Weil ich so gerne übersetze und die Übung ohnehin für die Uni gut gebrauchen kann, kommt hier das dritte Kapitel :-) Das ist etwas länger als die ersten Zwei, was euch sicher freuen wird :P
Und falls jemand von euch Rechtschreibfehler oder etwas Ähnliches finden sollte: sagt es mir ruhig, darüber freue ich mich, denn ich lerne gern immer wieder was dazu ;)
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Der Trank soll nicht länger als sechzig und nicht weniger als fünfundvierzig Minuten köcheln...
Hermine hob den Kopf. „Und wie lange soll ich ihn jetzt genau köcheln lassen?" „Das hängt davon ab, wie potent er werden soll.", antwortete Voldemort abwesend, während er stirnrunzelnd seine Fingernägel betrachtete. Er lehnte an einem Tisch, auf dem ein verzaubertes Messer Kräuter und Wurzeln zerkleinerte. „Okay, aber warum konnte der Autor nicht einfach eine Tabelle oder etwas Ähnliches hinzufügen, auf welcher die verschiedenen Stufen der Potenz und die jeweils benötigten Siedezeiten ersichtlich werden? Das wäre eindeutig hilfreicher als '...nicht länger als sechzig aber nicht weniger als 45 Minuten'!", stellte Hermine verärgert fest.
„Zuerst einmal: Beruhige dich. Zweitens, das ist keines deiner Bücher aus Hogwarts; es wird dir nicht jeden einzelnen Schritt vorkauen. Du solltest bereits fähig sein, manche Dinge selbst herauszufinden und dich nicht nur darauf beschränken, Anweisungen zu befolgen." „Ich mag es aber, wenn deutliche Anweisungen vorhanden sind, denn dann weiß ich, dass, wenn ich sie sorgfältig befolge, ich das versprochene Ergebnis erhalten werde", gab Hermine stur zurück. Er blickte sie mit einem spöttischen und etwas traurigen Lächeln an und betrachtete dann wieder seine Finger. „Also bist du diese Art von Bücherwurm..." Hermine stemmte die Hände in die Hüften. „Was soll das denn heißen?" „Ich bin ebenfalls ein Bücherwurm", sagte er, als er schließlich den Blick auf sie statt auf seine Hände richtete. „Aber ich lasse mir von den Büchern nicht sagen, was ich zu tun habe. Ich lese, behalte die eine oder andere Idee davon im Kopf und entwickle dann meine eigenen Ansichten." Er seufzte und zuckte mit den Schultern. „Nicht, dass es schlecht wäre so zu sein wie du. Dadurch wirst du zu einer besonders fähigen Bürokratin; dem Inbegriff einer Ministeriumsangestellten, die von neun bis fünf Uhr arbeitet."
Er grinste und Hermine verspürte wieder diesen Stich. Gerade, als sie seiner Äußerung widersprechen wollte, klopfte es an der Tür. Der Dunkle Lord ging darauf zu und öffnete sie, um den Kopf hinaus zu strecken. Hermine beobachtete ihn neugierig und versuchte zu hören was er sagte, doch gleich darauf schloss er die Tür wieder und drehte sich zu ihr um. „Ich muss gehen. Ich werde in zwanzig Minuten wieder da sein." „Aber ich habe keine Ahnung, wie das hier alles funktionieren soll. Sie sollten mir eigentlich dabei helfen", meinte Hermine. Er verdrehte die Augen.
„Und sollst die klügste Hexe deines Alters sein? Meine Güte, wie das Niveau doch gesunken ist, seit ich in Hogwarts war... Es gibt drei Potenzstufen und die jeweilige Zeitspanne kann man leicht herausfinden, in dem man einfache Arithmetik benutzt. Na bitte, ich habe dir die Lösung beinahe vorgesagt. Kann das dein bürokratischer Verstand jetzt verarbeiten oder muss ich auch das für dich machen?" Ohne auf eine Antwort zu warten, verließ er den Raum und knallte die Tür hinter sich zu. Hermine betrachtete die geschlossene Tür zornig und blickte dann wieder auf das Buch vor ihr. Sie hatte sich in ihrem ganzen Leben noch nie so beleidigt gefühlt.
„Drei Potenzstufen...", murmelte sie, während sie auf einem Blatt Pergament herumkritzelte, „zwei gegebene Variablen..." Die beiden Variablen waren 45 und 60, schlussfolgerte Hermine und schrieb sie auf. Also musste 45 für die niedrigste Stufe und 60 für die höchste Stufe stehen. Sechzig minus fünfundvierzig war fünfzehn, also... das dividiert durch zwei ergab... „7,5. In Stufen von 7,5." Hermine lächelte erleichtert; sie wusste, dass sie das Problem gelöst hatte: 45 war die niedrigste, 52,5 die mittlere und 60 die höchste Stufe. „Ausgezeichnet...", murmelte sie und schrieb es nieder. Als Nächstes betrachtete Hermine die lange Liste an Zutaten; sie füllte beinahe zwei ganze Seiten. Wie konnte er nur von ihr erwarten, einen so komplexen Zaubertrank zu brauen?
