Sein Grinsen wurde breiter: „Severus, du wirst durchschaubar", murmelte er und verschwand durch die Türe.

Severus? Durchschaubar? Nicht für mich. Von Anfang an war mir dieser Mann ein Rätsel.


- Flashback 1991

Sonntag - Hogsmeade/Hogwarts

Ich schielte - mal wieder - unauffällig zu dem schweigenden Tränkemeister neben mir, an dessen Seite mein treuer Wolf Midnight lief und zufrieden vor sich hinschwänzelte.

Wie kann das sein?

Midnight war sehr scheu, vor allem, wenn es um Berührungen ging.
Fremde knurrte er an und versuchte sie von mir fern zu halten - aber nicht Snape.

Als der Tränkemeister seine Hand nach Midnight ausstreckte, sah ich ihn schon schreiend am Boden liegen und Midnight zufrieden, auf seiner Hand kauend, vor ihm sitzen.

Mein „Vorsicht" hat der gute Mann gänzlich ignoriert.

Mein Vater sagte ja, dass Severus manchmal ein komischer Kauz war, aber dass er derart verrückt war, die Hand nach einem fremden, riesigen Dunkelwolf auszustrecken, vor allem, weil er selbst sagte er, hätte kein gutes Verhältnis zu Wölfen - das war nicht nur verrückt, dieser Magier war total durchgeknallt!

Auf den ersten Schock folgte sogleich der zweite, Midnight knurrte nicht wie gewöhnlich, nein, er winselte und unterwarf sich dem Tränkemeister ohne zu zögern.

Ich dachte, ich wäre in einem schlechten Muggelfilm!

Und jetzt liefen die beiden nebeneinanderher, als wäre es das Normalste auf der Welt.

Irgendwie komme ich mir ausgeschlossen vor.

Eigentlich konnten wir in die Nähe von Hogwarts apparieren, gut er könnte apparieren und müsste mich mitnehmen, Midnight würde uns finden, keine Frage, aber ich zögerte den Professor anzusprechen.

Er schien in Gedanken versunken, seine Augen schienen unfokussiert, sein Gesicht verschlossen und die Mimik völlig steinern.

Er war ein gutes Stück größer als ich, schätzungsweise an die 1,90 m und hatte schwarze, fettige schulterlange Haare.
Wahrscheinlich, weil er sie wohl nie vor dem Brauen imprägnierte.

Das Brauen von Tränken ließ die Haare permanent fettig erscheinen, deshalb imprägnierte ich sie grundsätzlich mit einem speziellen Mittel, zur Not genügte auch ein einfacher Zauber, der jedoch bei Weitem nicht so wirkungsvoll war, und wusch sie mir gleich nach der Fertigstellung des Trankes aus.

Eitel? Sicher, keine Frage.

Seine dunkle Robe war weit geschnitten, doch man konnte die magere Gestalt erahnen.
Vater hatte mir gesagt, dass Professor Snape schon immer recht dünn gewesen sein musste, aber dass er derart dürr war, dass ich den Wunsch verspürte ihn zu füttern, hätte ich nicht erwartet.

Ich sah mir sein Profil an:
Scharf geschnittene, harte Züge, sowie schmale Lippen und eine auffällig große Hakennase.
Alles in Allem: Wahrlich keine Schönheit.

Zu meinem Bedauern musste ich feststellen, dass er charakteristische kleine Fältchen um den Mundwinkel aufwies, die auf Verbitterung hindeuteten, zumal ich zwischen den Augenbrauen Schemen einer 'Zornfalte' erkennen konnte.

Seine Augen, das was mir als erstes an ihm aufgefallen war, waren schwarz, schwärzer als die tiefste Nacht es sein könnte.
Als er mich musterte, jagten mir diese Augen einen leichten Schauer über den Rücken, etwas was ich mir selbstverständlich nicht anmerken ließ.

Ich ahnte, dass er seine Schüler mit einem Blick zum Schweigen brachte, dass diese Augen förmlich brennen konnten.

Seine dunkle Stimme riss mich aus meinen Überlegungen: „Dort vorne ist Hogwarts."

