Hmm, immer noch kein einziges Kommentar, aber trotzdem gibts ein neues Kapitel...
[3] Take me as I am
Müde rieb sich Draco Malfoy die Augen, während er sich erschöpft in seinem Schreibtischstuhl zurücklehnte. Die neue Woche hatte gerade begonnen und schon konnte er dringend ein weiteres, freies Wochenende gebrauchen. Die Arbeit im Krankenhaus war definitiv anstrengender, als er es sich vor einigen Jahren hätte vorstellen können.
Und ebenso kam es nach all den Jahren immer noch vor, dass Eltern ihre Kinder nicht von ihm behandeln lassen wollten. Und genau heute war es wieder einmal soweit gewesen. Es war zum Verrücktwerden. Sicher, vor 10 Jahren hätte auch er es nicht für möglich gehalten, dass er einmal in St. Mungos arbeiten würde, aber wie heißt es so schön: Zeiten ändern sich. In seinem Fall hatten sie vielmehr ihn geändert.
Der größte Krieg der Zaubereigeschichte hatte für viele Veränderungen gesorgt. Die Menschen lebten lange Zeit in Angst und Schrecken und viele von ihnen mussten während dieses Krieges ihr Leben lassen. Aber auch für ihn war die Zeit gekommen, sich für eine Seite zu entscheiden. Die Entscheidung Todesser zu werden, wurde ihm im 5. Schuljahr jedoch von seiner Familie abgenommen und der Auftrag, Albus Dumbledore zu töten, sollte ihm einen hohen Rang in der Riege Voldemorts einbringen. Doch dann waren da diese langen nächtlichen Gespräche mit Pansy, Blaise und auch Theo gewesen, die in seinem Leben für gehörig Wirbel gesorgt hatten...
Überrascht schreckte Draco auf, als es plötzlich an der Tür klopfte. „Herein!", rief er, sich bemühend wieder eine aufrechte Position hinter seinem Schreibtisch einzunehmen. Eine grinsende Pansy Parkinson streckte nun ihren Kopf durch die leicht geöffnete Tür: „Überraschung, Herr Doktor!" Sein Unmut war wie verflogen. Freudig sprang er auf und umarmte die junge Frau. „Du bist wieder in London? Du hättest dich doch melden können?" - „Das tue ich doch hiermit, du Blödmann. Und wie gesagt, das sollte eine Überraschung werden. Bin ja gerade erst angekommen."
Er bot ihr einen Platz an, ehe er sich selbst wieder hinter dem Schreibtisch niederließ. „Wie war Paris? Wie war Frankreich insgesamt? Mal wieder, wenn man das so sagen kann." Darüber mussten nun beide lachen. - „Wie immer, Draco. Einfach nur schön, aber gab auch genug zu tun. Mein Chef möchte mich wohl auch weiterhin einzelne Kolumnen aus Paris und Umgebung haben. Das heißt ich werde immer mal wieder länger drüben sein. Aber wie jedes Mal werde ich euch schrecklich vermissen!" - „Uns?", Draco musste grinsen, „Achja, da war ja was."
„Nun hör schon auf, Draco." Pansy schickte ihm einen gespielt bösen Blick über den Schreibtisch. „Aber nun sag schon, wie geht es Blaise?" Sie versuchte diese Frage so uninteressiert wie möglich klingen zu lassen, doch der junge Mann wusste, dass sie schon seit längerer Zeit mehr als nur freundschaftliches Interesse an seinem besten Freund Blaise Zabini hatte, was auf Gegenseitigkeit beruhte, doch irgendwie bekamen es die beiden einfach nicht auf die Reihe.
Zum einen war da Pansy,. Die Frau, die er seit er Denken kann heiraten sollte, mit der er schon soviel in seinem Leben durchgemacht hatte, die mittlerweile aber nichts anderes als seine beste Freundin war, wenn Jungs überhaupt soetwas haben konnten, und die eben die zurzeit aufstrebendste und angesagteste junge Journalisten Londons war. Deshalb auch immer beschäftigt und viel unterwegs. Und dann war da halt Blaise. Sein bester Freund seit dem 1. Schuljahr in Hogwarts und möglicherweise auch der einzige jemals ehrliche ihm gegenüber, der inzwischen als Auror für das Ministerium arbeitete und ebenso viel zu tun hatte. Nungut, Draco hatte als Kindermediziner ja genauso viel zu tun, weshalb sich die drei Freunde öfters in ihren Mittagspausen oder am Wochenende zu einem gemeinsamen Essen trafen.
