Disclaimer: And again: Mir gehört nix von Tolkiens Werk. Wette, das hat jetzt keiner geahnt.
Note: Hab die Geschichte schon vor einiger Zeit zum größten Teil geschrieben, deswegen geht das recht flott mit dem Upload.
Nach diesem Kapitel werde ich dann höchstwahrscheinlich etwas detaillierter werden, weiß aber noch nicht
genau, ob ich das wirklich uploaden soll, weil es etwas die Wirkung kaputt machen könnte. Na, mal sehen.
Dwimordene: Thanks for your review! I'm so happy that the first review I got is written by someone whose stories I really adore!
I'm also happy that you liked it. Hope you also like the next chapter. It's great that you read stories written in German.
Your German is pretty good!
Kapitel 3
Was ist mit mir?
Ich kann mich kaum beherrschen,
obwohl ich doch aus edlem Hause stamme! […]
Mein Freund kommt zu mir!
Ich spür's, ich hör ihn schon!
Über Berge und Hügel eilt er herbei. […]
Ins Festhaus hat mein Liebster mich geführt,
Girlanden zeigen an, dass wir uns lieben.
Er stärkt mich mit Äpfeln, mit Rosinenkuchen,
denn Liebessehnsucht hat mich krank gemacht.
Sein linker Arm liegt unter meinem Kopf,
und mit dem rechten hält er mich umschlungen. […]
Solange mein König mir nahe ist,
verbreitet mein Nardenöl seinen Duft.
Mein Liebster liegt bei mir, an meiner Brust,
er duftet wie würziges Myrrhenharz,
so kräftig wie Blüten vom Hennastrauch. […]
Mein Liebster sieht blühend und kräftig aus,
nur einer von Tausenden ist wie er!
Sein schönes Gesicht ist braungebrannt,
sein Haar dicht und lockig und rabenschwarz,
die Augen sind lebhaften Tauben gleich.
Sein Mund ist voll Süße, wenn er mich küsst,
alles an ihm ist begehrenswert,
seht, so ist mein Liebster!
(Das Hohelied Salomons, AT)
Sie drehte sich langsam zu ihm um, und ein zartes Lächeln lag auf ihrem Gesicht, als sie ihn betrachtete, wie er dort in der Tür stand, das von hinten scheinende Kerzenlicht im Gang bildete einen Kranz aus Licht um seine Gestalt. Er war gekleidet in dunkelgrünem Samt, ein leichter Mantel lag um seine Schultern, gehalten durch den Elbenstein, sein Haar war ordentlich gekämmt, ein Silberreif mit einem einzelnen Edelstein darin. Er sah so anders aus als in all den Jahren zuvor und doch auch wieder nicht. Sein Gesicht, ruhig jetzt und sie sanft musternd, hatte sich nicht viel verändert, doch seine Seele hatte es, und sie glaubte, all den Schmerz, alle Trauer und Hoffnungslosigkeit, jeden Kampf und jeden Verlust in seinen Augen sehen zu können, die so weise und alt aussahen, dass sie auf den ersten Blick nicht zu seinem noch jungen Gesicht zu passen schienen. Doch Arwen sah ebenso Hoffnung und Glück in seinen Zügen, und vor allem sah sie eins, was sie selbst im Moment verspürte: Liebe. Und sie wusste ebenso, dass er trotz all seines Schmucks und seiner teuren Kleidung in seinem Herzen noch immer der Waldläufer, der Kämpfer und der Suchende war, in den sie sich verliebt hatte, als sie sich zum ersten Mal begegnet waren.
„Auch ich habe gewartet," sagte Aragorn nun mit leiser Stimme und begegnete Arwens prüfendem und ruhigen Blick, „und manchmal verspürte ich Angst, dass mein Leben zu kurz sein könnte für das lange Warten. Was mein Herz begehrte, schien zu lange und zu schwierige Wege entfernt zu sein, doch ich ging jeden von ihnen, weil ich zum Ziel gelangen wollte. Und ich weiß nun, dass kein Warten und kein Schmerz hätte zu lang oder zu schwer sein können für dieses Glück, das mir zuteil geworden ist. Für niemand anderen hätte ich diese Wege gehen wollen, und niemand anderen hätte ich je an meiner Seite gewollt, als Euch, Frau Undomiel."
Er schloss die schwere Tür fast geräuschlos hinter sich und trat zu ihr hin, bis er neben ihr am offenen Fenster stand. Der laue Nachtwind des Sommers wehte herein. Bei keinem seiner Schritte hatte Arwen Aragorn aus ihrem Blick gelassen, einem sanften und doch nachdenklichem Blick, mit dem sie ihn noch bedachte, als er bereits vor ihr stand. „Versucht Ihr, mich zu ergründen?" fragte Aragorn mit ruhiger Stimme. Doch Arwen lächelte nur und sagte: „Das brauche ich nicht, denn ich kenne bereits euer Herz. Seit dem Tag auf Cerin Amroth weiß ich alles, was ich von euch zu wissen brauche." Da fiel er auf die Knie vor ihr und nahm sanft ihre schmale, weiße Hand in die seine. „Dort gab ich euch mein Herz, meine Königin. Ich gehöre Euch." Er hob ihre Hand und küsste sie. Dann erhob er sich langsam wieder und sah in ihre Augen, die ihn zärtlich betrachteten, und Arwen sprach: „Und ich gab euch mein Leben, mein König. Ich gehöre Euch. Der Bund ist geschlossen, unser Warten hat ein Ende." Sie schloss kurz die Augen und fühlte seine warmen Lippen auf den Ihren als er sie küsste, und sie wusste, was er begehrte, denn der gleiche Wunsch brannte in ihr. Und einmal noch hielt er inne und sah sie an, und in ihren kristallklaren Augen funkelte eine unerfüllte Sehnsucht und das Wissen, dass ein Leben nur für diesen Moment zu geben schon genug gewesen wäre.
