๑⊱ ⊰๑
In der ganzen Zeit wie die Männer ihr den Fernseher hoch in ihre Wohnung trugen, welche im dritten Stock war, dachte sie über die Worte des Verkäufers nach; Er wartet bereits darauf dich endlich zu sehen. Nur wer? Natürlich hätten sie auch den Aufzug nehmen können, da sie schließlich in einem sechsstöckigen Wohnhaus lebte und es eine Zumutung für die älteren Bewohner war in den sechsten Stock zu laufen, aber die zwei Männer hatten darauf bestanden den Fernseher hoch zu tragen.
Christin musste zugeben dass der Aufzug zu klein und zu eng für den riesigen Fernseher gewesen wäre. Der Aufzug war gerade mal so groß dass drei erwachsene Menschen und vielleicht noch ein Hund Platz fanden, aber selbst in dieser Konstellation konnte es recht eng werden. Da fragte man sich allen Ernstes mit welcher Norm von Mensch hatte man festgestellt das in diesem Aufzug maximal sechs Personen passen konnten?
So trugen die Männer das Monstrum von Fernseher das hellblau gestrichene Treppenhaus, mit seinem himmelblauen Linoleum als Fußbodenbelag und den dunkelbraunen Fußleisten hinauf in Christins Wohnung. Auf einigen Podesten des Treppenhauses standen sogar Pflanzenkübel mit hübschen Grünpflanzen, von denen Christin nicht mal den Namen erahnte, weshalb sie diese liebevoll 'Gemüse' nannte.
Schließlich erreichten sie ihr Stockwerk und Christin ging auf die hinterste Tür zu, trat sorgfältig die Sohlen ihrer Schuhe auf ihrem schlichten Fußabtreter, auf dem in einem farbenfrohen Schriftzug 'Willkommen' stand, ab, griff nach ihrem Schlüssel und öffnete die Haustür. Beim Öffnen klirrten die Glöckchen ihres Türschmucks, welcher ebenfalls ein Willkommens-Schild war, doch dieser war pechschwarz, mit schwarzem Schriftzug und kleinen rosa Glasperlen verziert, während an den kleinen Ketten Glöckchen hingen. Sie durchlief rasch ihren kleinen Flur, welchen sie in einem hübschen hellgrün gestrichen und mit einer geblümten Bordüre verziert hatte. Eine hüfthohe und in hellem Buchenholz gehaltene Kommode zierte gemeinsam mit einer ebenfalls buchenholzfarbenen Garderobe und einem großen, wunderschönen und altmodischen Spiegel mit versilberten und verschnörkelten Rahmen den Flur.
Mitten im Flur saß ihr pechschwarzer Kater Bagira, blickte neugierig mit seinen gelben Augen zu den Männer und dem Fernseher auf und peitschte immer wieder mit seinem Schwanz hin und her. Christin führte die Männer durch den Flur in ihr einziges Zimmer, woraufhin sie diese zu ihrer Kuschelecke brachte und ihnen zeigte wo der Fernseher hin sollte.
Das Regal, welches ihre Schlafecke und die Kuschelecke trennte musste um ein paar Zentimeter verrückt werden, damit der Fernseher dort hin passte, wo Christin ihn haben wollte. Ihr Zimmer war herrlich hell eingerichtet, da sie ihre Möbel alle versucht hatte in hellem Buchenholz zu halten. Viel Stand nicht in dem Zimmer herum, außer ein etwas größeres Bett, welches ungefähr 1,20 Meter breit war mit schönen Buchenholzrahmen, hellblauer Bettwäsche und einem kleinem Struppi-Plüschtier bestückt war. Hinter der Wohnzimmertür ragte ein großer Katzenbaum bis zur Decke hinauf, welcher hellgelben Stoff mit schwarzen Katzenpfoten als Muster hatte.
Ihre Wand war ein angenehmes helles Orange getaucht und auch hier hatte sie eine hübsche Bordüre, welche mit rot-gelben Äpfeln verziert war, geklebt. Ansonsten hatte sie noch ein dunkelrotes Ecksofa und einen gläsernen Wohnzimmertisch in der anderen Ecke des Raumes zu stehen, doch dort saß sie nur, wenn Lilly zu Besuch war. Für alle anderen Aktivitäten wie Zeichnen, Lesen, Fernsehen, auf dem Laptop im Internetsurfen, telefonieren und Tagträumen hatte sie sich ihre Kuschelecke hergerichtet.
Diese bestand aus geradezu unzähligen, farbenfrohen, großen und kleinen Kissen, vier Decken und einige Plüschtieren, die ihr seit ihrer Kindheit wichtig geworden waren.
In ihrer Kuschelecke hatte sie auch ihre kleine Musikanlage, einen kleinen CD-Ständer und zwei Orchideen auf dem Fensterbrett zu stehen.
Sie beobachtete wie die zwei Männer, welche sie immer noch nicht so genau gemustert hatte, den riesigen Fernseher mit einer Wandhalterung an die Wand hefteten, so das der Rahmen mit dem Fußboden, dem Fensterbrett und dem Bücherregal passend abschloss. Christin betrachtete den riesigen Fernseher in ihrer Kuschelecke und musste etwas schmunzeln, da es nun den Anschein hatte als hätte sie ihren eigenen kleinen Kinosaal. Irgendwie gefiel ihr die Vorstellung und sie war froh das sie auf den Flohmarkt gegangen war. In Gedanken bedankte sie sich noch mal bei dem freundlichen und mysteriösen Mann, welcher ihr dieses Prunkstück überlassen hatte.
Mopsdame Betty hatte das alles sehr genau von ihrem Körbchen, neben dem Sofa, beäugt und dabei immer wieder mit den Ohren gezuckt. Nun kam Christin auch endlich dazu die zwei Männer zu mustern, welche ihr den Fernseher in die Wohnung getragen hatte. Beide waren hochgewachsen, breitschultrig und sehr muskulös, was sie mit engen Jeans und Muskelshirts betonten. Schon komisch das der mysteriöse Verkäufer nur solche Männer als Arbeitskräfte hatte, aber irgendwie auch verständlich. Die Fernseher beim Stand waren bestimmt alle sehr schwer und der Verkäufer hatte mit Sicherheit nicht die Kraft jeden dieser Geräte selbst wieder zu verstauen, wenn er zum nächsten Flohmarkt zog.