Hogwarts.
Ich erstarrte.

„Alles in Ordnung?", seine Stimmlage war neutral und doch blieb er, wie ich, stehen.

Ich reagierte nicht, zu sehr war ich fasziniert von diesem riesigen, majestätisch anmutenden Bau, es sah aus, als würde das Schloss wie ein König über die umliegenden Ländereien wachen und herrschen.

„Es ist wundervoll, nicht wahr?"
Auch der Tränkemeister sah zum Schloss, kurz flackerte eine undefinierbare Wärme und Verbundenheit in seinen Augen, doch nicht lange genug, dass ich sicher sein konnte, es wirklich gesehen zu haben.

„Mehr als das", hörte ich mich sagen.
„Ich habe über Hogwarts gelesen und man hat mir davon viel davon erzählt, doch es vor mir zu sehen ist... atemberaubend."

„Folgen Sie mir Miss Shadows, Sie bekommen die Chance es nicht nur von außen zu bestaunen", nichts Zynisches lag in seiner Stimme, nein, sogar ein gewisses Verständnis.

Ich antwortete nicht, sondern folgte ihm wortlos, zu sehr war ich mit Staunen und meinen eigenen Gedanken beschäftigt.

Er hielt vor dem Schlosstor, fast überrannte ich ihn, Merlin sei Dank, konnte ich rechtzeitig bremsen, ohne dass er etwas bemerkte.
Ich erinnerte mich an die Worte meines Vaters

„Verglichen mit den Wutanfällen von Severus, ist der Zorn eines ungarischen Hornschwanzdrachen ein Nifflerniesser!"

Wer weiß, was mit mir gemacht hätte, wenn ich ihm plötzlich am Hintern geklebt wäre.

Er deutete mir an ihm zu folgen.
„Ihr Gepäck befindet sich in Ihren Räumlichkeiten, ich denke es wäre am besten, wenn Sie mir direkt in die Große Halle folgen.
Albus und das restliche Lehrerkollegium erwarten Sie dort zum Abendessen", sprach er und rauschte von Dannen.

Leider hatte ich keine Zeit die riesige Eingangshalle zu inspizieren, ich kannte mich in Hogwarts nicht aus und war somit auf Professor Snape angewiesen, der es besonders eilig zu haben schien.

Doch die Treppen stachen mir sofort ins Auge, sie wechselten ständig ihren Standort!

Die Bilder an denen wir vorbeikamen begrüßten uns überwiegend mit einem Nicken und fingen, nachdem Snape an ihnen vorbeigerauscht und ich hinter ihm hergerannt war, eifrig untereinander an zu tuscheln.

Der Tränkemeister steuerte direkt auf zwei große Flügeltüren zu und stieß genannte Tür schwungvoll auf.

Im Geist hörte ich wieder die Stimme meines Vaters.
Slytherins lieben dicke, theatralische, übertriebene Auftritte.

Ich nickte ihm innerlich bekräftigend zu und betrat die Halle, zwar ohne Dramatik, aber dafür der Aufmerksamkeit aller sicher.

„Sera, Liebes! Wie schön dich zu sehen!"
Ein älterer, weißhaariger Magier mit einem langen weißen, wallendem Bart und Spitzhut erhob sich und kam auf mich zu.
Seine Robe war lindgrün gehalten und mit allerlei verschiedenfarbigen Blättermustern bedruckt, seine hellblauen Augen blitzen fröhlich hinter der goldenen, halbmondförmigen Brille auf der leicht gebogenen Nase.

„Hallo, Großvater", murmelte ich leise und ließ mich in eine Umarmung ziehen.

„Ich hab dich vermisst", hörte ich mich leise sagen, so leise, dass nur er es hören konnte.
Seine Umarmung verstärkte sich leicht, als Zeichen, dass er mich verstanden hatte und dass es ihm nicht anders ergangen war.

Er schob mich ein kleines Stück von sich weg, um mich intensiv mustern zu können.

