Danke für die Reviews, ich kann sie gut gebrauchen, lese sie alle :)

FF3 dampfen

Harry hatte sich fast in Dracos Kuss verloren.
Er war froh, Draco rechtzeitig entkommen zu sein.
Der glückliche junge Mann, der ihm auf dem Weg zur Toilette ins Auge gefallen war, hatte enthusiastisch auf Harrys Leidenschaft reagiert.

Zehn Minuten später verließ Harry vorsichtig den Club, nicht ohne sich zu vergewissern, was Draco tat.
Einerseits war er erleichtert zu sehen, dass der Andere bereits mit zwei neuen Männern beschäftigt war und Harry unbemerkt entkommen konnte.
Andererseits fiel es ihm schwer, ein Gefühl der Enttäuschung abzuschütteln. Anscheinend hatte Draco kein Problem, Harry zu ersetzen. Zwar schien er einen Moment von Harrys Rückzug überrascht, aber er hatte offensichtlich keinen zweiten Gedanken daran verschwendet. Wahrscheinlich würde er deshalb nicht locker lassen, um Harry zu werben, aber ein tieferes Interesse brauchte Harry sich tatsächlich nicht zu erhoffen. Aus irgendeinem Grund gefiel ihm diese Aussicht nicht.
Kurz überlegte Harry, ob er einfach nachgeben sollte. Malfoy würde das Interesse danach verlieren und Harry in Ruhe lassen.
Seinen Stolz würde der Gryffindor zwar einbüßen, aber seine Seelenruhe zurück gewinnen. Und Sicherheit.
Dennoch verwarf er den Gedanken bereits, bevor er zu Hause angekommen war.
Wenn er Draco Malfoy in sein Bett ließ, würde er seine Selbstachtung aus dem Fenster werfen. Er konnte den Anderen nicht gewinnen lassen.
Und eine kleine Stimme in seinem Kopf, machte ihn darauf aufmerksam, dass er Draco gerne weiter hin sehen würde.
Wie er das mit seiner Anziehung zu dem Blonden überstehen würde, war nicht klar.
Er beschloss die Stimme zu ignorieren und sich innerlich auf Malfoys nächste Attacke vorzubereiten.

Entweder der Blonde war weniger subtil als Harry angenommen hatte oder er unterschätzte Harrys trainierte Beobachtung.
Als Auror hatte Harry Übung darin, Intentionen aus Gesichtern zu lesen.
Derzeit versuchte ein gewisser Blonder so zu wirken, als liefe er Harry nur zufällig über den Weg, als sei er verletzt durch die Abweisung, aber würde es hinter der sorgfältig aufgesetzten Malfoy Maske verstecken.

Harry grinste in sich hinein, während er sein Mittag verspeiste und Draco aus dem Augenwinkel beobachtete.
Der Blonde hatte so getan, als habe er Harry nicht bemerkt. Er wirkte betont traurig. Als hätte der Blonde keine gut funktionierende Maske, die ernsthaft verstecken würde, wenn Draco verletzt war.
Draco wartete darauf, von Harry bemerkt zu werden, ohne selber den Schritt gehen zu müssen. Der verwundete Hundeblick würde sofort verschwinden, sobald der planende Teil im Slytherin sicher gestellt hatte, dass der Andere seine Verletzung gesehen hatte, um sie dann schnell zu verstecken.
Anstelle dem Blonden seinen Wunsch zu erfüllen, zahlte Harry und verließ das Lokal, ohne auch nur einen offensichtlichen Blick zu dem Blonden zu werfen. Er fragte sich, wann Draco wieder zufällig in seiner Nähe auftauchen würde.

Harry sah Draco sogar häufiger als vermutet. Der Blonde schien zufällig an allen regelmäßig von Harry besuchten Orten aufzutauchen. Manchmal hatte er eine Begleitung dabei, die nicht selten keinerlei Vorbehalt hatte, offene Bewunderung für Draco Malfoy zu zeigen. Vielleicht wollte Draco beweisen, dass er nicht auf Harrys Aufmerksamkeit angewiesen war, da der Auror immer so tat, als würde er Draco nicht wahrnehmen.

Harry gestand es sich ungern ein, aber er war eifersüchtig auf die Begleitungen von Draco.
Zwar würden diese nicht lange das Interesse des Aristokraten halten, aber sie konnten es wenigstens offen zeigen und erhielten für eine gewisse Zeit den berühmten Charme des Blonden. Harry Potter hatte noch nicht sehr viele Gelegenheiten gehabt, von dem Blonden umworben zu werden, hätte aber gern herausgefunden, wie es sich anfühlt, im scheinbaren Mittelpunkt des Mafoyschen Universums zu stehen.
Auf der anderen Seite war er froh durch die vielen wechselnden Begleitungen Dracos daran erinnert zu werden, wen er vor sich hatte und das Dracos Interesse eine gemeinsame Nacht nicht überstehen würde.