Ihre dunklen Augen wanderten kurz über das Aussehen der Männer und sie stellte fest das einer von ihnen ein Südländer war, denn er war recht dunkelhäutig, besaß braune Augen und hatte schwarzes Haar, während der andere hellbraunes Haar und grüne Augen hatte. Der Südländer hatte ein sehr markantes Gesicht mit einer etwas größeren Nase, vollen Lippen und einem ständig charmant wirkenden Blick. Der Europäer hingegen hatte weiche und feine Gesichtszüge, eine längliche und dünne Nase, schmale Lippen und große Augen, welche ihn recht weich wirken ließen.
"Das sieht echt klasse aus und er passt hier perfekt rein.", kam es nun fasziniert von Lilly, die zu Christin getreten war und den großen Fernseher in der Kuschelecke ihrer besten Freundin musterte. Christin zuckte zusammen, als die Stimme ihrer besten Freundin an ihr Ohren drang und riss sie aus ihren Gedanken heraus. Sie pflichtete ihren Worten mit einen Nicken bei, musterte den großen Fernseher und war noch immer überwältigt.
Sie hatte diesen wunderschönen, großen und mit Hightech vollgepumpten Fernseher einfach geschenkt bekommen und das nur weil der Verkäufer der Meinung war dass ihr Herz rein war. Außerdem wartete jemand schon darauf sie endlich zu sehen, aber wer? Vor allem was hatte das mit dem Fernseher auf sich? Sie wusste es nicht und wirklich sicher, ob sie es raus finden würde, war sie sich auch nicht, aber sie war dem mysteriösen und freundlichen Verkäufer vom ganzem Herzen und endlos dankbar für dieses Geschenk.
"Reines Herz, wir verlassen dich nun und wünschen dir viel Spaß und Glück mit unserem Prunkstück.", sagte der Südländer an Christin gewandt und blickte dabei in ihr Gesicht, woraufhin diese sofort den Kopf in seine Richtung wandte. Reines Herz? Er nannte sie auch so? So rein konnte ihr Herz doch gar nicht, dass man sie so nannte. Christin war in ihren Augen ein Mensch wie jeder andere auch, doch wieder musste sie an Tim und die Episode denken, in welcher er in Tibet nach Tschang suchte. Vielleicht hatte das ja doch etwas damit zu tun, aber das wäre so sehr an den Haaren herbeigezogen dass die Männer bestimmt gelacht hätten, wenn sie es ausgesprochen hätte.
Mit einem Lächeln auf den Lippen, sah sie die Beiden abwechselnd an und meinte voller Dankbarkeit: "Ich danke euch, vom ganzem Herzen." Sie griff in ihre Tasche, zog ihre Brieftasche heraus und wollte ihnen jeweils ein kleines Trinkgeld für ihre Arbeit geben. Doch der Europäer hob seine Hand, sah in ihre Augen und sagte freundlich: "Das ist nicht nötig. Es war uns eine Ehre dies für dich zu tun." Auf diese Worte hin hob sie überrascht beide Brauen, ließ ihre Brieftasche wieder verschwinden, sah lächelnd drein und meinte leise: "Wie ihr wünscht."
"Mach dir keine Sorgen, Chris, ich werde die Beiden schon reichlich entlohnen.", kam es mit einem lasziven Ton und einem verführerisch Lächeln von ihrer besten Freundin, wobei sie den Beiden auffällig zuzwinkerte. Christins Blick wandte sich Lilly zu, woraufhin sie lautlos aufseufzte, mit einem Lächeln den Kopf schüttelte und ehrlich sagte: "Ja, da bin ich mir sehr sicher dass du das tust." Die Männer betrachteten Lilly nun mit eindeutigen Blicken, weshalb Christin leicht nickte und freundlich sagte: "Ich begleite euch noch zur Tür."
Mit einem breiten Grinsen im Gesicht ging Lilly vor, öffnete die Wohnungstür, umarmte ihre beste Freundin und verabschiedete sich von ihr. Christin bedankte sich noch mal bei Lilly dafür das sie mitgekommen war und verabschiedete anschließend die beiden Männer mit einem Händedruck. Auch bei ihnen bedankte sie sich noch einmal ganz herzlich und schloss die Tür, als Lilly und die Männer die Treppe hinunter gingen.
Für den Augenblick lehnte sie sich an ihre Wohnungstür, sah zur Schwelle ihres Wohnzimmers und erblickte dort ihren Kater und ihre Mopsdame nebeneinander sitzend und zu ihr aufblickend. Mit einem Lächeln auf dem Lippen, hockte sich Christin hin, streckte die Hände nach ihnen aus und sah zu wie die Beiden auf sie zu kamen. Bagira schmuste sich mit dem Köpfchen an ihre Hand, ließ sich streicheln und begann zu schnurren, während Betty sich vor die Füße ihres Frauchens legte und sich den Bauch kraulen ließ.
So wie der Tag verlaufen war stimmte er Christin sehr glücklich, denn sie hätte nie damit gerechnet das man ihr einen so wundervollen Fernseher schenken würde. Ihr Blick wurde nachdenklich, da sie wieder an die Worte des Verkäufers dachte und begann geistesabwesend ihre zwei Lieblinge zu streicheln. Er hatte ihr gesagt das der Fernseher keinen Schaden nehmen durfte, sonst ginge ihr sehnlichster Wunsch nicht in Erfüllung. Allein die Tatsache das er ihr angeblich ihren sehnlichsten Wunsch erfüllen würde war einfach unglaublich und sie konnte das noch immer nicht ganz glauben, so gern sie es wollte. Jedoch war das größte Rätsel für Christin, wer da wohl auf sie wartete. Diese Worte ließen sie überhaupt nicht los. Wer wartete auf sie? Außerdem wie konnte dieser Fernseher ihr ihren sehnlichsten Wunsch erfüllen?
