Thank you for smoking

(Teil 3)

Die Zigarre, die John gekauft hatte, lugte anstelle eines Einstecktuches aus der oberen Jackett-Tasche hervor. Besser gesagt... der Metallzylinder, der die Zigarre umschloss, war zu sehen. Die Zigarre selbst blieb für Sherlock nach wie vor ein Rätsel, was möglicherweise auch daran lag, dass sich gerade nicht die übliche Menge an Blut in seinem Gehirn befand, sondern sich auf höchst angenehme Weise in anderen Körperregionen tummelte.

Was hast du vor?", wiederholte Sherlock seine Frage.

John lächelte.

Sherlock rann ein heißkalter Schauer über den Rücken.

Oh, wie er gerade dieses Lächeln liebte.

Verrucht und ein wenig... abgründig.

oooOOOoooOOOoooOOOooo

John trat näher zu ihm und fuhr mit der Kuppe seines Daumens leicht über Sherlocks volle Unterlippe. Sherlock wagte im ersten Moment kaum zu atmen.

„Ganz einfach, Sherlock... ich werde mich hier in meinen Sessel setzen und ganz entspannt und in Ruhe diese Zigarre hier", er tippte gegen den Metallzylinder, der immer noch in seiner Brusttasche steckte, „rauchen..." Er hauchte dieses letzte Wort mit einem fast zärtlichen Unterton und Sherlock wimmerte unwillkürlich.

„Und ich?", wagte Sherlock mit versagender Stimme zu fragen.

„Du?", wiederholte John beiläufig als ob er vergessen hätte, dass Sherlock auch noch da war... als ob er vergessen hätte, dass Sherlock gewisse Gelüste hatte... als ob Sherlock keine Rolle spielen würde. „Du darfst mir dabei zusehen." Wieder dieses gemeine Lächeln. „Ich glaube fast, ich tue dir damit sogar einen Gefallen. Du hast in letzter Zeit doch mit wachsender Begeisterung lediglich passiv geraucht. Nicht wahr?"

„Zusehen?", krächzte Sherlock fassungslos. „Du willst... ich soll..."

„Ja", bestätigte John mit fester Stimme. „Zusehen. Vielleicht kuriert dich das endlich. Aber vorher... vorher wollen wir erst noch sicherstellen, dass du schön bleibst, wo du bist und keine Dummheiten anstellst." Er ging um Sherlock herum, hockte sich hinter ihm hin und hakte die Karabiner seiner Handgelenksmanschetten ineinander. Danach hörte Sherlock, wie John – sein grausamer, sein perfekter John – mit den bereitgelegten Seilen hantierte. Und dann waren da plötzlich Johns Lippen weich und warm und feucht an seiner Schulter... an dieser einen, bestimmten Stelle hinter seinem Ohr... und dann ganz leise: „Benutz' dein Safeword, ja? Kein falscher Stolz."

Sherlock nickte.

„Versprich es mir", forderte John so ungemein zärtlich, dass es Sherlock ein wenig die Kehle zuschnürte.

„Versprochen", bestätige er rau.

„Gut", befand John, leckte über Sherlocks Ohrläppchen und befestige eine Seilschlaufe an den Karabinerhaken. Das andere Ende des Seils zog er langsam aber unnachgiebig durch eine Öse in der Mitte der Spreizstange. Er hörte erst damit auf und sicherte es mit einem Knoten, als Sherlocks Hände hinter seinem Rücken gestreckt waren und fast die Spreizstange greifen konnten. Aber eben nur fast... sonst wäre es ihm ein leichtes gewesen, den Knoten selbst zu öffnen und sich wenigstens halbwegs zu befreien. Aber wo blieb da der Spaß? Sein wunderbarer John dachte heute wirklich an alles.

Genüsslich testete Sherlock die Spannung der Seile, spürte die leichte Streckung seiner Arme, kostete die milde Unbequemlichkeit in seinen Schultergelenken aus. Er seufzte zufrieden. Es war alles so, wie es sein sollte. Das dankbare Lächeln, das er John schenkte, als dieser wieder vor ihm stand, löste ein Leuchten in den dunkelblauen Augen seines Partners aus.

„Und?", fragte John endlich. „Hast du schon eine Ahnung, was für eine Zigarre ich hier habe?"

Jooooohn", stöhnte Sherlock genervt und verdrehte dabei die Augen. „Du weißt ganz genau, dass ich – anders als dieser komische Batman in den Filmen, die du dir immer ansiehst – nicht über einen Röntgenblick verfüge."

John grinste bei diesem Ausbruch jedoch nur und machte sich an seinem Sessel zu schaffen, bis dieser fast direkt vor dem knienden Sherlock stand.

„Das ist Superman, nicht Batman", korrigierte John. „Aber gut. Dann will ich dich nicht länger auf die Folter spannen", erklärte er und zog endlich den Metallzylinder aus seiner Brusttasche, öffnete den Schraubverschluss und ließ die Zigarre ein Stückchen weit in seine Handfläche gleiten.

Sherlock musste nur einen kurzen Blick auf die zwei Bauchbinden und die elegante, gerade Parejo-Form zu werfen… die als Colorado Claro klassifizierte, helle haselnussbraune Färbung des Deckblattes – die an Milchschokolade erinnerte - in sich aufzunehmen… den aromatischen, köstlichen Geruch nach Kakao, Sahne, Vanille und einem Hauch Marshmallows mit einem fast gierigen Schnuppern in sich aufsaugen… und ein Name stand so deutlich vor seinen Augen als wäre er in Marmor gemeißelt.

Montecristo No. 4 Reserva!

„Woher...", brachte Sherlock schließlich fast wimmernd über seine trockenen Lippen.

Nach einem anzüglichen Blick zwischen Sherlocks Beine schüttelte John in gespielter Besorgnis den Kopf.

„Weißt du – gerade fange ich an, mir Sorgen um dich zu machen. Erst vorhin habe ich dir erklärt, dass ich diese Zigarre im 'Smoke on the Water' gekauft habe. Aber... wie ich sehe... nicht einmal dein außergewöhnliches Gehirn funktioniert ohne ausreichende Durchblutung."

Sherlock errötete. John hatte Recht. Zumindest fühlte es sich so an, als ob all sein Blut fluchtartig das Gehirn verlassen hätte, um sich eine neue Bleibe in seinem Unterleib zu suchen. Ein wenig schämte er sich für seine Unbeherrschtheit... dafür, dass sich sein Körper so leicht, so rasch seinen animalischen Trieben hingab. Immer und immer wieder... und dass es ihm eine Wonne war, sich John auf diese Weise hinzugeben. Wie hatte er nur gelebt bevor es John gegeben hatte? Rückblickend konnte man es wohl kaum Leben nennen... noch nie hatte er sich so lebendig gefühlt, wie es jetzt mit John an seiner Seite der Fall war. Sprühend und vibrierend vor Leben bis in die Fingerspitzen, bis in die letzte Zelle hinein... bis in den letzten Winkel seines Gedankenpalastes.

