Summary: Wird aus Erestors und Glorfindels Einsamkeit traute Zweisamkeit...? R & R! ;-)
Rating: R, nur um sicher zu gehen
Disclaimer: Mir gehört keine von Tolkiens Figuren, noch die von ihm erschaffene Welt.
Pairing: Erestor/Glorfindel
Warning: AU, slash (male/male relationship), OOC
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Ein großes DANKE an meine Reviewer!
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Es ist zum Glück ungleich einfacher, jemanden ins Wort als um den Hals zu fallen.
Gregor Brand, dt. Schriftsteller, Lyriker und Verleger
Glorfindel war erfreut, dass Erestor wieder in Bruchtal weilte, nicht nur weil er nun wieder die unliebsame Schreibarbeit los war und wieder mit seinen Männern auf Patrouille gehen konnte, sondern auch weil er gerne Erestor durch seine Neckereien aus der Fassung zu bringen versuchte. „ Na, dann möchte ich Euch zwei Hübschen mal alleine lassen. Schöne Flitterwochen!" Erestors Miene war stoisch, nur seine zornig blitzenden Augen verrieten ihn und mit einem Grinsen verließ Glorfindel das Arbeitszimmer, um sich noch ein wenig im Schwertkampf zu üben.
Erestor wurde sich erst langsam wieder bewusst, dass er immer noch in seiner Reisekleidung war und gnadenlos den Boden mit gar liebreizenden Pfützen ausstattete, was bei den Dienstboten bestimmt Begeisterungsstürme auslösen würde.
Nach dem Löschen der zahlreichen Kerzen begab er sich in seine Gemächer, entledigte sich seiner Kleidung, ließ sich ein Bad ein und sank dankbar ins warme Wasser.
Als er zurückgelehnt und mit geschlossenen Augen den Duft der ätherischen Öle genoss, die langsam ihre Wirkung entfalteten, schweiften seine Gedanken zu der Begegnung mit dem blonden Hünen ab.
Wortwechsel wie der heutige waren keine Ausnahme zwischen den beiden und normalerweise genoss er sie bis zu einem gewissen Grad.
Doch heute fühlte er sich etwas verletzt durch Glorfindels Worte, auch wenn jener diese gewiss nur scherzhaft und ohne großartig nachzudenken geäußert hatte.
Es war ja wahr, sein Liebesleben war nicht existent und vielen seiner Schriftrollen und Bücher brachte er große Zuneigung entgegen, aber er war nicht sehr glücklich über diesen Zustand.
Er war Lord Erestor, geachtet, respektiert und geschätzt. Zu ihm ging man, wenn man Informationen und Rat suchte, doch wegen amourösen Interessen ihm gegenüber kam nie jemand zu ihm. Und er war leider nicht der Typ von Elb, der die nötige Courage hatte, Herzensangelegenheiten selbst in die Hand zu nehmen.
Immerhin hatte ihn der Balrogtöter als hübsch bezeichnet, obwohl er auch im gleichen Atemzug ein Buch als hübsch betitelt hatte.
Egal, er hat mich hübsch genannt, den Rest sollte ich vergessen, dachte Erestor und stieg aus dem nun kalten Wasser.
Glorfindel war unterdessen von seinen Männern freudig begrüßt worden und trainierte mit einigen seiner besten Krieger bis allen der Schweiß in Strömen vom Körper lief und man sich darauf einigte, den Abend in der Messe der Soldatenkaserne fortzusetzen.
In der Messe herrschte eine ausgelassene Stimmung, denn ein junger Krieger hatte nicht nur seine Verlobung mit einer jungen Elbenmaid bekanntgegeben, sondern auch dafür gesorgt, dass guter Wein in Strömen floss.
Die Elben tranken auf dessen Wohl und einige stimmten ein fröhliches Trinklied an:
Der beste Schatz, den ich wohl hab,
der liegt beim Wirt im Keller
und hat ein hölzern Röcklein an
und nennt sich Muskateller.
Hat in der Nacht
mich trunken g'macht
und fröhlich heut' den ganzen Tag,
dass ich ihn immer lieben mag.
Und diesem Schatz, den ich wohl mein',
will ich ein Loblied singen;
es ist der allerbeste Wein,
den soll man mir jetzt bringen.
Er stärkt das Blut,
gibt freien Mut
durch seine Kraft und Eigenschaft,
drum lieb ich dich, mein Rebensaft. 1)
Spätabends kehrte Glorfindel gutgelaunt in seine Gemächer zurück und entschloss sich, noch ein Bad zu nehmen, um sich des Schweißes und noch ein paar besonders hartnäckiger Tintenflecke zu entledigen.
Er genoss wie das Wasser in sanft umhüllte und sich seine Muskeln entspannten.
Er dachte an die Begegnung mit Erestor zurück und wie dieser vor ihm stand.
Erestor, der langsam schmelzende Schneeflocken im dunklen, streng frisierten Haar hatte, dessen roter Mund so schlagfertig antworten konnte, dessen große und dunkle Augen vor Wut blitzten und dessen schlanke, aber dennoch kräftigen Hände so zärtlich über ein Buch streichen konnten.
Wie wäre es wohl diese Hände auf seinem Körper zu fühlen, den sinnlichen Mund zu erobern, das sonst so streng frisierte Haar in geöffneter Weichheit zu spüren und Erestors Augen von der Glut der Leidenschaft entflammt zu sehen, fragte sich Glorfindel.
Ein Schauer von Erregung durchfuhr ihn und er spürte wie er hart wurde. Mit einer sanften, aber bestimmten Massage verschaffte er sich Erleichterung, das Bild Erestors stets vor Augen.
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1) Trinklied aus dem 15. Jahrhundert, vermutlich von Johann Fischart