Es waren alles Fragen auf die es keine Antwort zu geben schien. Keine der gewünschten Antworten ließen sich von ihr einfach greifen. Nur langsam erhob sich Christin, sah auf Betty und Bagira nieder und sagte lächelnd: "Na kommt, lasst uns das Prunkstück einweihen gehen." Sie zog sich ihre Schuhe aus und hing ihre Umhängetasche an einen Haken der Garderobe, ehe sie sich in Bewegung setzte und ins Wohnzimmer ging.
Freudig bellte ihre Mopsdame auf und lief an Christin vorbei, als sie die Kuschelecke ansteuerte. Es dauerte nicht lange da lagen Betty und Bagira schon in dem großen Kissen- und Deckenhaufen, während Christin noch das Rollo am Fenster runter ließ, damit die Sonnenstrahlen nicht das Fernsehbild beeinträchtigten. Anschließend hockte sie sich zu ihrem Blu-Ray-Player und schob eine Blu-Ray von ihrer großen 'Tim und Struppi' Blu-Ray-Collection ein, welche Lilly ihr zu ihrem letzten Geburtstag geschenkt hatte.
Wohlig seufzend ließ sich Christin nun in ihrer Kuschelecke neben Bagira und Betty nieder, schmiegte sich in die Kissen und sah sich die Episoden der ersten Blu-Ray an. Das Bild war phänomenal, der Ton geradezu perfekt und Christin hatte das Gefühl im Kino zu sitzen. Es war einfach fantastisch gewesen, weshalb sie in Gedanken ein weiteres Mal dem Verkäufer vom ganzem Herzen dankte.
Mit einem glücklichen Lächeln sah sie auf den Fernseher und himmelte dabei ihren geliebten Tim an. Wieder wünschte sie sich in seinen Armen zu liegen und sich eng an ihn zu schmiegen. Nichts wünschte sie sich sehnlicher auf diesem Planeten, als mit dem hübschen rothaarigen Reporter ihr Leben zu teilen, ihn zu lieben und von ihm geliebt zu werden. Sie wollte nur zu gerne seine Frau sein, die Mutter seiner Kinder und mit ihm durch dick und dünn gehen.
Verliebt betrachtete sie ihn, strich dabei verträumt über Bettys Fell, da die Mopsdame am nächsten lag, seufzte auf und wisperte: "Ich wünschte du wärst hier bei mir, Tim." Wenn er doch nur wirklich existieren würde. Wenn er doch nur wüsste wie sehr sie ihn liebte. Wenn er doch nur hier bei ihr sein könnte. Christin würde alles tun, um diesen Mann bei sich zu wissen und ihn zum glücklichsten Mann aller Zeiten zu machen.
Voller Sehnsucht und Liebe blickte sie auf den Fernseher, lauschte dem Geschehen und himmelte Tim die ganze Zeit über an. Für Christin war er der Mann ihrer Träume und sie würde niemals ihr Herz einem anderen Mann schenken, denn dafür liebte sie ihn viel zu sehr. Außerdem hatte sie versucht ihn einmal gehen zu lassen und hatte es am Ende zutiefst bereut es überhaupt versucht zu haben.
Tim gehörte einfach zu ihr, genau wie Ebbe und Flut oder Pech und Schwefel zusammen gehörten. Nein, sie würde ihn nie wieder wegschicken und wenn sie deswegen für immer Single, Jungfrau und ungeküsst blieb. So lange sie ihren Tim hatte waren ihr diese Kleinigkeiten vollkommen egal.
๑⊱ ⊰๑
Den ganzen Tag und Abend hatte sie damit verbracht sämtliche Episoden von Tim und Struppi zu gucken. Zwischenzeitlich hatte Lilly sich gemeldet, um ihre beste Freundin wissen zu lassen wie toll der Sex mit den Beiden war und dass sie wohlbehalten zu Hause angekommen sei. Was anderes hatte sie auch von ihrer besten Freundin nicht erwartet, denn Lilly wusste immer ganz genau was sie wollte und was nicht.
Christin wusste das auch oft, doch manchmal war sie sich da nicht so sicher und ließ sich auch gern mal beeinflussen. Doch das störte sie gar nicht und es freute sie zu hören, dass Lilly ihren Spaß gehabt hatte und würde ihr nie rein reden, so lange sie ihre Liebe zu Tim akzeptierte und nicht wieder den Moralapostel spielen würde.
Christin wusste schließlich das ihre Liebe aussichtslos, verrückt und vollkommen selbst zerstörerisch war, doch sie konnte und wollte nicht auf die Vernunft hören. Ihre Liebe zu Tim war unsterblich und selbst wenn sie für immer nur in ihren Träumen mit ihm zusammen sein würde, sie war glücklich damit. Er hatte ihr schon so oft Kraft gespendet und Lichtblicke aufgezeigt, was andere Menschen in ihrem Umfeld nie getan hatten.
Lilly war einer der ersten und einzigen Menschen in ihrem Umfeld die sie auffingen, wenn es ihr schlecht ging und die für sie da war, wenn sie mal nicht weiter wusste. Somit gab es zwei Menschen in ihrem Leben die ihr Halt gaben, wenn sie ihn selbst nicht fand - Tim und Lilly!
Sie wollte keinen von Beiden missen und nie wieder hergeben müssen. Beide waren für Christin unglaublich wertvoll.
Ihre Haustiere waren dies natürlich auch, denn diese liebten und akzeptierten sie so wie sie war und würden sie niemals ändern wollen. Ja, man konnte sagen dass Christin sehr glücklich mit ihrem Leben war. Nur Tim, dieser fehlte ihr sehr an ihrer realen Seite. Außerdem hatte sie keine Eltern mehr, die sich um sie kümmerten. Ihr Vater war schon sehr früh verschwunden und der Kontakt zu ihm war es ebenfalls schon lange. Nur zu ihrer Mutter hielt sie Kontakt, jedoch sehr spärlich.
Leider kam sie mit ihrer Mutter nicht sonderlich gut klar, denn diese versuchte Christin stets in Wege zu drängen, in die sie aber partout nicht wollte. Um sich nicht ständig anhören zu müssen dass sie nicht der Vorstellung ihrer, ach so geliebten, Frau Mama entsprach hielt sie Telefonate, wenn es denn welche gab, nur sehr kurz.
