Liebe Leser - es hat uns völlig umgehauen, was beim ersten Kapitel dieser Story abgegangen ist!
Wir hüpfen hier vor Freude den ganzen Tag vor den Monitoren rum! Ihr seid irre - ihr seid total irre!
Bitte, bitte entschuldigt, wenn wir es nicht schaffen sollten, alle Reviews zu beantworten, wie wir es eigentlich wollten.
Aber wir haben auch eine gute Nachricht:
Wir haben ein Bilder-Abo eingerichtet: Wer uns einmal mitteilt, daß er die Bilder haben möchte und uns dafür eine mail-adresse zur Verfügung stellt, bekommt sie ab sofort automatisch, wenn das Kapitel online geht und braucht es nicht mehr anderweitig zu erwähnen - ein Dank an die, die nach einem "Abo" gefragt haben, ohne die ich im Leben nicht auf diese Idee gekommen wäre...

und weiter geht's...


Malfoy Island - Kapitel 2


7. August, Malfoy Island, Snape Manor

Miss Granger,

da Sie mit Ihrem Brief sehr zur Erheiterung meines, von unerwarteten Ereignissen sonst üblicherweise restlos freien Alltags beigetragen haben, werde ich Ihnen einen Teil meines Tages opfern, indem ich Ihnen antworte.
So ist also tatsächlich jemand noch einmal über William gestolpert, der, wie verwunderlich, kein Krüppel ist? Nun, dann wird es wohl ein Wunderwerk moderner Medizauber und, unter dem Strich doch ungenügende Folterarbeit meinerseits sein.
Alles andere hieße, daß das Ministerium wissentlich einen unschuldigen Mann verurteilt hätte, denn eine vorgetäuschte Verkrüppelung wäre den Prüfern des Gerichtes sicher nicht entgangen, oder?
Miss Granger, ich bin es leid, mich vor den „braven" dieser Welt zu rechtfertigen.
Die Möglichkeiten betrachtend, war die Verurteilung zum Leben auf Malfoy Island für mich mit Sicherheit der bessere Weg. Ob es der gerechtere war, ist mir gleichgültig.
Warum interessiert Sie dieses Thema plötzlich so, daß es Sie offenbar um den Schlaf bringt?
Haben Sie das Bedürfnis, Ihr Gewissen, das von meiner Schuld überzeugt war, reinzuwaschen, indem Sie nun Neuigkeiten aufdecken, die nichts ändern?
Warum sollte ich Ihnen schreiben, was ich vor Gericht nicht gesagt habe?
Und was glauben Sie, wer Sie sind, daß Sie mir „Gefälligkeiten" anbieten, damit ich Ihnen persönliche Dinge anvertraue?
Malfoy Island ist eine reiche, blühende Insel - auch wenn das Festland dies gerne zu leugnen versucht. Der Prozess des gegenseitigen Zerfleischens war hier nach wenigen Wochen vorbei, als die Rangfolge geklärt war. Jeder hier hat seinen Platz und seine Aufgaben und jeder hat sein Auskommen. Da ich mich obendrein glücklich schätzen kann, der obersten Schicht unserer kleinen Gesellschaft anzugehören, fehlt es mir an nichts. Malfoy Island treibt schon seit Jahren regen Handel mit dem Festland und das Vermögen der Insel hat sich deutlich vergrößert. Dummerweise hat das Ministerium mit der Verurteilung einige der wichtigsten Finanzköpfe nach Malfoy Island geschickt - nicht zu reden von einigen Wissenschaftlern, die über Fähigkeiten verfügen, die sich die Festlandregierung nun etliches kosten lassen muß, weil sie auf ihre Dienste nicht verzichten kann.
Wir mögen hier eine Gesellschaft aus Verurteilten Straftätern sein, Miss Granger - aber wir wurden der Alptraum des Ministeriums in dem Moment, als die entscheidenden Leute hier, begannen, an einem Strang zu ziehen und zusammenzuarbeiten.
Aber warum erzähle ich Ihnen das alles - ich lese den Tagespropheten und bin davon überzeugt, daß Sie hin und wieder ebenfalls die entsprechenden Artikel verfolgt haben.
Was also möchten Sie mir anbieten, welches „Geschenk" wollen Sie mir machen, damit ich Ihnen von mir erzähle?
Nichts illegales natürlich…
Sie wollen jemanden für mich aufsuchen?
Miss Granger - dafür gibt es Eulen…
Ich halte Ihnen zugute, daß Sie immer ein wenig unrational gehandelt haben, wenn Sie mit mir zu tun hatten. Daher sollte ich vielleicht nicht verwundert sein über Ihr merkwürdiges Interesse und Ihr noch merkwürdigeres Angebot.
Wie weit würden Sie gehen, wenn Sie sich räumlich vor mir nicht in Sicherheit wiegen könnten? Würden Sie soweit gehen, sich selbst anzubieten - für ein bißchen Wissen mehr…?
Aber selbst in diesem Punkt müßte ich Sie enttäuschen. Abgesehen von den Annehmlichkeiten die Malfoy Island auch in diesem Punkt zu bieten hat, vorausgesetzt man gehört meiner Schicht an, bin ich seit längerem mit einer im besten Sinne erzogenen Frau verheiratet, die ihren Platz und ihre Pflichten kennt, und habe somit sogar den Status des unberührten Einzelgängers hinter mir gelassen.
Ich trage nicht einmal mehr schwarze Roben, Miss Granger...
Enttäuscht?

Aber ich weiche vom Thema ab.
Sie möchten also wissen, ob ich William Slaughter gefoltert habe?
Wissen Sie... ich könnte nun einfach schreiben „ja" oder „nein". Aber vermutlich wäre das noch keine ausreichende Antwort, nicht wahr? Sie schrieben, daß, falls die Antwort darauf „nein" lauten sollte, Sie wissen möchten, warum ich vor Gericht geschwiegen habe?
Wissen Sie was, Miss Granger? Ich glaube, ich werde Ihr Spiel mitspielen. Ich gebe Ihnen eine Antwort.

Nein, ich habe William Slaughter nicht gefoltert. Genauer gesagt, habe ich ihn am Tag der Verhandlung überhaupt zum ersten Mal gesehen.

Aber nun füge ich eigene Spielregeln hinzu. Sie haben meine Antwort - aber Sie haben nicht alles bekommen, was Sie wollten.
Wenn Sie mehr wollen, dann müssen Sie mir etwas senden, das ich hier auf Malfoy Island trotz all unseres Luxus' nicht bekommen kann.

Ich gestatte Ihnen pro Brief eine Frage, die ich Ihnen beantworten werde, wenn Sie mir schickten, was ich im Brief zuvor von Ihnen gefordert habe.
Meine erste Antwort war kostenlos.
Die nächste Antwort, also zum Beispiel die Antwort darauf, warum ich geschwiegen habe - oder irgendeine andere Antwort auf eine Frage Ihrer Wahl, kostet Sie eine Strähne Ihres Haares…

Und seien Sie gewiss, daß ich es wüßte, wenn Sie versuchen, mich zu betrügen… weder werden Sie nur einige einzelne Haare schicken, noch werden Sie das Haar einer anderen Frau senden... merke ich, daß Sie betrügen, endet das Spiel...

Ich wünsche Ihnen einen ruhigen Schlaf, Miss Granger

Severus Snape