Selbst als Draco eines Abends in Harrys Lieblingsbar mit einer bezaubernden Hexe auftauchte, schaffte es Harry ihn so zu ignorieren, dass Malfoy sich nicht sicher sein konnte, gesehen worden zu sein. Bereits von der anderen Seite des Raumes konnte Harry sehen, wie sehr es den Blonden frustrierte, nicht beachtet zu werden.

Besonders bei dieser Gelegenheit konnte Harry einige Seiten an Draco beobachten, die ihn faszinierten.
Der Blonde versteckte zwar seine Gefühle noch besser als er selbst, aber er hatte gelernt offen zu lachen. Ein solches Lachen hatte Harry an ihm in der Schule nicht gesehen.
Der Slytherin konnte Tanzen. Bereits in ihrer gemeinsamen Clubnacht war Harry zu diesem Schluss gekommen, aber die Bewegungen des Anderen aus der Ferne zu beobachten, hatte einen noch größeren Reiz.
Draco schien umgänglich zu sein, wenn er wollte. Seine Begleitung hing an jedem seiner Worte, schien geschmeichelt und amüsiert zu sein und sich gut zu fühlen. Diese Leichtigkeit hatte Harry mit Draco nie genossen und er beneidete die Frau darum.

Eine Hand auf seiner Schulter ließ ihn wieder zu seinem Tisch zurückkehren. Er beobachtet die Interaktion von Draco und seiner Begleitung nur noch aus dem Augenwinkel und fragte sich, wann Draco zu drastischeren Maßnahmen greifen würde, um seine Aufmerksamkeit zu erhalten. Bei dem Gedanken, Draco könne aufgeben, zog sich in Harry etwas schmerzhaft zusammen, aber er ignorierte das Gefühl und stürzte ein Butterbier hinunter.

Eine Woche später traf Harry Malfoy im Flur des Ministeriums. Er war auf dem Weg zu Hermione, um sie zum Essen abzuholen.
Als er den Gang zu Hermiones Büro betrat, konnte er Malfoy in ihrer Tür stehen sehen. Er verweilte einen Moment, um einzuschätzen, welche Situation er vorfinden würde.
Draco unterhielt sich mit jemandem im Büro, wahrscheinlich Hermione. Seine Haltung wirkte angespannt, obwohl sein Tonfall leicht war. Harry überlegte, wie er das möglicherweise von Malfoy geplante Szenario stören könnte, ohne seine Absicht, genau das zu tun, zu verraten.

Eine Hexe, die Harry kannte, überholte ihn, als er ratlos im Flur stand. Sie nickte ihm zu und wandte sich ab. Harry rief ihr laut einen Gruß hinterher. Glücklicherweise schien sie sich darüber eher zu freuen, als zu wundern. Sie strahlte ihn an und winkte noch einmal.

Als Harry weitergehend seinen Blick zu Hermiones Büro schweifen ließ, sah er einem Draco Malfoy in die Augen, der versuchte seinen Frust nicht zu zeigen. Folglich blieb sein Gesicht komplett starr. Harry verkniff sich ein wissendes Lächeln, nickte ihm lächelnd und erfreut überrascht zu und begrüßte Hermione um vieles herzlicher als er es die letzten Monate getan hatte.

Er lud Malfoy beiläufig ein, an dem gemeinsamen Mittagessen teilzuhaben, was dieser scheinbar zerknirscht ablehnte. Er wäre nur zufällig in der Nähe gewesen, wollte Granger einen Besuch abstatten, aber sich keineswegs aufdrängen. Er hatte erneut seinen halb versteckten Hundeblick aufgelegt und Harry konnte sich nicht verkneifen, wenigstens zu fragen, ob es ihm nicht gut ginge.

Offenbar genervt, dass Harry seine subtilen Verstimmungen nicht bemerkte, funkelte Draco ihn wütend an. Sein Ton beim Antworten war beißend, aber Harry schätzte, dass der Andere wirklich nicht damit umgehen konnte, erneut eine Abweisung erfahren zu haben.
Irgendetwas in Harry regte sich und er fragte den Blonden, ob er nicht am Ende der Woche einen Drink mit Harry einnehmen wolle. Dabei betonte er ihre gemeinsame Absicht Frieden zu schließen, als hätte Draco diesen Vorsatz bereits vergessen.
Letzterer stimmte zögerlich zu, solange er den Ort bestimmen könne.

Harry nickte und verabschiedete sich, bevor er eine sehr verwirrte Hermione zum Essen begleitete.
Seine Befürchtung von ihr mit Fragen bombardiert zu werden, erfüllte sich beim Essen.