Dafür hatte sie ihre Tante und ihren Onkel mütterlicherseits, welche sich rührend um sie kümmerten. Sie fanden das die Schwester ihrer Tante, also ihre Mutter, zu viel von Christin verlangte. Tante Josephine war eine kleine und dickliche Frau um die 45 Jahre, welche blonde Locken und blaue Augen hatte, während ihre dünne und spitze Nase eine Brille zierte. Onkel Harry hingegen war sehr groß, ca. 48 Jahre alt, schlank und hatte kurzes schwarzes Haar und giftgrüne Augen, während er einen kleinen Spitzbart hatte - ähnlich wie Professor Bienlein oder Sakharine. Diese Beiden hatten ihr Mutter und Vater sehr gut ersetzt. Schließlich waren ihre wahren Eltern nicht fähig sie zu akzeptieren wie Christin war.
๑⊱ ⊰๑
Christin hatte diesen herrlichen Abend mit dem fantastischen Animationsfilm 'Die Abenteuer von Tim und Struppi - Das Geheimnis der Einhorn' ausklingen lassen. Sie hatte voller Hingabe, Freude und Sehnsucht diesen Film auf ihrem neuen Fernseher gesehen und sich oft in der Zeit in Tims starke Arme gewünscht.
Nur zu gerne hätte sie sich von ihm halten, küssen und lieben lassen, doch das konnte sie nur in ihrer Fantasie. Niemals würde er wahrhaftig vor ihr stehen, ihr in die Augen schauen und sagen dass er sie so sehr liebte, wie sie ihn. Immer wieder hatte sie sein hübsches Gesicht betrachtet, in seine wunderschönen blauen Augen geschaut und seinen gut gebauten Körper bewundert, während sie seiner butterweichen Stimme gelauscht hatte. Wie sehr Christin sich doch nach ihm verzerrte und doch würde sie nie so mit ihm zusammen sein können, wie sie es sich vom ganzem Herzen wünschte.
Der Film war zu Ende und sie machte den Blu-Ray-Player aus, ehe sie sich erhob, zum Fernseher ging und über dessen Rahmen strich. "Du liebes Prunkstück, wenn du mir doch nur den Wunsch erfüllen könntest mich mit Tim zusammen sein zu lassen.", murmelte Christin teils todunglücklich und teils hoffnungsvoll, denn der Verkäufer hatte immerhin gesagt das der Fernseher ihr ihren sehnlichsten Wunsch erfüllen würde.
Nur konnte er das wirklich? Konnte ein Fernseher wirklich einem den sehnlichsten Wunsch erfüllen? Wenn ja - wie? Christin war nicht wirklich im Gebiet der Technik bewandert, weswegen sie sich nicht vorstellen konnte dass man so etwas ohne Magie oder Zauberei bewerkstelligen konnte. Wenn es mit ganz normaler Technik ginge, dann gäbe es bestimmt schon längst eine 'Wunschmaschine' bei Media Markt oder Saturn zu kaufen. Schlussendlich machte Christin den Fernseher aus, streckte sich und sagte an ihre Tiere gewandt: "Gute Nacht, meine Süßen. Ich lieb euch."
Sie verließ ihre Kuschelecke, stand vor ihrem Bett und zog sich um, während ihre Gedanken die ganze Zeit um Tim kreisten. Wie schön es sein musste mit ihm ein Bett zu teilen, neben ihm zu liegen und gemeinsam mit ihm am Morgen aufzuwachen. Hach, das wäre wirklich zu schön gewesen.
In ihrem grauen T-Shirt und ihrem weißen String legte sich Christin in ihr Bett, machte ihre Lampe am Nachttisch, welche meist der einzige Lichtspender in der Wohnung war, aus und kuschelte sich zugedeckt in ihr Kissen. Kaum lag sie in ihrem Bett gesellte sich Betty zu ihr ans Fußende, während Kater Bagira sich zu ihr unter die Decke legte und sich an ihre Seite schmiegte.
Glücklich über die Tatsache, das ihre Tiere sie bedingungslos und für immer lieben würden schloss Christin die Augen und spürte wie die Müdigkeit ihren Körper übermannte. Langsam aber sicher verschwamm alles in ihrem Kopf und sie fühlte wie Tim im Traum nach ihrer Hand griff und sie zu sich zog. Schmunzelnd schlief sie ein und träumte einen erneuten schönen Traum mit ihrer großen und ewigen Liebe.
๑⊱ ⊰๑
"Christin.", eine ihr bekannte Stimme hallte durch ihren Kopf. Wie hätte sie diese Stimme nicht erkennen können? Es war die Stimme ihres geliebten Tims, welche sie seit ihrer ersten Begegnung immer wieder gehört hatte. Immer und immer wieder hörte sie ihn nach ihr rufen, doch in ihrem Traum war plötzlich alles dunkel geworden und sie fand sich alleine in dieser beklemmenden Dunkelheit wieder.
Gerade eben hatte sie mit ihrem Tim noch auf einer blumigen Wiese im Gras gelegen, sich an ihn gekuschelt und ihm zugeflüstert wie sehr sie ihn liebte. Jetzt jedoch befand sie sich an einem düsteren Ort. Ohne Licht! Ohne wärmende Gefühle! Von allen Seiten schien seine Stimme zu hallen. Christin begann zu laufen und rannte in irgendeine Richtung in der Hoffnung das der Weg raus aus der Dunkelheit führte, während sie stetig rief: "Ich bin hier!" Die Dunkelheit nahm kein Ende und sie merkte wie im Traum ihre Beine immer schwerer wurden.
Nicht nur das! Sie rannte so schnell sie konnte und doch hatte sie das Gefühl, dass sie sich nicht schneller voran bewegte als eine Schnecke. Wieder rief Tim ihren Namen, woraufhin sie ihm wieder zu rief dass sie da sei. Mit jedem seiner Rufe wurde Tims Stimme leiser, bis sie schließlich ganz verschwunden war und Christin schweißgebadet aufwachte.
๑⊱ ⊰๑
Sie riss die Augen weit auf, atmete schwer und setzte sich ruckartig auf, woraufhin sie sich mit der Hand durchs Gesicht fuhr und ein paar mal tief durchatmen musste. Langsam schob Christin die Decke von sich, erhob sich wankend aus dem Bett und murmelte: "Was für ein schrecklicher Traum." Sie wurde das Gefühl nicht los dass Tim sie in diesem Traum verlassen hatte und ihr Herz wurde bei diesem Gedanken ganz schwer.
