hi leute! hab mich bemüht, möglichst schnell weiterzuschreiben. auf besonderen wunsch ist diese pitel auch etwas länger geworden. also dann viel spaß beim lesen und vergesst nicht mir eure meinung zu tippen!

lg, vic


Tempus fugit

Wiederum riskierte er einen Blick auf das Mädchen und plötzlich befand er sich wieder...

in seinem siebten Jahr, am Weihnachtsabend, in den Armen seiner Geliebten. Es war die Nacht, die er nie vergessen würde. Die Nacht die sein Leben für immer verändert hatte. Viola war eine Augenweide und der Mond, der das einzige Licht spendete und sich im See reflektierte, ließ sie wie eine Porzellanpuppe wirken. Sie sah so zerbrechlich aus, und doch so glücklich.

Plötzlich nahm sie seine Hand und legte sie auf ihren Bauch. Dann lächelte sie ihn an und meinte: „Vertrau deinem Instinkt und glaub es ruhig!" „Du, ...wir..." stotterte er. Sie nickte. „Wir bekommen ein Baby!"

Jetzt war er platt. Einerseits freute er sich unbändig, er wurde Vater, er könnte endlich die Maskerade aufgeben und sich so zeigen, wie Viola ihn sehen konnte, er würde sein Kind bedingungslos lieben und ihm die Einsamkeit ersparen, die er selbst als Kind so gehasst hatte... doch was war, wenn die anderen es herausfinden würden, was war mit Lucius, oder noch schlimmer dem Lord?

Würde Viola und sein Kind all dies überleben können? Was würden die Gryffindors dazu sagen, wenn herauskäme, dass sich eine Löwin mit einer Schlange eingelassen hatte? Und vor allem nicht nur mit irgendeiner Schlage, sondern mit ihm, Severus Snape, den zu quälen ihre Lieblingsbeschäftigung war. Würde sie Viola auch dem Wehrwolf vorsetzten, so wie ihn damals... Seine Gedanken drehten sich im Kreis. Er wusste nicht wie er reagieren sollte, also tat er das, was er am besten konnte: er stand auf und lief weg.

Viola saß weiterhin auf ihrer magisch gewärmten Decke am Ufer des schwarzen Sees. Tränen liefen ihr übers Gesicht. So hatte es nicht laufen sollen. Nein, er sollte sich darauf freuen. Das Baby sollte für ihn ein Lichtblick sein, keine Belastung. Und doch wurde es für ihn augenscheinlich zur Bürde. Sie wurde zu seiner Bürde. Nie hatte sie das werden wollen.

Sie hätte es ihm nicht sagen sollen, noch nicht. Aber wann sonst? In einigen Monaten würden sie Hogwarts für immer verlassen und kurz darauf würde ihr Kind schon das Licht der Welt erblicken. Sie, Viola Alba Winter, würde hochschwanger ihren Abschluss machen. Wer hätte sich das gedacht. Sie, die sich mit Lili Potter, ihrer besten Freundin, die weißeste Weste Hogwarts' teilte.

Lili, mit der hatte sie noch nie über diese Thema gesprochen, noch kein Wort wusste Lili von Severus und deren Beziehung. Nichts davon, dass Severus sie aus den Händen ihres gewalttätigen Muggel-Onkels gerettet hatte. Nichts von dem ersten Mal, als er ihr eine Träne von der Wange wischte. Nichts von der Umarmung, in der er ihr Trost spendete. Nichts von dem ersten Mal als sich ihre Lippen zärtlich berührten und auch nichts von ihrer ersten gemeinsamen Nacht im Raum der Wünsche.

Violas Herz gab ihr einen Stich, als sie an diese Nacht dachte. Genau in dieser Nacht war das Wesen in ihr gezeugt worden. Damals hatte sie die Liebe in Severus gesehen. Damals, als er so vorsichtig in sie drang und wartete, bis sie sich an ihn gewöhnt hatte. Damals, als sie glaubte vor Lust verglühen zu müssen. Damals, als er ihr nach dem Akt völlig außer Atem drei Wörter zugeflüstert hatte: „Ich liebe dich!" Diese Zeit schien so lange her. Wo war ihr zärtlicher Severus geblieben, ihr Beschützer, der den sie abgöttisch liebte?

Plötzlich spürte sie eine Hand auf ihrer Schulter, die sie laut schluchzen ließ. Viola drehte sich nicht um. Sie musste nicht zurückblicken, um zu wissen, wer sich da hinter sie gekniet hatte. Seinen Geruch hätte sie überall wiedererkannt. Er war zurückgekommen.

Severus zog Viola in eine Umarmung. „Es tut mir leid", flüsterte er, „Ich liebe dich." Langsam wanderten seine Hände von ihren und legten sich beschützend über ihren Bauch. „Ich werde Vater!" Viola merkte, wie nahe ihm das ging. Sie hatte Severus nie zuvor weinen gesehen. Und jetzt, jetzt heulte er.

