Mein 16. Geburtstag:
Es war Samstag und noch dazu ein wunderschöner Morgen, an dem ich in meinem sonnendurchfluteten Zimmer erwachte. Ich war natürlich froh, an einem solchen Tag nicht in die Schule zu müssen. Ich konnte das fantastische Wetter zusammen mit meinen Freunden, die ich an dem Tag zu einer Party eingeladen hatte, genießen.
Nachdem ich einigermaßen munter war, stürmte auch schon meine Mom in mein Zimmer, um mir zum Geburtstag zu gratulieren. Sie zog und schob mich in das Wohnzimmer, wo einige Geschenke auf mich warteten. Ihrem aufgeregten Blick nach, wusste sie wohl, was in einigen der Pakte drin war. Sie forderte mich auf, dieses und jenes Päckchen zu öffnen. So lange, bis nur noch ein mittelgroßer, etwas lieblos eingepackter Karton übrig war. „Das ist das letzte Geschenk und vielleicht auch wichtigste! Pack es aus!" forderte mein inzwischen dazu gekommener Dad mich auf. Also griff ich mir das Geschenk und schaute es verwundert an. Es war ungewöhnlich geformt und dazu noch mit ziemlich hässlichem Packpapier umwickelt. Als ich den Karton aufklappte, lag da ein großer Stein, der aussah wie ein überdimensionales, grau-blau schimmerndes Hühnerei. „Hm, na toll. Und was soll ich damit?" Ich sah meine Eltern fragend an und ihre Blicke wurden ernst. Ich hatte absolut keine Ahnung, was meine Eltern mit diesem Geschenk bezwecken wollten. „Das Geschenk ist nicht von uns!" Ich sah sie fragend an. „Aber ihr wisst, von wem es kommt, oder?" „Ja, das wissen wir und wir werden es dir erklären!" Sie baten mich, es mir auf dem Sessel bequem zu machen und nahmen selbst auf der Couch Platz. Sie sahen so aus, als ob es ihnen schwer fiel, mir das nächste zu sagen. „Wir wissen, dass du noch nichts mit dem Stein, oder sollten wir sagen, mit dem Ei, anfangen kannst." Ich sah sie verwundert an. „Das Ding ist ein EI? Schlüpft daraus etwa ein Monster?" versuchte ich, aus der Größe des „Eies" zu schließen. „Nein, es wird ein Drache daraus schlüpfen. Dein Drache!" Meine Mom schaute mich gespannt an und ich konnte im ersten Momentnichts sagen und saß einfach so mit offenem Mund da. „Bitte was? Ein Drachenei? Das ist ein Scherz?" Ich sah meine Eltern an, in der Hoffnung, sie würden gleich „Reingelegt!" rufen. Aber nichts geschah. Im Gegenteil. Meine Mutter begann, wieder zu erzählen. „Du stammst aus einer langen Linie von Drachenreitern ab. Jeder Reiter bekommt zu seinem oder ihrem 16. Geburtstag seinen Drachen!" „Und warum seid ihr keine sogenannten ‚Drachenreiter'?" fragte ich sofort meinen Dad. „Nur jede zweite Generation hat diese Gabe. Auch meine Eltern hatten sie. Leider sind sie im Kampf gestorben, bevor du geboren wurdest. Wir haben es vermieden, über dieses Thema in den letzten Jahren zu sprechen. So hatten wir das erfolgreich verdrängt, bis vor ein paar Tagen eine Frau vor unserer Tür stand und dieses Ei abgab. Es war eingepackt, aber wir wussten sofort, was es sein musste. Wir versuchten natürlich, es loszuwerden, da diese Verantwortung an viele Bedingungen geknüpft ist und uns das für dich viel zu gefährlich erschien." „Allerdings hatten wir nicht mit der Macht des Drachen, der noch in dem Ei dort (Sie zeigte mit dem Finger auf das Ei) schlummert, gerechnet." schloss meine Mom die Erzählung. „Und was soll ich jetzt damit?" „Dein Drache wird in ein paar Tagen auf die Welt kommen und du wirst dich um ihn kümmern müssen!" Mein Dad sah mich gespannt an, ob ich darauf etwas erwidern würde. „Was ist, wenn ich das nicht will? Wenn ich das ‚Ding' (jetzt zeigte ich auf das Ei) gar nicht haben will? Ich kann damit nichts anfangen." „Das wird sich nicht ändern lassen. Wir wünschten, wir könnten dir diesbezüglich etwas anderes sagen. Aber es ist nun einmal deine Bestimmung. Allerdings können wir dir sagen, dass du nicht allein bist. Es gibt noch einen anderen Drachenreiter in England. Aber nur diesen einen!" „Und das sagt ihr mir erst jetzt? Schafft der das nicht allein??" Ich sah meine Eltern an und sah, dass sie betroffen die Köpfe schüttelten. „Nein, ihr seid dazu auserwählt zusammen zu arbeiten!" „Okay, wer ist es? Wo ist er?" „Es ist Jason Williams!" „Unser Nachbar? Dieser Typ aus meiner Parallelklasse, den keiner beachtet?" Ich sah meine Eltern entsetzt an. Etwas schlimmeres hätte nicht passieren können. Erst dieses Ei und dann noch der Außenseiter unserer Schule, mit dem ich zusammen arbeiten sollte. Na prima, das konnte ja lustig werden.