Trotz seiner roten Wangen (und anderer körperlicher Beeinträchtigungen) kratzte Sherlock schließlich alle Würde zusammen, die er noch finden konnte und belehrte seinen offensichtlich unwissenden John welchen Schatz er da gerade in seinen Händen hielt.

„Diese Habano-Zigarre der Marke Montechristo im Petit Corona- oder auch Mareva-Format wurde 2007 in einer limitierten Edition von 5000 Kisten zu je 20 Zigarren auf den Markt gebracht. Der Tabak entstammt ausschließlich der Ernte des Jahres 2002 und wurde mindestens drei Jahre gelagert um zu reifen." Er holte Luft und sprach nun wesentlich langsamer und aktzentuierter weiter: „Diese Montechristo No. 4 Reserva ist praktisch nicht mehr zu bekommen. Weder für Geld noch durch gute Beziehungen." Als er geendet hatte suchte Sherlock in Johns Gesicht nach den ersten Anzeichen von Stolz und Überraschung und wartete darauf, das unvermeidliche „Brillant!" zu hören.

Doch statt des erhofften Lobes lächelte John nur, zuckte ungerührt mit den Schultern und erklärte: „Dann haben wir es wohl deiner Arbeit zu verdanken, dass ich nun in den Genuss dieser Seltenheit komme."

Sherlock konnte ihn ob dieses Sakrilegs nur mit offenem Mund anstarren. Derweil entnahm John seiner Hosentasche einige Utensilien, legte diese auf dem Beistelltischen ab und nahm dann in dem bereitgestellten Sessel Platz.

„In dem schwarzen Lackkistchen waren noch ein paar von diesen Zigarren", bemerkte John im Plauderton und Sherlock spürte, wie ihm das Wasser im Mund zusammenlief. Es gab noch mehr von diesen Zigarren! Sobald er hier fertig war, würde er... doch John's Stimme, die plötzlich einen sehr bestimmenden, scharfen Unterton angenommen hatte, riss ihn aus seinen wollüstigen Gedanken. „Aber wenn ich hier mit dir fertig bin, wirst du hoffentlich keine mehr davon wollen."

'Als ob...' dachte Sherlock höhnisch, beobachtete dann jedoch fasziniert und neiderfüllt zugleich, wie John behutsam die Zigarre in seine linke Hand nahm und leicht zwischen Daumen und Zeigefinger an sein Ohr hielt.

„Wie war das noch?", fragte John. „Soll man durch Hin- und Herrollen überprüfen, ob sie knistert um damit einen Beweis dafür zu haben, dass sie falsch gelagert wurde und zu trocken ist?"

„NEIN!", rief Scherlock panisch auf und zerrte an seinen Fesseln. Das Ziehen in seinen Handgelenken und das erneute Bewusstsein seiner Hilflosigkeit ließen das Blut in seinem Unterleib pulsieren und er biss sich auf die Lippen... hin- und hergerissen zwischen Lust und Entsetzen. „Das Deckblatt... das Deckblatt könnte dabei beschädigt werden... auch bei einer perfekt gelagerten Zigarre. Ein leichter Druck genügt. Aber nicht rollen. Auf keinen Fall rollen!"

Johns breites, befriedigtes Lächeln, sagte ihm jedoch, dass er, Sherlock Holmes – der größte Detektiv aller Zeiten – auf einen billigen Trick hereingefallen war. John hatte nie vorgehabt, diese Zigarre schlecht zu behandeln. Er hatte Sherlock nur quälen wollen. Sherlocks Herzschlag beschleunigte sich bei diesem Gedanken. War es das, was John mit ihm vorhatte? Falls ja, dann war es ausgesprochen grausam, kreativ und absolut anbetungswürdig.

„Es ist sowieso besser, wenn der Zustand der Zigarre anhand des Geruchs überprüft wird. Eine zu trockene oder falsch gelagerte Zigarre gibt kaum Aromen frei", sprudelte es fast unbewusst aus Sherlock heraus.

„Ist das so...", bemerkte John gedehnt, stand aus seinem Sessel wieder auf und beugte sich ein wenig zu Sherlock hinunter. „Da du hier der Afficionado bist... vielleicht möchtest du es für mich überprüfen?", raunte er ihm zu.

Bevor Sherlock ein heiseres „Oh Gott! JA!" äußern konnte, hatte John ihm bereits die Zigarre unter die Nase gehalten. Sofort umschmeichelte ihn der Duft des Deckblattes und er konnte an fast nichts anderes mehr denken. Kakao, Sahne und Vanille belebten seinen Geruchssinn und eine gewisse Süße wie von Marshmellows ließen ihm erneut das Wasser im Mund zusammenlaufen.

„Du sabberst schon wieder", schalt John ihn liebevoll.

Sherlock öffnete ein wenig beschämt die Augen (wann hatte er sie eigentlich geschlossen?) und leckte sich über die Lippen. „Nicht da...", sagte John amüsiert und ließ seinen Blick tiefer wandern. Sherlocks Augen folgten seinem Blick und erneut schoss ihm beim Anblick seiner eigenen unbeherrschten Erektion das Blut in die Wangen. „Vielleicht sollte ich dir auch einen Aschenbecher unterstellen", überlegte John laut und ging dann zu dem Schrank in dem sie ihre kläglichen Alkohol-Vorräte aufbewahrten. Die Abwesenheit von Johns Nähe (und dadurch die Abwesenheit der Zigarre) empfand Sherlock in diesem Augenblick als bitteren Verlust und er fühlte wie sein Körper wie die Nadel eines Kompasses John nachbebte. Er beobachtete, wie John sich ein Glas Cognac einschenkte und mit dem Glas in der Hand zu ihm zurückkam. Der Cognacschwenker wurde auf dem Beistelltischchen abgestellt. Die bernsteinfarbene Flüssigkeit schwappte noch ein wenig in ihrem Behältnis nach und benetzte das Glas in elliptischen Bögen. Dann ging John in die Küche und als er zurück kam hielt er tatsächlich zwei Aschenbecher in der Hand. Den einen stellte er neben dem Cognacglas auf den Beistelltisch. Der Aschenbecher jedoch, den Sherlock im Buckingham Palast versehentlich eingesteckt hatte (um John eine Freude zu machen), wurde von John nun zwischen Sherlocks gespreizten Beinen platziert.

John sagte nichts dazu, schenkte ihm lediglich einen tiefen, süffisanten Blick und machte es sich erneut in seinem Sessel bequem.

„Wir wollen doch nicht, dass du Mrs Hudsons Teppich versaust", bemerkte er mit seiner gönnerhaftesten Onkel-Doktor-Stimme, die Sherlock regelmäßig auf die Palme brachte, doch heute... jetzt... in diesem Moment... konnte Sherlock an nichts anderes denken, wie unanständig... wie verdorben... wie völlig undenkbar es war, dass seine Vorlust in einem Aschenbecher der Queen landen sollte. Sein Penis schwoll noch mehr an und er wimmerte leise.

