Kapitel 3

Essen im Oblivion-Asylum war an jedem Tag die anstrengendste Zeit, denn es gab nur einen Esssaal, in dem alle Patienten zusammenkamen. Es war nicht so, dass sich viele in der Klinik befanden. Zurzeit waren nur sechs Patienten in der Lage zu laufen. Es gab noch ein paar andere, aber diese befanden sich in einem Zustand, der es ihnen nicht ermöglichte, an dem gemeinsamen Essen teilzunehmen.

Der, der den Weg in den Essenssaal immer als erster bestritt, war Demyx. Dieser war immerhin ständig auf der Flucht aus seinem Zimmer, und war deswegen mehr als froh, wenn er es verlassen konnte. Darüber hinaus mochte dieser die Gesellschaft der anderen, wenn er sie doch sonst schon nicht genießen konnte. So saß er immer schon beinahe eine halbe Stunde vor Essensbeginn am Tisch und wartete sehnsüchtig, dass die anderen eintrafen. Bei ihm gab es nie Ausschweifungen während des Essens, denn die Frau, die er sah, traute sich nicht dorthin. Er hatte einmal erzählt, sie fürchte sie vor dem Koch.

Meist saß er 15 Minuten alleine in dem Raum, bevor der nächste eintraf: Luxord. Er war ebenfalls ein Patient. Sein Problem war ein beinahe alltägliches: Er war abhängig. Abhängig von Alkohol und Drogen. Er hatte mehrere Entzüge nicht geschafft, und war deswegen dort gelandet. Durch ihn gab es nur selten Probleme beim Essen. An manchen Tagen bestand er darauf, Alkohol zu seinem Essen serviert zu bekommen. Natürlich durfte ihm niemand diesen Wunsch erfüllen, was ihn schon das eine ums andere Mal zum Ausrasten gebracht hatte.

Gleich nach ihm, oder manchmal auch mit ihm zusammen, betrat Axel das Zimmer. Warum er genau dort war, wussten die anderen Patienten nicht, aber er wirkte normal. Völlig normal. Er war weder zurückgezogen, noch zu laut, noch schien er irgendwelche psychischen Probleme zu haben. Meist war er in ein Gespräch mit Luxord verwickelt, oder unterhielt sich mit Demyx. Die drei verstanden sich außerordentlich gut. Als vierte im Bunde kam meist noch ein kleines Mädchen dazu. Sie war höchstens 16, klein und blond. Ihr Name war Naminé, etwas, dass die anderen Patienten nur von den Pflegern wussten, denn sie sprach nie. Sie hatte seit dem Tag an dem sie eingewiesen wurde kein Wort geredet. Nicht ein einziges. Alles, was sie tat, war zu hören, und selten lachte sie einmal.

Wenn diese vier bereits am Tisch saßen und sich unterhielten, kam meist auch Zexion dazu. Er saß zwar immer einige Stühle von ihnen weg, aber hörte genau zu. Lauschte, worüber sie sprachen und fand dadurch mehr über die anderen heraus, als diese vermuteten. Er wusste beinahe alles, auch wenn er die Menschen nicht mochte. Er fixierte sie, während sie sich unterhielten. Manchmal dachte er darüber nach, wen der vier er wohl am besten ertragen würde, so wie er es bei allen Menschen tat.. und jedes Mal fiel seine Wahl auf die kleine Naminé.

Kurz vor Essensbeginn wurde die Tür immer noch einmal geöffnet, und der letzte Patient wurde hereingeführt. Er kam niemals allein, durfte er auch gar nicht. Er wurde von der Krankenschwester, Larxene, hereingeführt und an den Tisch gesetzt. Seine Arme waren in einer Zwangsjacke gefangen, und seine rosanen Haare fielen ihm lose in sein Gesicht.

An diesem Tag lief alles genauso ab. Einer nach dem anderen betrat den Raum, als letztes Marluxia, geführt von Larxene. Und alles blieb auch immer noch beim Alten, als der Hausmeister und der Koch gemeinsam das Essen in den Raum trugen und auf dem Tisch abstellten. Es änderte sich erst etwas, als Zexion erkannte, was es zu essen gab: Braten. Jeder von ihnen bekam einen Teller vor sich abgestellt, mit einem Stück Fleisch, einigen Kartoffeln und etwas, das wohl mal ein Salat werden sollte. Und während die anderen bereits begannen, das Essen herunter zu schlingen, musste Zexion mit seiner Übelkeit kämpfen. War er denn der einzige, der wusste, was sie hier serviert bekamen?

