Die Schreibblockade ist endlich überstanden und ich kann euch nun nach viel zu langer Wartezeit das nächste Kapitel präsentieren. Es tut mir ausgesprochen Leid, dass das so lange gedauert hat, aber manchmal steckt man eben einfach fest...

So. Jetzt am besten einfach nur lesen und dann Feedback geben.
Viel Vergnügen


Der erste Versuch

„Wie? Meinst du jetzt gleich? . . . Hier?", fragte Draco, der gerade in seinem eigenen Körper steckte erschrocken.

„Nein, Malfoy. Wir machen erstmal eine Woche Urlaub, um uns von dem Schreck zu erholen und dann fangen wir an das Problem zu lösen. Ich will Heilerin werden und keine Politikerin. Ich verstecke mich nicht und warte darauf, dass die Probleme von allein verschwinden und hoffe, dass niemand meine Fehler bemerkt!"

„Du, Granger, willst Heilerin werden? Die Anzahl der Todesfälle im St. Mungos wird enorm ansteigen."

„Die Anzahl der Todesfälle in diesem Raum wird gleich enorm ansteigen, wenn du nicht den Mund hältst, Malfoy!", schrie ihn Ginny an.

„Also das darf ja wohl nicht wahr sein!" Madame Prince kam wütend an ihren Tisch gewackelt und blieb vor Ginny und Draco stehen. „Ich habe Sie die letzten paar Stunden in Ruhe gelassen und meinen Feierabend für Sie verzögert, weil ich es so fantastisch finde, wenn junge Menschen versuchen sich weiter zu bilden und weil Sie leise und konzentriert gearbeitet haben. Was fällt Ihnen ein jetzt schon wieder solchen Lärm zu machen? Verlassen Sie alle sofort die Bibliothek!"

„Es tut uns sehr Leid, Madame Prince," entschuldigte sich Hermine bei der Frau, als sie aufstand und einen Stapel Bücher mit dem Zauberstab zurück in das Regal fliegen ließ. Harry, Ginny und Draco taten das selbe mit ihren Büchern dann verließen sie gemeinsam die Bibliothek.

„Eins steht fest, ich werde absolut nichts von den abwegigen Dingen, die du vorgelesen hast tun, Granger!", sagte Malfoy schlecht gelaunt.

„Ach nein? Dann schlag doch etwas Besseres vor!", entgegnete die Gryffindor.

„Wir werden zu Professor Snape gehen und ihm das sagen. Er ist auf jeden Fall kompetenter als du dämliches . . .!"

„Ja?" Harry war stehen geblieben und starrte Malfoy wütend an. „Na los, sag schon was du sagen willst!"

„Jetzt hört doch einfach auf damit!" Ginny hatte keine Lust auf solche sinnlosen Streitereien.

„Wir müssen jetzt sowieso in unsere Schlafsäle," warf Hermine ein. „Wir dürften eigentlich schon gar nicht mehr hier sein.

Die Turmuhr läutete.

„Oh nein." Ginny, die jetzt wieder in Dracos Körper steckte, legte das Gesicht in die Hände. „Ich werde nicht nochmal in diesen hässlichen Gemeinschaftsraum zu diesen hässlichen Menschen gehen."

„Ich werde auch nie wieder einen Fuß in euren Gemeinschaftsraum setzen, Weasley."

„Da werdet ihr wohl keine andere Wahl haben, wenn ihr nicht hier draußen auf dem Gang schlafen wollt," sagte Harry mürrisch.

„Denkst du denn, wir verwandeln uns auch, wenn wir schlafen?", fragte Ginny.

„Das ist sehr wahrscheinlich," antwortete Hermine. „Kannst du mir mal sagen, wo du hin willst?"

Draco, der gerade den Weg zu den Kerkern hinunter nehmen wollte, drehte sich genervt um. „In meinen Schlafsaal, vielleicht."

„In diesem Körper?"

„Mist! Und was machen wir jetzt?"

„Na Malfoys Körper geht in Malfoys Schlafsaal und Ginnys Körper geht in Ginnys Schlafsaal," sagte Harry gereizt.

„Ich hätte mich heute gerne noch geduscht!", schrie Ginny wütend.