Eigentlich, korrigierte sich Hermine, ist nicht er der Schuldige, sondern viel mehr Dumbledore! Was zur Hölle hat er sich bloß dabei gedacht Voldemort zu erzählen, dass ich zum Brauen eines solchen Trankes fähig wäre? Hermine prägte sich ein, mit Dumbledore darüber zu sprechen, wenn sie ihn heute traf. In den nächsten vierzig Minuten las Hermine die gesamte Anleitung und notierte sich alles, bei dem sie sich nicht ganz sicher war, damit sie Voldemort fragen konnte sobald er zurück kam. Wenn man vom Teufel spricht... Hermine sah auf die Uhr. Er war nun beinahe eine ganze Stunde weg, obwohl er gesagt hatte, dass er in zwanzig Minuten zurück sein würde. Hermine bekam ein ungutes Gefühl bei dem Gedanken daran, dass er möglicherweise etwas plante. Er hatte aber einen Schwur abgelegt, also konnte er das eigentlich gar nicht tun...doch er war der Dunkle Lord, wie konnte sie also sicher sein, dass er nicht gerade dabei war einen Weg zu finden, wie es möglich war, den Eid zu brechen?
Immerhin war sein Verhalten vor seinem plötzlichen Verschwinden sehr verdächtig gewesen, beinahe so, als wollte er nicht, dass Hermine erfuhr, wer sich auf der anderen Seite der Tür befand. Mit gerunzelter Stirn stand Hermine von der Couch auf, auf welcher sie die ganze letzte Zeit gesessen hatte und ging in Richtung Tür. Sie war sich jedoch nicht sicher, wo sie beginnen sollte nach ihm zu suchen; sie kannte sich im Herrenhaus nicht besonders gut aus und wollte sich nicht verirren. Außerdem würde es verdächtig aussehen wenn jemand sah, dass sie hier alleine herumspazierte. ...Vielleicht ist er in seinem Büro, überlegte Hermine als sie an der Tür angekommen war. Doch gerade in dem Moment, als sie nach dem Knauf greifen wollte, wurde die Tür geöffnet und der Gegenstand ihrer Gedanken kam hereingeschneit. „Wohin wolltest du denn?", fragte Voldemort und sein Gesichtsausdruck ähnelte - bis auf die Nuance ihrer Haut - dem Ihren. „Ich wollte nach Ihnen suchen; es hat beinahe eine Stunde gedauert...", meinte Hermine.
„Und?", fuhr er sie an. „Dir zu sagen wie lange ich weg sein würde war eine Gefälligkeit, keine Pflicht." „Das weiß ich!", rief Hermine etwas lauter als zuvor. „Ich habe mir nur Sorgen gemacht, weil – nun ja, als die Gesandte des Ordens muss ich überprüfen, ob Sie sich an den Eid halten und wenn Sie dann auf einmal so hastig verschwinden, na ja...", Hermine weitete ihre Augen und fuchtelte mit ihren Händen herum, „Wissen Sie, ich habe befürchtet, dass Sie versuchen würden den Vertrag zu brechen oder so..." „Ich stehe unter einem Eid, Ms. Granger", sagte er knapp; der Blick aus seinen roten Augen war prüfend. „Merk dir das." Er rauschte an ihr vorbei zum Tisch und als er das Buch dort nicht finden konnte, drehte er sich zum Sofa um. Er ergriff das Buch gemeinsam mit ihren Notizen. Langsam näherte sich Hermine ihm und fühlte sich dabei wie ein Hund mit eingezogenem Schwanz. Sie konnte sehen, wie seine Augen auf ihrer Liste von Fragen hin und her huschten. Sobald er fertig war, legte er sie wieder in das Buch zurück und schloss es, bevor er es auf dem Tisch ablegte.
„Du hast für heute genug Fortschritte gemacht.", sagte er zu ihr, „Doch jetzt musst du zum Orden zurückkehren; es ist schon fast sechs Uhr. Ich habe hier die unterschriebenen Verträge der Einheiten." Er beschwor die sechzehn verschlossenen Schriftrollen herauf und gab sie ihr. „Der Kamin wird dich jetzt passieren lassen. Sieh zu, dass du morgen Früh um zehn Uhr fertig bist, denn dann wird die Passage abermals aktiv. Wir sehen uns morgen beim Frühstück, Guten Abend." Er drehte sich am Absatz um, durchquerte das Zimmer mit einigen schnellen Schritten und war weg. Hermine sah ihm einen Moment nach, dann schüttelte sie den Kopf als sie zum Kamin ging und etwas Flohpulver aus der Schale am Sims nahm. Dieser...
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Sobald Hermine aus dem Kamin gestiegen war überlegte sie ernsthaft, ob sie nicht vielleicht doch wieder zurück gehen konnte. Unglücklicherweise war Molly Weasley schneller, warf die Arme um ihre zukünftige Schwiegertochter und umarmte sie so fest wie sie nur konnte. "Darling, wie geht es dir? Hat er dir genug zu essen gegeben?" Hermine öffnete ihren Mund, um zu antworten doch Molly war schneller. "Oh nein, natürlich hat er das nicht! Sieh dich an, du bist so dünn und blass!" Sie umarmte sie erneut. "Molly, ich war nur zwei Tage dort.", sagte Hermine, als sie sich aus den Armen ihrer zukünftigen Schwiegermutter befreite. "Und ich hatte genug zu essen, also bezweifle ich wirklich, dass ich in dieser kurzen Zeit an Gewicht verloren habe.", fuhr Hermine amüsiert fort. Molly schüttelte den Kopf. "Du siehst dünner aus." Sie verließ den Raum als Ron, Ginny und Remus hereinkamen. "Ich werde dir ein ordentliches, herzhaftes Abendessen machen!", verkündete Molly auf dem Weg in ihr kulinarisches Reich.