„Du siehst fabelhaft aus, Engel, wenn auch bisschen blass und mager.
Bekommst du nichts Anständiges zu essen?"
Ich rollte mit den Augen „Das passt schon so", maulte ich leicht eingeschnappt woraufhin er anfing zu lachen und sich suchend umsah.

„Midnight?"

Ich zeigte auf Snape, der hinter ihm stand und murmelte: „Hat einen neuen Freund."

Albus drehte sich um und lachte Midnight sowie den, etwas irritiert dreinschauenden, Tränkemeister an.

Midnight sah dies als Grund auf den älteren Magier zuzutraben und ihm vertrauensvoll den Kopf hinzustrecken, was natürlich prompt mit einem Tätscheln und einem hingehaltenen Schokomuffin belohnt wurde, den Midnight auch mit einem Haps verschwinden ließ.

Muffins waren Midnights Passion, besonders hatten es ihm Schokomuffins angetan.

„Großvater, sag nicht, dass du dir extra wegen Midnight Muffins besorgt hast", tadelte ich ihn leicht, musste aber selbst lächeln.

Albus schüttelte den Kopf und zog mich Richtung eines runden Tisches, der, trotz seiner Größe, in der riesigen Halle etwas verloren aussah.

Der verdattert dreinschauende Tränkemeister sowie der, noch kauende, Wolf folgten uns.

„Meine Lieben, ich möchte euch unseren externen Prüfling vorstellen: Serena Shadows."

Ich wurde mich einem Nicken und einigen gemurmelten „Hallo" willkommen geheißen.

Albus deutete mir mich zu setzen, während er selbst den freien Platz neben mir einnahm, ließ sich der, noch immer etwas verwirrte, Tränkemeister zwischen dem älteren Magier und einer ernst dreinschauenden Hexe nieder.

„Großvater? Albus?", sprach Snape den Direktor an, der daraufhin leicht lächelte.
„Ja, man kann sagen, dass wir uns gegenseitig adoptiert haben, mein Junge."

Über den Köpfen der restlichen Anwesenden erschien ein großes, imaginäres Fragezeichen, woraufhin der ältere Magier anfing zu erklären.

„Serena war ein Waisenkind, sie wurde von einem Freund von mir adoptiert.
Ich war dabei als sie ihre ersten Worte sprach und eines dieser Worte bezeichnete mich als 'Grandy'.
Sie ist in der Rolle meiner Enkelin aufgewachsen und auch wenn wir nur entfernt blutsverwandt sind fühle ich mich doch wie ihr richtiger Großvater."

Albus lächelte.
Ja, er war mein Großvater, und würde es immer sein.

„Das mit ihr'n Eltern is schlimm, is' immer schlimm, wenn n Kind seine Eltern verliert", sprach mich ein großer Mann, rechts neben mir an - groß im Sinne von wirklich riesig!

Riesenblut. Das muss Hagrid, der Wildhüter sein.

Er war über zwei Meter groß, hatte braune Haare und einen Vollbart, der die untere Hälfte seines Gesichts völlig verdeckte.
Seine Hände waren Schaufelgross und von körperlicher Arbeit gezeichnet, seine Kleidung ließ mich ebenfalls auf Arbeit im Freien schließen, da sie leicht und recht verschlissen wirkte, in seinen braunen Augen sah ich warmes Mitgefühl - er war mir sofort sympathisch.

„Schon gut, Mr. Hagrid", sagte ich und brachte ein schiefes Lächeln zu Stande.
„Ich habe sie nie kennen gelernt und ich könnte mir keinen besseren Vater als den meinen wünschen."

„Hagrid oder Rubeus reicht, bin nur der Wildhüter und kein Professor", ehrlich lächelnd stand er auf und streckte mir seine Hand entgegen, ich tat es ihm gleich, ließ meine Hand in der seinen verschwinden und fühlte wie sie sachte gedrückt wurde.

„Es freut mich, Sie alle kennen zu lernen, ich habe viel Gutes von Ihnen, von Ihnen allen gehört.
Ich danke dem gesamten Kollegium, dass ich hier, eigentlich als Fremder, meine UTZ-Prüfung ablegen darf."

