Vielen Lieben Dank an Hermine Potter, Amy, Erde und Osiris Black für eure Kommentare, mich freut wirklich, dass euch die FF gefällt. Und natürlich auch danke denen, die meine FF auf ihre Fav Liste gesetzt haben!!!
Und kaum war der verklungen, kam die fünf Jährige aus ihrem Zimmer gerannt.
„Mummy Mummy! Harry hat geschrieben. Harry hat endlich geschrieben und mein Name steht auf dem Umschlag! Nur meiner!" sie raste an ihrer Mum vorbei und flog nahezu die Treppen nach unten, an dessen Ende sie von James aufgefangen wurde.
„Daddy Daddy Daddy Harry hat mir geschrieben, mir ganz allein!" erzählte sie ihm begeistert und lies sich wieder die Treppe nach oben tragen. James grinste amüsiert hinauf zu Lily.
„Und was hat er geschrieben?" fragte er dann seine aufgeregte Tochter.
„Oh, das weiß ich nicht." Und so schnell wie möglich, jedoch mit bedacht, nahm sie den Brief aus dem Umschlag.
Liebe Elli,
ich hoffe dir geht es gut. Ich bin gerade hundemüde, Terry und Anthony (die zwei andern Ravenclawjungs in meinem Jahr) haben es sich zur Aufgabe gemacht, mich morgens so lange zu nerven, bis ich endlich aufstehe und bevor ich die Zeit ungenutzt lasse, schreibe ich dir lieber!
Ich überlege mir gerade ob ich den Beiden nicht einen schönen Streich spielen soll? Hast du eine Idee? Natürlich darfst du das jetzt nicht falsch verstehen, ansonsten versteh ich mich super mit ihnen. Sie können nur nicht verstehen, wie man seine Zeit mit schlafen vertrödeln kann... Naja, sie scheinen mich noch nicht wirklich zu kennen.
An der Stelle musste Elliot lachen. Was sie nicht bemerkte war, wie ihr Vater über ihrer Schulter mitlas und sich für ihn somit einige Fragen eröffneten.
Die erste Woche ist bisher doch sehr gut vergangen. Der Unterricht macht spaß und ich habe bisher eigentlich noch keine Schwierigkeiten, ich konnte sogar schon Punkte für Ravenclaw sammeln. Außerdem habe ich in jedem Fach einen tollen Tischnachbar gefunden. Sag es Dad nicht, aber kannst du dich noch an den Jungen in der Winkelgasse erinnern? Draco Malfoy? Er sitz in Verwandlung neben mir und eigentlich ist er ganz in Ordnung. Ich denke, noch besteht die Chance, dass er selbst versteht, was der richtige Weg ist. Naja, ich hoffe es.
In zwei anderen Fächern sitz ich neben Ron Und einem Mädchen, sie heißt Hermine und sie ist Muggelgeborene. Sie hat noch ein paar Probleme sich zurecht zu finden, zu mindestens schafft sie es nicht direkt Anschluss zu finden, aber ich werden mein Bestes tun, sie ist mit Ron in Gryffindor und es kann ja nicht so schwer sein die zwei zu Freunden zu machen.
Gut, aber ich muss jetzt zum Frühstück, ich werde dir aber wieder schreiben! Sag allen einen ganz lieben Gruß, ich vermiss sie!
Ganz liebe Grüße
Harry
„Einen ganz lieben Gruß von Harry!" rief Elliot, kaum das sie fertig lesen war, so laut das James zusammen zuckte. Er war in Gedanken, denn er hatte den Brief mitgelesen, auch wenn es nicht der Wunsch seines Sohnes war. Elliot kletterte jetzt aus den Armen ihres Vaters und rannte in ihr Zimmer. James blieb noch immer stehen, mit einem nachdenklichen Gesichtsausdruck.
Lily wunderte sich, brachte dann jedoch erst wieder alle Mädchen ins Bett. Als sie dann nach unten kam, hatte James sich in die Küche gesetzt. Mit den Händen umschloss er ein Butterbier und seine Augen ruhten auf dem Kuchen, der ihm gegenüber auf der Arbeitsplatte stand. Diesmal jedoch, so war sich Lily klar, nicht mit der Frage im Gedanken, wie viel er davon essen könnte ohne das es Lily bemerkte.
