Wer sich hilfesuchend an höhere Mächte wendet, sollte hoffen dass besagte Mächte sich einst in ähnlicher Lage befanden; sonst fehlt ihnen womöglich das Verständnis, dass Hilfe überhaupt nötig sei.
Nach allseits vom Militär geteilter Überzeugung, hätte die Galaxie schon längstens befriedet sein können, wenn man nur den Aufwand, der zur Bearbeitung des Papierkriegs notwendig war, in produktivere Bahnen hätte leiten können. Diese Überzeugung wurde selbst vom Oberkommandierenden der Imperialen Streitkräfte geteilt. Lord Vader hasste den Papierkrieg leidenschaftlich. Nichtsdestoweniger wurde sein Schreibtisch davon überschwemmt, selbst wenn seine Adjutanten alles in die möglichst geraffte Form verdichteten.
Während er sich durch einen Stapel von Dokumenten arbeitete, die er jeweils nur abzeichnen musste, fand der Sithlord die Akte einer Kriegsgerichtsverhandlung vor sich, die irgendwo in diesem Sektor stattgefunden hatte. Der Verteidiger hatte Berufung eingelegt – ein Routinevorgang der kaum jemals das erste Urteil aufhob – und da eine der involvierten Parteien direkt Grandmoff Trachta unterstand, lag die nächsthöhere Autorität bei ihm. Er überflog die Akte auf dem Datapad flüchtig, erpicht die Stelle zu finden, wo er seine Unterschrift setzen und diese ganze Scharade beenden konnte, als ihm etwas ins Auge stach.
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Was als nächstes passierte, konnte nie wirklich befriedigend erklärt werden. Lord Vader war nicht dafür bekannt, Gnade walten zu lassen. Die vernünftigste Erklärung war eine keimende Rivalität zwischen dem Grandmoff und dem Oberkommandierenden, die sich in einem kleinlichen Affront äußerte – was niemanden überzeugen konnte, der die reichlich... zupackende Art des Sithlord kannte.
Aber was konnte es sonst für eine Erklärung geben, wenn der drakonische Kommandant einen jungen Offizier begnadigte, der nicht nur eine Anzahl an wertvollen Sklaven befreit sondern dabei auch einen vorgesetzten Offizier angegriffen hatte, und die Strafe von standrechtlicher Hinrichtung zu unehrenhafter Entlassung milderte? Die pathetische Rechtfertigung des jungen Idioten, begonnen mit einem übermäßig melodramatischen: "Es sind nicht nur Sklaven", konnte wohl kaum mehr Eindruck auf den Sithlord gemacht haben, als auf das Quartett von hohen Offizieren, die das Kriegsgericht gebildet hatten?
