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Den Weg kennt der konzentrierte König schon lange auswendig, an den Grund will er aber nicht so gerne denken da dieser etwas mit seiner schrecklichen Vergangenheit zu tun hat. „Ich muss irgendwann mal wieder Worriz, Eris und Gorzan besuchen. Habe sie lange nicht mehr gesehen. Und Laval... Ach, was mache ich mir eigentlich vor? Ich will ihn so dringend wiedersehen aber … Ich kann es einfach nicht. Vielleicht wissen die anderen ja Rat..." Erneut kämpft er mit seinem Gewissen und vergisst dabei beinahe das Lenken, Aufpassen und Reagieren. Knapp vor einem Zusammenstoß mit einem Baumstamm weicht er noch nach links aus und versucht die Kontrolle über das nun etwas wackelnde Gefährt zu gewinnen. „Wow... ich muss mich wirklich konzentrieren. Einmal muss ich aufhören an Laval zu denken! Oder an sein jetzigen unbekannten Zustand, meinen Drang ihn wiederzusehen oder die Gefühle, wenn ich an ihn denke. Nun muss ich an mein Volk denken und an Razar! Augen geradeaus und Hände an das Steuer, Cragger", befiehlt er sich murmelnd und konzentriert sich nun voll auf den gekennzeichneten Weg. Seitlich von ihm erkennt er braune Baumstämme, grüne Sträucher und auch bunte Blumen vorbeiziehen. Etwa der halbe Weg liegt bereits hinter ihm und nun führt ihn die Reise über den bekannten Baumstamm, welcher als eine Brücke über einen Fluss dient. Während er das braune Holz abfährt beobachtet er ein wenig das rauschende, kristallklare Wasser und die bunten Fische, die in diesem fröhlich herumschwimmen. Jedoch kann er sich nun nicht einfach auf seine Umgebung konzentrieren. Der Baumstamm ist für seine kleine Fahrfläche und die fehlende Haftung bekannt weshalb um vollständige Aufmerksamkeit gebeten wird. „Ach ja, der Baumstamm. Laval und ich haben hier damals immer so viel gespielt und gelacht und... Cragger! Was soll das? Du solltest doch nicht mehr an ihn denken", mahnt er sich selber und seufzt genervt, „Egal, ein Ausrutscher ist wohl erlaubt. Nur noch wenige Meter und dann bin ich sowieso da." Er verlässt den hölzernen Pfad wieder und setzt seinen Weg wieder auf dem altbekannten Waldboden fort. Vor sich kann er bereits die Silhouette des riesigen Baumstammes erkennen. Wenige Sekunden später kann er auch schon Razar ausmachen, welcher dort ein wenig herumirrt und anscheinend bereits wartet. „Bin ich etwa zu spät?", bedenkt er schockiert, verbannt diesen Gedanken aber sofort wieder aus seinem Kopf, da diese Möglichkeit ausgeschlossen ist, „Kann nicht sein! Wahrscheinlich ist er einfach zu früh. Egal, Vollgas!"

Sein Tempo erreicht das Maximum und nur wenige Sekunden später hält er knapp vor dem Raben, welcher vor Schreck seine Flügel schlägt und in die Luft steigt. Höhnisch lachend steigt Cragger aus seinem Speedorz aus und beobachtet seinen aufgeregten Kumpel, welcher sich panisch umsieht, schließlich aber seinen Fokus auf das Krokodil richtet. „Cragger! Erst kommst du nach mir und dann erschreckst du mich so? Eine feine Art ein Gespräch zu beginnen. Du weißt doch genau ich kann sehr schreckhaft sein.", beschwert sich Razar, weiß jedoch dass es nicht fies gemeint war. „Entschuldige, ich habe mein Tempo unterschätzt", entschuldigt sich der König bei seinem gefiederten Freund, welcher gerade auf einer großen Wurzel landet und seine Flügel wieder etwas entspannt, „Hoffe ich habe dich nicht zu sehr erschreckt. Bin es gewöhnt dass man sich eigentlich nicht erschreckt." „Du bist daran gewöhnt weil sich Laval nie erschreckt hat aber-", Razar stoppt und blickt auf das nun abgelenkte Krokodil hinunter und weiß genau was falsch gelaufen ist. Vorsichtig springt er von dem hölzernen Baumteil und landet neben den Herrscher, welcher seufzt. „Tut mir Leid Cragger. Ich wollte nur sagen dass es mir gut geht", erklärt er und umfasst die schuppige Schulter seines Freundes, „Alles super. Also? Worüber wolltest du jetzt mit mir reden?" Der Krokodilkönig sieht dem Raben in die Augen und entfernt vorerst den liebgewonnenen Löwen aus seinen Gedanken und überlegt noch einmal ganz genau wo seine Prioritäten liegen: „Ich würde ihn am Liebsten fragen ob er irgendetwas von Laval gehört hat aber mein Volk hat nun Vorrang. Ich kann ja nachdem das Missverständnis geklärt ist mit ihm darüber reden." Entschieden weißt er auf eine kleinere Wurzel neben ihnen und schlägt vor: „Das könnte vielleicht etwas dauern. Wollen wir uns vielleicht setzten?" „Können wir gerne machen. Hauptsache du erklärst mir endlich worum es eigentlich geht", akzeptiert Razar den Vorschlag und beide gehen auf die Wurzel zu.