Sein Hunger trieb ihn jedoch dazu an, ein wenig in seinem Salat herumzustochern. Zumindest diesen würde er ja essen können, ohne einen Menschen zu verspeisen, nicht wahr? Doch als er sich eine Gabel voll in seinen Mund schob und plötzlich auf etwas Hartes biss, spuckte er ihn wieder aus. Was war das? Neugierig betrachtete er seinen Salat und erkannte kurz darauf einen Nagel in seinem Essen. Einen Fingernagel, wenn er es richtig identifizierte. Geschockt schob er den Teller von sich und blickte über den Tisch, spielte kurz mit dem Gedanken, die anderen zu warnen, als sein Blick auf Demyx' Hand fiel. Unweigerlich fiel ihm auf, dass diesem die Nägel fehlten.. und mit einem Mal konnte er seine Übelkeit nicht mehr zurückhalten.

Zexion schaffte es noch so eben, sich über die Stuhllehne zu beugen, bevor er sich übergeben musste. Reste des Frühstücks, und auch das bisschen des Salates, das noch in seinem Mund gewesen war, fanden den Weg auf den Boden. Und von dem Geräusch wurden auch die anderen aufgeschreckt. Demyx hätte sich beinahe ebenfalls übergeben, da er einen empfindlichen Magen hatte, und Naminé drehte sich angewidert weg. Nur ein Blick war interessiert, ja beinahe erregt, und das war der von Marluxia. Dieser starrte nur auf den Jungen, bis Larxene ihn aufforderte, aufzustehen. „Das Essen ist beendet", fuhr sie die anderen Patienten an und brachte Marluxia im nächsten Moment auch schon aus dem Raum.

Luxord und Axel schienen mehr als unbegeistert darüber, ihr Essen nicht aufessen zu dürfen und schoben sich schnell noch einen letzten Happen des Fleisches in den Mund, während Demyx und Naminé den Raum bereits direkt nach Larxene und Marluxia verlassen hatten. Kurz darauf folgten auch die beiden anderen. Doch als Zexion den Raum ebenfalls verlassen wollte, wurde er von dem Hausmeister aufgehalten. Dieser versperrte mit seinem großen Körper, welcher in einen blauen Overall gehüllt war, die Tür.

„Wo willst du denn so schnell hin?", fragte er den zurückgelassenen Jungen. Dieser wurde im ersten Moment etwas panisch, schluckte die Panik aber herunter und blickte hinauf in die blauen Augen des Hausmeisters.

„In mein Zimmer?", fragte er beinahe patzig. Was sollte der andere schon tun?

Lexaeus hingegen wusste genau, was er tun sollte. Aufgrund der Dreistigkeit des Kleineren holte er aus und verpasste ihm eine Ohrfeige.

„Nicht in diesem Ton, Junge", ermahnte er ihn, bevor er ihm einen Wischlappen vor die Füße warf. Zexions Kopf ruckte zur Seite, bevor seine Wange rot anschwoll und ihn vor Panik erzittern ließ. Der Hausmeister hatte ihn geschlagen!

Sein Blick fiel auf den Boden, auf dem er den Lappen liegen sah. Der Mann erwartete doch nicht etwa.. Doch seine Befürchtung wurde bestätigt, als die dunkle Stimme ihn aufforderte, seinen Dreck selbst wegzumachen. Zuerst wollte Zexion widersprechen, doch als er durch einen kräftigen Stoß auf den Boden befördert wurde, gab er schnell nach. Er wollte bloß schnell weg. So schnell es nur ging.

So krabbelte er über den Boden, hin zu seinem eigenen Erbrochenen. An seinem unfreiwilligen Ziel angekommen, begann er den Boden zu säubern, was ihm erneut ein Gefühl der Übelkeit bescherte. Durfte ein Hausmeister einen Patienten überhaupt zu so etwas zwingen? Kurz blickte Zexion auf, doch als er den harten Blick des Hausmeisters traf, senkte er den Blick wieder und beendete seine Aufgabe. Erst, als das letzte bisschen Dreck verschwunden war, traute er sich, wieder aufzustehen. Er wollte Lexaeus den Lappen reichen, doch dieser deutete auf einen Eimer in der Ecke, in welchen Zexion jenen dann fallen ließ.