Die Blicke waren überrascht bis geschmeichelt, Albus Augen funkelten nur und der Tränkmeister sah mich, mit einem undefinierbaren Blick, an.

„Darf ich fragen, was Ihren Eltern passiert ist?", sprach mich eine dunkelhaarige Hexe mittleren Alters an, ihr Gesicht wirkte aufgeschlossen und freundlich, ich konnte Sie anhand ihrer weißen Kleidung, die mit dem Symbol des 'Äskulap', eine um einen Stock gewundene Schlange, als die Schulkrankenschwester Poppy Pomfrey identifizieren.

„Voldemort", sagte ich schlicht, doch die Wirkung war enorm:
Eine Welle des Schauderns durchzog das Lehrerkollegium.

„Sie... Sie nennen ihn beim Namen?"

Salazar! Was, in der Götter Namen, ist DAS!

Durch eine silbern geränderte Brille, deren Gläser mich stark an Flascheböden erinnerten, sah ich mich mit einem schreckgeweiteten Augenpaar konfrontiert.

Doch das war bei Weitem nicht das Schockierendste an dieser Gestalt:
Ihr Hals war wie ihre Handgelenke und Finger nur noch zu erahnen, alles war vollständig mit Ketten, Ringen und Reifen zugepflastert, riesige Ringe zogen ihre Ohren in die Länge, bei jeder noch so kleinen Bewegung klirrten die Reifen und die weit geschnittene Kleidung, die ihrer Statur etwas Unförmiges gab, raschelte und knisterte.

Das Gesicht war eingefallen und mager, ihre Wangenknochen standen hervor und ihre Augen hatten permanent einen seltsam dümmlichen Ausdruck des Erstaunens, die Haarfarbe undefinierbar zwischen grau, blond und hellbraun.

Sibyll Trelawney das Pseudo-Orakel.

"Hatten Sie das nicht vorausgesehen?", erwiderte ich scheinbar überrascht, doch der sarkastische Unterton stach heraus und musste sich förmlich in ihre Ohren bohren.
Mein Großvater warf mir einen tadelnden Blick zu.

Aus dem Augenwinkel heraus sah ich, wie sich Snape ein schiefes Grinsen nicht verkneifen konnte.

„Die Gabe kommt und geht, mein Kind, wie sie will", wies sie mich mit rauchiger Stimme zurecht, „es liegt nicht in meiner Macht sie zu rufen."

Ich sah sie abschätzig an und erwiderte „Verzeihen Sie, Professor Trelawney, doch mein Focus bezieht sich auf wissenschaftliche Bereiche."

Sie wollte schon zu einer Antwort ansetzen, als die ältere Hexe, das Medium geflissentlich ignorierend, das Wort ergriff.

„Ihr Berufswunsch steht bereits fest?", fragte sie mich knapp und ich musterte sie kurz.

Ein strenger Dutt, verbunden mit einem scharf geschnittenen Gesicht, schmalen Lippen und ernster Miene.
Fast könnte man denken sie sei mir gegenüber feindselig eingestellt, doch in ihrem Blick war davon nicht zu sehen.
Ihre klugen, klaren Augen sahen mir neugierig und neutral entgegen.

Minerva McGonagall, Hauslehrerin von Gryffindor und neutraler als die Schweiz.

„Ja, Professor McGonagall", hörte ich mich höflich und respektvoll sagen, „ich werde wohl den Weg der Wissenschaft einschlagen."

Sie nickte mir zu und schenkte mir ein kurzes lächeln, innerlich atmete ich auf und bemerkte plötzlich wie jemand an meinem geistigen Schutzwall rumpfuschte.

Unwillkürlich fing ich an zu Grinsen.
Man hatte mich bereits mehrmals vorgewarnt, dass Snape früher oder später versuchen würde in meinen Geist einzudringen.

Ich setzte eine ausdrucklose Mine auf, wand mich in Richtung des Übeltäters und sah mich mit, zu schlitzen verengten, dunklen Augen konfrontiert

So nicht mein Freund, nicht mit mir!