Alle starrten Dracos Körper an.

„Oh." Das schien die einzige Sache zu sein, über die Hermine noch nicht nachgedacht hatte. „Dann müsst ihr euch beeilen."

„Na fantastisch!", stöhnte Draco.

„Wir müssen das Problem lösen. Am besten heute noch," sagte Ginny.

„Umarmt euch."

„Was?" Ginnys Stimme überschlug sich vor Wut, als Draco Hermine anfauchte.

„Das stand in einem von den Büchern. Ich hab doch eine Liste gemacht! Wieso hört ihr mir nicht zu? Vielleicht reicht es schon, wenn ihr euch ganz einfach nur umarmt und dann seid ihr wieder in euren eigenen Körpern."

Ginny und Draco starrten sich an, dann wanderten ihr Köpfe synchron in Hermines Richtung.

„Also hast du das wirklich alles ernst gemeint, Hermine?"

„Geht etwa nicht mal das in deinen Schädel rein, Malfoy?"

„Ich bin Ginny."

„Oh. Tut mir Leid, Ginny. Ja, ich hab das alles ernst gemeint. Wie wollen wir es denn sonst schaffen? Ihr müsst alles Mögliche tun."

Wieder starrten sich die beiden Körpertauschler an, während Harry unruhig von einem Bein auf das andere trat. Draco und Ginny gingen etwas näher aufeinander zu, wie zwei Raubtiere, die noch nicht wussten ob das Gegenüber Freund oder Feind war. Als sie nur noch eine Armlänge voneinander entfernt waren blieben sie stehen und starrten sich angeekelt an.

„Na los," Harrys Stimme klang alles andere als glücklich, „bringt es doch einfach hinter euch."

Ginny ging noch einen winzigen Schritt auf ihren Körper zu, woraufhin Draco einen ebenso kleinen Schritt auf seinen Körper zu ging.

Hermine riss der Geduldsfaden. Sie trat hinter Dracos Körper und schubste Ginny mit sanfter Gewalt nach vorne. Sie fiel direkt in die Arme ihres Gegenübers.

Ginny schnappte nach Luft. Es war ein seltsames Gefühl von ihrem eigenen Körper umarmt zu werden. War sie wirklich so weich? Und . . . oh Mann, hatte sie echt so große Brüste?

„Darf ich fragen, was die Herrschaften um diese Uhrzeit noch außerhalb ihres Schlafsaals zu suchen haben?", ertönte eine gedehnte Stimme aus dem Hintergrund.

Ginny und Draco sprangen auseinander und wandten sich der Stimme zu. Auch Harry und Hermine drehten sich nach der Stimme um und alle vier Gesichter erstarrten, als sie Severus Snape erkannten.

Der Lehrer für Zaubertränke runzelt die Stirn. Hatte da gerade sein Lieblingsschüler Draco Malfoy die kleine Weasley-Gryffindor umarmt? Das konnte nicht mit rechten Dingen zugehen. Die Falten auf seiner Stirn wurden tiefer, als Ginny Weasley auf ihn zu kam.

Draco musste seine Gelegenheit nutzen. Entschlossen trat er auf Snape zu. „Professor, ich muss mit ihnen reden. Weasley hat irgendeinen Fluch falsch ausgesprochen, den er übrigens auf mich gerichtet hatte und dabei seine Schwester und mich in eine sehr . . . unangenehme Lage gebracht."

Snape starrte Ginny an. Er konnte ja nicht wissen, dass Draco in diesem Körper steckte und der Blonde dachte in diesem Moment auch nicht daran.

Hermine schlug sich die Hand vor die Stirn.

„Wie bitte?", fragte Snape irritiert.

Die Turmuhr läutete.

Ginny war wieder in ihrem eigenen Körper und fand sich in unmittelbarer Reichweite von Snape. „Du dämlicher Idiot!", schrie sie wütend aus.

„Was erlauben Sie sich?", fragte der Professor mit wütendem Gesichtsausdruck.

„Vergessen Sie es einfach!", schnauzte Ginny Snape an und wandte sich ihren Freunden und Draco zu.

„Also das mit dem Umarmen hat schon mal nichts gebracht," sagte Harry frustriert.

