Disclaimer: Herr der Ringe nicht von mir. Nur Anonia und ihre Freundin (Ach, die ist ja inzwischen tot)
III Uruk-Hai
Antonia erwachte mit dumpfen Kopfschmerzen und einem schlechten Geschmack im Mund. Es fühlte sich an, als wäre sie einem Vorschlaghammer in die Quere gekommen. Die gesamte linke Seite ihres Kiefers pochte unangenehm. Doch als sie mit der Hand ertasten wollte, ob die Stelle geschaollen war, stellte sie fest, dass sie es nicht konnte. Ihre Handgelenke waren hinter ihrem Rücken so fest zusammengebunden, dass der Strick in die Haut schnitt. Mit einem Schlag war sie hellwach. Und im selben Maße in dem ihre Benommenheit schwand, kehretn die Erinnerungen zurück. Und damit das Entsetzen. Das Amulett - das grüne Licht – Susanne durchbohrt von einer grausamen Klinge – tot. TOT. Bei diesem Gedanken krampfte sich ihr Magen zusammen und das Atmen fiel ihr schwer. Das konnte – das durfte einfach nicht wahr sein! Ihre Freundin ermordet und sie-
Mühsam öffnete sie die Augen. Jedes ihrer Lider schien Zentner zu wiegen. Was sie dann allerdings sah, versetzte ihr so einen Schrecken, dass sie am liebsten wieder in Ohnmacht gefallen wäre: Keine drei Meter von ihr entfernt saß eines der Wesen, die aus dem flammenden Tor gestürzt waren. Es war etwa so groß wie ein Mensch aber ungeheuer massig. Sein muskelbepackter Oberkörper war nackt bis auf einen metallbeschlagenen Gurt an dem in einer Scheide das gebogene Schwert steckte. Die Haut wies eine eklige schwarz-graue Färbung auf und verfilzte Haare fielen ihm bis zu Mitte seines Rücken herunter. Zum Glück blickte es nicht in ihre Richtung. Die Erinnerung an grausame gelbe Augen war noch zu lebendig als dass sie einer Auffrischung bedurft hätte. Während Antonia langsam ihren ersten Schock überwand, begann sie auch ihre sonstige Umgebung wahrzunehmen. Offensichtlich befand sie sich in einer Art Wald. Sie lag am Fuß einer hohen Kiefer und die Nadeln auf dem Boden stachen unangenehm durch ihre Kleidung. Trotzdem ähnelte das ganze keinem Wald den sie je gesehen hatte. Er wirkte irgendwie unberührt – wild. Und anscheinend hatte sie das Glück gehabt, mitten in einem Lager dieser Ungeheuer zu landen. Wohin sie auch blickte, überall konnte sie scheußiche bemalte Gesichter und alptraumhafte Augenpaare erkennen. Die Wesen unterhielten sich mit tiefen knurrenden Lauten, die ihr einen Schauer über den Rücken jagten. Und mit einem Mal schlug die Furcht über ihr zusammen.
Was waren das für Geschöpfe? Warum hatten sie sie entführt? Was hatten sie mit ihr vor? "Wenn sie mich hätten umbringen wollen, wäre ich schon längst tot?" redete sie sich beständih ein um ihre Angst wenigstens halbwegs unter Kontrolle zu halten. Und das war bei weitem nicht das schlimmste Problem. Ihr Verstand, so geübt darin, alles logisch und wissenschaftlci zu erfassen, weigerte sich einfach, die Realität ihrer Lage zu akzeptieren. Solche Wesen wie diese hier gab es nicht. Das wusste sie einfach. Es war unmöglich. Sie fühlte sich, als befände sie sich plötzlich in einem ihrer Fantasybücher. Da würde das ganz anders ausschauen. Gar nicht mehr unrealistisch.
Ihre Grübelei wurde jäh unterbrochen, als eine besonders große dieser Bestien direkt auf sie zukam. Ohne auf den Wächter zu achten, packte er das Mädchen am Kragen und stellte es mit dem rücken aufrecht zum Baum hin. Antonia keuchte vor Schmerz, denn die grobe Behandlung hatte ihr Kopfweh in doppelter Stärke zurückkehren lassen. Als Antwort schlug ihr das Wesen so stark ins Gesicht, dass ihr Kopf herumflog. Fallen konnte sie nicht, dess er drückte sie noch immer fest an den Stamm. Sie spürte ein Brennen auf der Wange, wo seine Krallen ihre Haut geritzt hatten.
"Sieh her!" die Worte waren kaum mehr als ein Grollen tief in seiner Kehle. Mühsam konzentrierte sich Antonia auf den Gegenstand, den er ihr direkt vor die Nase hielt. Es war das Amulett. Ihre Augen weiteten sich, als sie es erkannte. Unschuldig glänzend hing es an seinem Lederbändchen und der Stein sah genauso harmlos aus, wie zu dem Zeitpunkt, als sie es zum ersten Mal betrachtet hatte. "Deins?" knurrte ihr Gegenüber. Es schien eine Frage zu sein. Sie wollte sagen, dass es nicht ihr, sondern Susanne gehörte und sie nicht das geringste damit zu tun hatte, doch sie brachte keinen Ton hervor. Ihr Stimme verweigerte einfach ihren Dienst. Ungeduldig schüttelte das Biest sie grob. "Antworte!" fauchte er drohend. Schwach schüttelte sie den Kopf um ihm klarzumachen, dass das Schmuckstück nicht ihres war, doch der andere schien das falsch zu verstehen. Er knurrte wütend und in seinen unheimlich gelben Augen loderte es. Mühsam beherrscht hob er seine freie Klaue um ihr mit einer Kralle ganz langsam bedeutungsvoll über die Kehle zu fahren, gerade leicht genug um die Haut nicht zu verletzen.
Antonia wagte kaum mehr zu atmen. Ihr Herz schlug wie wild und sie spürte kalten Angstschweiß auf der Stirn. Die Kralle glitt seitlich ihren Hals hinab und durchtrennte mühelos den Stoff über ihrer Schulter. Die Augen ihres Gegenübers verengten sich. Aufmerksam näherte er sein Gesicht dem ihren und sie konnte deutlich hören, wie er mehrmals scharf die Luft durch seine breiten Nasenlöcher einsog. Wie ein Hund einen Fremden beschnüffelt. Oder ein Raubtier seine Beute. Außerdem verströmte er einen widerlichen Gestank nach flaulem Fleisch. Verzweifelt versuchte sie von ihm wegzurücken, kam jedoch nicht gegen seinen eisernen Griff an. Als er ihre vergeblichen Bemühungen bemerkte, stieß er ein kurzes kehliges Lachen aus und grub seine spitzen Zähne in ihre bloße Schulter. Ein scharfer Schmerz durchzuckte sie und für einen Moment gewannen ihre Reflexe Oberhand über die lähmende Angst. Mit aller Krafte, die sie aufbringen konnte, trat sie ihm vors Schienbein. Das Biest fuhr sofort zurück, brüllte außer sich vor zorn und hob die Klaue zu einem vernichtenden Schlag.
Er kam nicht mehr dazu. Ein Pfeil steckte in seiner Kehle.
Tja, woher mag dieser Pfeil wohl kommen? Im nächsten Kapitel mehr....
Bis dahin...bitte Reviews! J
