Kapitel 3: Erwachen

Langsam öffnete der Schwarzhaarige seine Augen. Er befand sich in einem hell erleuchteten Raum, zumindest schien es auf den ersten Blick so. Er blinzelte, merkte dann, dass nur das Bett, auf welchem er lag, beleuchtet wurde. Sein Blick wanderte kurz umher. „Wo bin ich und wie bin ich hierher gekommen?" Für einen Moment versuchte er seine Erinnerungen zurück zu bringen.

„Ich wusste, dass du nicht sehr stark bist... aber, dass du so schwach bist." mit diesen Worten trat Tobi aus der Dunkelheit heraus in den Lichtkegel, um das Bett. „Sie ist tot, aber zumindest ist es mir gelungen dich vor deinem Tod zu retten." gab er kurz Auskunft, als er merkte, dass Sasuke versuchte sich an die Geschehnisse zu erinnern.

„Du Bastard!" er versuchte auf zu stehen, doch fand nicht die Kraft dazu. „Du lügst! Sie ist nicht tot, das kann nicht sein..." Verzweifelt versuchte der Schwarzhaarige die Tränen, die seine Augen füllten zurück zu kämpfen. Er würde keine weiteren Schwäche Moment dulden.

„Es ist wahr, du bist wirklich schwach." kam es begleitet von einem bösen Lachen von dem maskierten Mann. „Du solltest nicht über sie nachdenken... das wichtigste ist der Kyuubi." Für einen kurzen Moment blitze in der Aussparung für das Auge des Mannes das Sharingan auf. Fast so als wolle er die Wichtigkeit so noch einmal unterstreichen.

„Wenn ich wirklich so schwach bin... warum hast du mein Leben dann gerettet?" konterte Sasuke, wobei er Tobis Worte über den Kyuubi einfach ignorierte. „Wenn du meine Hilfe willst, gut. Ich werde alles machen, wenn du sie zurück bringst." Sein Blick lag starr und kalt auf dem dunklen Loch in der orangenen Maske Tobis. Eine unangenehme Stille breitete sich im Raum aus. Nichts schien sie zu unterbrechen. Minuten verstrichen.

„Sie ist in Konoha... ich meine ihr toter Körper... du warst lange Zeit kraftlos... dein Freund, Naruto, hat sie zurück gebracht." kalt traten die Worte über die Lippen des Mannes, „Du wirst trotzdem tun, was ich dir sage." Eine Selbstverständlichkeit lag in dessen Stimme, fast so als hätte er eine letzte Information, die den Schwarzhaarigen völlig überzeugen würde. Ihn sogar von seiner Rache abhalten würde.

„Ich werde gar nichts tun... Du bist derjenige, der sie getötet hat. Ich werde dir nie vergeben!" Wut schwang in seinen Worten mit und für einen kurzen Moment blitze sein Mangekyou Sharingan hervor, doch er konnte die Menge Chakra, die er gebraucht hätte um es aufrecht zu erhalten, nicht aufbringen, so kehrten seine Augen schnell zu ihrem normalen dunklen Ton zurück. Er fühlte sich unangenehm an den Tag zurück erinnert, an dem Itachi seinen gesamten Clan ausgerottet hatte.

„Ich kann sie nicht zurück bringen... dazu ist es nun alle Mal zu spät. Du kannst dich also nun voll auf mein Ziel und den nächsten Ninja-Weltkrieg konzentrieren." Noch immer sprach Tobi mit dieser fast unheimlichen Selbstsicherheit, die Sasukes Wut nur noch mehr schürte. Langsam kehrten seine Kräfte zurück, es würde nicht mehr lange dauern, bis er es schaffen könnte von diesem Ort zu verschwinden.

„Du glaubst wirklich, dass ich an der Seite des Mörders von Sakura-chan kämpfen werde? Das ist dumm Tobi. Ich dachte immer du wärst klüger als Itachi aber offensichtlich ist das nicht der Fall." in diesem Moment glaubte er seinen endgültigen Entschluss gefasst zu haben. Er würde nicht mit Tobi in den nächsten großen Krieg ziehen. Niemals.

„Was auch immer ich bin, du bist es genauso, wenn nicht noch mehr. Wir werden die größte Macht dieser Welt werden. Du solltest dich auf unsere Zukunft konzentrieren." langsam schien Tobi die Geduld mit dem Uchiha zu verlieren. Er funkelte den Schwarzhaarigen mit dem einen sichtbaren Auge kurz an.

„Wenn du glaubst, ich sei dumm, habe ich kein Problem damit... aber dann beantworte meine Frage." Ruhig sah er Tobi an, nicht eine Gefühlsregung war mehr in seinen Gesichtszügen zu erkennen, „Warum hast du mich gerettet?"

„Weil du der Schlüssel zum Kyuubi bist... und du hast das Susanoo. Die große Kraft deines Bruders!" Tobi stand nun an der Kante des Bettes, leicht vorgebeugt, um den jungen Mann intensiver ansehen zu können. Er würde seinen Willen brechen, egal wie.

„Du willst also, dass ich Naruto zu dir bringe? Wieso sollte ich dir diesen Gefallen tun?" zischte Sasuke mit hasserfüllten Augen. Langsam drückte er seinen Oberkörper hoch in eine sitzende Position. Er erholte sich schnell, das kam ihm wirklich sehr gelegen. Bald würde er bereit für einen Kampf sein, auch wenn er nicht lange durch halten würde. Hätte Itachi ihn damals nur nicht um das Fluchmal gebracht. Er könnte die Kraft nun so gut gebrauchen.