Mental verpasste ich ihm eine Kopfnuss und sah genüsslich zu wie er leicht zusammen zuckte.
Vermutlich hatte er nicht mit Widerstand gerechnet.

Dass ich ihn bemerkt hatte und er von mit, mit einem dezenten, mentalen Tritt aus meinem Kopf geworfen wurde, schien an ihm zu nagen.

Er biss sich leicht auf die Unterlippe, während seine Wangen kurz einen leichten Rotschimmer annahmen.
Seine Augen waren noch immer auf mich geheftet.
Er versuchte mich einzuschätzen was ihm wohl nicht gelang.

Ich zuckte leicht zusammen als plötzlich hinter mir etwas quiekte.

„Sie haben sich viel vorgenommen, Miss Shadows", ich drehte mich um und sah eine kleine Gestalt auf einem Sitzkissen.

Filius Flitwick.

Der Name schoss es mir durch den Kopf und ich unterdrückte ein Grinsen.

„Sieben Fächer geprüft in fünf Tagen, denken Sie, Sie schaffen das?", quiekte es erneut von unten herauf.

„Ich bin guter Dinge", antwortete ich lächelnd, wandte mich an Albus und sprach ihn förmlich an: „Direktor, sind die Termine schon festgesetzt?"

„Natürlich, Miss Shadows", antwortete er ebenso förmlich und einige Pergamente erschienen in seiner Hand.
Er verteilte sie unter fünf Lehrern und reichte mir ebenfalls ein Exemplar, was ich mit einem höflichen Nicken quittierte.

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Ministeriumsabteilung für pädagogische Anliegen

Hoch geschätzter Professor Dumbledore,

Ihr Antrag auf eine außerordentliche Prüfung der externen Schülerin Serena Shadows wurde von dem Ministerium genehmigt.

Die Fragebögen und vorgegebenen Themen, zusammengestellt von den teilweise nicht staatlich anerkannten Lehrern des Prüflings, wurden geprüft, überarbeitet und freigegeben, sie werden am Tage der Prüfung von den jeweiligen Lehrern, ggf. von einem schriftlich ausgewählten Vertreter, von dem Ministerium versiegelt an den Prüfer überreicht.
(Das brechen der Siegel ist nur dem Prüfer im Beisein des Direktors gestattet.)

Aufgrund der besonderen Umstände werden verschärfte Prüfungskriterien angewendet, ich bitte die Prüfer dies zu beachten.

Alle als 'zusätzlich' gekennzeichneten Themen sind Sonderprüfungen, die für den angestrebten Berufswunsch unbedingt zu erfüllen sind.

Die Prüfungsfächer wurden gemäß den Vorgaben des angestrebten Berufes ausgewählt:

Nebenfächer: Kräuterkunde, Runenkunde, Pflege magischer Geschöpfe

Sollfächer: Zauberkunst, Verwandlung

Hauptfach: Verteidigung gegen die dunklen Künste wahlweise Okklumentik (Praxis)

Schwerpunkt: Zaubertränke

Daten zur Prüfung der externen Schülerin Serena Shadows
Name: Shadows, Serena Serpens
Geburtsdatum: Unbekannt (1975/1976)
Geburtsort: Unbekannt
Name der Mutter: Unbekannt
Name des Vaters: Unbekannt
Wohnhaft: Unicorn Island, Atlantic Ocean
Freier Staatsbürger der europäischen magischen Gesellschaft

Gesetzlicher Vormund: Shadows, Devon Draconis
Wohnhaft: Unicorn Island, Atlantic Ocean

Adoption rechtsgültig genehmigt und abgeschlossen

Patenschaft: Dumbledore, Albus Percival Wulfric Brian
Wohnhaft: Hogwarts, Schule für Hexerei und Zauberei

Sämtliche geforderten Dokumente vorhanden und auf Rechtsgültigkeit geprüft

Die Prüfung von Shadows, Serena Serpens in Hogwarts - Schule für Hexerei und Zauberei wurde von dem Ministerium, Abteilung für pädagogische Angelegenheiten sowie vom Schulbeirat von Hogwarts, genehmigt.