„Na, na...", machte John begütigend. „Wir haben noch nicht mal richtig angefangen...

Wie war das noch? Werden Zigarren tatsächlich zwischen den Schenkeln schöner Frauen gerollt?"

Die Erwähnung von Frauen riss Sherlock aus seinen sündhaften Gedanken der Majestätsbeleidigung. „Das Zigarrenrollen ist traditionell Männerarbeit", korrigierte er fast wütend.

„Tatsächlich? Dann rollen also gutaussehende südamerikanische Männer die Zigarren zwischen ihren Schenkeln? Ein äußerst... anregender Gedanke." John beugte sich in seinem Sessel nach vorne und streckte die Hand, die die Zigarre hielt in Sherlocks Richtung. „Ich finde, Traditionen sollte man wahren." Behutsam strich er mit der Zigarre über die Innenseite von Sherlocks Oberschenkeln. „Findest du nicht auch?"

Sherlock presste seine Lippen zusammen um ein hilfloses Winseln zu unterdrücken. Langsam und federleicht streichelte John über die empfindliche Haut... näher und näher in Richtung Körper. Doch natürlich blieb ihm eine Berührung an der Stelle, an der er sie sich am sehnlichsten wünschte, verwehrt und John wechselte zu dem anderen Oberschenkel über, wo er die Zigarre immer noch quälend langsam zum Knie hin bewegte. Sogar als diese streichelnde Berührung aufgehört hatte, war Sherlock immer noch nicht in der Lage, John mitzuteilen, dass Frauen lediglich die Mittelrippe der Tabakblätter entfernten und diese Arbeit tatsächlich meist auf dem Schenkel ausgeführt wird, das reine Zigarrenrollen jedoch völlig anders vor sich ging. Zu sehr hatte ihn das Bild, das John vor seinem geistigen Auge entworfen hatte, in seinen Bann gezogen und zu sehr war er nun von dem Anblick seines steifen Penis abgelenkt, an dessen Spitze die ersten Tropfen seiner Lust glänzten und jeden Augenblick den Kampf gegen die Schwerkraft verlieren konnten und in den Aschenbecher der Queen... Sherlock schloss die Augen und stöhnte lustvoll.

Erst als Johns Atem seine Wange streifte, nahm er seine Umgebung wieder halbwegs wahr.

„Soweit ich weiß, soll man die Spitze der Zigarre ein wenig befeuchten, bevor man sie anschneidet...", raunte John ihm zu. „Ich denke... du bist dafür feucht genug..."

Sherlocks Atem stockte und er riss die Augen wieder weit auf. Würde John tatsächlich? Nein... oder... doch? Hingerissen beobachtete er, wie sich Johns Hand zwischen seine gespreizten Beine bewegte... seiner von Vorlust glänzenden Erektion immer näher und näher kam... und dann - ein sanftes Stupsen, eine geschickte Drehung, ein fast endloser Schauer, der Sherlock über den Rücken lief und die Zigarre war mit dem Beweis von Sherlocks Erregung benetzt.

„Eigentlich genügt es, den Kopf... den Zigarrenkopf ein wenig... abzulecken...", flüsterte Sherlock heiser. „Das Deckblatt könnte beim Anschneiden sonst einreißen..."

„Ach ja?" John tat erstaunt. „Wenn ich das gewusst hätte... aber dazu ist es ja noch nicht zu spät."

Würde John... würde John jetzt Sherlocks Vorlust von der Zigarre lecken? Würde er? Ein zweiter Schauer rann in froher Erwartung über Sherlocks Rücken. Oder würde er am Ende über einen ganz anderen Kopf... über eine ganz andere Spitze lecken?

Doch wieder tat John das Unerwartete. Statt sich selbst zu bemühen, hielt er Sherlock das feuchte Ende der Zigarre hin.

„Und jetzt schön brav die Zunge raus", raunte er ihm zu. „Und... lecken..."

Wie machte John das nur? Wie brachte er ihn mit wenigen Worten an den Rand wahnsinnigen Verlangens? Wie?

Ohne zu zögern und ohne darüber nachzudenken, öffnete er seinen Mund, streckte seine Zunge bereitwillig der dargebotenen Zigarre entgegen und wartete. Würde John ihn diese Kostbarkeit tatsächlich – zumindest auf diese Weise – kosten lassen? Oder würde er grausam genug sein, sie ihm im letzten Moment zu entziehen? Doch noch bevor Sherlock zu intensiv über dieses Szenario nachgrübeln konnte, berührte John mit der Zigarre seine Zunge und die Verbindung zu Sherlocks Gehirn war vorerst unterbrochen. Nahezu ehrfürchtig bewegte Sherlock seine Zunge um den Zigarrenkopf, leckte seine eigene, ein wenig an Moschus erinnernde Vorlust von dem Deckblatt und befeuchtet es sorgfältig mit seinem eigenen Speichel, ließ seine Zunge darüber gleiten, bis seine Tätigkeit anfing, einer Liebkosung zu gleichen. Sein Augen schlossen sich von allein, der Geschmack des Tabaks begann sich auf seiner Zunge zu entfalten. Eine Ahnung von Zeder, Vanille, Leder und eine gewisse, köstliche Bitterkeit...

Johns Keuchen war die einzige Warnung, die Sherlock erhielt... das Öffnen des Reißverschlusses hatte er offensichtlich nicht wahrgenommen, zu beschäftigt war er mit dem Befeuchten der Zigarre gewesen, zu sehr waren seine Sinne auf diese eine Tätigkeit konzentriert gewesen. Doch plötzlich war die Zigarre nicht mehr da und stattdessen spürte er Johns harte, heiße Erektion an seinen geöffneten Lippen.

„Wenn du wüsstest...", keuchte John leise und Sherlock tippte mit seiner Zunge genüsslich gegen die Spitze von Johns Erektion. „Wie unglaublich du aussiehst... dein Mund..."

Sherlock lächelte. Es war wunderbar nicht der Einzige zu sein, der in der Gegenwart des Anderen die Beherrschung verlor. Doch gerade, als er seinen Mund weiter öffnen wollte, um an der vertrauten Härte zu saugen, bis John ihn an den Haaren packen und tief in seine Kehle stoßen würde... gerade da entzog ihm John seine Erektion wieder.

„Muss ich mich wirklich wiederholen?", fragte John mit leicht warnendem Unterton. „Nur lecken, habe ich gesagt. Nur ganz vorsichtig an der Spitze lecken."

