Heahmund war 16 Jahre alt, als Gottes Hand mit festem Griff seinen Pfad bestimmte. Seine nackten Beine zitterten. Schweißbedeckt lag er auf einem dünnen Laken.

Nur ungern erinnerte sich Heahmund an diese Nacht zurück. Zu tief war er damals im Fieberwahn versunken, als dass ein scharfes Bild von den Ereignissen geblieben wäre. Vieles blieb schemenhaft, wie der Nebel eines unangenehmen Traumes, der einen einhüllte, noch nachdem man schon lange erwacht war. Woran er sich jedoch erinnerte, war das Gefühl von Hilflosigkeit.

Und etwas anderem.

Eine Hitze, die ihn von innen auffraß.

Er brauchte…

Heahmund stöhnte zwischen zusammengebissenen Zähnen auf.

Er brauchte…

Tränen rannen sein Gesicht herab.

Ein Heilkundiger der Abtei hockte zwischen seinen gespreizten Knien und untersuchte ihn.

„Omega" murmelte der Mönch bestätigend, als zwei seiner Finger von Feuchtigkeit bedeckt zwischen den Beinen Heahmunds hervortauchten.

Omega wie die heilige Jungfrau Maria.

Sein Körper schrie auf und er spürte wie die Sünde gleich einem zähen Brei durch jede seiner Adern floss.

Er brauchte…

Nein, er fühlte sich nicht wie die heilige Jungfrau Maria.

Der Junge versuchte sich aufzubäumen, doch zwei Arme hielten ihn fest auf die Pritsche gedrückt.

Man flößte ihm eine klebrige, weiße Flüssigkeit zwischen die vor Trockenheit aufgesprengten Lippen.

Bevor Heahmund in die Dunkelheit glitt, dachte er mit Terror an einen Namen.

Maria Magdalena