„Hat dir mein Essen etwa nicht geschmeckt?", fragte Xaldin mit einem Grinsen, das deutlich machte, dass er genau wusste, warum Zexion sich übergeben hatte. Dass er die ganze Zeit bei ihnen geblieben war, war weder dem Hausmeister noch dem Patienten aufgefallen. Zexion schüttelte nur schnell den Kopf, und eilte dann zur Tür. Dieses Mal hielt ihn niemand auf.. zumindest nicht solange, bis er den Raum verlassen hatte. Denn nur wenige Augenblicke später folgte ihm bereits der Hausmeister. Zuerst versuchte Zexion ihn zu ignorieren. Anhand des Besens in der Hand des Mannes konnte er darauf schließen, dass er einfach nur den Boden säubern wollte. So lief der Jüngere einfach einen Schritt schneller in Richtung seines Zimmers.

Doch als Lexaeus immer noch hinter ihm war, als er sein Zimmer erreichte, schlich sich die Panik wieder in ihm hoch.

„W-War noch etwas?", versuchte er seine Stimme von Zittern befreit zu halten, was ihm nicht ganz gelang. Natürlich war noch etwas, sonst wäre er ihm wohl kaum gefolgt. Aber was wollte der Mann von ihm?

„Weißt du, ich hasse es, wenn man Unordnung macht", wurde seine Frage wütend beantwortet. Kurz dachte Zexion darüber nach, einfach in seinem Zimmer zu verschwinden. So öffnete er schnell die Tür und wollte sie wieder schließen, doch war Lexaeus schneller als er und stellte seinen Fuß zwischen Tür und Rahmen.

„Aber, aber. Wer will mich denn ausschließen?", drang die Angst-einflößende Stimme des Hausmeisters durch die Tür, bevor diese aufgestoßen wurde und Zexion somit erneut zu Fall brachte.

Bevor er reagieren hatte, hatte Lexaeus schon seinen Weg in sein Zimmer gefunden und die Tür hinter sich geschlossen und verriegelt. Und ab diesem Punkt konnte Zexion die Panik in sich auch nicht mehr ignorieren. Was auch immer dieser Mann vorhatte: es war nichts Gutes. Zumindest nicht für ihn.

„Zieh dich aus!", wurde er angeherrscht. Panisch schüttelte Zexion den Kopf. Doch Lexaeus schien keine Geduld mit ihm zu haben. Als er aufstehen und erneut flüchten wollte, schlug er ihm mit dem Besenstiel so hart gegen das Bein, dass es knackte und der Patient erneut auf den Boden fiel. Es brauchte keine fachkundige Meinung, um festzustellen, dass das Bein gebrochen war.

Nun nicht mehr in der Lage zu fliehen, saß Zexion ergeben und zitternd auf dem Boden. Der Hausmeister ließ es sich nicht nehmen, ihn einige Augenblicke überlegen zu betrachten, bevor er zu ihm ging und ihm geduldlos das Oberteil über den Kopf zog und ihn dann an den Haaren auf die Beine zog. Der Jüngere versuchte dabei krampfhaft, sein Bein nicht zu belasten, und ließ sich beinahe wehrlos gegen das Bett stoßen. So fand er sich kurz darauf davor kniend wieder, sein Gesicht auf die Matratze gedrückt. Lexaeus drückte jenes so fest auf die Matratze, dass der Kleinere befürchtete, er würde ersticken. Erst, als er panisch mit den Armen zu schlagen begann, wurde er wieder losgelassen. Und als Zexion so erlöst durchatmete, und nach Luft schnappte, bemerkte er kaum, wie Lexaeus ihm seine Hose und Shorts herunterzog.