Sherlock starrte ungläubig hinauf in Johns Gesicht und fügte sich mit einem leisen Seufzen als er dort trotz der Hitze in den blauen Augen auch eine sehr bekannte Unerbittlichkeit sehen konnte. Gehorsam streckte er seine Zunge wieder aus und ließ sie über die samtene Haut gleiten. Wieder und wieder neckte er mit spitzer Zunge lediglich kleine Partien von Johns Eichel, bevor er mit einer einzigen, feuchten Bewegung seiner Zunge die ganze Spitze umrundete. Als Sherlock sich gerade auf die kleine Öffnung konzentrieren wollte, um vielleicht schon einen kleinen Vorgeschmack zu erhalten... entzog ihm John sein steifes Glied genauso rasch, wie er es vor kurzer Zeit mit der Zigarre getan hatte. Sherlock blieb nur die Genugtuung, Johns angestrengten Atem zu hören, der so klang, als hätte er gerade den London Marathon absolviert.

„Gut", sagte John und bemühte sich – unter allerlei Grimassen – sein steifes Glied wieder zurück in seine Hose zu zwängen. „Feucht genug ist nun alles. Als nächstes kommt das Anschneiden, richtig?"

„Richtig", bestätigte Sherlock geistesabwesend. Zu sehr lenkte ihn der Anblick von Johns ausgebeulter Hose ab.

„Und?", fragte John. „Was meinst du – so als Fachmann. Bohren oder Schneiden? Ich könnte sie natürlich auch einfach in den Mund nehmen und... abbeissen."

Wie schaffte John es nur, diese völlig banalen Worte zu unanständig klingen zu lassen? Sherlock schüttelte seinen Kopf, um die erotischen Nebel daraus halbwegs zu vertreiben. Sein John wartete immerhin auf eine Antwort.

„Abbeissen ist nur etwas für Barbaren", fing Sherlock verächtlich an. „Zigarrenbohrer sind besonders bei Havannas mit sehr flachem Ende zu empfehlen, ein Loch von Dreiviertel der Größe des Zigarrendurchmessers ist ideal. Der Vorteil dieser Methode: das Deckblatt bleibt ansonsten unversehrt und beim Ziehen gelangen keine Tabakpartikel in den Mund. Der Nachteil: in der kleinen Öffnung sammeln sich schnell Fettsäuren und Tabaksäfte, die den Geschmack der Zigarre während des Rauchens nachteilig beeinflussen können", spulte Sherlock sein enzyklopädisches Wissen im Stakkato-Tempo ab. „Beim Schneiden kann es auch mit den besten Cuttern zu Verletzungen des Deckblattes kommen – allerdings verbessert es das Zugverhalten der Zigarre. Die durch den Schnitt entstehende Öffnung sollte zwei Drittel des Zigarrendurchmessers ausmachen. Ein etwas größerer Anschnitt erleichtert den Zug, ein kleinerer hingegen wird ihn etwas erschweren." Sherlock holte Luft um sein Fazit zu ziehen. „Ich würde dir in diesem Fall einen Cutter empfehlen. Und was den Schnitt angeht... hier kommt es auf die individuellen Vorlieben an – der Eine mag es etwas größer, der Andere etwas kleiner."

„Dass du es etwas größer magst, weiß ich mittlerweile", bemerkte John gedehnt und Sherlock schoss das Blut in die Wangen.

„Das habe ich nicht..."

„…so gemeint", vervollständigte John den Satz. „Ich weiß", beruhigte er seinen Liebsten, der mit flammenden Wangen zu ihm aufblickte. „Aber die Gelegenheit war einfach zu gut."

Sherlock zog mit einem leisen Schniefen die Nase hoch. John kannte das schon bei ihm und wusste, dass ihm verziehen war, auch wenn sich Sherlock noch eine Weile indifferent geben würde.

„Schneiden, also. Ja?", brachte er das Gespräch wieder auf das ursprüngliche Thema zurück. Sherlock nickte stumm. „Dann ist es ja gut, dass ich auch gleich einen Cutter mitgebracht habe." John nahm einen silbrigen Zigarrenschneider von dem Beistelltischen wo er ihn zuvor abgelegt hatte. Er ähnelte einer kleinen Schere mit relativ langen Griffen und mit stark abgerundeten Spitzen, wie bei einer Kinderschere. Die Klingen waren stark gebogen, so dass eine Zigarre mühelos dazwischen passte. „Du meinst also, ich sollte die Spitze... den Kopf... abschneiden..." John hockte sich zwischen Sherlocks gespreizte Beine. Langsam senkte er die Hand, mit der er die Schere hielt und Sherlocks Atem stockte, als die geöffneten Klingen – einer Greifzange nicht unähnlich – seiner hochaufgerichteten Erektion immer näher kamen. In einer sanften, liebkosenden Bewegung strich John mit der geöffneten Schere über die ganze Länge des harten Gliedes. Nur Sherlocks rasselndes, stockendes Atmen war zu hören. Sein Blick starr auf seinen eigenen, verletzlichen Penis gerichtet, der trotz – oder gerade wegen – der Gefahr noch ein wenig mehr anschwoll. Sherlocks Erektion zuckte, der schlanke Körper erschauerte und die ersten klaren Tropfen seiner Lust benetzen nun den Boden des Aschenbechers zwischen seinen Schenkeln.

Ein kehliger Laut, halb Wimmern, halb Stöhnen entwischte Sherlocks Lippen.

„Wenn du brav bist, darfst du es später auflecken", erklärte John, befriedigt mit Sherlocks Reaktion, und stand auf. Er hob die Zigarre und setzte die Schere an. „Zwei Drittel...", wiederholte er leise und nahm den Schnitt mit chirurgischer Präzision vor. „Das Deckblatt hat nicht einen Kratzer abbekommen", stellte er nach einem kurzen Blick fest und hielt Sherlock die Zigarre für eine abschließende Inspektion unter die Nase.

„Perfekt", gab Sherlock röchelnd sein Votum ab. Es war wenig mehr als ein Hauch. Doch John höre es klar und deutlich und begriff erst einen Augenblick später, dass Sherlock keinen einzigen Blick auf die Zigarre verschwendet hatte, sondern nur Augen für John gehabt hatte. Ein wenig verlegen nahm er in seinem Sessel Platz.

Es war für ihn immer wieder erstaunlich wie anbetungswürdig er für Sherlock zu sein schien. Dabei tat er nichts Besonderes und war auch nichts Besonderes und jemand wie Sherlock hätte eigentlich die freie Auswahl gehabt unter... ganz London. Dass er sich ausgerechnet für John entschieden hatte, war für John immer wieder ein Mysterium an dem er besser nicht rühren, das er besser nicht hinterfragen wollte. Aber immerhin... sein Plan, Sherlock ein für allemal vom Rauchen zu kurieren, funktionierte bislang bestens.

„Churchill soll seine Zigarren immer in Whisky getaucht haben", stellte John im Plauderton fest. „Was hältst du davon? Gute Idee oder eher nicht? Allerdings habe ich nur Cognac hier."