„Es tut mir leid, dass ich zuerst davongelaufen bin. Ich konnte es nicht fassen. Und... ich mache mir Sorgen. Schreckliche Sorgen um dich und unser Kind. Wie gerne würde ich sagen, dass wir nach unserm Abschluss das Kind gemeinsam großziehen. Aber... es gibt so vieles, das gegen uns spricht. Unsere Familien – meine Familie, unsere Freunde, die unterschiedlichen Häuser, der Krieg und..." Severus krempelte seinen Ärmel hinauf und das dunkle Mal wurde sichtbar. Er deutete darauf. „...das hier!"

Viola legte ihre Hände auf die seinen. „Wir haben noch etwas Zeit. So bald wird man mir nichts ankennen, dank der Schulroben. Lass uns einen Schritt nach dem anderen setzten, okay?" Severus antwortete mit einem abwesenden „Mmmh".

„Warst du schon bei Pomfrey?"

„Natürlich. Als ich gemerkt hatte, dass mit mir etwas nicht stimmt."

„Und sie weiß von der Schwangerschaft?"

„Dummerchen, sie hat sie ja bestätigt, vorher hatte ich nur den Verdacht."

„Und warum hast du mir nichts davon erzählt?"

„Hab ich doch jetzt. Severus, ich war erst heute Vormittag bei ihr."

„Ach so."

Stille.

„Severus?"

„Ja, was ist?"

„Pomfrey hat gesagt, wir müssten es dem Direktor melden."

Snape erstarrte.

„Was genau bedeutet das?"

„Es heißt, dass wir beide morgen Vormittag bei Dumbledore antanzen müssen und dort eine Beichte ablegen dürfen, sonst macht es Poppy. Spätestens Mittags erfährt er es von ihr."

„Nicht gut."

„Na das kannst du laut sagen. Aber vielleicht findet Dumbledore einen Weg."

„Vielleicht", murmelte Severus.

In seinen Gedanken war er gerade an einem ganz anderen Ort. Er malte sich die Zukunft aus, wie sie wohl sein könnte. Die Hochzeit mit Viola oder wie er mit den Kindern im Schnee herumtobte oder wie er mit Viola gemeinsam den Weihnachtsbaum aufputzte und die strahlenden Kinderaugen, die dazugehören. Er dachte an all die Liebe, die er selbst nie gehabt hatte und nun durch Viola doch gefunden hatte.

„Erde an Severus!" Viola kicherte. „Wo warst du gerade?"

„Ach, ähm,..."

„Spuck es schon aus!" Viola kicherte immer noch.

Severus verzog das Gesicht. Er fand es nicht lustig und eigentlich hatte er nicht vor, das zu erzählen, was er gerade vor seinem geistigen Auge gesehen hatte. „Ich hab mir gerade vorgestellt, wie es wäre, wenn..."

„Was wenn? Wenn wir das Baby zusammen großziehen würden?"

Viola spürte die Vibrationen seines „Mmmh" und Severus' Wangen nahmen einen leichten Rosèton an. Ruckartig drehte sich Viola um und fixierte Serverus. „Und wie war es für dich? Hat es sich gut angefühlt?" „Himmlisch!" Auf diese Antwort konnte Viola nur eines tun, ihn zu umarmen und zu küssen.

Oh Gott, diese Küsse vermisste er so sehr. Er vermisste alles an dieser Frau und das obwohl sie schon fast 17 Jahre tot war. Nein, sie lebte in ihm und in ihrer gemeinsamen Tochter. Er konnte sich glücklich schätzen, dass er seine Tochter hatte. Doch diese wusste noch nichts von ihren Eltern. Rein gar nichts. Das würde er heute ändern. Um genau zu sein, in wenigen Minuten. Und das würde zur schlimmsten Zeit seines Lebens werden, dessen war er sich bewusst.

Unerwartet heftig war der Ruck, als die Kutsche anhielt. Severus und Lucius stiegen zuerst aus, dann wurde Hermiones von dem dritten Todesser herausgeholfen. Dieser führte sie auch in das Gästezimmer, das für sie vorbereitet worden war. Da Hermione noch immer nichts sah, half er ihr sich auf eine Couch zu setzen.

Nachdem er diese Aufgabe erledigt hatte, begab er sich hinunter in den Salon, in dem die beiden anderen schon auf ihn warteten. Lucius klopfte Severus gerade auf die Schulter und meinte: „Sie wird dich schon nicht fressen!" „Na, hast du eine Ahnung, sie ist in diesem Belang offensichtlich nicht nach ihrer Mutter gekommen." Der junge Todesser räusperte sich, als er schließlich doch das Zimmer betrat. „Dann gehe ich jetzt wohl besser" meinte Severus und machte sich mit zitternden Händen auf den Weg zum Gästezimmer.


gespannt wie es weitergeht? dann schreibt es mir!