Sie lief Petunia Dursley zwei Mal über den Weg. In drei Tagen und am dritten war sie deswegen nicht draußen, weil sie ihre Talismane aufgehängt hatte und die Runen gezeichnet hatte – oh, und beim Meditieren eingeschlafen war.

Und nun war sie zum Tee bei Familie Dursley eingeladen (Die restlichen Nachbarn beobachteten sie noch und sie fühlte sich verdammt oft wie auf dem Präsentierteller) und diesmal sah sie sogar präsentabel aus.

Sie hoffte nur, dass der Krieg mit ihren Haaren es wert war.

Ein... Okay, was genau war das? Ein Wal? Ein Junge? Klops gab es auch noch... Ein Irgendwas, was nach einem blonden Jungen aussah, öffnete die Tür und bat sie herein, sie hatte ernsthaft Mühe, höflich zu bleiben, aber schon im nächsten Moment war da Petunia und rief sie in ein Wohnzimmer.

Da wurde sie erst einmal von einer Lawine an Strandbällen mit Myriaden von verschiedenen Hüten überschwemmt und verdammt, sie durfte nicht lachen!

Die Tür zum Garten war offen und frische Sommerluft kam herein, Dudley Dursley, wie Petunia ihn vorstellte, setzte sich ihr gegenüber.

„Mein Mann ist bei der Arbeit, deswegen kann er heute nicht hier sein."

„Wo ist denn Harry?", sie sah sich neugierig um. Absolut nichts wies auf eine weitere Person hin, die eigentlich hier leben sollte.

„Der Bengel? In seinem Zimmer."

„Ich sage ihm mal schnell Hallo, wenn Sie nichts dagegen haben.", Freya stand auf, „Wohin eigentlich?"

Petunia hob eine Augenbraue, „Die Treppe hoch, das letzte Zimmer links."

„Danke, Petunia."

Sie lief die Treppe hoch und trat begeistert auf die knarzende Stufe - zweimal. Sie war cool. Oben angekommen klopfte sie an die genannte Tür und lächelte den Jungen an, der scheinbar hundemüde die Tür öffnete, „Hallo, Harry. Erinnerst du dich an mich?"

„Die neue Nachbarin. Was wollen Sie?"

Misstrauen.

Nun, wenn ihre Beobachtungen stimmten, dann war das absehbar. Verdammt, sie würde ewig brauchen, um sein Vertrauen zu gewinnen. Sie musste mit dem Meister reden.

Dringend.

Sie wuschelte erneut durch sein Haar und lächelte, „Jetzt gerade? Einfach Hallo sagen. Ich lass dich dann in Ruhe, okay?"

Es stellte sich heraus, dass Petunia ganz passablen Tee machte. Und der Kuchen war auch nicht schlecht, zwar bei Weitem nicht so herrlich wie der von Karin, aber dennoch wunderbar.

„Nun, was bringt Sie in unsere kleine Gemeinschaft?"

Freya hätte beinahe gelacht, wenn die Frau wüsste...

So musste sie wohl oder übel ihre bereitgelegte Geschichte erzählen, „Ich musste weg von Zuhause. Mein ach so wunderbarer Exfreund hat mich vor dem Altar stehen lassen und allen ziemlich viel Mist erzählt von wegen, ich hätte ihn betrogen. Dabei war er der Mistkerl, der fremdgegangen ist. Einer seiner Liebhaberinnen hat es mir erzählt und hat mir dann geholfen, ihn dranzukriegen, aber in der Stadt bleiben konnte ich nun doch nicht. Und dann habe ich im Internet bemerkt, dass Mister Sanders sein Haus verkauft und bin hierher."

„Wie kann dieser Mann nur! Sie sind eine wunderschöne Frau! Was denkt er sich dabei, Sie einfach so zu verletzen!"

Wurf, Treffer, versenkt, sie hatte es abgekauft.

„Wir waren seit 12 Jahren zusammen und ich bin leider unfruchtbar, deshalb war da der Plan gewesen, zu adoptieren, wir hatten alles schon geplant gehabt und jetzt... Das."

Sie seufzte theatralisch und dachte an etwas Trauriges – voilà! Schon hatte sie Tränen.

„Was für ein Schuft! Männer wie er gehören kastriert!"

Als Petunia sie in die Arme nahm, hätte Freya beinahe gegrinst.

Also, ging doch.