Bretter, die die Welt bedeuten

Bretter, die die Welt bedeuten

Dieses Kapitel möchten wir den

Zwillingen Thorsten und Timo widmen.

An dieser Stelle sollten wir anmerken,

dass es ein sehr „schmerzlicher" Verlust war.

Aber ihr wart immer nett und auch gut...

3. Kapitel: Zugfahren ist viel schöner als Fliegen

Als Hermine wieder zu sich kam, standen mehrere Personen um sie herum. Sie konnte, durch das Wackeln um sie, spüren, dass sie immer noch im Zug war, der sie nach London, besser gesagt nach Paddington bringen sollte. Von dort aus würden sie den Heathrow-Express zum Flughafen London-Heathrow, dem größten Flughafen Großbritanniens nehmen.

Hermine fragte sich, warum sie lag. Dann kam ihren Erinnerung schlagartig wieder. Viktor Krum hatte in einem total beschissenen Brief mit ihr Schluss gemacht, dann hatte sie ihren Kontrollgang gemacht und dieses Pärchen getroffen, welches sie so an sie zwei erinnert hatte. Anschließend war sie dann in ein – vermutlich – leeres Abteil gegangen und hatte geheult und geflucht und Krum beschimpft, um schließlich zu merken, dass ihr Zaubertranklehrer ihr gegenüber saß und ihr ein Taschentuch reichte. Außerdem war ihr während sie so damit beschäftigt gewesen war Krum zu beschimpfen wohl noch etwas anderes herausgerutscht, von dem Snape am allerwenigsten hätte wissen sollen... Das war einfach zu viel für sie gewesen. Da hatte ihr Körper beschlossen für kurze Zeit mal das Licht auszumachen... Und jetzt hatte er beschlossen Hermine mitten in diese Szenario zu schleudern, dass sich, als sie die Augen aufschlug vor ihr offenbarte.

Da standen Harry und Ron zwischen den zwei Professoren. Die beiden Schüler funkelten den Zaubertranklehrer böse an und Snape sah zu Hermine. Natürlich musste er als Erster bemerken, dass sie wach war:

„Miss Granger", sagte er, „schön das sie wieder unter uns weilen. Da sind wir alle erleichtert." Seine Stimme war wieder voll vom üblichen Sarkasmus, nichts mehr zu hören von der vorherigen Freundlichkeit und dem mitfühlenden Tonfall...

,Vielleicht hast du dir das ja nur eingebildet.', sagte eine Stimme in Hermines Kopf. ,Nein, das hab ich nicht', gab Hermine gehässig an diese Stimme zurück. Sie wusste nicht einmal, warum sie Snape verteidigte, aber irgendwie war da etwas, dass sie sich nicht erklären konnte. ,Vergiss es' ,meinte sie zu sich selbst und sagte dann: „Haben sie mich wohl schon vermisst?" Snape schnaubte hörbar und wandte sich dann ab. Dies gab Harry und Ron die Möglichkeit mit ihrer Freundin zu reden. Sie fragten:

„Was ist denn passiert? Professor McGonagall kam nur zu uns und meinte du wärtst zusammengebrochen."

„Nun, es war einfach zu viel für mich heute, ihr wisst ja die Sache mit dem verpatzten Tränenzauber und dann auch noch der Schlafmangel...", Hermine log mal wieder nach Strich und Faden, ohne dass man es ihr auch nur im entferntesten ansah.

„Ja, Miss Granger, das mag sein, jedenfalls sollten sie sich jetzt erst einmal ausruhen. Potter! Weasely! Ihre Freundin braucht jetzt Ruhe, bitte kommen sie mit mir, sie können sie später abholen, der Zug wird in weniger als einer Stunde Paddington erreichen." Damit verließ die Hauslehrerin von Gryffindor mit Harry und Ron im Schlepptau das Abteil, in dem nun nur noch Hermine und Snape waren.

Als dieser sich zum Gehen wandte, sagte Hermine: „Professor?"

Er drehte sich um.

„Danke, dass sie's keinem gesagt haben."