Kaum haben sie sich auf diese gesetzt beginnt Cragger mit der Erklärung: „Also, es geht um ein Missverständnis. Eine Dame aus meinem Stamm hat sich bei mir beschwert da einige Raben ihre selbstgenähten Kleider geklaut haben. Als sie die Diebe auf das Geschehene angesprochen hat haben diese ihr ihre eigenen Werke für einen unverschämten Preis angeboten. Ich möchte dich nun darum bitten deinen Raben zu erklären warum sie die Kleider wieder zurückgeben müssen, ohne Gegenleistung. Kannst du das tun?" Die Worte „Ohne Gegenleistung" lassen den Raben jedes Mal erschaudern, jedoch versteht er die knifflige Situation und gedanklich sucht er die passende Lösung. „Ziemlich knifflig...", murmelt der bedachte Rabe während er sich mit geschlossenen Augen gegen seine Stirn tippt um so seine Denkfähigkeit anzuregen. Einige Minuten vergehen in der Razar einfach nur ruhig sitzt und jede Möglichkeit im Kopf durchgeht. In der Zwischenzeit hat sich Cragger einen Stock geschnappt und zeichnet in den Erdboden einige kleine Bilder und Buchstaben. „Ich habe eine Lösung!", verkündigt der Rabe, welcher begeistert aufspringt, „Zwar werden wir keinen Profit abgewinnen aber ich sehe ein dass es falsch ist. Ich werde meinen Raben erklären dass sie die Kleider sofort zurückzugeben haben. Zwar werden sie etwas verwirrt sein aber wir können ja nicht einfach tun und lassen was wir wollen. Ich mache das schon." Erfreut blickt er seinen Sitznachbarn an, welcher jedoch immer noch mit der Verschönerung des Bodens beschäftigt ist. Neugierig verfolgt Razar den Blick des Krokodils und erkennt einige Herzen und Buchstaben, welche in die Erde gezeichnet wurden. „Sag mal Cragger... Wofür steht denn K+L und C+L? Kredit und Leistung und Coins and Label? Und wieso so viele Herzen? Das sieht dir gar nicht ähnlich. Alles okay?", erkundigt sich der Vogel und sein Kumpel erschrickt, wobei er leicht rötlich anläuft. Schnell benutzt er seinen Stock um die gemalten Zeichnungen zu verwischen und erklärt ihm: „Kraft und Laune und Control and Lust! Das soll vielleicht mein neues Motto werden für mein Training. Und die vielen Herzen... Sind eigentlich keine Herzen sondern Pfeilspitzen mit abgerundeten Enden. Ich war ein wenig abgelenkt aber es freut mich das wir uns so schnell einigen konnten. Dann werde ich der Dame die gute Nachricht mitteilen." Ungläubig blickt der gefiederte Freund noch immer auf die Stelle, wo zuvor klar und deutlich Herzen zu sehen waren, aber nun erkennt er nur noch leichte Umrisse. Dann wendet er den Blick ab und beobachtet seinen schuppigen Freund und erkennt die leichte rötlichen Wangen. „Wieso läuft er denn so rot an? Irgendetwas stimmt nicht ganz...", denkt er sich während er sich von der Wurzel erhebt und, gerade als er losfliegen möchte, hört er eine ihm bekannte Stimme. „Razar! Cragger! Was treibt ihr denn hier?" Ertönt es aus einem nahen Busch und, kaum haben sie sich versehen, springt ein grauer Fellball aus diesem hervor und landet auf allen Vieren.

