Tag 1: Besuch

Das kleine, schmucklose Haus stand abseits des Dorfes, durch das lediglich eine schmale, gepflasterte Straße führte. Der nahe Wald warf weite Schatten, selten drang daher ein Sonnenstrahl in den verwilderten Garten.
Kaum eine Seele verlief sich an diesen dunklen Ort, über den in der Gegend behauptet wurde, dass im Inneren der dicken Steinmauern ein Mensch lebte, der soviel dunkler war, als ein schattiger Garten es je hätte sein können.
Doch ausgerechnet heute wurde Severus Snape durch ein heftiges Klopfen ein seine Tür aufgeschreckt.
Ein anderer hätte vielleicht an einen Zufall glauben, sich für einige Sekunden dieser beruhigenden Illusion ergeben können. Doch er glaubte nicht an Zufälle, hatte es nie getan. Und gerade heute war zu viel geschehen, als das er sich selbst hätte täuschen können.
Die schlafende Gestalt in seinem Bett bezeugte das auf eine sehr eindrucksvolle Weise.
So straffte er seine Schultern und stieg mit gemäßigten Schritten, die mit dicken Teppichen ausgelegte Treppe hinab, in seinem Inneren die Sätze wiederholend, die er sich bereits vor Stunden für den Fall von Nachfragen zurecht gelegt hatte.
Ein letztes Mal atmete er tief ein, bevor seine Züge einen herablassenden Ausdruck annahmen und er schwungvoll die Tür öffnete.
Er sah sich zwei Männern gegenüber, die wie Muggel gekleidet waren und doch keine sein konnten. Das erkannte er mit einem Blick.
Beide trugen den selben dunkelblauen Anzug, die selben schwarzen Schuhe, die selben Krawatten.
Beider Gesichtsausdruck, beider Körperhaltung verdeutlichte, dass sie sich in ihrem Aufzug nicht wohl zu fühlen schienen. Sie hätten beinahe als Zwillinge durchgehen können, denn selbst die Frisuren der Männer schienen identisch. Einzig geringe Unterschiede in der Statur und ein erheblicher Altersunterschied sprachen gegen diese Theorie.

„Was kann ich für Sie tun, meine Herren?"

Die Worte waren höflich, doch der schneidende Tonfall, mit dem sie gesprochen wurden, ließen die Abneigung des Sprechers beinahe greifbar erscheinen.

„Professor Severus Snape?"

Ein Nicken war die einzige Reaktion auf die Frage, die er ihnen zugestand.

„Wir kommen vom Ministerium für Zauberei..."

„Ach nein, das sieht man Ihnen gar nicht an."

Der Ministeriumsmitarbeiter zu seiner Linken fuhr ungerührt fort.

„... Abteilung für magische und nicht-magische Zusammenarbeit."

Ohne weitere Erklärungen abzuwarten, begann Snape seine Rolle zu spielen.

„Dass Sie vom Ministerium sind, habe ich schon erkannt, als Sie an meine Tür klopften. Niemand sonst würde es sich wagen, unangemeldet mein Grundstück zu betreten.
Was legt man mir zur Last?"

Nun war es der Mann zu seiner Rechten, der jüngere, der sprach.
Er kannte ihn. Dem Alter nach musste er wohl einmal einer seiner Schüler gewesen sein.

„Wie kommen Sie darauf, dass wir Ihnen etwas vorzuwerfen haben?
Spricht aus Ihnen das schlechte Gewissen?"

Snape verzog seinen Mund zu einem hämischen Grinsen.

„Es sind die schlechten Erfahrungen, die mir die Idee kommen ließen. Wann immer ich mit dem Ministerium zu tun hatte, ging es mit Unannehmlichkeiten einher.
Sie werden mir also verzeihen, wenn ich Sie nicht zu einem Tee herein bitte, sondern Sie stattdessen auffordere mein Grundstück sofort zu verlassen."

Der älterer Kollege ergriff nun wieder das Wort.

„Den Gefallen können wir Ihnen leider nicht tun. Zunächst möchte ich Sie bitten, zu einigen Ausführungen Stellung zu nehmen.
Es wird Ihnen nichts vorgeworfen, doch vielleicht können Sie uns ja... weiterhelfen."

