3. Chapter: "Hass"

"Was ist?" Hatsumomo sah ihn scharf an.

"Willst du jetzt auch noch vereiteln, dass ich meine Wette gewinne?"

"Wie sollte ich das anstellen. aber ein Versuch wäre es wert!"

Hatsumomo rückte ein Stück weg von ihm.

"Jetzt hab ich Angst vor dir."

"Die solltest du auch haben." Ron packte ihren Arm.

"Ich würde sagen du hast die Wette gleich so gut wie verloren, wenn ich erst mit dir fertig bin."

Hatsumomo schluckte und schaute Ron an.

"So sicher?"

"Ach, Hatsumomo... wenn man ein Mädel genau zum richtigen Zeitpunkt versucht herum zu kriegen, dann schafft man das auch."

Langsam zog er sie zu sich, doch plötzlich, schnellte Hatsumomos rechte Hand nach vorne und Ron hatte sich eine gewaltige Ohrfeige eingehandelt.

"Leider war das jetzt nicht der richtige Zeitpunkt!" fauchte sie und löste sich aus seinem Griff." Und bevor du jetzt anfängst zu heulen, halt lieber die Klappe und gib mir noch ne Kippe!"

..::~::..

Hatsumomo rauchte vor Zorn, wenn sie an den gestrigen Abend dachte. Hatte dieser dämliche Ron sie auch noch in Versuchung gebracht.

Jetzt ging es ihr nicht mehr um das Geld. So nötig hatte Hatsumomo es nicht, nein, es ging ihr um die Ehre, denn nach allem was sie gestern so von Ron gehört hatte, hielt dieser sie für eine Person, die nicht treu bleiben konnte.

Hatsumomo jedoch wollte sich beweisen, besonders vor Ron!

Übellaunig schlich sie durch das Schloss in Richtung Bibliothek, mit der vagen Absicht, etwas für ihren Vampiraufsatz zu tun. In der Bibliothek angekommen, stellte sie jedoch fest, dass sie das wohl lieber lassen sollte, denn dort warteten grinsend Ron und Hermine auf sie. Hermines gehässigem Lächeln nach zu Urteilen, wusste sie alles von Gestern, so zog es Hatsumomo vor in den Gemeinschaftsraum zu flüchten.

"Ich weiß gar nicht was sie hat." sagte Hermine unschuldig und zwinkerte Ron zu. "Mich wundert's nicht, dass sie nicht Treu sein kann." murmelte sie nun weniger unschuldig, sondern eher gehässig. "Schlechter Charakter. Sieht man immer wieder. Schade nur für Leute die auf eine so sprunghafte Person hereinfallen. So wie Harry zum Beispiel."

"Das sagst du nur weil du Harry haben willst und dich nicht damit abfinden kannst, dass er nichts, aber auch rein gar nichts für dich empfindet. Dafür kann Hatsumomo nichts." rief Ron empört.

"Ach nein, wie süß…" giftete Hermine."Wohl selber zu verknallt um auch mal negatives an deinem Schätzchen zu sehen. Ich sage es dir noch einmal Ron. An Hatsumomo verbrennst du dir die Finger. Und wenn du so blöd bist, tut mir Leid, dann hast du es verdient!" Wütend erhob sich Hermine, raffte alle ihre Bücher zusammen und verließ türenknallend die Bibliothek.

Ron blieb starr sitzen und schaute stumm auf das aufgeschlagene Buch vor ihm.

Die Tür knarrte leise und Ron schaute auf. Professor Lupin war eingetreten.

"Ganz alleine hier, Ron?" fragte er freundlich.

"Ja, Hermine ist gerade gegangen." Ron seufzte leicht.

"Sie sah sehr wütend aus, was hast du mit ihr angestellt?"

"Nichts…" Ron starrte verbissen weiter auf das Buch vor ihm.

"Darf ich mich setzen?" fragte Lupin und schaute Ron an.

"Sicher." Ron machte eine Handbewegung zu dem freien Stuhl.

"Nun, woran arbeitest du denn gerade." Professor Lupin zog das Pergament zu sich. "Ach, der Vampiraufsatz, den ich euch aufgegeben hatte. Wobei hapert es denn?"

Ron war zwar überhaupt danach seine Hausaufgaben zu machen, aber immer noch besser, als sich oben im Gemeinschaftsraum weiter von Hermine anschreien zu lassen und den Streit unnötigerweise voranzutreiben.

"An allem…"

"Nun…" Lupin rückte mit seinem Stuhl ein Stück näher an Rons heran. "Vielleicht kann ich dir da ein wenig… sagen wir… Nachhilfe geben?"

Ron wurde unbehaglich. Unwillkürlich musste er an die Szene mit Snape unten im Kerker denken. Aber das war Unsinn… er musste Paranoia haben. Professor Lupin wollte ihm lediglich helfen… oder?

"Nun, dann wollen wir mal anfangen. Ich lese mir das hier erst einmal durch."