Sherlock starrte ihn einen Moment mit völlig leerem Blick an, gerade so als ob John in einer unverständlichen Sprache gesprochen hätte. Doch dann ging ein Ruck durch ihn und sein Blick wurde wieder klarer, schärfer. „Keine gute Idee", sagte er mit rauer Stimme und räusperte sich sofort mit einem anbetungswürdig verlegenen Gesichtsausdruck. „Ich halte es außerdem für ein Ammenmärchen. Das Eintauchen durchnässt die Zigarre. Dadurch verändert sich zwangsläufig ihr Geschmack und das wäre bei dieser Rarität ein Sakrileg. Und bevor du jetzt auch noch auf die Idee verfallen solltest, die Zigarre vor dem Anzünden an einer Flamme anzuwärmen... lass es! Das Deckblatt wird beschädigt, die Zigarre trocknet aus und der Rauch wird sehr heiß. Bevor du das tust, wirf sie lieber gleich in den Mülleimer."

„Sind wir heute ein wenig kratzbürstig?", fragte John mit doktorhafter Herablassung. „Man könnte meinen, dieses Deckblatt wäre der heilige Gral." Als Sherlock ihn jedoch nur unbeeindruckt und herausfordernd musterte (eine Meisterleistung... gefesselt, hilflos, nackt und erregt wie er war), schüttelte John nur leicht den Kopf, legte die Zigarre behutsam im Aschenbecher ab und legte auch die Schere beiseite. Neben dem Aschenbecher lag eine Schachtel mit Streichhölzern, die er nun an sich nahm. Dann fischte er aus dem Behältnis, in dem er die Zigarre transportiert hatte, ein dünnes Blättchen aus rötlichem Zedernholz. Mit einem Seitenblick registrierte er Sherlocks zufriedenen Gesichtsausdruck.

Sherlock entspannte sich ein wenig. Immerhin wusste John offenbar genug, um kein Benzinfeuerzeug zu verwenden. Gebannt verfolgte er, wie das Streichholz aufflammte, wie das Zedernholz gefaltet und in Brand gesetzt wurde, wie John die Zigarre zwischen seine Lippen nahm und die Flamme des Zedernholz-Blättchens an den Fuß der Zigarre hielt.

„Nicht direkt in die Flamme halten", wisperte Sherlock halblaut, völlig gebannt von den Vorgängen direkt vor seiner Nase. „Langsam über der Flamme drehen... bis sich ein wenig Asche bildet... erst dann... den ersten Zug." Er hing förmlich an Johns Lippen und ohne es zu bemerken, imitierte er Johns saugende Mundbewegungen.

Das sanfte Saugen an der Zigarre betonte Johns Wangenknochen und Sherlock begriff, warum sein eigenes Lecken über die Zigarrenspitze John so sehr erregt hatte, dass er für einen kurzen Moment die Beherrschung verloren hatte. Nie zuvor war Sherlock die sinnliche Komponente des Rauchens so sehr bewusst gewesen wie in diesem Augenblick, da sein John mit allen Anzeichen des Genusses an einer edlen Zigarre saugte. Sherlocks Mund wurde trocken und er leckte sich begehrlich über die Lippen. Was würde er dafür geben, jetzt an Johns Stelle zu sein...

Weißer Rauch, so dicht wirbelnd, dass er fast cremig wirkte, stieg von der Zigarre auf, quoll aus Johns Mund und schwebte quälend langsam auf Sherlock zu, der die Nüstern blähte und seinen Kopf nach vorne reckte um möglichst rasch die ersten Wohlgerüche erhaschen zu können. Und dann waren sie plötzlich da. Füllten seine Nase und seine Lungen mit dem ersten Atemzug. Die allgegenwärtige Zeder... erdig... cremig... eine Ahnung von Kakao... und ein Hauch von Oolong Tee... manche hielten diese liebliche Bitterkeit oft für das Aroma von Kaffee. Doch das waren Banausen.

Sherlock nahm einen zweiten Atemzug... verlor sich in dem dichten Rauch, füllte seinen Körper und seinen Kopf mit diesem wunderbar berauschenden Duft.

„Oh Gott, John", brach es aus ihm heraus. „Nur einen Zug! Nur einen einzigen! Ich bitte dich!" Er bedachte John mit seinem patentierten Blick 'Flehen No. 3' (nur sparsam einsetzen, nutzt sich sonst zu rasch ab), der bislang noch nie seine Wirkung verfehlt hatte und ihm bei den seltenen Gelegenheiten, da er ihn angewandt hatte, noch immer alles eingebracht hatte, was er hatte haben wollen.

John bedachte ihn mit einem langen Blick. „Netter Versuch. Aber auf deine Hundeblicke falle ich nur herein, wenn ich das auch will." Er räkelte sich wohlig in seinem Sessel und nahm einen weiteren Zug. „Und heute... will ich nicht."

„Aber Johnnnn...", jammerte Sherlock und zerrte an seinen Fesseln. Hoffnungslos.

„Nein", beharrte John. „Aber ich will mal nicht so sein... du sollst ein wenig daran teilhaben dürfen."

Sherlocks Lebensgeister hoben sich sofort wieder. „Ja?", fragte er eifrig. „Und was genau..."

Ein Lächeln breitete sich langsam über Johns Gesicht aus. Dann stand er von seinem Sessel auf und hockte sich wieder zwischen Sherlocks gespreizte Schenkel.

„Das...", sagte er ruhig, nahm einen langen Zug von der Zigarre, entließ den Rauch aber nicht aus seinem Mund, sondern hielt seine Lippen geschlossen.

Sherlock vibrierte vor Anspannung und Ungeduld. Doch er musste ausharren, musste warten, was John tun würde. Als sich Johns Hand in seinen Nacken legte, strebte jede Faser seines Körpers dem Liebsten entgegen und mit einem erleichterten Schluchzen bot er seine Lippen zum Kuss dar.

Zärtlich schmiegte sich Johns Mund an seinen eigenen... Johns Zungenspitze drängte sich in seinen Mund... gierig öffnete er seine Lippen noch ein wenig mehr... und dann... Johns rauchgeschwängerter Atem in seinem Mund... dicht, cremig, würzig... unbeschreiblich. Sherlock drängte sich an seinen Liebsten, so gut es ging... so weit es seine Fesseln zuließen... drängte seine eigene Zunge zwischen Johns Lippen... in seinen Mund hinein... leckte, saugte, atmete das letzte bisschen Tabak von Johns Zunge, aus seinem Mund, von seiner Haut. Die Hand in seinem Nacken wanderte in seine Locken und zog seinen Kopf mit einem kurzen Ruck zurück.

Die Quelle seiner Gelüste – Johns Mund – befand sich nun nur wenige Zentimeter von ihm entfernt und doch hätte er sich genauso gut auf dem Mond befinden können, denn Johns Griff in seinen Haaren war unerbittlich.

„Nochmal... bitte...", flüsterte Sherlock heiser.

