Disclaimer: Ihr wisst wie das läuft: ‚Harry Potter' gehört nicht mir. Ich beabsichtige keine Rechtsverletzungen und verdiene kein Geld mit dieser Geschichte. – Alles klar soweit?
Summary: Was wäre wenn... Tom Riddle nicht seine gesamte Kindheit im Waisenhaus verbracht, sondern sich jemand seiner angenommen hätte?
Note: zu Cassiopeia: Ich konnte einfach nicht wiederstehen! Wer sagt mir, wo ich dieses Passwort geklaut habe?
Was wäre wen...
3 – 1946
Als der junge Mann durch den Schleier fiel, wurden 2 Alarme ausgelöst. Die Folge davon war, dass nicht eine Minute später drei Unsägliche und der Minister für Magie höchstpersönlich zur Stell waren.
Harry blieb erst einmal liegen, in der Hoffnung, wieder zu Atem zu kommen. Er hatte das Gefühl, gerade einen Marathon gelaufen zu sein. Mit den sich nähernden Schritten setzte er sich auf.
„Passwort", wurde er gefragt. Es war die erste vieler Prozeduren, um zu sehen, ob seine Geschichte der Wahrheit entsprach. Aber Harry war vorbereitet worden. Kein Problem also für ihn. „Cassiopeia."
Drei Wochen später. Er kniete vor dem sechsjährigen Tom Marvolo Riddle und beobachtete, wie er seine Entscheidung traf. Er sah, wie Hoffnung, Misstrauen, Verlangen, Zufriedenheit und Angst sich auf dem jungen Gesicht abwechselten. Wahrscheinlich war nicht zu erwarten, dass Voldemort in dem Alter schon alle Slytherin-Eigenschaften zeigte. Harry war froh darüber.
„Mr.Evans?"
Tom und Harry wandten sich um. Der Leiter des Heims stand mit hochgezogenen Augenbrauen da. „Haben Sie sich entschieden?"
Harry sah Tom an. „Was sagst du?"
Tom war beeindruckt. Die Entscheidung lag also wirklich bei ihm, Harry hatte es nicht nur so gesagt. Er nickte.
Harry lächelte und wandte sich wieder um. „Sie werden heute Abend ein weiteres freies Bett haben."
„Wo wohnst du", fragte Tom, nachdem Harry alle Formalitäten erfüllt hatte und sie das Waisenhaus verließen. Er sah sich nicht um.
„Wir wohnen in der Nähe vom Hyde-Park."
Tom antwortete nicht, war die nächsten 10 Minuten völlig still. Innerlich schimpfte er mit sich. Er wusste gar nichts von seinem neuen ‚Vormund', wie der Leiter des Waisenhauses Harry genannt hatte. Wieso war er mit ihm gegangen? Auch wenn er sich, solange er sich erinnern konnte gewünscht hatte, dass ihn jemand von dort fortholte und ihm ein zu Hause gab, so war es doch erschreckend. Es machte ihm Angst. – Und er wusste, dass keiner ihn wollte... er war ein Freak. Das hatte er die beiden vergangenen Jahre oft genug gehört.
Harry hielt an, ging vor ihm wieder auf die Knie. Die Leute, die vorbeigingen sahen sich nach ihnen um. „Tom?"
„Ja?"
„Ist alles in Ordnung?"
Tom konnte nicht alles ausdrücken, was ihm durch den Kopf ging, wollte Harry aber auch nicht belügen. Also zuckte er mit den Schultern.
Harry stand wieder auf, legte ihm kurz die Hände auf die Schultern. Tom nahm an, dass es wohl beruhigend sein sollte. Er hatte keine Erfahrung mit solchen Gesten. „Wir reden zu Hause darüber."
Auf dem Rest des Weges war die Spannung aus der Luft, auch wenn sie beide immer noch ruhig nebeneinander hergingen.
Die Wohnung, die Harr 1946 bewohnte, war klein. Es waren zwei Räume. Einer war sein Wohn- und Schlafraum, mit eingebauter Küchenzeile. Das Bad teilte er sich mit der anderen Familie, die auf der Etage wohnte. Toms zukünftiges Zimmer ging von seinem ab. Harry hatte schon die Grundausstattung besorgt. Die restliche Gestaltung würde er seinem Schützling überlassen. Tom sah sich alles an und musste dann fragen, um sicherzugehen. „Ich habe mein eigenes Zimmer?"