Ohne irgendeine Reaktion drehte Snape sich um und verließ ebenfalls das Abteil. Hermine beschloss sich noch ein wenig hinzulegen. Die Jungs würden sie dann schon wecken, wenn der Zug in London ankommen würde.

Als Severus Snape das Abteil indem Hermine lag verlassen hatte, dachte er über das nach, was passiert war.

Er war in dem Abteil gesessen und hatte darüber nachgedacht, ob er morgen lieber schwarz oder schwarz tragen sollte. Er war noch nicht zu einer Entscheidung gekommen, als plötzlich eine total verstörte Miss Granger in sein Abteil gestolpert kam. Sie hatte ihn offenbar nicht gesehen, denn während sie weinte, fing sie an jemanden – vermutlich einen Jungen – zu beschimpfen.

Weil sie ihn anscheinend immer noch nicht gesehen hatte, hatte er versucht sie zur Ruhe zu bringen, doch dadurch hat er alles nur noch schlimmer gemacht. Schließlich war ihr etwas rausgerutscht, dass bestimmt nicht für seine Ohren gedacht war.

,Und was hast du getan?', fragte eine Stimme in seinem Kopf. ,Ich hab ihr ein Taschentuch angeboten.', gab er zurück, Ja, ok, es war wirklich etwas dumm gewesen. Als Miss Granger ihn dann doch noch bemerkt hatte, oder besser gesagt bemerkt hatte, dass ER, Severus Snape es gewesen war, dem sie gerade eines ihrer intimsten Geheimnisse wohl eher unfreiwillig erzählt hatte, war sie vor ihm ohnmächtig zusammengebrochen.

,Leider hab ich sie nicht mehr auffangen könne', dachte er. Doch da meldete sich wieder die Stimme in seinem Kopf: ,Was heißt hier „leider"?'

Severus dachte darüber nach, aber er kam zu keinem wirklichen Schluss.

Dann jedenfalls hatte er sie aufgehoben und auf die Sitze gelegt. Im Anschluss daran war er zu McGonagall gegangen, die ihn gleich wieder schief angesehen hatte. Aber natürlich hatte er ihr nichts gesagt. ,Natürlich', spottete sie Stimme in seinem Kopf.

Er rieb sich die Schläfen. Was war heute nur mit ihm los? Normalerweise hatte diese Stimme absolut kein Mitspracherecht, aber heute...

Jedenfalls hatte er sich dann bereit erklärt, ganze zwei Stunden bei der „kleinen" Granger zu bleiben, bis sie schließlich, zwei Minuten nachdem Potter und Weasely in das Abteil geschneit kamen, wieder aufgewacht war.

Aber jetzt kannte er das Geheimnis der Kleinen und er würde wohl oder übel ein Auge auf sie haben müssen. ,Müssen?' ,Halt die Klappe!', herrschte er die Stimme an, Ja, müssen.

„Herm, Herm!", Hermine hörte Ron's Stimme. Sie schlug die Augen auf. Tatsächlich stand Ron vor ihr und redete auf sie ein.

„Wir sind in zehn Minuten in Paddington, deshalb solltest du langsam aufstehen und deine Sachen holen, außerdem solltest du..."

„...was sollte ich, Ron?" Hermine wirkte etwas verwirrt.

„Nun ja..." Ron druckste etwas herum.

„McGonagall will, dass wir alle diesen komischen Anstecker tragen, und glaub nicht, dass du davon verschont bleiben wirst..." Er hielt einen grell pinken Button hoch. Hermine erkannte, dass auch er schon einen davon an seinem Pulli trug.

„Nun, dann werde ich es wohl tun müssen...", stöhnte Hermine. Ihr tat noch alles weh, sie war wahrscheinlich ziemlich hart auf den Boden gefallen, als sie ohnmächtig wurde.

,Hätte Snape mich nicht auffangen können?', dachte sie, dann aber versuchte sie diesen Gedanken schnell wieder los zu werden, doch irgendwie konnte sie die Vorstellung davon nicht verdrängen...

„Herm, träumst du?", das war Harry. Er hatte den Kopf zur Abteiltür hereingesteckt und hinter ihm sah Hermine ihren eigenen, Rons und Harrys Koffer.

,Ja', dachte sie, sagte das aber lieber nicht.