John schüttelte langsam den Kopf. „Nein", sagte er schlicht. „Wir wissen beide, dass der Rauch einer Zigarre alkalischer ist, als der einer Zigarette. Das Nikotin im Rauch kann von den Schleimhäuten im Mund deshalb viel leichter absorbiert werden. Eine kleine Dosis davon ist mehr als genug für dich."

Ein jämmerliches Schluchzen saß bereits in Sherlocks Kehle, doch dann spürte er einen sanften Druck an seiner geschwollenen Erektion und er schnappte stattdessen nach Luft. John lockerte den Griff an seinen Haaren und Sherlock sah an sich hinab und konnte kaum glauben, dass John ihm tatsächlich gestattete, seinen Penis an seinem Oberschenkel zu reiben.

„Deine Hose...", flüsterte Sherlock stockend. „Sie wird... schmutzig werden..." Und doch konnte er nichts gegen die minimalen Bewegungen seiner Hüfte unternehmen. Nach einer halben Ewigkeit berührungsloser Erregung war dieses Gefühl einfach zu gut, um es nicht auszukosten. Er war auch nur ein Mensch und mit seiner Selbstbeherrschung war es nahezu vorbei. Woge um Woge voll unbeschreiblich süßer Lust floss durch seinen Unterleib und brachte seinen ganzen Körper zum erbeben. Sein Hirn soufflierte ihm nur noch den einen Satz: 'Er lässt es zu... John lässt mich...' und ein warmes Glücksgefühl breitete sich in seiner Brust aus. Die Zigarre und sein Verlangen nach ihrem köstlichen Rauch traten in den Hintergrund.

Eine Weile hoffte er, diese minimale Stimulation könnte ausreichen, so erregt und aufgepeitscht wie seine Sinne waren, doch bald wurde ihm klar, dass es nicht genug war... dass er so den ersehnten Höhepunkt nie würde erreichen können. Noch ein letztes Mal presste er sich zitternd gegen Johns Bein, dann sackte er ein wenig in sich zusammen und hielt still. Der Stoff der Hose wisperte immer noch sacht an seiner zuckenden Härte. Seine Augen schlossen sich. Er konzentrierte sich auf seinen Atem, versuchte, sich und seine Sinne zu beruhigen. Es gelang ihm nur unvollkommen. Doch dann wandelte sich der Griff in seinen Haaren zu einer zärtlichen Liebkosung und er öffnete seine Augen wieder.

Auf Johns Gesicht lag diese warme Leuchten, das er so sehr liebte. „Das hast du gut gemacht. Ich bin stolz auf dich." Ein keuscher Kuss auf seine Wange, der ihn in einen größeren emotionalen Aufruhr versetzte als ein harter Fick und John ließ ihn los, stand auf, entfernte sich von ihm. „Du hast dir eine kleine Belohnung verdient", sagte John schließlich, saugte an der Zigarre und blies den Rauch langsam in Sherlocks Gesicht.

Gierig sog Sherlock die milchigen, sich sanft kräuselnden Schwaden in sich auf, bemühte sich, möglichst viel davon zu erhaschen und hätte dabei fast die Balance verloren.

„Ich muss sagen, diese Zigarre hat es wirklich in sich", sagte John, während er es sich wieder in seinem Sessel bequem machte. Er nahm einen weiteren tiefen Zug und ließ den Rauch langsam und kontrolliert zwischen seinen gespitzten Lippen entweichen. „Angeblich dauert es eine knappe Stunde, bis sie fertig geraucht ist."

Gerade noch hatte Sherlock völlig gebannt den Zigarrendunst fixiert und die Chancen, noch etwas davon zu erhaschen, grob überschlagen... doch jetzt starrte er mit weitaufgerissenen Augen in einer Mischung aus Schock und Faszination auf seinen Liebsten.

„Eine Stunde?", krächzte er. „Das ist Folter!"

„Und die bist eine Drama-Queen", konterte John ungerührt. „Außerdem... schon vergessen? Das hier soll eine Lektion für dich sein. Kein Wellness-Urlaub."

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Die nächsten 20 Minuten beschäftigte sich John tatsächlich ausschließlich mit seiner Zigarre, saugte sanft daran, nahm einen Zug, ließ den Rauch - mal mehr, mal weniger kunstvoll – langsam aus seinem leicht geöffneten Mund entweichen (mehr ein kunstvolles Loslassen, als ein tatsächliches Ausatmen), betrachtete versunken den sich allmählich bildenden Aschezylinder am Fuß der Zigarre und nippte gelegentlich gedankenverloren an seinem Cognac... gerade so als ob Sherlock gar nicht da wäre.

Sherlock hatte zu Beginn noch den Versuch unternommen, John eine Reaktion zu entlocken... oder ihn doch zumindest in ein Gespräch zu verwickeln... doch ein strenger Blick von Captain Watson hatte genügt, um ihn verstummen zu lassen. So war ihm nichts anderes übrig geblieben, als den sich langsam veränderten Duft der Rauchschwaden zu katalogisieren (das Aroma von Zeder und Oolong-Tee trat allmählich in den Hintergrund während Kakao und Vanille immer deutlicher hervortraten), die träge durch den Raum waberten; sich sehnsüchtig am gelegentlichen Auftauchen von Johns Zungenspitze zu erfreuen; die Stabilität der sich bildenden Aschesäule (die eine helle Färbung von schmutzigem grau-weiß aufwies) zu bewundern, bei jedem Zug, den John tat, das Pulsieren in seinem Penis auszukosten... Johns durch das Rauchen betonte Wangen, der gespitzte Mund, das kaum wahrnehmbare saugend-schmatzende Geräusch, wenn er an der Zigarre zog... das alles wanderte ohne Umwege direkt in einen speziellen Winkel seines Gedächtnispalastes mit dem Label 'Masturbationsfantasien'. (Die er, zugegebenermaßen kaum noch benutzte. Es bestand einfach keine Notwendigkeit. Er hatte ja das Echte, das Wahre in seinem Leben.)

Obwohl er während dieser ganzen Zeit kaum direkte Stimulation erfahren hatte, schwächte sich die Erektion zwischen seinen Beinen – dank des Cockrings - kaum ab. Jeder sündige Gedanke veranlasste seinen Körper nur noch mehr Blut in seinen Unterleib zu pumpen um sein Glied anschwellen zu lassen... ein völliges Abschwellen, ein vollständiges Zurückfließen des Blutes wurde durch diesen verdammten, wunderbaren Metallring nahezu unmöglich... ein Orgasmus war trotz dieser Beschränkung nicht ausgeschlossen – aber schwierig. Ohne direkte Berührungen würde er nie einen Höhepunkt erreichen können… und selbst dann… gab es keine Erfolgsgarantie.

Der qualvolle, köstliche Drang, sofort kommen zu wollen... kommen zu müssen, der ihn vor kurzer Zeit noch vollkommen beherrscht hatte, war inzwischen glücklicherweise etwas abgeebbt. Doch noch immer kniete er vor John... gefesselt... hilflos... ignoriert... mit willig gespreizten Schenkeln und obszön aufgerichtetem Penis.