Snape zog seine Augenbrauen in die Höhe.

„Was, wenn ich mich weigere?"

Er sprach es so gelassen aus, dass ein jeder, der ihn nicht näher kannte, der seine Vergangenheit nur aus Erzählungen kannte, es für blanken Trotz hätte halten könnte.
Doch es war mehr als das. Keine zehn Pferde würden ihn ohne Not in das Ministerium bringen, niemals würde er irgendeinem Mitarbeiter freiwillig helfen.
Es gab Episoden, aus der Zeit vor seinem Freispruch, die das verhindern würden. Der Prozess war tatsächlich fair gewesen, aber viele Mitarbeiter im Ministerium und schlimmer noch in Askaban, waren das nicht gewesen. Man hatte ihn als Verräter betrachtet und wie einen behandelt. Dazu hatte es auch gehört, tatenlos mit anzusehen, wenn er von anderen Gefangenen angegriffen worden war.

„Wir möchten Ihnen eine Vorladung nur allzu gern ersparen. Wie Sie selbst sagten, sind Ihre Erinnerungen an das Ministerium nicht unbedingt positiv geprägt."

Snape überhörte diese Drohung des Rechten nicht.

„Wenn Sie denken, mich mit solchen Worten einschüchtern zu können, irren Sie. Ich habe in meinem Leben weit schlimmeres erlebt, als ein paar Tage eingeschlossen in einer Zelle zu verbringen. Weit schlimmeres als Sie sich vorstellen können..."

Er wurde unterbrochen.

„Das ist hinlänglich bekannt. Und nichts worauf Sie stolz sein sollten."

Der Linke bedachte den jüngeren Kollegen für dessen Worte mit einem strafenden Blick.
Für Snape war die Rangordnung nun eindeutig geklärt.
An den Rechten gewandt stellte er fest.

„Sie sollten Ihrem Kollegen vielleicht erklären, dass ich sehr wohl Stolz auf meine Handlungen während der finalen Schlacht zurück blicke..."

Wieder wurde ihm ins Wort gefallen. Wieder war es der Rechte, der sich nicht beherrschen konnte.

„Das sind nicht diese Aktivitäten, die ich verurteile..."

„Hanson, es reicht. Warten Sie am Apperierpunkt auf mich."

Es dauerte noch einige Sekunden, bis der junge Mann widerwillig der Aufforderung folgte. Doch er tat es, zwar mit einem wütenden Blick auf Snape, aber er tat es.
Nachdem er die Gartenpforte hinter sich geschlossen hatte, wandte sich der verbliebene Ministeriumsmitarbeiter wieder Snape zu.

„Verzeihen Sie, Professor. Mein Kollege ist noch sehr jung. Zu jung, um das Geschehen von damals bewusst miterlebt zu haben. Augenscheinlich kann er nicht verstehen, dass es nicht nur schwarz und weiß gibt."

Wie so viele andere.
In den Augen der meisten Magier war Severus Snape wohl nach wie vor der Mörder Dumbledores. Was nütze ihm die Rehabilitation durch ein Zaubergamot, wenn kaum einer sehen wollte, was er wirklich in den Jahren nach Voldemorts Rückkehr getan hatte?

Er hatte ausschließlich zu dessen Vernichtung beigetragen, etwas, was trotz des eindeutigen Urteils öffentlich und in den meisten Zeitungen angezweifelt worden war. Aber all das war im Moment unwichtig, eigentlich war es das immer.
Er hatte gerade einen kleinen Sieg für sich errungen, denn nun stand ihm der ältere Ministeriumsmitarbeiter deutlich positiver gegenüber. Der Mann hatte etwas gut zu machen.
Nach einem kurzen Moment des Schweigens, in dem er wohl auf eine Reaktion des Tränkemeisters gehofft hatte, fuhr er fort.