"Hermine", sagte Ron; er küsste und umarmte sie. "Wie geht es dir? Wie war es?" Hermine lächelte. "Es war okay. Ich habe mich nicht gefährtet gefühlt, falls du das meinst." "Sind das die Verträge?", fragte Remus und musterte die Tasche auf Hermines Schulter. "Oh, ja", antwortete sie und reichte sie Remus. "Ich werde sie Albus übergeben", meinte er mit einem warmen Lächeln. "Ich bin bald wieder da." Hermine nickte und sah wieder die beiden Rotschöpfe an, die sie nun in Richtung des Sofas drängten. "Wir haben noch etwa zehn Minuten bis das Treffen beginnt.", verkündete Ginny und ergriff Hermines Hände. "Also erzähl uns alles."
"Na ja", begann Hermine und wusste nicht recht, wo sie anfangen sollte. Es war nicht wirklich viel in diesen zwei Tagen passiert, doch Gnny und Ron sahen sie an, als erwarteten sie einen Bericht im Ausmaß eines vierstündigen Epos von Homer. "Ich war nur zwei Tage lang dort, also ist eigentlich nicht viel passiert. Wir haben gerade begonnen, an einem Trank für Dumbledore zu arbeiten. Er ist sehr komplex, also hat das beinahe den ganzen Nachmittag gedauert...und...", Hermine zuckte die Schultern und lächelte nervös. "Das ist eigentlich alles, was passiert ist."
"Wie hat er dich behandelt?", fragte Ginny weiter; ihr sommersprossiges Gesicht ernst. Ron beugte sich vor, so als hätte er Angst etwas zu verpassen, was Hermine vielleicht sagen würde. "Also gut, ich habe ein schönes großes Zimmer und Zugang zur Bibliothek, er behandelt mich respektvoll und ich habe mich nie unwohl oder gefährdet gefühlt.", gab Hermine mit gerunzelter Stirn zurück. Was hatten sie erwartet? Dass sie in den Kerkern an eine Wand gekettet werden würde? "Das macht er nur, weil er unter einem Schwur steht", sagte Ron verächtlich. "Nun, offensichtlich.", unterbrach ihn Hermine und musste sich beherrschen, um nicht die Augen zu verdrehen. Es schien so, als hätten die vergangenen Jahre alles bis auf Rons Gehirn erwachsen werden lassen. Sie wandte sich zu Ginny.
"Und wie läuft's mit Bellatrix?" Die Rothaarige zuckte mit den Schultern. "Sie verhält sich genau so, wie man es von ihr erwarten würde. Sie ist eitel, lästig und hat nicht mehr alle Besen im Schank." Hermine schnaubte bei dieser Beschreibung amüsiert. "Ja, sie haben schon einen ganz speziellen Charakter, diese dunklen Zauberer." "Sie bleibt die meiste Zeit allein", fügte Ron hinzu. "Sie isst sogar in ihrem Zimmer. Wir sehen sie nur, wenn ein Treffen stattfindet." "Ist das bei dir dasselbe?", fragte Ginny Hermine. "So ziemlich", erwiderte Hermine eilig und warf Ron einen Blick zu. Sie hielt es nicht für klug sie wissen zu lassen, dass sie fast immer alleine mit Ihm aß. "Ron, Hermine, Ginny – das Treffen fängt an", rief Remus, der in der Tür stand. Hermine erhob sich gemeinsam mit Ron und Ginny und folgte ihm.
"Jetzt wirst du gleich sehen, was wir aushalten müssen", flüsterte Ron und nahm ihre Hand in seine. Sie runzelte die Stirn. "Was meinst du damit?" "Bellatrix wird bei dem Treffen dabei sein." Hermine verzog bei der Information das Gesicht. "Ich dachte, sie würde jetzt Volde – Du-weißt-schon-wem Bericht erstatten, so wie ich es jetzt mache." "Sie war schon bei ihm", antwortete Ginny. "Sie ist vor ungefähr zwanzig Minuten zurückgekommen..."Hermine erstarrte und drehte sich zu Ginny um. "Wirklich?" Beide Rotschöpfe nickten. "Warum?", fragte Ron sie. "Bist du ihr nicht begegnet?" "Nein, Du-weißt-schon-wer und ich haben an einem Trank gearbeitet und dann hat jemand an die Tür geklopft. Er hat mir gesagt, dass er in zwanzig Minuten zurück sein wird, aber im Endeffekt hat es eine Stunde gedauert. Als er dann zurückgekommen ist, hat er ziemlich abwehrend reagiert, als ich ihn gefragt habe, wo er war. Und er hat mir eigentlich keine richtige Antwort gegeben."
"Das müssen wir Dumbledore sagen", zischte Ron. "Siehst du? Ich ich wusste, dass er etwas versuchen würde! Sie haben sich vermutlich schon die ganze Zeit über gegen uns verschworen - " "Sie sind stehen doch beide unter Eid, oder?", meinte Ginny, "Selbst wenn sie es versuchen würden, könnten sie uns nicht schaden..." "Das hat er auch gesagt.", fügte Hermine nickend hinzu. "Nun, offensichtlich verbirgt er etwas, denn warum sollte er es sonst vor dir geheimhalten? Du solltest eigentlich bei jedem seiner Treffen dabei sein.", sagte Ron. "Hm, also wenn sie nicht den Untergang des Ordens geplant und auch offensichtlich nichts mit den Todessern besprochen haben, weil das einen Vertragsbruch darstellen würde, da ich nicht anwesend war... was haben sie sonst getan?"