Er war noch nie zuvor glücklicher gewesen.

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Als die Aschesäule eine beachtliche Länge erreicht hatte (Sherlock schätzte sie auf über drei, fast vier Zentimeter – ein weiterer Beweis für die hohe Qualität dieser Zigarre), richtete John seinen Blick zum ersten Mal seit einer halben Ewigkeit (zumindest kam es Sherlock so vor), wieder auf Sherlock.

„Ich werde die Asche bald abklopfen müssen... willst du mir dabei... dienlich sein... oder soll ich lieber den Aschenbecher benutzen?", fragte John und Sherlocks Herzschlag verfiel in einen unruhigen Galopp.

Er wusste, dass John seine Frage so vorsichtig formuliert hatte, um ihm die Gelegenheit zu geben, sein Safeword zu benutzen. Er horchte kurz in sich hinein, nur um John dann direkt in die Augen zu sehen und ein „Ja, bitte", zu hauchen.

John runzelte die Stirn. „Ja, bitte – was?", hakte er mit einem hilflosen Grinsen nach. „Ich hätte die Frage wohl anders formulieren sollen. Also... Aschenbecher oder... du?"

„Ich", erklärte Sherlock entschieden. Tabak-Asche war nicht giftig. Sie schmeckte nur einfach nicht besonders gut. Aber ein wenig davon zu verschlucken, war nicht gefährlich.

Eine Hand hielt John bereits schützend unter den Aschekegel seiner Zigarre. Er fuhr sich mit der Zunge über seine Lippen und Sherlock erschauerte wohlig.

„Mund auf", kommandierte John ein wenig atemlos. „Zunge raus und draußen lassen... bis ich etwas anderes sage. Verstanden?"

„Ja, John", sagte Sherlock und tat, wie ihm geheißen. Eine sanfte Berührung an seiner Zungenspitze (Johns Finger), ein kaum hörbares Klopf-Geräusch als John die Zigarre leicht gegen seine Finger schlug um den Aschekegel von der restlichen Zigarre zu trennen und dann das federleichte Auftreffen der Asche auf seiner Zunge. Salzig, vielleicht sogar ein wenig seifig, scharf. Johns angestrengtes Atmen. Seine geweiteten Pupillen. Die deutliche Beule zwischen seinen Beinen. Die Erniedrigung.

Die verstörende Lust, die all das in ihm auslöste.

„Perfekt."

Johns Lob. Johns Zufriedenheit.

Sherlock stöhnte mit offenem Mund.

„Okay, das reicht", entschied John. „Spuck es in meine Hand."

Dankbar senkte Sherlock seinen Kopf und ließ die kompakte Asche in Johns offene Hand fallen. Er zog seine Zunge zurück und schloss seinen Mund.

Bitter. Staubig. Schmelzend. Süßlich. Ohne es zu bemerken, zog Sherlock eine Grimasse.

John lachte leise. „Hier... damit du einen anderen Geschmack in den Mund bekommst." Er zog den Reißverschluss seiner Hose auf.

Aufgeregt und begierig zugleich riss Sherlock seinen Mund wieder auf, streckte sich der dargebotenen Erektion entgegen und schloss mit einem glückseligen Seufzen seine Lippen um die glitschige Spitze von Johns steifem Penis.

Auch bitter. Aber anders. Besser. Aufregender. Auch ein wenig salzig. Der Schweiß von Johns Haut. Um so vieles befriedigender! Noch mehr Flüssigkeit quoll auf seine Zunge. Leicht fischig. Ein wenig wie Austern... so gut um danach süchtig zu werden... Johns Stöhnen... die unwillkürlichen Bewegungen seiner Hüften... leichte Stöße zwischen Sherlocks Lippen... mehr... bitte... mehr...

Doch dann war da plötzlich nichts mehr.

„Nein..." Sherlock flehte fast.

„Das reicht", erwiderte John bestimmt, versuchte aber gar nicht erst, seinen Penis wieder zurück in seine Hose zu zwängen, sondern ließ alles so, wie es gerade war. Sherlocks Blick blieb wie hypnotisiert daran hängen. „Wenn ich dich jetzt weitermachen lasse... dann wäre es doch schon zu Ende... und das wollen wir doch nicht."

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Noch ein weiteres Mal benutzte John Sherlocks Mund und Zunge auf diese Weise und belohnte ihn anschließend, indem er wieder seine Erektion zwischen Sherlocks Lippen schob und ihn daran saugen und lecken ließ.

Danach musste er die beiden Bauchbinden der Zigarre entfernen, da diese sonst verbrannt wären. Mittlerweile hatte sich die Zigarre ausreichend erwärmt, um den Leim, mit dem die Ringe aus Papier am Deckblatt fixiert worden waren, zu lösen. Beide Zigarrenringe, sowohl der rotbraun-weiße mit dem Signet der Manufaktur, als auch der schwarz-silberne, der zwei ineinander verschlungene 'R' abbildete und die Zigarre somit als 'Reserva' auswies, konnten von John problemlos geöffnet und abgenommen werden. Eine Weile blickte er versonnen auf die zierlichen Papierringe in seiner Hand, bis sich ein diabolisches Lächeln auf seine Lippen stahl.

„Du siehst aus, als ob ein zweiter Cockring nicht schaden könnte...", bemerkte John gedehnt und stand von seinem Sessel auf.

Sherlock nahm alles nur noch wie durch einen dichten, sinnlichen Nebel war. Die rauchgeschwängerte Luft des Zimmers umwaberte ihn, füllte seine Nase, seine Ohren, dämpfte und schärfte gleichzeitig all seine Sinne... berauschte ihn... erregte ihn... reizte ihn...

Trunken von Tabakdunst, John und seiner eigenen Hilflosigkeit verfolgte er mit geweiteten, bettelnden Augen, wie John den schwarz-silbernen Papierring um seine glitschig-feuchte Eichel legte. Bereits diese zarte Berührung reichte aus, damit Sherlock anfing hechelnd zu atmen.

„John... bitte...", stöhnte er. „Fick mich endlich." Ein weiterer, zäher Tropfen seiner klaren Vorlust rann seine Eichel hinab und landete in dem bereits verschmierten Aschenbecher zwischen seinen Beinen. Er schluchzte. „Ich will... kommen... Ich brauche es! Ich brauche dich!", stieß er wild hervor. Alles in ihm vibrierte, sein Verlangen verzehrte ihn, er hatte das Gefühl nur noch eine einzige erogene Zone zu sein.

John musterte ihn schweigend und betrachtete dann nachdenklich seine Zigarre, an deren Ende sich bereits wieder ein ansehnlicher Aschezylinder gebildet hatte.