„Ist alles in Ordnung?" Sie setzte sich neben ihn auf die Eckbank und versuchte Aufmerksamkeit zu erlangen. Doch es dauerte einen Moment bis James seinen Blick löste und in die Augen seiner Frau schaute.
„Ich... ich weiß nicht genau." Lily wusste nichts zu antworten. Doch wahrscheinlich war ihr Schweigen der Schlüssel zu der ehrlichen Antwort, sie Sekunden später von James kam.
„Ich hab das Gefühl, ich kenne meinen Sohn nicht, und... und das Schreckliche ist, dieser Gedanke ist mir gerade nur so gekommen, als ich die Treppe nach unten ging. Für einen Moment dachte ich mir, dass ich stolz sein kann, weil Harry den anderen Jungs einen Streich spielen will und dann... Mein Harry Streiche? Nein, er doch nicht... Aber warum schreibt er es in einen Brief an Elliot und warum scheint da etwas dahinter zu sein, warum findet sie das witzig... sie weiß doch mehr... Lily, ich weiß überhaupt nichts über ihn! Und das kommt mir nach elf Jahren auf dem Weg in die Küche!".
„Ich bin ehrlich, ich habe keine Ahnung, was ich jetzt sagen soll." Lily stand von ihrem Platz auf und lief in der Küche auf und ab.
„Ich meine, wenn das nicht so drastisch wäre und wir hier nicht über Harry reden würden, dann wäre mein Kommentar wahrscheinlich ein ‚Wow' und ein Applaus für diese Erkenntnis. Immerhin hast du es gerade geschafft deine Gefühle aus zu drücken und das als Mann... aber..." Lily setzte sich wieder neben ihn und nahm seine Hand.
„... das ist unsere Sohn James."
„Glaubst du, ich weiß das nicht?" jetzt war es James der von seinem Platz sprang und anfing die Küche auf und ab zu gehen.
„Weißt du wie sich das gerade anfühlt? Ich steh hier und mir fällt auf, was ich in den letzten elf Jahren getan habe."
„Nein, ich weiß es nicht." Lily schaute hinab zu ihren Händen und versuchte ihre Fassung zu wahren.
„Was bin ich nur für ein Vater?" Mit diesen Worten lehnte er sich hinter sich an die Wand und lies sich nach unten sinken.
„Und das alles nur wegen dieses Briefes, der mir gar nicht gestattet war zu lesen" murmelte der dunkelhaarige Zauberer bevor er seinen Kopf in seine Hände legte und versuchte die Kontrolle zu wahren. Lily biss sich auf die Lippen und über ihren Stolz hinaus stand sie auf und lief die wenigen Schritte zu ihrem Mann, kniete sich vor ihn und legte eine Hand auf seine Wange.
„Schau mich an." Egal wie wütend sie war und wie gerne sie ihn gerade anschreien wollte, sie konnte nicht anderes. Es dauerte nicht lange bis James dann schlussendlich auch aufschaute.
„Liebst du ihn?" James Augen wurden großer.
„Natürlich!" Lily nickte und versuchte sich zu einem Lächeln zu zwingen.
„Nun, dann wird alles gut!" Und Lily wusste, das er ihr glauben würde, auch wenn sie selbst wusste, dass es möglicher Weiße nicht so war.
Als Lily wenig später in ihrem Bett war, versuchte sie alles für diesen Tag zu vergessen. Alles, was geschehen war. Ihr war noch nicht klar, was diese wenigen Worte ihres Mannes auslösten, nicht heute Abend, auch wenn ihr die Tatsache, die er heute Abend selbst erkannt hatte, schon so lange klar war und eigentlich für sie kaum noch Bedeutung hatte. Aber eins wusste sie auch jetzt und sie wusste es schon immer und würde es immer wissen, egal was passieren würde, sie liebte ihren Sohn mit ganzem Herzen, und ihrer Töchter genauso, da war kein Unterschied. Da war nur Liebe. Sie würde sterben und durch die Hölle gehen für jedes ihrer vier Kinder.