Im selben Moment als der letze Satz ihre Lippen verließ, wusste Hermine die Antwort. "Oh, Gott", murmelte sie und schloss die Augen. "Das ist widerlich", kam es von Ginny, die die Hände vors Gesicht schlug. "Wovon redet ihr beide?", fragte Ron und sah verärgert drein, weil er von ihrer Endeckung ausgeschlossen wurde. " Von Du-weißt-schon-wem und Bellatrix zusammen.", beantwortete Ginny seufzend seine Frage. "Glaubst du wirklich?", erwiderte Ron mit gerunzelter Stirn. "Das ist das Einzige, was Sinn macht.", meinte Hermine ein bisschen schnippisch. Ron zuckte die Achseln. "Na ja, da hat es immer dieses Gerücht gegeben..." Sie verstummten, als sie einigen Ordensmitgliedern begegneten, die ebenfalls den Versammlungsraum betraten. Hermine konnte sehen, dass der Direktor bereits auf seinem Stuhl saß und darauf wartete, dass sich der Raum füllte.
"Hermine", begrüßte Dumbledore sie, als sie und die beiden Weasleys langsam hereinkamen und sich neben Mr. und Mrs. Weasley setzten, die ihnen Plätze frei gehalten hatten. "Ich bin froh, dich hier bei uns wohlbehalten zu sehen." Hermine lächelte und nickte kurz. "Vielen Dank für Ihre Besorgnis." "Würde es dir etwas ausmachen, deine Erfahrungen in den letzten zwei Tagen mit uns zu teilen?", fragte der Direktor und legte seine gefalteten Hände flach auf die hölzerne Oberfläche des Tisches. Sobald er zu sprechen aufgehört hatte, wandten sich alle Augen von ihm zu Hermine, die sich wieder einmal in der unangenehmen Situtation wiederfand, nicht exisitierende Details zur Verfügung zu stellen. "Nun ja, ich habe nur an einem Treffen teilgenommen, bei welchem die Verträge unterzeichnet wurden.", sie wandte sich Dumbledore zu und ergänzte, "Ich gehe davon aus, dass Remus sie Ihnen übergeben hat." Er nickte. "Und ich gehe auch davon aus, dass Sie meinen Brief bezüglich der Änderung der Namen zu Nummern auf den Verträgen und des Ablegen der Schwüre in meiner Abwesenheit erhalten haben?"
Dumbledore nickte erneut. "Das war Teil der Abmachung." "Wie konnten Sie da zustimmen?", unterbrach Ron ihn mit gerunzelter Stirn; sein Gesichtsausdruck spiegelte den der anderen Ordensmitglieder wider. "Er gab unter Eid zu, dass seine Gefolgsmänner aus sechzehn Einheiten mit je fünfundzwanzig Todessern und seinem Inneren Kreis bestehen. Ich habe die Verträge kontrolliert und die Zahlen stimmen überein." Dumbledores Tonfall hatte etwas Endgültiges, was das Thema beendete. "Habt ihr begonnen, am Imperius-Trank zu arbeiten?" "Ja, ich habe die Brauanleitung gelesen und so solange studiert, bis ich sie verstanden habe. Das ist vermutlich der komplexeste Trank, den ich je zu Gesich bekommen habe.", antwortete Hermine und blickte in die Runde. "Hat Voldemort dich unterstützt?", fragte Dumbledore weiter. "Der Dunkle Lord.", kam es von der Ecke, in der Bellatrix saß; sie ergriff damit zum ersten Mal das Wort.
"Wir werden ihn nennen wie auch immer es uns beliebt, Bellatrix.", entgegnete Dumbledore und betrachtete die Frau über den Rand seiner Brille. Die betreffende Todesserin schwang mit ihrem Sessel nach vorne, welcher mit einem Knall auf den vier Stuhlbeinen landete. "Dunkler Lord ist die angemessene und respektvolle Anrede seiner Lordschaft." "Wir respektieren ihn nicht", meinte Arthur langsam und frustriert. "Das haben wir schon einmal besprochen." "Ich respektiere ihn hier nicht, doch nenne ich ihn dennoch so, wie er genannt werden will.", antwortete Bellatrix und deutete dabei zum Direktor, der seinen Kopf kurz auf die Hände stützte. Hermine starrte sie und die Ordensmitglieder an, die aussahen, als würden sie ihr am liebsten den Schädel einschlagen. "So ist das bis jetzt bei jedem unserer Treffen gewesen.", flüsterte Ron Hermine zu, die verstehend nickte und sich ein kleines Grinsen erlaubte; es war irgendwie lustig, wenn man so darüber nachdachte. Wenn sie Bellatrix ansah, konnte sie nicht anders als rot zu werden und mit einem schmalen Lächeln wegzusehen, weil sie dabei an die Unterhaltung mit Ginny denken musste.
Sie warf der Rothaarigen einen bedeutungsvollen Blick zu, welchen Ginny schaudernd erwiderte; Hermine schnaubte amüsiert und betrachtete ihre Fingernägel. "Was ich eigentlich sagen wollte", fuhr Dumbledore schließlich fort und hob dabei wieder den Kopf. "Hermine, hat er dich dabei unterstützt?" "Irgendwie schon, ja. Aber zum größten Teil hat er mich mir selbst überlassen, da ihm ja offenbar gesagt wurde, dass ich mehr als fähig wäre, den Trank selbst herzustellen." Bei seiner Frage hatte sich Hermines zuvor noch frühliches Gemüt verfinstert und sich konnte nicht anders, als in einem etwas spitzen Tonfall zu antworten. Daraufhin zuckten Dumbledores Mundwinkel. "Ich habe Vertrauen in dich, Hermine." "Wenn das nur genug wäre." "Halt, worüber redet ihr da?", fragte Ron und lehte sich vor, als er zwischen dem Direktor und seiner Verlobten hin und her schaute. "Ich habe Lord Voldemort von Hermines außerordentlichen Fähigkeiten in Kenntnis gesetzt und sie verleugnet diese.", antwortete ihm Dumbledore.
