Fanfiction mit Charakteren aus "Zelda- Ocarina of Time"

Mir gehört nix, ich krieg kein Geld und außer meinen eigenen Personen gehören die Charaktere anderen Leuten.

Anmerkung: Mein (einziger?) Leser Schoßhündchen bekommt wieder besonderen Dank zugesprochen!

Der letzte Shiera

2. Kapitel

Was einmal die Lon Lon-Farm gewesen war, war niedergebrannt und verkohlt. Einst so fröhlich und sorgenfrei, war dies eine Stätte des Grauens geworden. Während Link entsetzt durch die Trümmer schritt, bemerkte er einige verweste Körper von Hühnern und dort, wo die Pferdekoppel sich befunden hatte, lagen einige verbrannte Kadaver. Die Luft war schwer vom Gestank der toten Tiere und vom Rauch. Wo konnten Malon und Talon sein? Waren sie etwa auch...?

Link hielt nach Leben Ausschau. Sein Blick haftete auf einer Gestalt, die sich ein wenig bewegte. Zusammengekauert lehnte sie an der Hausruine. Neben ihr lag der reglose Körper eines Mannes. Link lief zu ihr hin und erschrocken erkannte er Malon. Schwer verwundet, ausgemergelt, schmutzig und elend saß sie neben der verwesenden Leiche ihres Vaters.

"M-Malon?"

Langsam hob das Mädchen den Kopf. Mit ausdruckslosem Blick sah sie Link ins Gesicht und schwieg. Ihr strähniges rotes Haar fiel zurück. Die dunklen Ränder unter ihren Augen und die aufgeplatzten Lippen ließen Malon so alt aussehen, dass Link fast zurückgewichen wäre. Er erinnerte sich an das einstige Bild eines niedlichen kleinen Mädchens mit fröhlichem Wesen und wunderschöner Stimme. War dieses Mädchen dasselbe von damals? Diese dürren Arme, dieser leere Blick- Was war bloß vorgefallen?

"Wer bist du?", krächzte Malon abweisend und beim Klang ihrer zitternden Stimme erschauderte Link.

"Ich bin Link! Erinnerst du dich? Der Feen-Junge!"

"Feen-Junge?"

"Ja! Vor sieben Jahren haben wir uns kennengelernt!"

"Du lügst! Du willst mich nur töten! So wie meinen Vater! So wie unsere Tiere!"

"Nein, ganz sicher nicht! Ich will helfen!"

"Du hast keine Fee."

"Die ist nur gerade nicht bei mir! Sieh her!"

Link nahm seine Okarina zur Hand und spielte zaghaft das Lied, das Malon damals immer gesungen hatte. Eponas Lied. Malon starrte ihn entgeistert an. Dann huschte so etwas wie ein Lächeln über ihr zerfallenes Gesicht.

"Feen-Junge! Du bist zurückgekommen! Du bist spät! Du hättest früher kommen sollen!"

Link kniete sich neben sie.

"Tut mir leid! Aber sprich jetzt nicht mehr! Du musst dich schonen! Ich pflege dich gesund! Es geht ganz schnell, bald hast du keine Schmerzen mehr!"

Er kramte in seiner Ausrüstung nach den kleinen Fläschchen, in denen er verschiedene Dinge aufbewahrte. Da war sie! Die Flasche mit der kleinen Fee aus dem Feen-Brunnen! Er zog den Korken heraus und das kleine Wesen surrte heraus. Es umkreiste Malon leise klingelnd und verschwand dann. Die Wunden und Verbrennungen an Malons Körper verheilten. Link entkorkte eine zweite Flasche und flößte Malon ein wenig Milch ein. Er begriff, dass sie mehr, als nur Heilung benötigte. Sie brauchte Nahrung, Wasser und seelischen Beistand.

"Malon! Sind alle Pferde tot?"

"Ja! Alle! Bis auf Epona! Ich habe Epona in der Steppe freigelassen!"

Link zog sein Hemd aus und deckte Malon damit zu. Dann nahm er das Masterschwert zur Hand und grub damit in der Mitte der Pferdekoppel ein Loch. Er legte Talons Leiche hinein und bedeckte ihn mit Erde. Ein leises Gebet murmelnd verabschiedete er sich von dem gutmütigen und freundlichen Bauern, dessen Tod er nicht begreifen konnte. Wieso hatte jemand diesen Menschen umgebracht?

Link nahm Malon auf den Arm. Sie war so leicht, als sei sie eine Strohpuppe. Er trug sie vor die Tore der Farm und legte sie dort ab. Dann hob er sich seine Okarina an den Mund und spielte Eponas Lied. Er wartete. Dann wiederholte jetzt lauter die Melodie und lauschte. Ein leises Wiehern und das Hufgetrommel der Stute kündigte ihr Kommen an. Schnaubend blieb sie bei Link stehen und rieb den Kopf an seiner Seite. Link hob Malon auf Eponas Rücken hinauf und schwang sich selbst in den Sattel. Vorsichtig trieb er das Pferd an. Langsam trottete Epona über das Gras der Steppe. Link wollte zum See. Nur dort würde er die nötigen Mittel finden können, mit denen er Malon helfen konnte. Er würde Malon beim Fischteich zurücklassen können, dort gab es Nahrung, und würde dann zu den Zoras gehen können, um sie um Hilfe zu bitten. Er hoffte, dass es beim See nicht so aussehen würde, wie auf der Lon Lon-Farm.

-Fortsetzung folgt-