Die Nacht war neblig… Nicht gerade selten für London. Selbst die Strassenlaternen schafften es nicht, das Ufer der Themse zu beleuchten als ein Mann daran entlang ging. Nicht etwa, weil er einen frühmorgendlichen Spaziergang unternehmen wollte, sondern weil er sich hier gerade zu lautlos bewegen konnte. Das Rauschen des Wassers übertötnte seine Schritte. Sein Gegner hatte mindestens ebenso gute Ohren wie er selbst und Sherlock Hlmes hatte kein wirkliches Interesse daran, als Zielscheibe zu enden.

Ein Schuss zerriss das gleichmässige Ruaschen des Wassers und Hlmes war überrascht, wie zielsicher sein Gegner trotz der ungünstigen Umstände getroffen hatte.
Während er mit seiner einen Hand Druck auf die stark blutende Wunde ausübte, ab er mit der anderen drei Schüsse ab.
Danach legte er sich flach auf den Boden und robbte in paar Meter weg, bevor er reglose liegen blieb.
Zum einen, weil er nichts zun wollte, was seinen Gegner erneut auf ihn aufmerksam machte, zum anderen, weil er schlichtweg nicht mehr genügend Kraft hatte um wegzulaufen, geschweige denn wegzurennen.
Der Schock, den ihn bis jetzt davon abgehalten hatte das volle ausmass der Wunde zu spüren verflüchtigte sich und ein unbeschreiblicher Schmerz erfasste den Detektiv.

Fieberhaft überlegte er, wie er nun halbwegs heil aus dieser Misere herauskommen konnte. Doch egal wie sehr er sich den Kopf zerbrach, ihm fiel nichts ein. Im Gegenteil, er bemerkte, wie seine Gedankengänge immer langsamer wurden und das Rauschen der Themse sich immer weiter zu entfernen schien. ‚Nicht einschlafen', ermahnte er sich und versuchte seinen viel zu schnellen Atem zu beruhigen.
„Sherlock?" Ohne es zu merken, musste Holmes sein Bewusstsein wohl doch verloren haben, denn als er seine Augen aufschlug lag er auf dem Rücken und blickte in Irene Adlers besorgte Augen. Die Morgendämmerung war schon weit fortgeschritten, doch durch den Nebel der sich sogar noch zu verdichtet habe zu haben schien, befanden sie sich in einer eigenen kleinen Welt. Bis auf das Rauschen der Themse und das weit entfernte klappern von Kutschen auf Pflastersetein war nichts zu hören.
Der Schmerz war etwas dumpfer geworden. Zumindest bis Irene damit begann, Druck auf die Wunde auszuüben. Seine eigenen Hände waren schlaff zur Seite gefallen und selbst als er es versuchte konnte er sie nur wenige Zentimeter heben.
Jemand anderes hätte Irene jetzt vielleicht gefragt woher sie wusste wo er sich befand, momentan hatte er jedoch ganz andere Sorgen.
„Mach jetzt keine Dummheiten, ich muss Hilfe holen. Und wenn ich zurück komme möchte ich dich lebend vorfinden, hast du verstanden?" Irene wollte aufstehen, aber seine nach oben schnellende Hand hielt sie davon ab. Holmes wusste nicht, woher er die Kraft dazu genommen hatte. Doch er wusste, bis Irene zurückkehrte würde er nicht mehr leben.
„Bleib." Das erste Wort, das er seit dem gestrigen Abend sprach. Seine Stimme klang kratzig und heiser, immerhin hatte er bestimmt für längere Zeit hier gelegen.
„Ich muss Hilfe holen", wiederholte Irene, diesmal mit deutlich zittrigerer Stimme. Auch sie schien nun begriffen zu haben, dass es keine Rettung mehr führ ihn gab. Die Kugel war seitwärts in seinen Oberkörper eingedrungen und musste dabei sein Herz gestreift haben. „Ich bin gleich wieder da." Schnell, aber doch fest, küsste sie ihn und verschwand im dichten Nebel.

Wie zu erwarten starb Sherlock Holmes noch bevor Irene mit einem Arzt zurückkehrte, doch er starb mit einem Lächeln auf den Lippen.


Tut mir echt Leid für die lange Verspätung, da ich mehr auf der deutschen FF Seite tätig bin hab' ich es schlichtweg vergessen xD dafür kommen die letzten beiden Updates schon morgen und übermorgen ^^