„Der Grund meines Hierseins ist das Verschwinden einer jungen Muggelfrau.
Sie wurde heute morgen offensichtlich von einem Magier aus einem Krankenhaus entführt.
Wer auch immer das getan hat, hat ausgezeichnete Arbeit geleistet.
Einer ihrer behandelnden Ärzte ist sich vollkommen sicher, kurzfristig ihre Verlegung in ein andere Klinik veranlasst zu haben. Er glaubt sogar, die Frau an einen Krankentransport übergeben zu haben.
Offensichtlich wurden seine Erinnerungen manipuliert, fähige Auroren konnten Spuren von Manipulationszaubern in seinem Gedächtnis finden, wenn auch nur mit einigem Aufwand.
Der Zauber war erstklassig ausgeführt und mit Sicherheit wäre niemanden eine Ungereimtheit aufgefallen, wenn ein Kollege des Arztes nicht kurz zuvor mit dem entsprechenden Krankenhaus gesprochen und er von dort eine Absage für die Verlegung erhalten hätte. Kein Mensch hätte Verdacht am Verschwinden der Frau geschöpft, zumindest nicht bis zum nächsten Besuch von Angehörigen. So aber ist unser Verbindungsmann bei der Mugglepolizei in London sehr schnell hellhörig geworden.
Wie dem auch sei, die Frau ist verschwunden, weder in dem einen, noch in dem anderen Krankenhaus findet sich eine Spur von ihr. Sie ist schwer krank und benötigt dringend ärztliche Hilfe.
Sie beherrschen diese Art der präzisen Gedächtnisveränderung, nicht wahr?"

Snape nickte.

„Ja, ich beherrsche solche Zauber.
Macht mich das automatisch zu einem Verdächtigen?
Warum sollte ich eine fremde Frau entführen? Einen Muggel?"

In diesem Augenblick hoffte er inständig, dass das Ministerium keine Kenntnisse über seine heutigen Aktivitäten besaß, dass „Tiberius Anderby" nicht mit ihm in Verbindung gebracht wurde.
Er hatte in vielen Veröffentlichungen betont, dass er bestrebt war, eine Fusion der magischen und nicht-magischen Trankzutaten zu realisieren. Sollte das Ministerium wissen, dass es Severus Snape war, der dies unter dem geheimnisvollen Pseudonym tat, war es nur noch ein kurzer Weg, um die Verbindung zur Apotheke zu finden.
Das ganze funktionierte allerdings auch sehr gut anders herum.
Es bedurfte nur einen Blick in die Kundendatei, um herauszufinden, dass Tiberius Anderby Kunde war. Wie lange würde es dauern, bis das Ministerium wusste, dass Anderby keine real existierende Person war? Wie viele Meister der Zaubertränke gab es wohl, die gleichzeitig umfangreiche Kenntnisse im Bereich der Bewusstseinsmanipulation vorweisen konnten? Der Kreis derer, die unter diesem Pseudonym arbeiten könnten, war mit Sicherheit sehr klein.
In diesem Moment war Snape sich sicher, bereits mit einem Bein in Askaban zu stehen. Sein Herzschlag schien ob der Anspannung einige Sekunden auszusetzten.

„Natürlich nicht, Sir.
Ich werde heute noch bei einer Vielzahl von Hexen und Zauberern an die Tür klopfen, von denen bekannt ist, dass sie solcherlei Zauber erlernt haben.
Das ist meine Pflicht."

Snape nickte.

„Ich verstehe.
Ich versichere, dass ich mit keinerlei Verschwinden von irgendjemanden zu tun habe. Genügt Ihnen das?"

„Vollkommen, Sir. Es liegt mir fern, Ihr Ehrenwort in Zweifel zu ziehen.
Vielen Dank für Ihre Kooperation. Und ich bitte Sie nochmals, das Verhalten meines Kollegen zu entschuldigen."

Wieder nickte er.
Damit war das Gespräch beendet.