"Nein", stellte Hermine langsam fest und sah dabei auf ihre verschränkten Arme hinunter. "Ich versuche, die Erwartungen auf ein realistisches Niveau zu senken." Dumbledore sah sie stumm an und nickte schließlich leicht. "Wenn das dein Wunsch ist." Der Rest des Treffens verlief fast ohne weitere Zwischenfälle. Hermine sank in ihrem Stuhl zusammen, als Bellatrix es plötzlich erneut für nötig befand eine - ihrer Ansicht nach - Respektlosigkeit ihrem Lord gegenüber zu korrigieren. Diese Angelegenheit dauerte diesmal fast zehn Minuten und endete damit, dass Bill Weasley versuchte, die Todesserin zu verhexen und aus diesem Grund die Konsequenzen seines versuchten Vertragsbruches ertragen musste. Bellatrix lehnte sich kichernd zurück als Molly, Kingsley und Athur die hässliche Brandwunde auf seinem Handgelenk inspizierten. "Also gut, ich denke, dass dies ein guter Moment ist, um das heutige Treffen zu beenden.", verkündete Dumbledore und erhob sich eilig; die Frustration war seiner sonst so ruhigen Stimme deutlich anzumerken.
"Was sieht er bloß in ihr?", überlegte Hermine laut, als sie mit Ron und Ginny zur Tür ging. "Was sieht sie bloß in ihm?", antwortete Ginny, als sie über die Schwelle traten. "Da ist was dran", grinste Hermine. "Sie sind beide total krank, also warum sollten sie nicht zusammen sein?", fügte Ron hinzu. Hermine und Ginny lachten leise, bevor sie verstummten. "Ginny, wo ist eingentlich Harry?", fragte Hermine plötzlich. "Er ist in einer Mission für Dumbledore unterwegs...Horkruxe aufspüren.", beantwortete Ginny ihre Frage und trat etwas näher zu ihrem Bruder und ihrer zukünftigen Schwägerin. "Du musst das aber für dich behalten, im Orden weiß keiner davon und Dumbledore selbst weiß nicht einmal, dass ich es weiß." Hermine nickte. "Ja klar, kein Problem. Hat Harry dir gesagt, wohin er unterwegs ist?" Ginny nickte. "Ja, er hat sich mir anvertraut." Hermines Lächeln wurde breiter. " Ah, also hab ihr zwei heimlich etwas am Laufen?"
Ginny schüttelte den strinrunzelnd den Kopf. "Oh nein, nein...wir sind nur Freunde, so wie immer." "Aber sicher.", meinte Hermine lächelnd und sah Ron an, der seinen Arm um ihre Hüfte gelegt hatte. "Ich habe Ginny gesagt, dass sie meine Erlaubnis hat mit Harry auszugehen, aber aus irgendeinem Grund sind sie immer noch nicht zusammen." Ginny schnaubte empört und blickte ihren Bruder mit verschränkten Armen verächtlich an. "Deine Erlaubnis? Ich brauche deine Erlaubnis nicht, um mit irgendjemandem auszugehen; auch wenn ich deine kleine Schwester bin.", entgegnete sie, als er den Mund öffnete, um noch etwas zu sagen. "Na ja, vielleicht wenn er zurückkommt, oder?", mischte Hermine sich ein. Ginny schüttelte ihren Kopf leicht, als sie die Türe öffnete. "Oh, nein...ich sehe Harry nicht so. Er ist wie ein Bruder für mich."
"Das kann doch nicht dein Erst sein, Ginny.", wandte Hermine ein. "Du warst schon in ihn verliebt, als du noch nicht mal in Hogwarts warst." Sie zuckte nur die Schultern. "Nicht mehr." "Ist da ein anderer?", fragte Ron plötzlich, als er und Hermine sich anschickten, in die kalte Nachtluft hinauszutreten. Ginny schüttelte den Kopf. "Natürlich nicht. Schlaft gut, okay? Und Hermine - pass bitte gut auf dich auf und schreib mir." Hermine nickte. "Bis bald, Ginny!"
"Sie war ein bisschen abwehrend, findest du nicht?", meinte Ron, als sie um die Ecke bogen, um zu apparieren. "Hm, denkst du, dass sie heimlich einen Freund hat?" Er zuckte die Schultern als sie unter einer Laterne zum Stehen kamen. "Das sollte sie besser nicht." Sie verstummten, als sie sich auf das Disapparieren vorbereiteten. Sie konzentrierten sich auf ihr Ziel und tauchten in ihrer Wohnung wieder auf. Dann legten Hermine und Ron ihre Mäntel ab und schlenderten in ihr dunkles Schalfzimmer. Die Lichter gingen an, als sie es betraten und Hermine setzte sich auf das Bett, zog ihre Schuhe aus und ließ sich mit geschlossenen Augen nach hinten auf die Bettdecke fallen. "Müde?" "Ja", antwortete Hermine, ohne ihre Augen zu öffnen. "Die Arbeit an den Zutaten des Zaubertranks war schauderhaft und nur der Gedake daran, ihn tatsächlich zu brauen, macht mich noch müder." Sie höre ihn lachen und dann auf sie zukommen. Das Bett senkte sich etwas als er sich niederlegte und er fuhr mit seinen Fingern durch ihr Haar.