„Das wissen wir doch gar nicht." Hermines Stimme dagegen klang hoffnungsvoll. „Kann doch sein, dass das jetzt das letzte Mal war."

„Also glaubst du, wir haben es hinter uns?", fragte Ginny, die sich so schnell sie konnte von Snape entfernt hatte.

„Ist euch eigentlich klar, was hätte passieren können?", schrie Draco wütend. „Wir hätten für immer so bleiben können, weil wir es getan haben, während wir der andere waren!"

„Du!", wandte sich jetzt Ginny an Draco. „Warum hast du das Professor Snape gesagt? Wenn wir jetzt wieder normal sind, dann war das völlig umsonst!"

„Sie werden mir jetzt sofort erklären, was hier vor sich geht!" Snape wurde immer zorniger. Seit wann brachte es jemand fertig ihn eiskalt zu ignorieren?

„Malfoy hat Recht, Hermine," gestand Harry widerwillig. „Wir sollten die Punkte auf deiner Liste nur noch dann abarbeiten, wenn die beiden sie selbst sind. Sonst haben wir gar nichts gekonnt."

„Silencio!" Snape hatte seinen Zauberstab gezückt und die Schüler zum Schweigen gebracht.

„Mr Malfoy, ich werde jetzt den Schweigezauber von Ihnen nehmen und dann werden Sie mir in aller Ruhe erklären, was genau passiert ist."

Ginny wollte protestieren, aber sie konnte ja nicht. Als Snape dann Draco von dem Zauber befreite und dieser augenblicklich ansetzte um dem Lehrer die Geschichte aus seiner Sicht zu schildern, sah sie nur noch eine einzige sinnvolle Lösung.

Mit einem wenig eleganten Hechtsprung stürzte sie sich auf den Blonden und tackelte ihn brutal zu Boden.

Sie landeten aufeinander. Draco versuchte Ginny von sich zu drücken, aber sie begann damit ihm wütend das Gesicht und den Hals zu zerkratzen. Als Draco es dann schaffte Ginny mit einem Tritt gegen das Schienbein für einen Moment außer Gefecht zu setzen eilte Harry seiner Freundin zu Hilfe indem er sich selbst auf den Slytherin warf. Entsetzt sprang Hermine auf das Menschenkneul zu und versuchte Harry und Ginny, die sich wieder ins Geschehen eingemischt hatte gleichzeitig von Draco herunter zu zerren.

Snape verfolgte erst einen Moment lang sprachlos das Geschehen, dann erinnerte er sich seiner Position und schwenkte seinen Zauberstab in Richtung des Menschenballs.

Die vier Streithähne wurden auseinander geworfen, jeder in eine andere Richtung.

Draco, der als Einziger sprechen konnte, rappelte sich auf und ging auf Snape zu um nun endlich mit ihm zu sprechen.
Hermine wollte eingreifen und just in dem Moment als Draco anfing zu reden wurde ihr klar, dass sie ja eigentlich nur so lange Zeit schinden musste bis de Turmuhr schlug. Also tat sie, was Ginny zuvor getan hatte und stürzte sich von hinten auf den Blonden, welcher sich, um nicht mit dem Gesicht auf die Steine zu schlagen am erst besten Gegenstand in seiner Reichweite klammerte. Und das war der Umhang von Severus Snape.

Der Tränkemeister fiel mit Draco und Hermine zusammen zu Boden, wobei ihm sein Zauberstab aus der Hand glitt und direkt vor Harrys Füßen landete. Geistesgegenwärtig schnappte sich Harry diesen und warf ihn noch ein Stück weiter weg in eine Ecke der Eingangshalle, wo Snape ihn nicht so schnell finden konnte.

Hermine wusste nicht wie ihr geschah, als sie plötzlich den schweren Körper des Professors auf ihrem spürte und versuchte sich schnellstmöglich aus dieser Lage heraus zu manövrieren. Ginny eilte ihrer Freundin zur Hilfe und zog sie mit aller Kraft am Arm. Damit erzielte sie auch den gewünschten Effekt und Hermine war befreit. Allerdings hatte Snape, der ebenfalls versucht hatte sich aufzurichten nun den Halt verloren und fiel wieder nach unten, direkt auf Dracos Rücken. Dem Mund des Slytherin entkam ein ersticktes Keuchen.