„Worriz! Wie geht es dir so? Was machst du denn hier?" Entgegnet der Rabe erfreut und beobachtet wie sich der graue Wolf wieder aufbaut. Ebenfalls mit einem Lächeln im Gesicht antwortet dieser: „Hey, ich habe zuerst gefragt Piepmatz. Aber auf die erste Frage kann ich ganz offen sagen: Echt fabelhaft!" Sanft klopft er sich Staub von seinen nun etwas bräunlichen Händen und wartet auf die Antwort auf seine zuvor gestellte Frage. Cragger und Razar blicken sich an, während das Krokodil sich ebenfalls von der Wurzel erhebt und auf den Wolf zugeht. „Wir haben gerade ein kleines Problem gelöst und wollten uns auf den Heimweg machen", erklärt der junge König, welcher geradewegs an seinem pelzigen Freund vorbei geht. Diese Erklärung scheint den Wolf aber nicht wirklich zu erfreuen. Geschockt stellt er sich seinem Kumpel in den Weg und legt seine Pfoten auf dessen Schultern. „Aber Cragger! Wir haben uns doch schon so lange nicht mehr gesehen. Es müssen mehrere Wochen vergangen sein! Zum letzten Mal haben wir uns gesehen als Du, Razar, Gorzan, Eris und Ich uns am See getroffen haben um ein bisschen schwimmen zu gehen. Ich weiß, du bist der König und Herrscher über die Krokodile und du musst Entscheidungen treffen aber würde es wirklich schaden wenn du nur ein paar Stunden weg wärst? Wir könnten ein wenig plaudern." „Ein verlockendes Angebot, das muss ich gestehen. Und Crock vertritt mich ja sowieso. Außerdem würde ich wirklich gerne erfahren, was die beiden in letzter Zeit so angestellt haben",durchdenkt er das angebotene Gespräch und spürt förmlich, wie dieses ihm immer mehr gefällt. Schließlich stimmt er diesem nickend zu und auch Razar hat nichts gegen ein ungeplantes Treffen einzuwenden. „Na also! Aber hier ist es zu unruhig, finde ich", beschwert sich Worriz, während er seine Pfoten von den schuppigen Schultern seines Kumpels entfernt und sich umblickt. Überall dichte Büsche und hohe Bäume, nicht unbedingt der Ort an dem er mit seinen alten Freunden plaudern möchte. „Wo wollen wir denn sonst hingehen?", erkundigt sich Razar und blickt das, neben ihm stehende, Krokodil planlos an. Auch dieser hat keine Idee und zuckt mit seinen Schultern. „Wir können ja ein paar Kilometer in diese Richtung fahren", erklärt der sich selbst sichere Wolf, während er mit seiner linken Pfote auf zwei riesige Baumstämme zeigt, „Dort ist ein Bach! Den habe ich vor vier Tagen entdeckt. Er liegt hinter einer Art Mauer aus Büschen, durch die niemand absichtlich fahren würde. Keiner wird dort hinkommen."

Cragger und Razar folgen der angezeigten Richtung, blicken sich dann erneut an und nicken erfreut. „Klingt echt super! Ich bin dabei!", ruft der Rabe erfreut und auch das Schuppentier ist begeistert. „Aber Worriz...", wirft das Krokodil noch ein und erhält die gefragte Aufmerksamkeit, „Wenn dort keiner absichtlich durchfahren würde heißt das etwa ,dass du nur durch einen Unfall dort gelandet bist? Ich dachte du wärst ein so guter Fahrer." Da hat er einen wunden Punkt erwischt, auf den der sonst stolze Wolf nicht vorbereitet war. „Ähm... Nun ja eigentlich... ähm", stottert dieser vor sich her und sucht nach einer plausiblen Antwort, aber ohne Erfolg. Mit stark rot angelaufenen Wangen kratzt er sich am Kopf und blickt sich unsicher um, jedoch findet er nichts worauf er die unangenehme Aufmerksamkeit lenken kann. Die anderen beiden kichern höhnisch und schlagen ab, sichtlich stolz auf die Leistung. „Wollen wir nun los oder nicht?!", brüllt Worriz und stürmt auf das Gebüsch zu, aus dem er zuvor gesprungen kam. Verwirrt beobachtet das Krokodil den Busch, bis plötzlich ein Motorgeräusch ertönt und ihn aufschrecken lässt. Der schwarze Vogel hat bereits geahnt was sein pelziger Amigo vorhat und hat sich ebenfalls in seinen Speedorz gesetzt. Nur Cragger ist noch zu Fuß unterwegs, obwohl er nun ebenfalls auf den Weg zu seinem Gefährt ist.

Kaum sitzt der junge Herrscher in seinem Fahrzeug, zieht er auch schon den Schlüssel und, genau wie zuvor, startet dieser ohne Probleme. Schnell fährt er vor das Gebüsch, aus dem das laute Geräusch gekommen ist und wartet dort auf den Wolf, welcher nur wenige Sekunden später diesen, ebenfalls in seinem Speedorz, verlässt. Seines ist grau und an einigen Stellen weiß. Es sieht seinem Gesicht recht ähnlich und sogar zwei spitze Zähne hat er angebracht. Auch Razar stößt zu den Beiden und wartet darauf, dass der Wolf die Führung übernimmt. „Seid ihr bereit?", fragt Worriz seine beiden Freunde, welche sicher nicken. Mit einem willigen Blick tritt er auf sein Gaspedal und heult laut: „Also los! Folgt mir!" Mit einem lauten Zischen übernimmt er die Pole Position und das schwarze Gefährt des Rabens folgt ihm mit einem ausreichenden Abstand. Zu guter Letzt folgt auch Cragger der Spur des Wolfes, welche sie langsam tiefer in den Wald führen wird.