Und auch jetzt war es Pansy, die den Vorschlag machte, weil er in Gedanken versunken ihre Frage erstmal völlig vergessen hatte: „Nungut, dann sag es mir halt nicht, kann er mir ja selbst sagen. Denn wenn ich mich nicht irre, habt ihr beide jetzt demnächst 'ne Pause. Also lass uns was essen gehen. Ich habe das englische Essen nämlich echt vermisst!" - Draco musste grinsen. „Du warst nur 'ne Woche weg, Pansy. So schlimm kann's nicht gewesen sein." Noch ehe sie ihren bösen Blick auf ihn abschießen konnte, sprach er weiter: „Aber kein Problem, der nächste Rundgang ist erst um 15 Uhr, und ich sag einfach Theo Bescheid, dass er im Notfall für mich einspringen soll, der ist diese Woche unser Springer." - „ Lässt also immer noch andere für dich arbeiten. Tss tss, Draco, Draco, das ist aber nicht in Ordnung." Jetzt war es Pansy, die grinsen musste, als sie das überraschte Gesicht ihres Freundes sah. „Ist ja gut, habs nicht so gemeint. Weißt doch, freu mich, wenn du mir etwas von deiner wertvollen Zeit schenkst."
Bevor sie sich auf den Weg zu einem Restaurant um die Ecke machten, schickte er Blaise noch schnell eine Nachricht, in der Hoffnung, dass dieser dann auch dort auftauchen würde. Denn er mochte Pansy zwar unheimlich gerne, aber wirklich Lust auf eine einstündige Unterhaltung über die neueste französische Mode hatte er dann doch nicht. Und mit seinem besten Freund an der Seite war das durchaus erträglicher.
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„Ihre Suppe, Miss." Die Kellnerin strahlte sie an und platzierte die heiße Suppe vorsichtig zwischen all den ganzen Aufzeichnungen und Büchern auf dem Tisch. Hermine erwiderte die Geste mit einem leichten Lächeln: „Dankeschön." Doch kaum war die Bedienung wieder verschwunden, schob sie den Teller zur Seite und schrieb weiter in ihr Notizbuch.
Heute war Dienstag und damit war sie bereits den fünften Tag als Gast in diesem Restaurant. Die Kellner mussten sie für verrückt halten, weswegen sie auch weder am Samstag noch am Sonntag gekommen war. Doch dann hielt sie es zuhause nicht mehr aus und war wiedergekommen. Es überraschte auch sie, aber dieses Restaurant war momentan der Ort, an dem sie sich ihren Eltern nahe fühlte. Sicher, es war mittlerweile neu aufgebaut, renoviert und erneuert worden und ebenso hatte der Besitzer gewechselt, und trotzdem half es Hermine ein wenig bei der Bewältigung einiger Dinge. Jedenfalls versuchte sie sich das im Moment noch einzureden und solange das noch funktionierte, war auch nichts dagegen zu sagen, oder?
Sie seufzte. Solange der Besitzer nichts sagen würde, würde sie wohl die nächsten Tage erneut hier sitzen. Damit ihr dies möglich war, bestellte sie regelmäßig etwas zu trinken oder zu Essen, je nach Tageszeit etwas Passendes. Doch der Appetit war ihr auch jetzt wieder vergangen, sodass sie die Suppe entweder später kalt essen oder unangerührt zurückgeben würde. Darüber sollte sie sich aber später Gedanken machen, jetzt wollte sie erstmal die letzten Zeilen ihrer heutigen Aufzeichnungen fertig schreiben, und noch wollten ihr die richtigen Worte nicht einfallen.
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Blaise passte sie vor dem Restaurant ab. „Danke für die Einladung, Kumpel. Hatte schon richtig Hunger, da kam deine Nachricht richtig passend." - Er musste grinsen. War ja klar, dass sich sein bester Freund mal wieder von ihm einladen lassen würde, dachte sich Draco. Nicht, dass es ihm etwas ausmachen würde, Geld hatte er genug, aber manchmal überraschte ihn auch jetzt noch die dreiste Art von Blaise.
Lachend gingen die drei hinein und setzten sich an einen Tisch. „Schön, dass du wieder hier bist, Pansy. Haben dich schon vermisst!" Die Angesprochene errötete unter den Worten des Dunkelhaarigen, der jedoch plötzlich aufstand und mit einem Lachen erklärte: „Ich muss nochmal wohin. Könnt ruhig schonmal etwas bestellen." Und schon war er Richtung Toilette verschwunden. Lachend folgte Draco ihm mit seinem Blick, als ihm eine junge Frau an einem der hinteren Restauranttische auffiel. Mit langen braunen Haaren, einem einfachen dunkelgrauen Pullover und einer Jeans gekleidet, den Kopf über zahlreiche Bücher gebeugt, machte sie einen unscheinbaren Eindruck und doch erkannte er sie sofort: „Hermine Granger!"
Überrascht hob Pansy den Kopf. „Was sagtest du, Draco?" Als er nichts erwiderte, folgte sie seinem Blick. Schnell drehte sie sich wieder um: „Ja, ist sie wohl." Und eilig rief sie die nächste Bedienung heran: „Entschuldigen Sie, wir hätten gerne die Speisekarten." Verwirrt schaute Draco Malfoy nun seine Freundin an, deren Verhalten er in diesem Moment mehr als verwunderlich fand...
Schon wieder fertig für heute, aber was so wenig aussieht, sind immerhin fast zweieinhalb Seiten voller Text. Das nächste Kapitel ist bereits fertig, bei Reviews wird schneller hochgeladen :p