Erst als es passiert war, fiepte Zexion panisch auf. Was tat er da? Er wollte sich umdrehen, doch hielt ihn die starke Hand nun im Nacken auf das Bett gedrückt, während die andere irgendetwas anderes zu tun schien. Und mit einem Mal durchschoss ihn ein stechender Schmerz, der ihn aufschreien ließ. Laut und in einem Ton, von dem er nicht wusste, dass er ihn produzieren konnte. Etwas hartes, undefinierbares wurde in ihn geschoben. Und während Zexion sich immer mehr wehrte, und versuchte das Ding aus sich herauszupressen, wurde dieses jedoch nur noch tiefer in ihn geschoben. Tränen schossen in seine Augen und liefen über seine Wangen, während er spürte, wie Blut seine Schenkel hinab lief. Erst ein Blick über seine Schulter bestätigte seinen Verdacht.

Lexaeus hatte den Besenstiel in den Kleineren geschoben, und drückte diesen nun immer weiter in ihn herein. Er betrachtete mit einer gewissen Genugtuung, wie der Junge litt und wie er ihn quälte. Er war nie ein Sadist gewesen, aber er war der festen Überzeugung, dass Zexion noch Benehmen beigebracht werden musste. So schob er den Stiel noch etwas tiefer in ihn, bevor er ihn beinahe ganz herauszog und wieder in ihn stieß. Ein erneuter Schrei verließ den Mund des Jungen, während dieser erschauderte und seinen Rücken durchbog. Es hatte etwas erregendes, wie der Hausmeister fand. Etwas, dass sein Glied in seiner Uniform anschwillen ließ. Und so entschloss er sich, seine Taktik zu ändern. Er ließ von Zexions Nacken ab und hielt ihn nur mit seinem Besen in Position, während er seine nun freie Hand dazu nutzte, seinen Overall zu öffnen und herunterzuziehen. Dasselbe tat er auch mit seinen Shorts, bevor er den Besenstiel aus dem Kleineren herauszog.

Dieser schien sichtlich erleichtert darüber. Mit einem Mal fühlte sich Zexion nicht mehr so fürchterlich ausgefüllt. Die Schmerzen verschwanden zwar nicht völlig, aber das Wissen, dass nichts hartes mehr in ihm war, erleichterte ihn sehr. Doch das Gefühl hielt nur solang an, bis seine Hüfte von zwei Händen umfasst und weit in die Höhe gehoben wurde. Und mit einem Mal wurde der Stiel durch etwas ersetzt, das viel größer war und ihn in zwei Teile zu zerreißen schien. Er konnte sofort identifizieren, was es war. Lexaeus schob seinen angeschwollenen Penis in ihn. Und er war riesig. Riesiger, als er es sich hätte vorstellen können, selbst bei so einem großen Mann.

Und er schrie. Er schrie so laut, dass er sich sicher war, dass man ihn in der gesamten Klinik hören könnte: „Hör auf! HÖR AUF!" Er wollte nicht zerreißen. Er wollte nicht so nah bei jemandem sein, vor allem nicht so nah bei Lexaeus. Er wollte weg. Er wollte das nicht. Er wollte diese Schmerzen nicht, und er wollte sein erstes Mal nicht an diesen Mann verlieren. Doch dafür war es bereits zu spät. Immer wieder schob sich Lexaeus in ihn, bevor er sich fast aus ihm herauszog und erneut in ihn stieß.

Übelkeit stieg erneut in Zexion auf. Es war so ekelig, er fühlte sich so ekelig. Die Schmerzen schienen ihn verrückt zu machen, und er merkte, wie immer mehr Blut über seine Schenkel rann. Und als Lexaeus nach einigen weiteren Stößen in ihn kam, konnte Zexion es nicht unterdrücken, sich erneut zu übergeben. Er konnte hören, wie der flüssige Brei seinen Weg auf den Boden fand, bevor er einfach fallen gelassen wurde. Er knallte mit seinen Beinen auf den Boden, und schrie erneut vor Schmerz auf.

Ohne ein weiteres Wort zog der Hausmeister sich wieder an, ließ den Besen auf den Boden fallen und ging. Ihm war bewusst, dass es viel grausamer war, das Utensil bei dem Jungen zu lassen. Er schloss die Tür auf und verließ den Raum, wobei er darauf achtete, die Tür nicht wieder zu schließen.

Zexion lehnte apathisch auf dem Bett, während Tränen über sein Gesicht liefen. Seine Knie ruhten in seinem eigenen Erbrochenen, und er hatte das Gefühl, sein Bein würde jeden Augenblick absterben. Aber all das war ihm egal. Alles war ihm egal geworden.