"Herms?" "Hmm?" "Ich habe dich wirklich vermisst." Hermine öffnete ihre Augen und lächelte schwach. "Das ist lieb von dir, ich habe dich auch vermisst." Er küsste sie kurz. "Ich habe mit Dumbledore gesprochen.", fuhr Ron fort. "Und er hat gesagt, dass du immer noch aufhören kannst. Er sagt, dass Kingsley sich freiwillig gemeldet hat und dass das alles gut klappen würde -" Hermine begann sich aufzurichten, als ihr Verlobter sich ebenfalls aufsetzte. "Ron, ich habe dir schon gesagt, dass ich nicht aufhören werde." "Aber Hermine, ich finde es nicht in Ordnung, dass du in all das involviert bist.", fügte er hinzu, "Wir sind verlobt, und ich will nicht, dass du so viel Zeit getrennt von mir verbringst. Ich habe mit Mum gesprochen und sie denkt auch, dass das unsere Beziehung zerstören könnte." "Weißt du was, Ron? Abgesehen davon, dass es dem Orden hilft und unseren Kindern und den kommenden Generationen eine Zukunft ermöglichen wird, sehe ich das als Chance zu testen, wie stabil unsere Beziehung ist. Denn wenn man davon ausgeht, dass wir heiraten werden, sollte sie ziemlich stabil sein. Du benimmst dich aber so als würdest du glauben, dass wir bereits auf dünnem Eis stehen."
"Das hat nichts mit der Stärke unserer Beziehung zu tun; ich vertraue dir, Hermine, aber ihnen nicht!", gab Ron mit erhobener Stimme zurück. "Du hast dich selbst in das Auge eines Wirbelsturms gestellt, wie kannst du da von mir erwarten, dass ich mir keine Sorgen mache?" "Du kannst mir ja gar nicht vertrauen, wenn du glaubst, dass ich mich nicht selbst verteidigen kann!", schrie sie ihm entgegen. "Das ist Du-weißt-schon-wer von dem wir hier reden, Hermine!", erwiderte Ron genauso laut. "Nicht Malfoy und seine Freunde oder irgend so ein kleinkrimineller Zauberer, dem du in einer dunklen Ecke der Nockturngasse über den Weg läufst! Das ist der verfluchte Dunkle Lord und er könnte dein Leben so leicht beenden wie das einer Fliege!"
"WIR STEHEN UNTER EINEM EID!" "ER WIRD EINEN WEG FINDEN, IHN ZU BRECHEN!" Jetzt standen sie alle beide, waren leicht außer Atem und hatten gerötete Wangen. Hermines Augen funkelten aufgewühlt, als sie sich ihr Haar aus der Stirn strich. Dann wurden sie plötzlich feucht und sie sah weg. "Warum sorgst du immer dafür, dass wir streiten, Ron? Kannst du meine Entscheidung nicht einfach akzeptieren?", fragte Hermine mit glasigen, müden Augen, in denen sich Tränen sammelten. Ron sah sie an und sein Gesichtsausdruck zeigte, dass er verletzt war, als er ihre Hände in seine nahm, doch Hermine zog sie weg. "Ich werde nicht aufhören.", sagte sie ihm als ihre braunen Augen auf seine trafen. "Und ich will nicht mehr hören, dass du dich darüber beschwerst. Ich bin alt genug, um zu wissen was ich tue und du weißt genauso gut wie ich, dass nichts meine Meinung ändern wird." Ron sah mit traurigen Augen auf sie hinunter. Dann nahm er Hermines Hände abermals in seine und diesmal ließ sie es zu und schloss ihre Augen, als er sie drückte. "Okay."
"Hermine ließ den Kopf hängen und nickte, während sie sich mit geschlossenen Augen auf die Lippe biss. "Okay, dann lass uns jetzt schlafen gehen. Ich muss morgen früh austehen, weil ich zurück zu ihm muss." Ron nickte stumm und ging geknickt ins Badezimmer, um sich umzuziehen.
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Die Stimmung am nächsten Morgen war so unbehaglich wie Hermine es erwartet hatte. Ron und sie frühstückten bis auf die eine oder andere gelegentliche Bemerkung in völliger Stille. Zum Glück dauerte ihre gemeinsame Zeit nicht allzu lange an, da sie zurück in das Herrenhaus der Riddles und er in die Arbeit musste. Nach einem kurzen Abschiedskuss verließ er das Apartement und sie ging zum Kamin. Hermine warf das Flohpulver in die Flammen und stieg hinein. "Riddle Manor!" Augenblicklich schloss sie sie Augen und seufzte, als sie sich fragte, wie wohl der Rest ihrer Woche werden würde; ehrlich gesagt wollte sie gar nicht daran denken. Der Imperius-Trank würde anstrengend zu brauen sein und die herablassende Art des Dunklen Lords würde es auch nicht gerade besser machen.
"Ms. Granger."
Hermine hob den Kopf als sie aus dem Kamin in eine kleine, mit einem Luster geschmückte Eingagshalle stieg. Zu ihrer Linken stand ein Mann. Seine Hände waren hinter dem Rücken verschränkt und er wirkte seltsam vertraut. "Hi.", antwortete sie instinktiv. Sie war überrascht, dass hier jemand auf sie wartete. "Der Dunkle Lord hat mir aufgetragen, hier auf dich zu waren und dich in das Frühstückszimmer zu bringen." "Oh, okay. Vielen Dank.", sagte Hermine mit einem verlegenen Lächeln, als sie an mehreren Türen vorbei in eine Halle mit einer viktorianischen Holztäfelung, Stuck an der Decke, Gemälden an den Wänden und Statuen an den Seiten schritten. Alle paar Sekunden warf Hermine dem Mann, der neben ihr ging, einen schnellen Blick zu.