Prüfungstermine
Montag: Nebenfächer
08.00 Uhr - 12.00 Uhr: Kräuterkunde - Professor Sprout
Fähigkeiten:
Magische Pflanzen bestimmen und benennen
Auf Eigenheiten und Gefahren hinweisen
Magische Pflanzen züchten (pflanzen) und pflegen

13.00 Uhr - 17.00 Uhr: Runenkunde - Professor Lönnrot
Fähigkeiten:
Schriftliche Übersetzung eines Runentextes
Freie Übersetzung eines Runentextes
Zusätzlich zu dem vereinfachten Alphabet (16 Zeichen) sollte die Schülerin
das älteste Runenalphabet (22 Zeichen) und das englische Runenalphabet (33 Zeichen) beherrschen.

Dienstag: Nebenfach / Sollfach
08.00 Uhr - 12.00 Uhr: Pflege magischer Geschöpfe - Professor Kesselbrand
Fähigkeiten:
Umgang mit sämtlichen heimischen magischen Geschöpfen, sollte nach dem Ermessen des Prüfers stichprobenartig begutachtet werden.
Zusätzlich sollte die Schülerin sämtlichen Arten magischer Wesen bestimmen und benennen können, sowie deren charakteristischen Eigenschaften benennen.

13.00 Uhr - 17.00 Uhr: Verwandlung - Professor McGonagall
Fähigkeiten:
Die Schülerin sollte alle gängigen Zauber beherrschen und vorführen können.
Zusätzlich sollte ihre Fähigkeit als 'Animagus' geprüft werden.

Mittwoch: Sollfach
08.00 Uhr - 12.00 Uhr: Zauberkunst - Professor Flitwick
Fähigkeiten:
Die Schülerin sollte tote/lebende Materie nach den Wünschen des Professors verändern können.
Zusätzlich sollte die Fähigkeit zum Gebrauch stiller Magie/ungesagter Zauber geprüft werden.

Donnerstag: Hauptfach
08.00 Uhr - 12.00 Uhr: Verteidigung gegen dunkle Künste - Professor Dumbledore
Fähigkeiten:
Die Schülerin sollte gefährliche magische Geschöpfe und Kreaturen erkennen und die entsprechenden Abwehrzauber nennen können.
Zusätzlich sollte die Schülerin über Dunkelwesen/Kreaturen ein erweitertes theoretisches Grundwissen beweisen.
Ihre Okklumentikfähigkeiten sollen geprüft werden. Hierfür sollte mindestens ein zweiter Professor anwesend sein.

13.00 Uhr - 17.00 Uhr: Verteidigung gegen dunkle Künste - Professor Dumbledore
Fähigkeiten:
Die gängigen Abwehrzauber sollen geprüft werden.
Zusätzlich sollte die Eignung der Schülerin sich zu duellieren und die Fähigkeit Schutzzauber zu erstellen sowie sie zu durchbrechen geprüft werden. Der Patronus soll beschworen werden.

Freitag: Schwerpunkt
08.00 Uhr - 12.00 Uhr: Zaubertränke - Professor Snape
Fähigkeiten:
Die Schülerin sollte die Eigenschaften der gängigsten alchemistischen Werke sowie die der gängigsten Zaubertränke benennen können
Zusätzlich sollte sie umfangreiche Kenntnisse in Bezug auf Heiltränke und Salben aufweisen, vorgegebene theoretische Probleme bei der Entwicklung von Tränken lösen und Wechselwirkungen kombinierter Zutaten erkennen können.

13.00 Uhr - 17.00 Uhr: Zaubertränke - Professor Snape
Fähigkeiten:
Die Schülerin sollte in der Lage sein, Zutaten ordnungsgemäß zu benennen und vorzubereiten. Die gängigsten Tränke (Zeitlimit 2 h) sollten von ihr zubereitet werden können
Zusätzlich sollte die Schülerin auch Tränke die einen längeren Reifungsprozess benötigen sachgemäß brauen können. Sie ist zum Arbeiten mit gefährlichen Stoffen und Toxinen berechtigt.