„Nein, mit tut nur alles ziemlich weh. Würde mir einer von euch aufhelfen?", damit sah sie die beiden Jungs flehend an. Sofort hielt Ron seine rechte Hand hin und zog sie zu sich hoch. Trotzdem verlor sie das Gleichgewicht, landete aber schließlich in Rons Armen.

„Danke", sagte sie und er half ihr schließlich zur Tür, da sie nun wirklich nicht auf der Höhe ihrer Kräfte war.

Missmutig starrte er den Button in seiner Hand an. ,Was bescheuerteres ist der alten Kuh nicht eingefallen.', dachte Snape. ,Was denkt sie eingentlich, wer sie ist? Hätte sie wenigstens eine annehmbare Farbe nehmen können, aber pink?! Diese dumme Gans denkt doch nicht, dass ich dieses scheußliche runde Ding an meinen Pullover mache.'

In diesem Moment steckte McGonagall ihren Kopf durch die Abteiltür. „Severus, kommen sie endlich, in zwei Minuten sind wir am Bahnhof." Sie ließ ihren Blick durch den Raum gleiten und blieb an ihrem selbst gestalteten Anstecker, auf den sie sehr stolz war, in Snape's Hand hängen. „Sie wissen aber schon, dass mein Button an ihren Pullover gemacht werden muss. Ich bestehe darauf, und mache keine Ausnahme!" Sehr schlecht gelaunt nahm Snape den Button und befestigte ihn an seinem Pulli. „Jetzt besser?", murmelte er McGonagall entgegen. „Viel besser, Severus.", sie brachte ein kleines Lächeln über ihre Lippen und verschwand aus seinem Abteil.

Jetzt war er wieder ganz alleine. Er nahm seinen Koffer und bewegte sich nach draußen. Es war schon alles voller Schüler, die einen heiden Lärm machten.

„RUHE", brüllte Snape, und sofort war alles still. Die Schüler hatten gelernt, dass mit Snape nicht zu spaßen war. Und wenn er so schlechte Laune hatte, wie heute, musste man besonders vorsichtig sein. Also versuchten die Schüler soweit wie möglich von Snape entfernt zu bleiben.

Dann hielt der Zug. Die Schüler drängten alle nach draußen und versammelten sich auf dem Bahnsteig. Jetzt waren sie alle ganz still.

Professor McGonagall sagte: „So, jetzt warte wir hier auf den Heathrow-Express, der uns zum Flughafen bringen wird."

Die Schüler aus Zauberfamilien sahen sich verstohlen um. Hermine war gerade dabei Ron zu erklären, was ein Flughafen ist, als der Zug einfuhr.

Wieder entstand großes Gedrängle, denn jeder wollte einen guten Platz erwischen. So drängten sich auch Hermine, Harry und Ron durch dir Tür und konnten noch einen Platz erbeuten.

Kurz nachdem sich der Zug erneut in Bewegung gesetzt hat, fragte Ron: „Musst du nicht wieder mit den Lehrern aufpassen, Herm?" Erschrocken hüpfte Hermine auf die Beine. „Oh, shit, dass hab ich total vergessen." Schnell schlüpfte sie auf den Gang und machte sich auf die Suche nach den Professoren.

„Ach, Miss Granger, schön dass sie uns auch mal wieder beehren." Snape hatte wieder ein hämisches Grinsen auf den Lippen. „Professor McGonagall macht gerade die Runde. In fünf Minuten sind sie dran. Fühlen sie sich dazu wieder in der Lage?" Snape wirkte diesmal sogar leicht aufdringlich.

„Natürlich!", verteidigte sich Hermine schnell. Sie schaute noch einmal zu ihm und machte sich dann auf den Weg.

Die Zugfahrt dauerte nicht einmal 20 Minuten, dann erreichten sie den Flughafen. Die Schüler und Lehrer stiegen aus und bewegten sich geordnet durch die Gänge, die sie zu den Schaltern der Fluggesellschaften brachten, wo sie ihre Tickets abholen konnten.

Hinter sich hörte Harry Malfoy leise flüstern: „Vielleicht haben die Muggel ja doch ein bisschen was im Hirn."