"Ich habe Sie schon einemal gesehen, nicht wahr?", platzte es schließlich aus ihr heraus. Er sah sie kurz mit seinen braunen Augen an. "Möglich." "Sie sind Bellatrix' Mann, nicht wahr? Rodolphus?", fuhr Hermine fort. "Ja.", antwortete er, ohne sie anzusehen. Sie verfielen in Schweigen als er nichts weiter sagte und Hermine fühlte sich plötzlich extrem unwohl. Er wusste wahrscheinlich von seiner Frau und Voldemort...und musste ihm dennoch dienen und sich im selben Raum wie er aufhalten – wissend, dass er mit seiner Frau schlief. Wow, das war wirklich übel. Hermine warf Rodolphus einen mitleidigen Blick zu als sie schließlich den Frühstücksraum betraten. "Der Dukle Lord wird gleich da sein." Hermine dankte ihm und setzte sich dort hin, wo sie gewöhnlich saß. Die üblichen Speisen bedeckten den Tisch: gekochte Eier, frische Früchte, Joghurt, Brötchen, Schinkenröllchen und Käsescheiben...
"Du kannst jetzt damit aufhören, das Essen zu beäugen." Hermine hob den Kopf, als der der Dunkle Lord die Schiebetrür hinter sich schloss. Ihre Überraschung ihn so bald zu sehen war nichts im Vergleich zu der, die sie beim Anblick seiner Kleidung empfand. Er trug einen schwarzen Kaschmirpullover unter dem ein dunkles Shirt hervorlugte und dazu graue Hosen. Wäre sein schlangenartiges Gesicht nicht gewesen, hätte Hermine ihn glatt attraktiv gefunden. Er grinste. "Ich hab dir ja gesagt, dass ich nicht nur Roben trage." Her nahm neben Hermine am Kopfende des Tisches platz. "Fang an.", sagte er und deutete auf die Speisen. Hermine zuckte die Achseln. "Danke, aber ich habe eingentlich keinen Hunger..." "Ich werde nicht allein essen." Er legte sein Besteck zur Bekräftigung zur Seite. "Essen Sie nicht normalerweise alleine?", fragte Hermine verwundert. "Wenn ich alleine bin, ja, dann natürlich schon, aber wenn jemand anderes anwesend ist, schätze ich es nicht wirklich, der Einzige zu sein, der isst.", erklärte er ungeduldig.
Hermine gab nach und griff zögerlich nach der Schinkenplatte, wo eine winzige Gabel in einem der Röllchen steckte. Sie schnappte sich die Gabel mitsamt dem Schinkenröllchen und legte beides auf ihren Teller, bevor sie nach der Butter griff. "Also, haben Sie gut geschlafen?", fragte Hermine und legte die zweizackige Gabel zurück auf die Platte. "So gut wie immer.", gab er kurzangebunden zurück, während er verschiedene Früchte auf seinem Teller platzierte. Hermine nickte abwesend als sie zu ihm aufsah. Er schien nicht vorzuhaben noch etwas zu sagen, also biss Hermine in ihr Sandwich, um die unangenehme Stille zu überbrücken. "Hat Dumbledore eine Nachricht für mich?", fragte er sie plötzlich. Hermine schüttelte den Kopf, als sie schnell kaute und dann schluckte. "Äh...nein, ich habe ihn nicht privat getroffen, sondern beim Treffen des Ordens und dort war man mehr um mein Wohlergehen besorgt als um andere Dinge."
"Waren sie überrascht, dass du nicht an eine Wand gekettet worden bist?", fragte er grinsend, Spott flackerte in seinen Augen wie kleine Flämmchen. "Ich schätze das waren sie, ja.", sagte sie mit einem amüsierten Lächeln. " Obwohl Molly der Meinung war, dass Sie mir nicht genug zu essen geben", fuhr sie fort. Er zog eine Augenbraue hoch und deutete mit seiner Hand auf den mit Essbarem beladenen Tisch. "Ich biete dir genug an - du bist diejenige, die nicht isst." Hermine schnaubte lächelnd. " Ja, es tut mir leid, aber ich habe heute irgendwie keinen richtigen Hunger." Tatsächlich lag ihr Sandwich nur halb aufgegessen auf ihrem Teller. "Warum das? Stimmt etwas nicht?", fragte er nach und steckte sich eine Weintraube in den Mund. Hermine zuckte die Schultern. "Oh nein, es geht mir gesundheitlich gut. Es sind nur...", sie gestikulierte mit ihrer rechten Hand, als sie nach einem Wort dafür suchte, "Alltagsprobleme."
"Hat es etwas mit deiner Verlobung zutun?" "Woher wissen Sie, dass ich verlobt bin?" Er nickte in Richtung ihrer Hand, während er ein Glas Saft zum Mund hob und seine dunkelroten Augen ihren Diamantring betrachteten. "Nun, er ist nicht sehr groß, aber dennoch nicht zu übersehen." "Na ja, wir sparen für die Hochzeit.", sagte Hermine achselzuckend. "Wer ist es?" Hermine fühlte sich etwas unwohl und wusste nicht recht, ob sie es ihm sagen sollte oder nicht. Aber sie schätzte, er würde es ohnehin herausfinden. "Ron." "Der Rotschopf?", fragte er überrascht. "Ich dachte, du wärst mit Potter zusammen." "Nein", entgegnete Hermine stirnrunzelnd. "Warum haben Sie das denn gedacht?" Er zuckte die Achseln und sah weg. "Hab es irgendwo gehört."