Snape war zunächst versucht, dass Verschwinden der beiden Männern zu beobachten, doch er entschied sich dagegen. Es hätte nur verdächtig wirken können, wenn er sich scheinbar davon überzeugen musste, dass sie wirklich gingen.
So schlug er die Tür zu, sobald sich sein Gegenüber von ihm abgewandt hatte.
Für einen Augenblick schloss er die Augen.
Sie waren schneller hier erschienen, als er es für möglich gehalten hatte.
Kein Wunder, nach seinem völlig kopflosen Verhalten.
Doch noch war nichts verloren. Er hatte keine eindeutigen Spuren hinterlassen, andernfalls hätte man ihn bereits schwerer belastet. Würde nun die Verbindung im Verborgenen bleiben, hatte er nichts zu befürchten.
Langsam stieg er die Treppe wieder hinauf.
Er wurde wahrlich alt, diese Szene hatte ihn viel Kraft gekostet. Mehr, als er es sich in früheren Zeiten hätte leisten können.
Er hatte die Tür zu seinem Schlafzimmer beim Verlassen nur angelehnt.
Als er sie nun aufstieß, fand er Miss Wilks in sich zusammengesunken auf seinem Bett sitzend wieder.
In ihrem Blick lag eine tiefe Verzweiflung. Ihr Schädel war kahl, die Augen lagen viel zu tief in ihren Höhlen und waren trüb. Die Haut des Mädchens war grau, das Gesicht aufgedunsen.
Die Ereignisse der vergangenen Stunden tauchten deutlich vor seinem inneren Auge auf.
Es war so viel mehr gewesen, als ein Zauber zur Gedächtnisveränderung.

Er hatte sie schlafend in ihrem Zimmer vorgefunden.
Ein Blick hatte genügt, um zu erkennen, dass sie sterben würde, dazu musste er kein Arzt oder Heiler sein. Entsetzlich dünn war sie geworden, regelrecht zerbrechlich und ausgezehrt. Über einen Tropf war sie mit Flüssigkeit versorgt worden, es schien ihr also schon nicht mehr möglich, ausreichend zu trinken.
Die Idee sie zu retten, war schon in ihm aufgekeimt, als er vor das Krankenhaus apperiert war. Aber nachdem er sie gesehen hatte, war ihm klar geworden, dass ihm keine Zeit für einen ausgefeielten Plan bleiben würde.
Er hatte es über das Knie gebrochen und bereut, 14 Wochen lang gezögert zu haben, um seine lächerliche Frage zu stellen. Nach nur wenigen Minuten des Nachdenkens war seine Entscheidung gefallen.
Er hatte die noch immer Schlafende geschockt, so dass sie sein Vorhaben nicht durch ungebetene Kommentare oder Panikattacken hätte unterbrechen können, in dem sie erwachte. Dann hatte er den Rufknopf neben ihrem Bett betätigt. Nach kaum mehr als einer halben Minute war eine der Schwester in das Zimmer gekommen. Noch so ein untrügliches Zeichen dafür, dass es schlecht um die Frau stand.
Die Schwester hatte überrascht reagiert, aber nicht abweisend. Eher erleichtert. Sie hatte ihn gefragt, ob sie ihm irgendwie behilflich sein könnte.
Ein Unverzeihlicher, der Imperius, hatte ihm die Krankenakte der Patientin in die Hände gespielt, von der freundlichen Krankenschwester beschafft, ohne das sie sich später hätte daran erinnern können. Ein Bann hatte das Zimmer vor Zugriff geschützt, während er sich in die Akte vertieft hatte.
Was es darin zu lesen gab, hatte seine Beobachtungen schmerzhaft bestätigt.
Es war hoffnungslos.
Nierenkrebs im Endstadium, mit Metastasen in Kopf, Magen und diversen Knochen. Ein Armbruch aus heiterem Himmel, ohne große Belastung hatte sie ins Krankenhaus geführt. Die Diagnose musste grausam gewesen sein. Sie hatte angeben keine weiteren Beschwerden gehabt zu haben. Der Tumor in der rechten Niere hatte aber bereits fast das ganze Organ eingenommen, man hatte es sofort entfernt.
Zur Bekämpfung der Sekundärtumore überall in ihrem Körper hatte man eine Chemotherapie durchgeführt, als diese nicht angeschlagen war, hatte man zwei weitere Versuche gestartet. Alle erfolglos. Sie lag im Sterben.
Es hatte eine Anfrage an ein Krebszentrum in Newcastle gegeben. Dort wurde gerade eine Studie durchgeführt, die sich mit Paliativmedizin im Edstadium einer Krebserkrankung beschäftigte. Wie er nun durch den Ministeriumsmitarbeiter erfahren hatte, war sie offensichtlich nicht einmal mehr für diese in Frage gekommen. Doch diese Studie war Snape einem Strohhalm gleich gekommen, es war der Ausweg für sie gewesen, ohne das ihr Verschwinden sofort aufgefallen wäre.
Er hatte den Bann gelöst und wieder die Klingel betätigt.
Beim erneuten Eintreten der Schwester, hatte er freundlich um eine Unterredung mit dem behandelnden Arzt gebeten. Sie hatte seine Berechtigung nach einem solchen Gespräch nicht einmal hinterfragt. Kurz hatte er sich darüber gewundert, doch der Arzt hatte dieses Versäumnis augenblicklich korregiert.
Snape hatte selbstverständlich keine Zeit damit verschwendet, auch nur einen Gedanken an diese Frage zu vergeuden, er hatte augenblicklich mit seiner Manipulation begonnen.
Der Arzt hatte in Zusammenarbeit mit der Schwester in aller Eile Papiere für die Verlegung nach Newcastle vorbereitet und Snape eine Kopie der Krankenakte in die Hand gedrückt, fest im Glauben, er sei Arzt des dortigen Krankenhauses. Snape hatte Arzt und Schwester mit falschen Erinnerungen versorgt, so dass sie davon überzeugt waren, sie hätten Miss Wilks ihm und dem Fahrer eines herbeigerufenen Krankentransports des Freeman Hospitals in Newcastle übergeben. Er war mit seiner Arbeit zufrieden gewesen.
Es hatte alles in allem kaum mehr als eine Stunde gedauert, bis er die Sachen von Anny Wilks hatte zusammenpacken und mit ihr das Krankenhaus verlassen können.