Die Luft blieb ihm weg und sein Oberkörper wurde schmerzhaft auf die Steine gepresst.

Die Uhr schlug. Draco konnte plötzlich wieder frei atmen und fand einen seiner Arme um Hermines Schulter gelegt wieder, den er augenblicklich von diesen entfernte.

Ginny hingegen spürte nun den Körper von Professor Snape auf sich und ausschließlich Schmerzen und Atemnot hielten sie davon ab sich zu übergeben.

Snape erhob sich auf eine für ihn sehr unelegante Weise und half Ginny, die er vermeintlich für Draco hielt auf die Beine.

„Miss Granger! Wie können Sie es wagen ..."

„Das ist ganz einfach zu erklären, Professor," schaltete sich Ginny so schnell sie konnte ein. Das war ihre Chance die Situation zu retten.

Draco, der sich ein paar Schritte von Hermine entfernt hatte und nun aufgrund des Silencios, der auf Ginnys Körper lag nichts sagen konnte, kochte innerlich.

„Wir haben zur Zeit ein kleines magisches Experiment am Laufen, von dem wir allerdings nichts verraten können," erklärte Ginny Snape.

„Was für ein magisches Experiment?", fragte der Professor misstrauisch.

„Wie gesagt, das können wir Ihnen nicht sagen. Geheimhaltungspflicht. Sie sollten nur wissen, dass sich dieses Experiment sehr stark auf die Emotionen von jedem einzelnen von uns auswirken kann und damit ist auch unser seltsames Verhalten zu erklären, wofür ich mich im Namen von uns allen entschuldigen möchte."

„In welchem Fach führen Sie dieses 'Experiment' durch? Ich muss dringend ein Wörtchen mit dem Lehrkörper reden, der Ihnen diese Aufgabe gegeben hat."

„Niemand hat uns diese Aufgabe gegeben. Wir machen das freiwillig und wollen die Ergebnisse des Experiments nach dessen Beendigung präsentieren. Vorausgesetzt natürlich wir sind erfolgreich."

„Sie arbeiten freiwillig mit drei Schülern aus dem Hause Gryffindor zusammen, Mr Malfoy?" Snapes Blick wurde mit jedem Wort, das Ginny sprach misstrauischer.

„Nun ja, … Also … Es erhöht enorm meine Chancen und gibt mir gewisse Grundkenntnisse über gewisse Dinge, die nützlich sein könnten und … und so."

„Dinge … Die nützlich sein könnten … und so," Snape hatte eine Augenbraue in die Höhe gezogen.

„Richtig. Und wir müssen jetzt sofort weiter machen damit wir keine Zeit verlieren. Es ist ausgesprochen wichtig, dass wir dieses Experiment schnellstmöglich beenden um unsere Ergebnisse auswerten zu können. Wir werden dann jetzt also einfach mal gehen und unsere Studien fortsetzen. Bitte entschuldigen Sie uns, Professor."

Ginny hatte sich im Laufe der letzten Sätze langsam von Snape entfernt und packte jetzt Draco und Hermine an den Oberarmen um sie in Richtung Gryffindorturm zu schleifen. Harry schloss sich der Gruppe hastig an und die vier ließen den Tränkemeister mit gerunzelter Stirn stehen.

Snape glaubte natürlich kein Wort von dem, was Ginny ihm erzählt hatte, aber wieso sollte sein absoluter Lieblingsschüler ihm denn ein derart dreistes Lügenmärchen erzählen. Irgendetwas stimmte bei der ganzen Sache einfach nicht. Er würde diese Geschehnisse, die mit und um diese Schüler herum in nächster Zeit passierten wohl besser genau im Auge behalten.

Plötzlich bemerkte er das Fehlen seines Zauberstabes. „Accio Zauberstab," sagte er hart und stellte fest, dass dieser ihm aus der hintersten Ecke der großen Halle entgegen geflogen kam. Sein Misstrauen vergrößerte sich noch mehr.

Er sollte das alles wirklich sehr genau im Auge behalten.