Mit leisen Schritten schleppte sie sich in die Küche, griff nach einem Glas, welches neben der Spüle stand und spülte es kurz aus. Anschließend füllte sie sich kaltes Wasser hinein und trank dieses mit wenigen Zügen leer, ehe sie das Glas zurück stellte und durch ihr Haar strich. Schweigend sah sie aus dem Fenster und beobachtete die vereinzelten Autos, welche um zwei Uhr morgens die Straße mit ihren Scheinwerfern erleuchteten. Immer wieder redete sich Christin in diesen Minuten ein, dass sie und Tim für immer zusammen waren und dass es nur ein schlechter Traum war. Nichts und niemand würde sie jemals trennen können, da war sie sich sicher.
Fast unmerklich nickte sie sich selbst zu, wandte sich um und verschwand wieder aus der Küche. Auf dem Weg zu ihrem Bett erblickte sie Bagira mitten im Flur sitzen, welcher zu ihr aufsah und sie aus seinen gelben Augen heraus anfunkelte. Langsam ging sie vor ihm in die Hocke, sah zu wie der Kater auf sie zu kam und begann ihm liebevoll durch sein weiches und kurzes Fell zu streicheln. Verschmust und schnurrend schlich er seinem Frauchen um die nackten Beine, blickte zu ihr auf und ließ sich zufrieden hinter seinem Ohr kraulen. Ein sanftes Lächeln umspielte Christins volle Lippen und ihr liebevoller Blick ruhte auf ihrem Kater, während dieser sich im Moment mit Streicheleinheiten verwöhnen ließ.
Schnurrend ließ sich Bagira auf die Seite fallen. Er sah zu seinem Frauchen auf und ließ sich nun das Bäuchlein von ihr kraulen. "Das gefällt dir nicht wahr, Süßer?", flüsterte Christin in einem liebevollen Tonfall, sah in seine großen gelben Augen und lächelte warmherzig. "Christin!", vernahm sie plötzlich sehr deutlich die Stimme ihres geliebten Tims, sah verwundert zu Bagira und dachte für den Bruchteil einer Sekunde er hätte das gesagt. Nein! Das ging gar nicht! Bagira konnte ja nicht sprechen, doch träumen tat sie auch nicht mehr. Ganz genau wusste sie dass sie nicht mehr schlief und auch nicht schlafwandelte, denn sie war zu sehr bei klaren Verstand und es fühlte sich alles so real an, als das sie hätte träumen können.
Vorsichtig richtete sich Christin auf, kratzte sich nervös am Hinterkopf und murmelte mehr zu sich als zu Bagira: "Das kann nicht sein... ich muss halluzinieren." Der schwarze Kater hatte sich aufgerichtet und war bereits in die Küche gegangen, um dort etwas aus einem Napf zu fressen. Mit nachdenklichem Blick begab sie sich zurück in ihr Wohnzimmer, sah zu ihrer Mopsdame und bemerkte das diese in der Kuschelecke saß, zum Fernseher sah und aufgeregt mit dem Schwanz wedelte.
"Christin!", drang erneut Tims Stimme an ihre Ohren, doch dieses Mal lauter und klarer als zuvor. Selbst in ihren Träumen hatte sie seine Stimme nie so klar und laut vernommen wie jetzt. "Nein, ich halluziniere. Ich sollte mich wieder hinlegen.", sprach Christin zu sich selbst, rieb sich ihre Schläfe und war überzeugt dass sie noch so müde war, dass sie sich Tims Stimme bloß einbildete. Jedoch starrte sie Betty einen Moment lang an und stellte fest dass der Fernseher an sein musste, da aus dessen Richtung Licht kam.
Vorsichtig näherte sie sich ihrer Kuschelecke, sah weiterhin auf Betty und beobachtete wie die Mopsdame mit wedelnden Schwanz zum Fernseher sah. Was brachte ihre Mopsdame dazu in die Richtung des Fernsehers zu schauen? Was noch viel wichtiger war, warum wedelte sie so erregt mit dem Schwanz? Noch immer voller Vorsicht betrat Christin ihre Kuschelecke und zog somit die Aufmerksam der Mopsdame auf sich, woraufhin diese euphorisch zu bellen begann.
"Psst, nicht so laut.", flüsterte Christin liebevoll, beugte sich zu ihr vor, streichelte Betty über den Kopf und sah zu wie diese wieder in die Richtung des Fernsehers sah. Ach ja, da war ja noch was. Christin richtete sich nun wieder auf, stemmte die Hände in ihre Seiten und meinte zu ihrer Mopsdame: "Ich bin erstaunt dass du es geschafft hast das Prunkstück anzumachen." "Christin...", ertönte wieder die butterweiche Stimme ihres geliebten Reporters, woraufhin sie eine Gänsehaut bekam, da seine Tonlage in diesem Moment so unglaublich liebevoll war. Rasch schüttelte sie den Kopf, seufzte auf und nuschelte missmutig: "Ich sollte wieder ins Bett gehen." Nach wie vor war sie überzeugt zu halluzinieren und sie ließ sich auch nicht von ihrer Meinung abbringen. Auch das ihr Körper ihr signalisierte dass sie hellwach war ignorierte sie sehr gekonnt.
So wandte sie ihren Kopf in die Richtung des Fernsehers. Schlagartig weitete sie Augen und Mund ungläubig. Das Fernsehbild zeigte Tims Wohnung, wie sie im Film von Steven Spielberg zu sehen war und sie hörte sogar alltägliche Geräusche von der Straße, da das Fenster angeklappt war. Der schneeweiße Fox Terrier Struppi saß auf einem der roten Sessel, wackelte mit seinem kurzen Schwanz und blickte genau in Christins und Bettys Richtung. Doch ihr Blick blieb an dem jungen, gut gebauten und hübschen Mann hängen, welcher hinter der Scheibe des Fernsehers stand und seine Hand an diese gelegte hatte. Seine schönen blauen Augen ruhten auf Christin, während diese mit ihrem ungläubigen Blick über seinen Körper wanderte. Er trug wie immer seinen blauen Pullover, das weiße Hemd, die braunen Hosen, die schwarzen Socken und die braunen Schuhe, während sein Haar, im Licht der Deckenlampe seiner Wohnung, herrlich orange-rot schimmerte.