„Ja. Ich erwarte natürlich eine gewisse Ordnung, Tom. – Ansonsten... du kannst jederzeit zu mir kommen, egal, was es ist. Und wenn du mal allein sein möchtest, schließe einfach die Tür. In einem vernünftigen Rahmen werde ich das respektieren. Sollte deine Tür zu sein und ich muss mit dir reden, klopfe ich an, bevor ich reinkomme. Okay?"
Tom nickte. Das war sehr viel mehr Freiheit und Privatsphäre, als er jemald gehabt hatte. Natürlich war er einverstanden!
„Schön! Dann räumen wir mal deine Sachen ein, hm?" Harry öffnete den Schrank und Tom brachte seine Tasche herüber. Viel war nicht drin, doch sein... wie nannte er ihn denn nun? Auf jeden Fall kommentierte Harry es nicht, sondern fragte ihn nur, wo er alles hinhaben wollte. Tom gab automatisch die Ordnung wieder, die sie ihm im Waisenhaus eingetrichert hatten.
„Okay", sagte Harry schließlich. „Lass uns was essen."
Sie gingen in die Küche. Harry schaltete auf dem Weg das Radio ein und bedeutete Tom, sich auf einen Stuhl zu setzen. Dann machte er sich daran, ihnen ein paar Sandwichs zuzubereiten. „Also... was war das auf dem Weg hierher?"
Tom sah zu Boden und zuckte dann wieder mit den Schultern.
Harry versuchte es anders. „Und jetzt? Wenn ich dich jetzt wieder frage, könntest du mir antworten?"
Der Junge blickte wieder auf und sah Harry an Der 24jährige schien ernsthaft genug. Aber Tom wusste auch, dass er immer noch Fehler machte, wenn es um die Beurteilung anderer ging. Die Spiele der anderen Kinder im Waisenhaus kannte er. Das hier... war Neuland.
Harry schien irgendetwas in seinem Gesicht gefunden zu haben. „Alles in Ordnung?"
Tom nickte und murmelte etwas.
„Was war das?"
„Ich habe Angst", wiederholte Tom, ohne den Blick von Harry zu wenden.
Harry, der sah, wie seine Augen feucht wurden, erkannte, wie mutig Tom hier gerade war. Er gab seine Angst offen zu, obwohl er ihn noch nicht gut genug kannte, um sich sicher zu sein, dass Harry sich nicht über ihn lustig machen würde. Und er sah ihm dabei in die Augen.
Er legte das Sandwich, das er gerade fertig hatte auf den Teller. „Wovor, Tom?"
Ein weiteres Schulterzucken. Wahrscheinlich waren die komplexen Gefühle, die mit dem Verlassen des Waisenhauses und der Akzeptanz dieser fremden Situation – und Harry selbst! – einhergingen, zu viel, als dass sie der 6ährige artikulieren konnte.
Harry lächelte freundlich. „Ich weiß, du wirst mir jetzt noch nicht glauben können, Tom. Aber du brauchst keine Angst zu haben. Ich passe auf dich auf."
Tom nahm einen Bissen von dem Sandwich, das Harry ihm reichte und tat so, als wäre nichts gewesen. Innerlich verspürte er das ungewohnte Gefühl, das Erleichterung war.
Die erste Nacht. Harry lag in seinem Bett und starrte auf das Ziffernblatt seines Weckers. Zeit. Das war alles, worum es ging. Und Harry hatte heute den ersten Schritt getan, um sie zu verändern. Um Tom Marvolo Riddle zu verändern.
Tom selbst war für Harry keine große Überraschung gewesen. Für einen sechsjährigen Jungen, der aus dem Waisenhaus kam und da alles andere als Liebe und Zuneigung erfahren hatte, benahm er sich beispielhaft. Aber immerhin waren da echte Gefühle gewesen. Und das war erleichternd für Harry. Tom versteckte noch nicht alles und er hasste die Menschen noch nicht so sehr, dass er nicht hoffte und fürchtete und glaubte.