Das Geräusch des Türschlosses hallte durch den fast leeren Raum. Eine junge Frau trat ein, wurde jedoch fast völlig von der Dunkelheit verschluckt. „Ich habe dir gesagt, dass er genau so reagieren wird, Tobi."

Die Stimme der jungen Frau war dem Schwarzhaarigen vertraut. Er hatte einige Zeit mit ihr in einem Team verbracht. Als er sich sicher war, dass es wirklich diese eine Person sein musste, weiteten sich seine Augen. „Karin!" hauchte er in Erstaunen. Niemals hätte er mit ihr an solch einem Ort gerechnet und vor allem nicht mit Tobi als... ja was war Tobi in dieser Geschichte? War er wie damals bei Akatsuki einer der geheimen Drahtzieher, oder stellte er etwas völlig anderes dar?

Karin warf Sasuke nur einen verärgerten Blick zu. Sie hatte sich mehr erhofft. Sie wollte, dass der gleiche Ausdruck auf seinem Gesicht lag, wie damals als er dieses pink-haarige Mädchen gesehen hatte. Sie drehte sich zu Tobi. „Sag ihm warum es besser ist dir zu helfen." Da war er also, der letzte Trumpf, der Sasuke umstimmen sollte... oder besser würde.

Tobi begann zu lachen, lauter und lauter. „Karin du bist verschlagener als ich dachte. Gut... dieses Mädchen, das jetzt tot ist... wie hieß sie noch gleich?" Provozierend sah er von Karin zu Sasuke.

„Ihr Name ist Sakura! Und wag es nicht einmal schlecht über sie zu reden, wenn du nicht sterben willst!" wütend sah er Tobi an, dieser schüttelte nur leicht den Kopf. Vermutlich hatte er jetzt ein genugtuendes Grinsen auf den Lippen, doch die Maske verhinderte den Blick auf sein Gesicht und so einen Gesichtsausdruck.

„Wenn Naruto nicht gewesen wäre, würde sie noch leben." er machte eine kurze Pause, um die Wirkung seiner Worte nur noch mehr zu untermalen, „Na bist du geschockt?" Es machte ihm sichtlich Spaß Sasuke auf diese Weiße zu quälen. Man musste sein Gesicht nicht einmal sehen, um dies sagen zu können.

„Was sagst du?" Sasukes Blick wanderte von Tobi zu Karin. Ihr hatte er zwar auch noch nie wirklich vertraut, aber sein Vertrauen zu ihr war größer. Wenn sie es ihm bestätigen würde, wäre seine Entscheidung endgültig gefallen. Es hing alles an ihrer Antwort.

„Es ist wahr. Ich wollte ihm zuerst helfen sie zu retten, da mir aufgefallen war, dass sie noch Puls hatte. Ich habe es ihm gesagt, doch er meinte, dass sie dort in der Wüste nicht sicher ist und wir sie nach Konoha zurück bringen sollten. Auf dem Weg habe ich immer und immer wieder versucht ihr zu helfen, aber er wollte es nicht. Er sagte, dass ich nicht eine seiner Freundinnen sei und ich sie nicht anfassen solle, wenn ich nicht sterben wolle... ich habe es versucht..." Tränen liefen der Rothaarigen über die Wangen. Ihr Gesicht legte sie in ihre Hände, so dass einige der langen roten Strähnen ihr ins Gesicht fielen.

Sasuke sah sie zuerst geschockt an, dann wurde sein Blick ernst. „Hör auf zu weinen. Ich weiß, dass du nicht so eine empfindliche Seele hast." Das Schluchzen der jungen Frau wandelte sich in ein Lachen. Es amüsierte sie, dass Sasuke sich durch diese Geschichte so leicht manipulieren ließ. Damit hatte nicht einmal sie gerechnet. „Wenn das was du mir gesagt hast wahr ist, dann..."

„'Wahr'? Wir sind auf deiner Seite und erzählen keine Lügen. Also was sagst du?" erhob Tobi erneut seine Stimme, während Karin sich für einen Moment weg drehte, um ihr triumphierendes Lächeln vor Sasuke zu verbergen, wenn er dies nun sehen würde, wäre alles wieder verloren.

„Ich will Rache für sie. Naruto wird sterben." kam es kalt von dem Schwarzhaarigen. Wieder lag dieser hasserfüllte Blick in seinen Augen. Der Blick mit dem er auch damals Itachi angesehen hatte, als er ihm nach vielen Jahren wieder begegnet war. Ein Blick der nichts als den Tod versprach.

„Das ist es was ich hören wollte. Gut, Karin such die anderen Mitglieder des alten Teams. Wenn Sasuke sich vollständig erholt hat werdet ihr aufbrechen." mit diesen Worten verließ Tobi den Raum. Eine Stille breitete sich im Raum aus, nur einmal kurz unterbrochen durch das Klickgeräusch der sich schließenden Tür. Karin stand einige Momente stumm im Raum, den Rücken Sasuke zu gewandt, der sich zurück in die Kissen sinken ließ. Dieses Gespräch war ungewöhnlich anstrengend für ihn gewesen, das merkte er nun, da es vorbei war. Kurz schloss er die Augen, öffnete sie jedoch wenige Sekunden später wieder, als er die dünnen Arme der jungen Frau um sich spürte. Karin hatte die Arme um ihn geschlossen und umarmte ihn für wenige Augenblicke. Dann verließ auch sie den Raum und ließ Sasuke mit seinen Gefühlen alleine zurück.