Und während Lily im Bett lag, saß James noch immer in der Küche. Verloren schaute er durch die Hintertüre nach draußen, es war mittlerweile schon fast dunkel, doch den großen Garten konnte er noch gut erkennen, und auch die Familienkatze, die gerade einem einsamen Gnom hinterher jagte. Doch all das nahm er nicht wirklich wahr, viel mehr war er mit all seine Gedanken und Gefühle beschäftigt, die er nicht zu sortieren wusste. Er fühlte sich wahrlich nicht gut.
Er stand auf und entschloss sich nach oben zu gehen, vielleicht konnte er noch einmal mit Lily reden. Vielleicht übertrieb er einfach nur, immerhin konnte er doch nicht alles auf den Schultern eines einzigen Briefen lasten lassen. Immerhin war doch das wichtigste, dass er seinen Sohn liebt und das tat er ja wohl. Immerhin war er sogar stolz auf das, was Harry Elliot geschrieben hatte... Oben angekommen, ging er durch den langen Flur, auf dem rechts und links die Zimmer der Mädchen lagen. Doch anstatt an ihnen vorbei zu gehen, öffnete er gleich das erste Zimmer links. Das Zimmer von Laura, er ging hinein und sah, das sie schon schlief. Einen Moment länger blieb er noch doch dann verlies er das Zimmer, das Selbe geschah in Elliots Zimmer und in Zoes. Zoe war noch nicht ganz eingeschlafen, als ihr Vater ihr Zimmer kam.
„Ich bin nur gekommen um dir gute Nacht zu wünschen." Sprach er leise und auch wenn es etwas seltsam war, denn eigentlich kam er nie noch einmal hinein, wenn die Abendrunde schon fertig war, wünschte sie ihm auch eine gute Nacht.
„Ich hab dich Lieb, Dad." Murmelte sie und zog sich die Decke über ihren Kopf.
„Ich dich auch." Und so verlies er ihr Zimmer auch wieder... doch nirgends hatte er ein so drückendes Gefühl wie in dem Augenblick, da er am Kopf des Flurs Harrys Zimmer erreichte und nur daran vorbei lief um rechts die Treppe nach oben zu gehen um somit das Schlaffzimmer zu erreichen.
Gegen Sieben war das Qudditschtraining beendet und die Ravenclaws gingen gemeinsam zurück ins Schloss, unter ihnen waren drei ganz besonders begeisterte Erstklässler, die sich alles genau von der Kapitänin erklären ließen und wie klein doch ihre Chance war bei der Auswahl in die Mannschaft zu kommen. Jedoch war ihre Freude auf die Flugstunde in der nächsten Woche nur gestiegen. Nicht das Harry das erste Mal auf einem Besen sitzen würde.
„Also, ich glaube ja, ich werde vom Besen fallen. Mein Vater sagt, ich habe kein Stückchen Talent." Gab Terry zu und schaute sich seine Füße genauer an.
„Meine Güte, lass dich doch nicht fertig machen, wer weiß schon, warte erst mal nächste Woche ab!"
„Da gebe ich Harry recht!" meinte die hochgewachsene Kapitänin und schlug Terry auf die Schulter.
Kurz darauf saßen alle zusammen in der großen Halle aßen zu Abend und unterhielten sich weiter über Quidditsch und wie es Leute geben konnte, die sich einfach nicht für diesen Sport interessieren konnten. Und gerade als der Hüter der Mannschaft den Erstklässlern von einem Spiel des letzten Jahres erzählte und dazu erläuternde Gesten macht, kam Hermine vom Gryffindortisch zu ihnen.
Als Harry sie kommen sah, lächelte er und winkte sie zu ihnen, denn er konnte erkennen, dass sie sich nicht sicher war ob sie wirklich zu ihm kommen konnte.
„Ich hab darüber nachgedacht, was du mir heute Mittag gesagt hast... und na ja, ich wollte mich bedanken!" sprach sie leise zu ihm, als sich die weiter unterhielten. Harry rückte ein wenig und deutet ihr sich hin zusetzen.
„Ich bin froh wenn ich dir helfen kann. Ich muss gleich noch mal in die Bibliothek, aber danach können wir ja vielleicht noch irgendwas machen?" Hermine lächelte fast bis über Beide Ohren.