Ron nickte und überließ Lupin den Aufsatz. Ihm gefiel die Stille nicht und nur aus Verlegenheit begann er im Raum umher zuschauen, als er plötzlich eine Hand auf seinem Bein spürte. Kalter Schweiß lief ihm die Stirn herunter. Das musste eine Halluzination sein… es konnte gar nicht sein. Lupin war Lehrer… und außerdem nahm er doch an, dass dieser nicht am gleichen Geschlecht interessiert war.

Offenbar schon, denn die Hand fuhr langsam höher, bis in Rons Schritt. Ron war immer noch vor Angst wie gelähmt… was sollte er tun? Bekam Harry so seine guten Noten in Verteidigung gegen die dunklen Künste? Was zum Teufel sollte das alles? Tausend Gedanken schwirrten durch seinen Kopf, als sich Lupins Hand plötzlich sehr zielstrebig seinem Reißverschluss näherte. Eine Frage machte sich plötzlich breit… wollte er das?

Er regte sich immer noch nicht, als er plötzlich Lupins Atem an seinem Ohr spürte. Ron versteifte sich und sah sich Hilfe suchend um.

"Ich weiß, dass du Angst hast. Das hat jeder beim ersten Mal. Das ist nichts Schlimmes." hauchte Lupin leise in sein Ohr.

Bevor Ron noch etwas darauf erwidern konnte, flog die Tür auf und Lupin ließ so verdammt schnell von ihm ab, dass er schwören könnte, er hätte sich das alles nur eingebildet.

In der Tür stand Hermine, immer noch mit rotem Gesicht, wie sie es immer hatte, wenn sie sich aufregte.

Lupin schaute von dem Aufsatz auf und lächelte milde.

"Hallo Hermine. Nett dass du auch vorbeikommst. Benötigst du auch etwas… Nachhilfe?"

Hermine winkte ab. "Nein, danke Professor. Ron, kann ich dich bitte von deinem fesselnden Aufsatz wegreißen? Ich will mit dir reden." Und sie fügte mit einem Seitenblick auf Lupin hinzu: "Allein!"

Professor Lupin lächelte den Beiden zu. "Bis dann ihr Beiden. Und Ron, wenn du fragen hast, kannst du jederzeit bei mir vorbei kommen."

Ron starrte erschrocken gerade aus. Nein, danke, Fragen hatte er keine mehr.

Als die Beiden weiter entfernt von der Bibliothek waren, wetterte Hermine los.

"Sag mal, was sollte denn das?" fauchte sie. "Nachhilfe? Wo drin?"

"Er hat mir nur bei dem Vampiraufsatz geholfen."

"Ja, das sehe ich an deiner mittleren Partie. Sehr peinlich!" fügte sie mit einem Seitenblick auf Rons ausgebeulte Hose hinzu.

Ron stammelte irgendetwas Unsinniges dahin.

"Interessant. Wenn das Hatsumomo wüsste. Dann wärst du für sie gestorben. Wer bändelt schon mit jemandem an, der sich von einem Lehrer scharf machen lässt."

"Er hat mir nur bei meinem Aufsatz geholfen!" antwortete Ron zerknirscht.

"Fakt ist jedoch, dass du einen stehen hast, wenn dein Lehrer dir bei den Hausaufgaben hilft. Und das werde ich Hatsumomo bei unserer allabendlichen Klatschrunde erzählen. Es sei denn…"

"Es sei denn was…?" Ron betrachtete Hermines verschlagenen Gesichtsausdruck.

"Du bringst sie dazu dass sie die Wette verliert und lässt sie dann fallen. Das wird die pure Demütigung für unser kleines Prinzesschen sein." Siegessicher schaute Hermine Ron an.

"Das werde ich nicht machen, Hermine, niemals!"

"Nicht? Schade… ich wollte eigentlich Hatsumomo ersparen, was du so in deiner Freizeit treibst. Hach… was würden wohl deine Eltern dazu sagen. Der jüngste Sohn… schwul… und dann steht er auch noch auf einen Lehrer! Nicht auszudenken was alle dazu sagen würden." Hermine wickelte sich mit unschuldiger Miene eine Locke um den Finger.

"Verdammt, okay, ich mach's…"

"Sehr schön." Sie lächelte triumphierend. "Und nimm's mir nicht krumm, aber falls du auch nur ein Wort über dieses… sagen wir… Geschäft… machst, werde ich natürlich alles erzählen."

"Wer sollte dir eigentlich glauben?" schrie Ron sie an.

"Wem glaubt man wohl mehr. Dem ewigen, unbeliebten Verlierer? Oder mir, der Klassenbesten, dem ewigen Sonnenscheinchen?"

Ron wollte etwas sagen, doch Hermine legte ihm den Finger auf die Lippen.

"Alle Welt liebt mich… und ich möchte es auch dabei belassen. Und nun verschwinde und lass Hatsumomo verlieren!"