"Nein, Harry und ich sind nur Freunde.", meinte Hermine und biss von ihrem Sandwich ab. Er starrte sie einen Moment lang an, dann grinste er und schnaubte erheitert, bevor er nach einem Ciabatta griff. "Ist der Weasley-Junge nicht ein bisschen langsam?" Hermine sah ihn verblüfft an; damit hatte sie nicht gerechnet. "Na ja, er ist nicht das hellste Licht im Hafen, sicher, aber er ist ein richtig netter Kerl: Er ist warmherzig, liebevoll und -" "Hör auf oder mir kommt mein Frühstück wieder hoch", kommentierte Voldemort mit angewidertem Gesichtsausdruck. Hermine schürzte die Lippen und schwieg ein paar Sekunden lang. "Ich weiß, dass das vielleicht lächerlich und naiv für dich klingt, aber wenn Sie einmal selbst Liebe erfahren, dann wird Ihnen klar werden, dass es alles andere als das ist." "Oh, bitte", meinte er und verdrehte die Augen. "Ich war auch ohne sehr erfolgreich und beabsichtige den Rest meines Lebens so zu verbringen."
Hermine wandte den Blick ab und biss nachdenklich von ihrem Brötchen ab. Sie kaute schweigend und dann, ohne den Kopf zu heben, fuhr sie fort: "Was ist mit Bellatrix?" "Was soll mit ihr sein?" Sie sah ihn an. "Ihr zwei seit zusammen, oder?" "Warum denkst du das?" "Na ja, da gab es immer dieses Gerücht...und dann, an dem Tag, als ich zum Orden zurück gegangen bin...als wir am Trank gearbeitet haben und Bellatrix gekommen ist, um Ihnen Bericht zu erstatten...ich dachte mir, dass ihr Nichts über den Krieg besprochen haben konntet, da ich nicht dabei war. Und wenn es ein geheimes Treffen gewesen wäre, hätte das gegen den Schwur verstoßen. Also...", sie zuckte die Achseln, "ließ das nur eine Schlussfolgerung zu." Er starrte sie mit zusammengepressem Kiefer und schmalen Lippen an. "Nun, offenbar habe ich deine kombinatorischen Fähigkeiten unterschätzt. Wem hast du noch davon erzählt?" "Niemandem", sagte sie. Er zog eine Augenbraue hoch.
"Na ja, Ginny und ich haben es zusammen herausgefunden und Ron war dabei, also hat er uns gehört. Ich denke aber nicht, dass sie es irgendjemandem erzählen werden. Ich meine, Ginny hätte zu viel Angst, dass Sie herausfinden, dass sie es war, die es allen erzählt hat. Und ich bin mir sicher, dass Ron es vergessen wird; er hat das Erinnerungsvermögen eines Goldfisches." "Und dieselbe Hirngröße", murmelte Voldemort und nippte an seinem Orangensaft. "Sie können so gemein sein.", meinte Hermine mit zusammen gepressten Lippen. Seine Antwort war ein Grinsen. "Aber ich habe Recht..." "Wir alle haben unsere Fehler", sagte Hermine sanft, als sich wieder auf ihren Teller konzentrierte. Sie verfielen beide erneut in Schweigen; das einzige Geräusch war das Klappern des Bestecks. "Also, was hat dein Verlobter getan, um dich zu verärgern?"
Hermine merkte, wie ihre Stimmung sofort sank. "Oh, nichts, nur dumme Beziehungsprobleme." "Hat es was damit zu tun, dass du hier bist?" Sie sah ihn an. "Bist du sicher, dass du das Richtige tust, wenn du deine Beziehung hinter deine Pflichten stellst?" Hermine zuckte die Achseln und starrte das Glas vor ihr an. "Wie ich schon Ron gesagt habe - wenn wir wirklich eine stabile Beziehung haben, dann wird das hier kein Problem sein. Und außerdem, man kann nicht die ganze Welt für seine Beziehung opfern." Dann fügte sie nachdenklich hinzu: "Es wird immer Dinge geben, die zuerst kommen. Ich denke schon, dass die Liebe ihren Platz im Leben hat, aber sie sollte das Leben nicht beherrschen." Wäre Hermine nicht so in Gedanken versunken gewesen, dann hätte sie gesehen, dass der Dunkle Lord lächelte. "Es...ich weiß nicht, ob das, was ich sage, Sinn macht.", sagte sie und blickte kurz zu ihm auf. "Ich denke du versuchst zu sagen", stellte er fest, "dass man sich niemals so sehr verlieben sollte, dass man anfängt, sein Herz anstatt seines Gehirns dazu zu benutzen, Entscheidungen zu treffen."
Hermine schwieg. Das klang drastisch und genau wie etwas, das er sagen würde, aber seltsamerweise klang es auch wahr. "Da stimme ich Ihnen zu.", sagte sie langsam nach einem Moment nachdenklicher Stille. "Endlich einmal eine intelligente Antwort." Sie hob den Kopf; der Ausdruck in seinen roten Augen war kalt, aber dennoch anerkennend und irgendwie verlockend.
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Wie hat es euch gefallen?
~M
