Am dritten Dezember hatte sich das Wetter immer noch nicht gebessert und Mary musste einsehen, dass sie noch einige Tage drinnen verbringen musste. Schließlich tat Schnee der Haut nicht gut, das wusste sie doch jeder. So griff sie zum Bücherregal und tippte den Buchrücken eines dicken Buches an: Harry Potter.

Der Plan: Die Todesser sollen die Drecksarbeit erledigen, damit das goldene Trio immer noch gut dasteht.

Beteiligte: Harry, Hermine, Ron und Draco.

Ziel: Kill Harry... ups, pardon! Mary!

„Doch wirklich, Mary, ich habe eine echt coole Überraschung für dich." Draco Malfoy grinste Mary, der wunderschönen Slygryffindorclaw zu. Mary hatte natürlich ein eigenes Haus in Hogwarts, da der sprechende Hut, beim Versuch, sie einzusortieren, sich selbst zerfetzt hatte, denn er war ihrer Klugheit nicht gewachsen gewesen. Also hatte man ein Haus erschaffen, das ihr gerecht werden sollte: Slygryffindorclaw.

Draußen, auf den Ländereien von Hogwarts, herrschte Krieg. Dennoch tobte auch ein Krieg im Inneren, Draco, Harry, Hermine und Ron mussten erst einmal Mary Sue loswerden, bevor sie sich mit Voldemort anlegen konnten!

„Draco, du machst immer so romantische Sachen, mit mir", säuselte Mary und strich ihm mit ihren wohlgeformten und gepflegten Fingern über die Wange.

„Ähähähä...", machte Draco und bekämpfte den Ekel. „Dann komm mal mit."

Er zog sie an der Hand in die große Halle. Hinter einer Ecke sah er Hermine, Ron und Harry, die sich schnell verkrochen, damit Mary sie nicht sehen konnte. Sie warteten auf sein Zeichen. Dann würden sie die Tore öffnen, sodass die Todesser Hogwarts betreten konnten. Und wenn alles glatt ging, dann war Mary Sue in fünf Minuten ein Häuflein Asche.

Mary Sue strich sich das prachtvolle Haar aus der Stirn. Rebellisch, wie sie war, hatte sie sogar ein wenig Schminke aufgetragen, aber natürlich nur ganz wenig, denn sie brauchte nicht viel, um noch schöner zu sein, nur ein bisschen durchsichtigen Lippgloss und Wimperntusche. Da stand sie also in ihrer selbstgeschneiderten Hogwartsrobe (sie hatte sie abgeändert, damit sie mehr Bein zeigen konnte), ohne ihren Zauberstab, denn sie brauchte keinen und hielt sich die Augen zu, so wie Draco es gesagt hatte.

„Ich weiß doch, dass du heimlich einen Blick auf Harry geworfen hast. Und weil ich so ein guter Freund bin, dachte ich mir, du könntest vielleicht Lust haben, dich heute mit ihm zu treffen", sagte er.

„Oh, Draco, das würdest du für mich tun?", rief Mary, immer noch mit geschlossenen Augen.

„Für dich würde ich alles tun!"

„Ach, du bist so süß", seufzte Mary.

„Warte hier. Aber nicht gucken!"

Draco eilte davon und winkte hektisch zu den dreien, die auf sein Zeichen die Tore öffneten. Er beeilte sich, neben ihnen, hinter dem Treppengeländer Platz zu nehmen.

„Zieht den Tarnumhang über uns, man sieht unsere Köpfe", wisperte Hermine.

Hinter ihnen erklangen vielstimmige Schreie, Zauber prallten von den Wänden vor ihnen ab, verloren sich aber zum Glück über ihren Köpfen. Kreischen und Brüllen, Krachen und Splittern, es schien ewig anzuhalten. Als die vier sich wieder hervorwagten, war es still und Mary Sue stand ganz allein in der Halle da. Um sie herum die toten Körper der zahllosen Todesser, die sie besiegt hatte.

„Ihr könnt wieder raus kommen, es ist vorbei."

„W...was?", stammelte Harry.

„Ach, ja, dieser Lord Vollkornbrot, vor dem du dich immer gefürchtet hast, Harry..."

„Wer?"

„Lord Vollkornbrot! Unstylische Klamotten, keine Nase", um besser erklären zu können, nahm sie die Hände zur Hilfe und äffte ihn nach.

„Ah... ja", machte Ron ungläubig.

„Jetzt kannst du runter kommen", rief Mary fröhlich und zeigte auf Harry. „Wir haben doch ein Date!"

Mission: Failed!