Trotzdem... wie Harry da jetzt im Bett lag, nur eine dünne Wand entfernt von seinem einstigen Todfeind, da war es wieder eine Farce und wieder der Druck, von dem er sich nach Voldemorts Niederlage befreit gefühlt hatte. Es war alles wieder da. Einmal mehr hatten sie das Schicksal der Welt in seine Hände gelegt.
Und er war ganz allein, diesmal. Kein Ron, keine Hermione, kein Remus oder Sirius.
Ein bitteres Lächeln umspielte seine Lippen. Das hieß... noch kein Ron, Hermione, Remus und Sirius. Noch nicht.
Nur Tom.
Als klar war, dass Harry demnächst nicht einschlafen würde, stand er auf. Er ging ein paar Mal in seinem Zimmer auf und ab, öffnete dann die Tür zu Toms Zimmer und spähte hinein. Der Junge sah ihm mit großen Augen entgegen.
Na, prima, Harry. Wie war das mit dem Anklopfen? „Hey. Wieso schläfst du noch nicht?"
Wieder das Schulterzucken, mit dem Harry langsam vertraut wurde. „Möchtest du noch was trinken?"
Tom nickte.
Harry kehrte kurz darauf mit einem Glas Milch zurück. „Hier." Er reichte es seinem Schützling und sah zu, wie er es austrank. Als Tom fertig war, gab er das Glas an Harry zurück. Der stellte es aufs Fensterbrett und deckte den Jungen dann sorgfältig zu. „Denkst du, du kannst jetzt schlafen?"
„Ja."
Kurz und einsilbig. Aber eine Antwort. „Schön. Wenn noch irgendwas ist, komm einfach rüber. Gute Nacht, Tom."
„'Nacht..."
Harry nahm das Glas vom Fensterbrett und verließ das Zimmer wieder. Hinter sich schloss er leise die Tür.
Note: Kurz und episodenhaft aber ein Schritt nach vorn. - Der Anfang des Kapitels ist also die Fortsetzung von Kapitel zwei; dann kommt der Schnitt zur Fortsetzung von Kapitel eins. Ich hoffe, das wurde deutlich.
Danke für eure vielen Reviews!
Marry Hiwatarie – Hier geht's weiter!
CabCola – Hi! Ich muss dir gar nicht Bescheid sagen, du hast doch meine Story sogar zu deinen Alerts hinzugefügt!
Andererseits: Fanfiction hat oft genug Ausfälle. Es wäre möglich, dass ihr mir alle mal eine e-mail schreibt und dann sage ich euch kollektiv Bescheid, wenn es das nächste Kapitel gibt. Müsst ihr mir nur sagen, wenn ihr das wollt :-)
Hallo Anna! Ja, zur Zeit da fluscht es irgendwie! Nur dass ich bei vielen Geschichten eben dann weniger update.
Little Lion – Hm, natürlich wird Harry irgendwann die Zeit seiner Eltern und auch seine eigene einholen. Aber für die Leute, die er in seiner eigenen Zeit kannte, wird er dann ein Fremder sein. Er kann natürlich versuchen, sie wieder kennenzulernen. Seine Beziehungen zu ihnen können jedoch nie wieder so sein, wie sie waren.
Und außerdem... verändert Harry ja jetzt die Geschichte. Wer weiß, was das für Auswirkungen auf alle haben wird?
Akisalo – Hi:-)
Balu – Es gibt schon ein paar Harry-adoptiert-Tom-Geschichten. Aber ich hoffe natürlich, dass meine auch für sich allein stehen kann. Insofern danke!
Steffi! Ja, also wenn Harry dann einmal in der Vergangenheit ist... dann könnte er auch schon ein bisschen was für sein Privatglück tun, oder? ;-) Mal sehen, was er alles verändert.
Schön weiterreviewn! Ihr macht das toll!
Bis zum nächsten Kapitel!
June
P.S.: An dieser Stelle eine Anmerkung zu Heart's Desire! Keine Angst, ich habs nicht vergessen. Ich drück mich nur gerade davor weiterzuschreiben, weil ich jetzt langsam alle meine Handlungsfäden und Ideen zusammenführen muss und das ganz schön kompliziert ist! Aber es geht auf jeden Fall weiter!
