Kapitel 1
Jahrelanger, durch harte Lektionen erlernter, Instinkt ließen sein linkes Ohrläppchen jucken als er gerade nach links über den ersten Stock auf seinen Balkon springen wollte.
Er schnüffelte über die Brüstung und ein Schaudern lief über seinen breiten Rücken.
Die Nimmersatte mit den schwarzen Haaren!
Er fluchte.
Beim letzten Einsatz hatte er sich eine Rippe angebrochen und so wie er diese Verrückte kannte, würde sie mit ihrem schwungvollen Einsatz ihrer Oberschenkel das ganze noch verschlimmern und sie ihm brechen.
Er war Schmerzen gewohnt. Viele tausend Mal waren ihm Schmerzen zugefügt worden und es hatte ihm nicht gefallen.
Heute hatte darauf einfach keine Lust.
Ronon schüttelte seinen Kopf und drehte sich um.
Er würde schon noch einen anderen Platz zum Schlafen finden
Er genoss das Leben auf Atlantis, dachte er während er voranschritt.
Es war wie ein Hoffnungsschimmer am Horizont, einem dunklen Horizont von dem er niemals gedacht hatte er würde ihn jemals wieder hell erblicken.
Und, das war die Wahrheit, er konnte es noch immer nicht glauben.
Er schlief noch immer mit seinem Messer unter dem Kissen, er wachte noch immer alle Viertelstunden auf und reagierte auf das kleinste Ziepen mit einem Adrenalinstoss der sich gewaschen hatte.
Es viel ihm schwer sich an all die Menschen zu gewöhnen, diese Hektik.
Hin und wieder setzte es ihm zu.
Leise schlich er durch die Gänge, seine Sinne geschärft.
Er begegnete Niemanden und das war auch gut so.
Seine Schritte lenkten ihn zu einem der großen Balkone die es auf Atlantis gab.
Er war nicht sehr bekannt, da er noch weiter abseits lag als die Balkone die für gewisse Stunden inzwischen heftigen Anklang gefunden hatten.
Es irritierte und alarmierte ihn als er von seinem Zielort Musik hörte.
Musik mit schreienden Menschen und quietschenden Geräuschen die diese Elektronischen Gitarren machten.
Mit vorsichtigen Schritten näherte er sich dem breiten Tor und lehnte sich gegen die kalte Wand.
Kurz lies er seinen Blick hinausschweifen und erstarrte.
Da war eine Frau, ihre Haare leuchteten golden im Licht der aufgehenden Sterne und ihr Mund glitzerte.
Sie tanzte.
Noch nie hatte er jemand so tanzen sehen!
Teyla tanzte wunderschön.
Er hatte auf verschiedenen Planten, bevor sein Leben von den Wraith zerstört worden war, viele Tänze gesehen, Wild und Frei, manche präzise, aber noch niemanden der so tanzte.
Es war noch nicht mal schön.
Es war auch nicht schrecklich.
Es wirkte nur so einsam das er es kaum glauben konnte.
Die Musik hörte auf und sie lies sich schnaufend auf den Boden fallen.
Sie seufzte, sah aber nicht auf.
„Bleib mir von der Pelle, Piet." hauchte sie und wischte sich den Schweiß aus der Stirn, „Heute nicht".
Ronon konnte dieses Gefühl nur zu gut nachfühlen und lächelte.
„Ich bin nicht Piet."
Sie sah auf und blickte mit fast nachtschwarzen Augen zu ihm auf.
„Ronon Dex. Der Mächtige." strahlte sie ihn an.
Ronon grinste.
„So nennt man mich also." entgegnete er amüsiert
Sie nickte und gähnte.
„Und Sheppard nennen sie den Stählernen, ich würde mir nicht sonderlich viel drauf einbilden".
Er blinzelte, leicht verletzt.
Sie lachte.
„Ich bin Ami. Freut mich dich endlich mal kennen zu lernen und nicht nur von Ferne zu begutachten." Ihre Augen wurden bitter. „Ich werde nicht mit dir schlafen." flüsterte sie dann.
Ronon wusste nicht warum, aber er schnaufte erleichtert aus.
Ami kicherte.
„Oh mein Gott, du versteckst dich wie ich auf." Ihre Hand glitt in die Höhe und sie winkte ihn zu sich. „Du darfst bleiben."
TBC