Sie war erwacht, als er sie aus ihrem Bett gehoben hatte.
Er hatte damit gerechnet, dass sie panisch reagieren würde, doch ihr Blick hatte lediglich verwirrt gewirkt. Selbst die Tatsache, dass sie sich auf seinem Arm befunden hatte, schien sie nicht verängstigt zu haben. Aber wahrscheinlich war dies nur ein erstes Zeichen der Überforderung gewesen.
Snape hatte gehofft, sie würde durch das Apperieren wieder bewusstlos werden. Möglich wäre eine solche Ohnmacht gewesen, ausgelöst durch die unglaublichen Eindrücke, die sie durch die unbekannte Magie erleben würde, das hätte sehr gut zu viel für ihren schwachen Körper sein können.
Doch diesen Gefallen hatte sie ihm nicht getan.
Die Panik hatte schließlich doch Einzug gehalten und ihr gellender Schrei hatte im gesamten Haus widergehallt. Er hatte sich nicht anders zu helfen gewusst. Der erneute Schockzauber hatte sie völlig unerwartet getroffen.
Nun hatte das Klopfen an der Tür oder spätestens seine laut gesprochenen Worte sie wohl erneut geweckt.
Welcher Tatsache er es zu verdanken hatte, dass sie nicht aus dem Bett aufgesprungen war und den Mitarbeitern des Ministeriums durch ihre Hilfeschreie deutlich verraten hatte, wer für den Zauber im Krankenhaus verantwortlich war, war deutlich zu erkennen.
Poppys strenger Blick lag auf ihm, seit er das Zimmer betreten hatte.
Ihre zusammengekniffenen Lippen entstellten das sonst so freundlich dreinblickende Gesicht.
Sie saß dem Bett gegenüber auf einem Stuhl.
Mit der einen Hand hielt sie die rechte Hand der jungen Frau. Snape war sich nicht sicher, diese die Berührung überhaupt bemerkte.
In der anderen Hand hielt die Heilerin ihren Zauberstab, mit dem sie der Patientin augenscheinlich einen Schweigezauber auferlegt hatte.