"Das ist nicht möglich... nein... ich muss träumen.", murmelte sie fassungslos, ging jedoch mit langsamen Schritten auf den Fernseher zu. Nur einige Herzschläge später stand Christin schließlich ganz dicht vor der Scheibe und war nun auf selber Höhe wie Hergés Fiktion. Noch bevor Tim antworten konnte bellte Struppi freudig auf, wedelte wieder mit dem Schwanz und zog für den Moment Christins Blick auf sich. Kurz darauf sah sie zurück zu Tim, sah wieder in seine Augen und erschauderte heftig dabei, als sich ihre Blicke zum aller ersten Mal trafen.
Endlich sah er ihr in die Augen! Endlich stand sie ihm gegenüber, wenn auch getrennt durch eine Scheibe. Ihr Schwarm sah so unglaublich gut aus und er wirkte sogar noch lebendiger als in Steven Spielbergs Meisterwerk. Ihr Herz begann heftig gegen ihre Brust zu hämmern und ihr wurde ganz heiß, als sie ihre große Liebe so vor sich stehen sah. Sie fühlte wie Tränen ihr in die Augen stiegen und sie hörte Tim mit seiner butterweichen Stimme sagen: "Ich bin so froh dir endlich gegenüber zu stehen, Christin."
Oh Gott! Er sprach zu ihr! Das musste ein Traum sein! Das musste einfach ein wundervoller Traum sein, denn sie hatte in den siebzehn Jahren stets davon geträumt ihm gegenüber zu stehen und ihm zu sagen wie sehr sie ihn liebte. Ihr Herz schlug wild in ihrer Brust und sie spürte deutlich wie wackelig ihre Beine wurden, während sie fühlte wie sich die ersten Tränen einen Weg nach außen bahnten.
"Das ist nicht möglich. Ich muss träumen... das kann nicht real sein...", wisperte Christin mit tränenerstickter Stimme und wusste gerade wirklich nicht ob sie träumte oder wachte. Sollte das wirklich die Realität sein? Hatte sie wirklich einen magischen Fernseher geschenkt bekommen, der ihr ihren sehnlichsten Wunsch erfüllte? War das was sie gerade vor sich sah Realität? Konnte sie ihren Augen trauen?
"Weine nicht, meine Hübsche. Dein Lächeln steht dir viel besser.", drang die samtigweiche Stimme des Reporters an ihre Ohren, wobei Christin ihre Hand an die Scheibe, genau an der Stelle wo Tims Hand ruhte, legte, sah in seine Augen und schluckte hart. Seine liebevollen und aufrichtigen Worte ließen ihr einen Schauer über den Rücken laufen, während sie ihn noch immer ungläubig ansah. Tim hingegen lächelte nur voller Sanftmut und sah in ihre großen braunen Augen.
Es fühlte sich alles so echt an und dennoch glaubte sie dass sie träumte. Es war einfach zu schön, um wahr zu sein. "Das muss ein Traum sein...", hauchte sie erneut, ließ sich auf die Knie sinken und schloss für einen Moment die Augen. "Wenn ich die Augen wieder aufmache... lieg ich in meinem Bett... und hab alles wieder nur geträumt... wie jede Nacht.", nuschelte sie ihre Annahme gegen das Glas des Fernsehers, hielt die Augen geschlossen und atmete tief durch.
Schließlich war es Mopsdame Betty die sich neben sie gesellt hatte und sachte in ihre Wade zwickte, woraufhin Christin einen kurzen Schmerz verspürte, die Augen öffnete und entrüstet zu Betty sah. "Betty, was soll das?!", gab sie nun etwas empört von sich, griff an ihre Wade und rieb leicht über die Stelle, ehe sie zu ihrer Mopsdame sah. Diese hatte sich nun vor den Fernseher gesetzt und saß fast Nase an Nase Struppi gegenüber. "Und... wir sind immer noch hier.", sagte Tim nun mit sanften Ton und Christin hörte sehr deutlich raus das er ein wenig belustigt war.
Tim hatte sich ebenfalls hingekniet, damit er wieder mit seiner geliebten Christin auf selber Höhe sein konnte. Sofort sah diese von Betty und Struppi zu ihrem Schwarm auf, sah in seine herrlichen blauen Augen und sagte erstaunt und ein wenig stotternd: "Ihr... du... oh Gott... das ist real... ihr Zwei seid immer noch da..." Ein Freudentaumel brach in ihr aus, wobei ihr Herz tausende und aber tausende Hüpfer machte. Das war die schönste Nacht ihres Lebens! Endlich hatte sich ihr sehnlichster Wunsch erfüllt und sie konnte mit dem Mann ihrer ewigen Träume zusammen sein. "Ja, ja es ist real, Christin.", stimmte der Rothaarige ihr liebevoll zu, sah in ihre Augen und lächelte ganz warmherzig. Millionen und aber Millionen von Gedanken schossen durch ihren Kopf, während sie mit einem überglücklichen Lächeln in seine Augen zurücksah. Wie lange hatte sie sich danach gesehnt ihm gegen über zu stehen? Wie oft hatte sie davon geträumt mit ihm reden zu können? Jetzt hatte sich endlich ihr größter Traum erfüllt, doch blieb ein Hindernis - die Scheibe.
Ihr Blick fiel auf seine und ihre Hand, welche sich gegenüber an der Scheibe lagen und sie bedauerte es zutiefst das diese Scheibe im Weg war, sonst hätte sie endlich seine Haut an ihrer spüren können. Ein weiterer Beweis dafür, das all das hier real war, war die Tatsache das sie durch die Scheibe des Fernsehers Tims Körperwärme an der Stelle spüren konnte, wo seine Hand ruhte. Ihr wurde beinahe schwindelig so überwältigend waren all diese Gefühle und die Realität, die sie mit ungeheurer Härte einholte. Doch das hier war die schönste Realität die sich Christin nur hätte wünschen können.