Folgende Benotungen werden in allen Fächern erwartet, um das angestrebte Ziel zu erreichen:
O hnegleichen
E rwartungen übertroffen

Dem prüfenden Schüler viel Erfolg in der Zukunft.

Mit freundlichen Grüßen

Warwick Wollworth
Abteilung für pädagogische Angelegenheiten

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„Animagus?"

„Besondere Umstände?"

„Verschärfte Kriterien?"

„Schwerpunkt Zaubertränke?!"

Jede Menge Fragen flogen mir um die Ohren, Albus griff sofort ein, wohl in dem Wissen, dass ich keine dieser Fragen beantworten wollen würde.

„Na, na! Nicht alle auf einmal! Sie werden Zeit finden ihre Fragen zu stellen und, wahrscheinlich, auch Antworten bekommen, doch Sera ist erschöpft. Es war heute alles ein bisschen viel, nicht wahr, Liebes?"

Er wandte sich zu mir und ich nickte müde, tatsächlich fühlte ich mich wie gerädert.

„Ich würde sagen, ich zeige dir deine Räumlichkeiten, morgen beginnen die Prüfungen, da musst du fit sein!"
Nachdem ich mich erhoben hatte, nahm er meinen Arm und zog mich schleunigst aus der Halle.

Anscheinend wusste er, dass sein Kollegium nicht lange zu beruhigen war und ich schätze, er wurde nach meinem Verschwinden förmlich mit Fragen überschüttet.

Albus wies mir ein kleines Gästezimmer in den Kerkern, wie ich es gewünscht hatte, zu.

Der Raum verbarg sich hinter dem Bild von Friedolin, dem Furchtsamen, sein Name war Programm, er verschwand sofort als wir vor seinem Gemälde stehen blieben.

Ich sah ein wenig perplex drein und Albus erklärte mir, dass sich Friedolin erst an mich gewöhnen müsste.

Nach gutem Zureden seitens des Direktors öffnete der dürre, abgebildete Mann in dem Gemälde, nach Nennung des Passworts 'Schokomuffins' die Türe.

Der Raum war nicht besonders groß, aber gemütlich eingerichtet:
An der Stirnseite befand sich ein Himmelbett mit rotem

Ach Albus, ROT, muss das sein?

Deckenüberzug, was dem Zimmer einen Touch von einem Muggelbordell verlieh.
Nicht, dass ich wirklich wusste, wie ein Muggelbordell von innen aussah, aber ich war, durch einige Kinofilme, fest davon überzeugt, dass alle Muggelbordelle der Welt ausschließlich rote Deckenüberzüge besaßen.

„Gefällt es dir?", fragte Albus, nachdem ich mir alles angesehen hatte, ich lächelte und nickte.

„Ich denke, Midnight wird die Nacht mit Streifzügen durch das Schloss verbringen, dafür wird er morgen zu müde sein um dir Ärger zu machen", sagte ich zu ihm und linste unauffällig in Richtung Bett - was er natürlich sofort bemerkte.

„Du bist wirklich müde, Liebes", stellte er fest, „du solltest schlafen gehen, die Woche wird lang und anstrengend werden."

„Ich frage mich, was anstrengender wird: Die Prüfungen, dein Kollegium oder Professor Snape", ich grinste schief, während Albus' Augen amüsiert glitzerten, er zwinkerte mir noch kurz zu, wünschte mir eine gute Nacht und verließ das Zimmer.

Kurz sah ich mich um und beschloss, dass die heutige Priorität 'Schlafen' hieß und dass das Einräumen meiner Besitztümer bis morgen warten konnte.

Flashback Ende

Langsam sollte ich mich aufrappeln und zusehen, dass ich ins Bett kam, auch morgen bzw. heute würde ein langer Tag auf mich warten.

Ich sah mich kurz um, verließ den Raum und schlug den Weg zu meinen eigenen Räumlichkeiten ein, das Schloss schlief, es war wunderbar ruhig.

Mein Gefühl sagte mir, dass dies die berühmte Ruhe vor dem Sturm war.