„In die Bibliothek wollte ich auch noch."
In dem Moment lachte Terry Harry gegenüber und schaute ihn amüsiert an. Mit großen Augen und einem süffisanten Lächeln auf den Lippen stand Harry auf, nahm sich einen Apfel und einen Schokopudding und mit süßlicher Stimme meinte er zu Terry: „Hast irgendein Problem bei dem ich dir behilflich sein könnte?"
Terry schluckte und Samantha, die Kapitänin des Quidditschteams, grinst Harry mit hochgehaltenem Daumen an. Etwas verwundert ging Hermine hinter Harry her und holte ihn schnell auf. Als sie auf seiner Höhe war, hatte Harry gerade den Apfel zwischen den Zähnen und rührte in seinem Pudding herum.
„Du willst das nicht essen, oder? Ich meine zusammen?" Schnell nahm Harry den Apfel aus seinem Mund.
„Warum nicht? Ist die Vorstellung so widerlich? Ich bin mir sicher, dass niemand von euch das jemals probiert hat! Jeder findet das so eklig! Ich versteh's nicht!" damit landete ein Löffel Pudding in seinem Mund.
„Ja, ich muss sagen, etwas seltsam ist es."
„Probier!" Harry drückte ihr den Apfel in die Hand und nahm einen Löffel voll Pudding. Doch Hermine schaute sich den Apfel nur an. Mittlereile hatten sie den ersten Stock erreicht.
„Abends soll man keine Apfel mehr essen, das macht den Zahnschmelz kaputt." Harry schaute sie nur mit hochgezogenen Augenbrauen an und schüttelte den Kopf.
„Meine Eltern sind Zahnärzte!"
„Meine Mutter ist Heilerin und ich lauf Zuhause trotzdem mit nassen Haaren herum wenn's kalt ist."
„Prävention..." Doch weiter kam sie nicht, den Harry hatte ihr schon einen Löffel in den Mund gesteckt.
„Du musst absolut lockerer werden!" mit diesen Worten lief er weiter die Treppe hinauf. Hermine tat es ihm, wenn auch etwas perplex, nach.
„Also ich weiß nicht Harry..."
„Denk jetzt nicht darüber nach. Ich muss noch eben schnell nach Oben meine Tasche hohlen, wenn du willst kannst du mit kommen. Ach und mein Löffel." Mit einem dankendem Lächeln nahm er ihr den Löffel aus der Hand.
Wenige Minuten später stand Hermine im Gemeinschaftsraum der Ravenclaw, er erinnerte sie etwas an den der Gryffindors, jedoch vermittelte er eine völlig andere Stimmung und gerade als sie sich genauer die Porträts anschauen wollte, kam Harry aus seinem Schlaffsaal.
„Wir können." Und so verließen sie zusammen wieder den Turm der Ravenclaws. Keiner der Beiden sprach Anfangs etwas.
„Ich hab über dich gelesen..." meinte Hermine dann schließlich und beobachtete, wie Harry einen Moment überlegte und zu Boden blickte dabei... er schien beinahe etwas enttäuscht.
„Und?"
„Es ist eine interessante Geschichte... und eine Traurige." Harry nickte etwas. Die ganze Woche hatte ihn niemand darauf angesprochen, es war schade das es gerade sie war. Sicher hätte er ihr alles irgendwann von alleine erzählt, aber wahrscheinlich kann er so etwas nicht erwarten. Nicht von Menschen die ihn nicht kannten.
„Das ist sie wohl." Er lächelte sie nicht an, wie sie geglaubt hatte, dass er es tun würde, sondern lief nur einen Schritt schneller.
„Tut mir Leid, ich glaub ich hätte nicht fragen sollen." Sie schaute ihn durchdringend an, doch in dem Moment erreichten sie die Bibliothek und Harry ging durch die Tür. Und gerade als Hermine glaubte, die Türe würde ihr ins Gesicht fallen, hielt sie Harry für sie auf.
„Ist schon vergessen." Meinte er und schenkte ihr ein Lächeln, auch wenn es nicht seine Augen erreicht hatte.
So, das was das... ich hoffe es hat Spaß gemacht es zu lesen!
Liebe Grüße
Schneephönix