Langsam wandten sich ihre Augen wieder seinem hübschen Gesicht zu und sie sagte glücklich lächelnd: "Ich habe so viele Jahre darauf gewartet und gehofft dir jemals begegnen zu können." "Es geht mir ganz genau so. Seit siebzehn Jahren warte ich darauf dir auch in der Realität bei stehen zu können und mit dir durch gute und schlechte Zeiten zu gehen.", erklärte Tim seiner Geliebten, sah ebenfalls in ihr Gesicht und lächelte sie noch immer glücklich an. Nun wurde ihr Gesichtsausdruck erstaunt, woraufhin Christin den Kopf etwas schräg legte und sich erkundigte: "Du hast auch siebzehn Jahre darauf gewartet? Warum?"
"Da fragst du noch?", Tim schüttelte leise lachend den Kopf und sah anschließend wieder in ihre Augen. "Seit ich damals in dein Leben trat und zu sah wie du von einem Kind zu einer jungen Frau heran gewachsen bist, sehnte ich mich nach dir. Du hast dich dein ganzes Leben lang nach mir verzerrt und nun bin ich endlich hier, um dich zur glücklichsten Frau der Welt zu machen.", sein Blick wurde ganz verliebt, während sein Lächeln sanfter wurde und seine Augen tief in ihre sahen. "Ich liebe dich, Christin.", raunte Tim ihr ehrlich zu und sah sie dabei überglücklich an.
Christin geriet bei jedem seiner Worte immer mehr in einen Freudentaumel. Sie konnte ihr Glück kaum fassen und es war einfach unglaublich dass sie nun ihrem geliebten Tim gegenüber kniete. Seine Worte und sein liebliches Geständnis seiner wahren Gefühle zu ihr ließen ihr einen wohligen Schauer über den Rücken laufen, während ihr Herz einen gewaltigen Hüpfer machte. Eine angenehme Gänsehaut breitete sich auf ihrer Haut aus und sie spürte wie glücklich sie diese drei kleinen Worte machten. Sie von Tim zu hören war die Erfüllung ihres Lebenstraums und sie wäre am liebsten ihrem geliebten Reporter um den Hals gefallen und hätte ihn innig geküsst.
"Oh Tim, ich liebe dich auch über alles. Du glaubst gar nicht wie viel es mir bedeutet diese Worte von dir zu hören. Du machst mich zur glücklichsten Frau der Welt.", wisperte Christin ganz ergriffen, wischte sich die kleinen Freudentränen, welche ihr über die Wangen liefen, aus dem Gesicht und lächelte ihren Geliebten glücklich an. In diesem Moment wurde ihr klar wen der Verkäufer gemeint hatte als er sagte; Er wartet bereits darauf dich zu sehen.
Er hatte von Anfang an Tim gemeint und auch das er sie 'Reines Herz' nannte kam nicht von ungefähr. Schließlich wurde Tim in einer Episode auch so genannt, weil er alles dafür getan hatte um seinen Freund Tschang zu retten. Christin würde dasselbe für die Menschen die sie liebte tun und das ganz ohne Hintergedanken. Ganz offensichtlich verband Christin und Tim ein noch innigeres Band, als das welches durch ihre unsterbliche Liebe bereits existierte. Beide waren sich ähnlich, hatten eine Schwäche für Rätsel, waren tierlieb und würden jeder Zeit für ihre Freunde einstehen und ihnen helfen. Wieder wurde Christin bewusst wie sehr sie diesen Reporter liebte und das sie sich ein Leben ohne ihn absolut nicht vorstellen konnte. Noch immer ruhte Tims Hand auf der Scheibe, jedoch nur bis er seinen Blick von Christin abwandte, mit dem Zeigefinger gegen das Glas tippte und etwas missmutig sagte: "Es gibt nur einen Haken - diese Scheibe trennt uns."
Nun ließ auch Christin ihren Blick über den Rahmen und das Glas des Fernsehers gleiten, ehe sie wieder zu Tim sah und gestand: "Ich würde dich gern befreien, aber ich darf nicht zu lassen dass etwas an dem Fernseher beschädigt wird. Der Mann, der ihn mir schenkte, meinte zu mir, dass er keinen Schaden nehmen darf, sonst verpufft mein sehnlichster Wunsch auf ewig." Auf diese Erklärung hin sah Tim sie skeptisch an, hob eine Braue und fragte etwas ungläubig: "Ich sitz bei dir in einem Fernseher fest?"
Verlegen kratzte sich Christin am Hinterkopf, lachte peinlich berührt und erwiderte ehrlich: "Ehm... ja, tust du. Aber, hey, sieh es positiv. Wenigstens bist du nicht in einem meiner Spiegel oder noch schlimmer in einem meiner Löffel gefangen." Mit dieser, doch sehr humorvollen, Antwort rang sie ihrem Geliebten ein amüsiertes Lachen ab. Anschließend schüttelte er etwas grinsend den Kopf und meinte neckisch zu ihr: "Da muss ich dir wohl oder übel zustimmen, Süße. Der Fernseher ist dann doch gar nicht so eine schlechte Wahl." Christin fand es ebenfalls angenehmer, da ihr Fernseher schließlich in ihrer Kuschelecke stand und sie sich hier die meiste Zeit des Tages aufhielt.
"Worin siehst du mich denn?", wollte Christin nun neugierig von ihm wissen, hob verspielt eine Braue und sah den Reporter prüfend an. Dieser begann zu lachen, rieb sich mit der Hand seinen Nacken, sah verlegen in ihr Gesicht und meinte mit etwas beschämten Ton: "Nun, das dürfte verrückt klingen, aber bei mir bist du in einer Art schwebender Scheibe gefangen, die nach belieben ihre Größe und ihren Standort wechseln kann." Nun war es Christin die ihn mit skeptischen Blick, leicht geöffneten Mund und gehobenen Brauen ansah, woraufhin Tim leise lachen musste. "Aber sich über meinen Fernseher beschweren.", murmelte sie gespielt entrüstet und schmunzelte im nächsten Moment schon wieder, woraufhin Tim ebenfalls schmunzeln musste.
