Diego hielt Inne. Und tatsächlich. Der Schrei kam schnell. Er sprintete los. Immer in Richtung des hohen Tons. Angekommen, sah er Blut. Nicht viel, aber es war vorhanden. Er schrie innerlich auf. Was für ein Opfer war es? Ein Hase? Ein Hamster? Das wusste er nicht. Diego war sich dennoch sicher, dass er keine Rache wollte. Er hatte den Namen Koys schon einmal gehört. Und damit waren vier verloren Rudelmitglieder verbunden. Reden wäre wohl angebrachter.

Koys ließ den Kopf hängen. Er hatte verletzt. Nicht getötet. Aber daran sterben war möglich. Und dann waren auch noch die zwei Säbelzähne hinter ihm her. Er legte sich hin. Wartete. Nach einer Weile hörte er heftiges Atmen hinter sich. Koys drehte sich nicht um. Abwarten. Plötzlich schrie derjenige den er eben gewürgt hatte. Koys verstand die Worte nicht. Nur eines. Nein. Er spürte Gewicht auf seinem Rücken. Es bohrten sich Krallen in seine Haut. Er knurrte laut. Dann drehte er sich schnell, und riss die Gestalt von sich. Etwas weißes flog vor seinen Augen auf den Boden. Er setzte seinen Hinterlauf an den der Gestalt, den anderen dahinter. Dann drehte er ruckartig.

Shira schrie auf. Der Schmerz war unvorstellbar. Sie bekam Panik. Fing an zu keuchen. Warum tat Diego nichts? Dann öffnete selbiger den Mund, und sprach auf das silbergraue Wesen ein, das ihr den Lauf verdrehte. Sie konnte nur einzelne Bruchstücke herausfiltern. Das willst du nicht. Lass sie los. Du verletzt sie. Die Antwort folgte. Denkst du, das weiss ich nicht? Ich will niemandem Leid zufügen. Also lasst mich. Der Druck ließ nach. Shira winselte. Der Schmerz ließ nicht nach. Dann war der Druck ganz weg. Die Stelle pulsierte.

„Komm schon. Ja. So ist besser." Der Wolf Koys ließ Shiras Bein frei. Ihr Blick war Schmerzerfüllt. Es tat ihm Leid, das er anderweitig nicht hatte helfen können. Er sah, wie Koys sich ein wenig entfernte, und sich hinlegte. Diego bückte sich zu Shira hinab. „Wie schlimm ist es? Kannst du laufen?" N-Nein. Ich glaube, ich kann nicht mal aufstehen. Diego startete den Versuch sie zu tragen. Es klappte halbwegs. Bei den anderen Angekommen, wurde Shira versorgt, und Diego fiel in den Schlaf.

Koys machte sich Vorwürfe. Er wollte doch nichts tun. Aber er hatte keine Wahl gehabt. Die hatte er nie. Er wünschte sich, das man ihn verstehen könnte. Ihn tolerieren würde. Aber überall empfing ihn nur Abneigung. Er schloss die Augen. Ein wenig Schlaf vor dem Mittag. Er wollte jagen gehen. Aber er hatte Angst, dabei Blutrünstig oder Brutal zu werden. Es knackte neben ihm. Er knurrte.