Kapitel Drei:

Ich saß in einer Höhle. Um mich herum waren lauter Kinder. Sie standen um eine Bühne herum, auf der Musiker einen flotten Rhythmus spielten. Ich sah hinüber zu Aang. Er bewegte sich mit großen Sprüngen, Salti und schnellen Bewegungen über die Tanzfläche.

Es war kaum noch zu erkennen, dass er vor ein paar Wochen noch in einer Art Koma gelegen hatte. Keiner außer ihm war auf der Tanzfläche. Aang hatte erzählt, dass hier in der Feuernation die Kinder dazu gezwungen waren immer still zu halten. Sie sahen alle mit großen Augen Aang zu wie er sich zu der Musik bewegte. Sie wussten natürlich nicht, dass er der Avatar war. Wir säßen schon längst im Gefängnis oder wären wohlmöglich sogar tot. Nein, er hatte ein Stirnband um, um seinen Pfeil zu verdecken und ihm waren Haare gewachsen. Er sah total anders aus in seiner Schuluniform, die wir von der Wäscheleine genommen hatten. Er hatte sich eindeutig zum positiven verändert. Er war nicht mehr das verspielte kleine Kind, das ich im Eisberg gefunden hatte...Er war irgendwie...anders.

Nun forderte er ein Mädchen zum Tanz auf. Bald wurde die Tanzfläche voller. Aber ich beobachtete weiter Aang und das Mädchen, dessen Namen ich nicht kannte.

„Na, eifersüchtig, Katara?", meinte Toph, die neben mir saß. „Was,...eifersüchtig,... auf wen?"

„Na auf das Mädchen, dass mit Hüpfdole Tanzt natürlich! Denkst du ich kann dein vor Eifersucht fast platzendes Herz nicht fühlen?" Oh Man, warum musste ich auch mir einer Erdbändigerin um die Welt reisen, die all meine Gefühle kannte? Aber sie hatte Unrecht. Oder etwa nicht? War ich wirklich schon eifersüchtig, nur weil jemand mit Aang tanzte?...

Plötzlich sah ich eine ausgestreckte Hand vor mir. Es war Aang. „Ich weiß nicht, Aang... Meine Schuhe sind nicht gut fürs Tanzen und ich weiß nicht ob ich- „ „Nimm meine Hand!"

Es war ein Bitte, kein Befehl. Also nahm ich seine Hand und er führte mich auf die Tanzfläche. Wir begannen zu tanzen. Zunächst umkreisten wir einander, dann machten wir ein paar Bewegungen seitwärts, wobei wir uns an den Händen hielten. Ich hatte gar nicht gemerkt, dass meine Hände kalt waren... Auf einmal bemerkte ich, dass die Menge um uns herum aufgehört hatte zu tanzen. Sie hatten eine Art Kreis um uns herum gebildet und sahen alle zu. „Aang, Alle sehen uns zu!" „Kümmere dich nicht um sie, es gibt jetzt nur dich und mich." Wow, seit wann war Aang denn so... süß? Ich spürte, wie meine Wangen erröteten, fasste mich aber wieder. Wir wirbelten herum, im Takt zur Musik und plötzlich fand ich mich in seinen Armen wieder. Die Musik war vorbei und alle um uns herum applaudierten. Aber ich beachtete sie gar nicht. Ich spürte seinen Arm im Rücken. Unsere Gesichter waren nur weinige Zentimeter voneinander entfernt. Meine Augen waren starr auf die Aangs gerichtet. Seine grauen Augen strahlten mich an und sie sagten mehr als Worte. Ich hatte noch nie gemerkt, was für ausdrucksstarke Augen er hatte... sturmgrau und irgendwie... durchdringend...