Seine Variante klang jedoch viel spektakulärer als ihre und es war für Christin durchaus von Vorteil, wenn die schwebende Scheibe in der Lage war den Standort zu wechseln. So konnte sie Tim rund um die Uhr betrachten und mit ihm zusammen sein, dass war großartig. In diesem Moment bemerkten Beide, ganz ohne ein Wort zu sagen, dass sie für einander geschaffen waren.
Sie waren auf einer Wellenlänge, teilten denselben und guten Humor und hatten seit siebzehn Jahren aufeinander gewartet. Das einzige Rätsel das sie nun lösen mussten war, wie Tim und Struppi in ihre Welt kamen. Zumindest ging sie davon aus dass die Beiden in ihre Welt sollten, denn es war ihr sehnlichster Wunsch mit ihm in ihrer Welt zu leben. "Jetzt müssen wir Beide nur das Rätsel um diese Scheibe lösen. Ich bin mir sicher es gibt eine simple Methode wie Struppi und ich zu euch kommen können. Allerdings, sollten wir dafür ausgeruht sein. Ausgeschlafen lässt es sich besser denken, meine Schöne.", bestätigte Tim unwissentlich ihre Gedanken und sah dabei zu ihr, woraufhin sie ebenfalls in seine Augen sah und zustimmend nickte. Also war es tatsächlich so das Tim und Struppi zu Christin, Betty und Bagira in die Welt sollten.
Das war alles so unglaublich und doch war sie überglücklich, dass der Fernseher ihr ihren sehnlichsten Wunsch erfüllt hatte. Wieder bedankte sie sich in Gedanken bei dem Verkäufer und war so froh, dass die Suche nach einem neuen Fernseher sie zu ihm geführt hatte. Ein kleines Gähnen entfloh schließlich ihrer Kehle, ehe sie sich bei Tim in der Wohnung so weit um sah wie sie es eben konnte und feststellte das es auch bei ihm tiefe Nacht war.
Langsam nickte sie, lächelte sanftmütig und meinte zustimmend: "Gute Idee." Sie erhob sich vom Fußboden, streckte sich ausgiebig und blickte anschließend auf Tim nieder, der nun mit rötlichen Wangen und geweiteten Augen und Mund auf ihre verhüllte Scham blickte. Immerhin trug Christin nur ein T-Shirt und einen String zur Nacht, woraufhin ihr bei seinem Anblick sofort ins Gedächtnis gerufen wurde dass es dies in den 30gern noch gar nicht gab, zumindest keine String Tangas.
Rasch ließ sie ihre Arme sinken, da sie diese beim Strecken gehoben hatte und ihr T-Shirt dabei hoch gerutscht war. Sie zog auch ihren Saum vom T-Shirt weiter runter, sah etwas beschämt zu Tim und sagte verlegen: "T-tut mir Leid... das war nicht meine Absicht." "N-nein... das ist in O-Ordnung.", Tim erhob sich, strich peinlich berührt durch sein Haar und sah nun ebenfalls verlegen zu ihr. "Du... bist wirklich wunderschön, Chris.", gab er ehrlich und etwas stotternd von sich, lächelte seine Liebste an und seufzte wohlig auf, woraufhin diese glücklich und noch immer verlegen lächelte.
Es war niedlich zu sehen das sie Tim mit diesem unabsichtlichen Anblick so aus der Bahn warf. Das zeugte nur davon dass er sie genauso sehr liebte und begehrte wie sie ihn. Sie sah in seine herrlichen blauen Augen, legte den Kopf leicht schief und meinte sanft: "Dankeschön. Dich könnte ich auch über Stunden hinweg betrachten, denn du bist für mich der hübscheste und attraktivste Mann den ich je sah und sehen werden."
Verschmitzt sah er in ihre Augen, lächelte verliebt und sagte leise: "Danke, du schmeichelst mir. Du bist für mich ebenfalls das schönste Geschöpf auf Erden was je lebte und je leben wird." Ein leises 'Oh Tim' verließ ihre vollen Lippen, während ein rötlicher Schleier ihre Wangen bedeckte und ein unbändiges Verlangen sie überkam den hübschen Reporter in ihre Arme zu schließen und zu küssen.
Schließlich bellte Struppi auf und holte Tim und Christin aus ihrer romantischen Situation heraus. Für den Augenblick betrachtete Christin etwas fragend den weißen Fox Terrier und sah zu wie dieser sich vom Fernseher abwandte und zu seinem Körbchen ging. Ganz deutlich zeigte er ihnen mit seinem Tun dass es Zeit war zu schlafen, weshalb sie leise lachen musste. Tim sah seinem Hund zu, lachte belustigt auf und meinte zu Struppi: "Ich hab den Wink mit dem Zaunpfahl verstanden."
Anschließend blickte er Christin erneut an, sah sehr liebevoll lächelnd in ihr Gesicht und raunte verträumt: "Gute Nacht, meine Königin. Schlaf und träume süß. Ich liebe dich." "Gute Nacht, mein König. Ich wünsch dir zuckersüße Träume. Ich liebe dich auch.", flüsterte sie und wandte sich zeitgleich mit Tim von der Scheibe ab und sogar gemeinsam und zeitgleich seufzten Beide verliebt auf.
Mit einem überglücklichen Gesichtsausdruck ging Christin ein paar Schritte auf den weichen Haufen von Kissen, Kuscheltieren und Decken zu und ließ sich dort nieder. In ihr Bett wollte sie nicht, da sie den Fernseher immer im Auge behalten wollte. Sie würde von nun an das Prunkstück auch nicht mehr ausschalten, da sie befürchtete dass dies ebenfalls bedeuten könnte dass sie Tim nie wieder sah.
Kaum lag sie in den ganzen Kissen überfiel die Müdigkeit sie auch schon wie ein Räuber und schickte sie in einen traumlosen Schlaf. Bagira hatte sich, nach dem er seinen Napf leer gefuttert hatte, zurück in Christins Bett verzogen, war unter die Decke gekrabbelt und schlief nun dort weiter. Mopsdame Betty hingegen hatte ihr Frauchen mit einer grünen Stoffdecke, so gut es ihr mit ihrer kleinen Schnauze gelang, zu gedeckt, ehe sie sich zu ihr gesellte und neben ihr eingeschlafen war.
๑⊱ ⊰๑
