Snape hatte Recht. Sie hatte das Gefühl, als würde ihr der Boden unter den Füßen weggezogen. Es war ihr, als wäre sie in einen Strudel geraten. Alles drehte sich.
Genauso plötzlich, wie es angefangen hatte, war es auch schon wieder vorbei.
Sie strauchelte, aber zwei starke Arme griffen nach ihr und hielten sie fest.
Noch immer war ihr schwindlig. Die Arme hielten sie fest, bis der Schwindel vorüber war und sie wieder allein stehen konnte.
Cathrin öffnete die Augen und merkte, dass es Professor Snape war, der sie hielt.
Als er bemerkte, dass sie wieder allein klarkam, zog er seine Hände sofort zurück, als hätte er sich verbrannt.
Jetzt konnte sie ihren Blick schweifen lassen. Sie standen auf einer Wiese. Vor ihnen ragte imposant Hogwarts auf. Der Anblick war einfach phantastisch.
Sie hätte noch stundenlang stehen bleiben können und den Anblick genossen, aber dann bemerkte sie, dass Snape sich bereits auf halbem Weg zum gewaltigen Eingangstor befand, ohne sich auch nur einmal nach ihr umzudrehen.
So ein arroganter Heini! dachte Cathrin, rannte ihm aber hinterher.
Beide traten durch das Tor und Cathrin war beeindruckt. Sie hätte noch stundenlang hier verweilen und alle Details genauestens betrachten können, aber Snape rannte weiter.
Wiederum musste sie sich beeilen, um den Anschluss nicht zu verpassen.
Vor einem monströsen Wasserspeier hielten sie an. „Zitronensorbet" war das einzige, was Snape von sich gab. Der Wasserspeier begann sich zu drehen und gab eine Treppe frei.
Am oberen Ende befand sich eine Tür.
Snape klopfte an und öffnete.
Sie betraten einen Raum, der wohl als Büro diente. Ringsherum waren antike Regale und Schränke, voll mit Büchern und Apparaten, die sich bewegten und sehr geheimnisvoll aussahen.
In der Mitte des Raumes stand ein großer Schreibtisch und hinter ihm saß,….Albus.
„Cathrin meine Liebe. Schön, dass du endlich hier bist.", sagte er und kam mit ausgebreiteten Armen auf sie zu. Das war das erste nette Wort, welches sie in Hogwarts hörte.
Snape drehte sich um und sagte nur:" Ich gehe davon aus, dass meine Anwesenheit hier nicht mehr von Nöten ist.". Er war bereits an der Tür, als Albus rief: „Danke für deine Hilfe, Severus. Es wäre nett, wenn du noch einen kurzen Augenblick warten könntest, um Cathrin ihre Räume zu zeigen." Snape schnaubte kurz und erwiderte: „Dafür gibt es Hauselfen. Ich muss dringend in mein Labor." Dann schloss sich die Tür.
Cathrin sah Dumbledore völlig entgeistert an. „Ist er wirklich immer so nett?"
„Noch viel netter, meine Liebe, noch viel netter!", war dessen Antwort.
Albus zeigte auf einen Sessel vor seinem Schreibtisch. „Bitte nimm Platz!"
Beide setzten sich. Albus fuhr fort:" Heute wird nichts weiter geschehen. Du hast erst einmal genügend Zeit, dir deine Räume anzusehen. Sollte etwas nicht zu deiner Zufriedenheit sein, kann Dobby es ändern. Bitte erscheine um 19 Uhr in der großen Halle zum Abendessen, dann kann ich dir die anderen Professoren vorstellen."
Er stand auf und schnipste mit den Fingern. Plötzlich stand ein komisch aussehender kleiner Kerl vor ihr, mit großen, spitzen Ohren und einer Pinocchionase. Sein Kleidungsstil war nicht gerade ganz up do date, aber davon hatte ihr bereits Hermine erzählt.
„Professor Dumbeldore hat Dobby gerufen, Sir?" fragte er mit seiner Piepsstimme.
„Cathrin darf ich vorstellen? Das ist Dobby! Er wird dein persönlicher Hauself sein und dir in allen Belangen helfen. Wie Minerva dir bereits gesagt hat, darfst du ohne ihn oder einen anderen Zauberer nicht allein in Hogwarts und auf dem Gelände unterwegs sein. Das wäre zu gefährlich!
Dobby sei bitte so nett und führe Professor Granger zu ihren Räumen!"
„Jawohl, Professor Dumbledore, Sir!" war die prompte Antwort und er verbeugte sich so weit, dass seine Nase fast den Boden berührte.
„Bis dann", sagte Cathrin und verließ mit ihm das Büro.