„Dieser Zigarrenring eignet sich nicht wirklich um dich ausreichend zu bändigen, hm?", fragte er schließlich. Sherlock schüttelte heftig den Kopf. „Ich weiß nicht so recht…", überlegte John laut. „Ich bin mir nicht sicher, ob du deine Lektion wirklich gelernt hast… aber wir werden sehen." Er hielt die Zigarre über Sherlocks hartes Glied und klopfte die Asche ab. Der Aschekegel fiel genau auf die heiße, gespannte Haut, Sherlock stieß einen unartikulierten Laut aus und erbebte am ganzen Körper. Der Aschezylinder blieb dennoch an einem Stück, schien sogar ein wenig auf der verschwitzten und glitschigen Haut zu haften, rollte schließlich doch hinab und fiel zu Boden.

„Oh Gott…", röchelte Sherlock. Seine Arme verkrampften sich, seine Hände zerrten an den Fesseln, bis er eine kühle Hand an seiner erhitzten Wange spürte. John. Sofort beruhigte er sich wieder und schmiegte sich in die Liebkosung.

„Gleich", wisperte ihm John ins Ohr. „Gleich hast du es geschafft. Ich bin sehr stolz auf dich." Das Lob drang bis in Sherlocks lust-umnebeltes Gehirn und löste ein sanft glühendes Wohlbefinden in ihm aus, nachdem er süchtig werden könnte. „Geht es noch?", hakte John nach. „Oder…"

„Nein!", rief Sherlock sofort aus. „Nein… alles… alles gut… ich… mach weiter. Bitte!"

„Okay", sagte John und machte einen kräftigen Zug an der Zigarre, bis die Glut an der Spitze hellrot aufglomm und noch nachglühte, selbst nachdem John die Zigarre aus dem Mund genommen hatte.

Ganz langsam senkte er nun seine Hand und hielt das glühende Ende der Zigarre unter Sherlocks linken Nippel. Sherlock biss sich auf die Lippen um ein Wimmern zu unterdrücken, während er an sich hinunterschielte. Er spürte die Wärme, die von dem Zigarrenende ausging, er sah die rote Glut, er roch wie sich Schweiß, Tabak und Rauch vermischten. Er hatte keine Angst, dass John ihn verletzten würde… und doch… Adrenalin prickelte durch seine Adern, ließ sein Herz schneller schlagen und stachelte seine Ekstase wie mit kleinen, spitzen Nadelstichen weiter an. Er sah zu, wie John die Zigarre zu seiner rechten Brustwarze bewegte und auch sie der Glut aussetzte. Sherlock schluckte. Er ahnte, was nun kommen würde. Er hob seinen Kopf, suchte und fand Johns Blick, hielt ihn fest und nickte, noch bevor er die Frage in Johns Miene gelesen hatte.

„Brav", flüsterte John heiser und hielt die Zigarre über Sherlocks pochende Erektion.

Sherlock spürte die Hitze der Glut kaum, zu heiß pulsierte sein Blut durch sein unerträglich geschwollenes Glied. Doch der Anblick war atemberaubend. John zog noch einmal an der Zigarre, die bis auf das letzte Drittel fast aufgeraucht war und Sherlock wusste, dass seine Erlösung nun wirklich in greifbarer Nähe lag.

Erneut bewegte John die frisch glühende Zigarre ganz nah über Sherlocks Erektion hinweg. Sherlock hielt den Atem an. Jetzt spürte er die Hitze wie ein sinnliches Fegefeuer - als ob tausend kleine Feuerzungen über sein Glied lecken würden. Allein diese Vorstellung jagte ihm einen Schauer über den Rücken, der seine Erregung nur noch mehr anfachte.

„Okay, Sherlock", sagte John und richtete sich auf. „Eine letzte Frage… was willst du jetzt haben: Die Zigarre oder meinen Schwanz?"

Sherlock sah auf, wusste vor unerfüllter Lust kaum noch, wo oben und unten war, begriff nur noch, dass John in der einen Hand die Zigarre und in der anderen Hand seinen harten Penis hielt.

„Dich!", antwortete Sherlock ohne zu zögern und öffnete seinen Mund.

John lachte leise. „Das war die richtige Antwort. Ich bin wirklich stolz auf dich. Aber mach den Mund wieder zu. Du hast dir eine richtige Belohnung verdient." Mit diesen Worten hockte er sich hinter Sherlock. Sherlock hörte ein leises Geräusch und fühlte dann zwei glitschige Finger an seiner Öffnung.

„JA! John… mach… mach schnell… ich…"

Die Finger drangen in ihn ein, suchten geschickt diesen einen gewissen Punkt in Sherlocks Innerstem.

„Tiefer… TIEFER! Ja – genau da… genau… da…", keuchte Sherlock, streckte seinen Oberkörper, beugte ihn ein wenig nach vorne um John mehr Platz zu verschaffen. Johns andere Hand hielt ihn an der Schulter fest. Ein Gefühl der Sicherheit durchströmte Sherlock, sein Kopf ließ endlich los und als John einen dritten Finger in ihn einführte, pulsierten Lust und Ekstase träge wie dunkler Honig durch seinen Unterleib, zogen ihn mit sich, drängend, immer weiter, immer tiefer, immer mehr…

„Nicht aufhören… nichtaufhören… bittebitte… nicht… auf… Ja. Ja! JA!"

Seine zu lange aufgestaute Erregung bescherte ihm einen Orgasmus, der eine Ewigkeit zu dauern schien. Immer wieder spritzte milchiges Sperma aus seinem nur langsam erschlaffenden Penis. Immer noch rieb John gekonnt über seine Prostata. Immer noch bebte sein ganzer Körper in einem nicht enden wollenden Höhepunkt.

Erst als ihm Tränen der Erleichterung, des Glücks und der Erschöpfung über die Wangen liefen, zog John seine Finger zurück.

Nur undeutlich bemerkte Sherlock, wie seine Fesseln gelöst wurden. Schlapp und zufrieden sank er gegen John. John. Sein Fels in der Brandung. Seine Festung. Sein Halt.

„Nicht einschlafen, Schatz", raunte John ihm zu. „Steh auf. Runde zwei findet im Schlafzimmer statt. Ich habe dir meinen Schwanz versprochen – und den sollst du auch bekommen."

Bei diesen Worten zuckte sein ausgepumpter Penis unternehmungslustig und ein glückliches Lächeln spielte um Sherlocks Lippen.

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Mitten in der Nacht verließ Sherlock ihr gemeinsames Bett in dem John in tiefem Schlummer lag und tapste nackt und mit bloßen Füßen in die Küche. Er trank dort ein Glas Wasser, kratzte sich verschlafen am Bauch und warf einen müden Blick ins Wohnzimmer. Dort lagen noch immer Ledermanschetten, Seile und die Spreizstange auf dem Boden. Ein schwaches - aber nicht minder lustvolles – Pulsieren zog bei diesem Anblick durch Sherlocks Körper und seine Hand wanderte von seinem Bauch zwischen seine Beine. Behutsam befühlte er seine Hoden und seufzte.

Vor morgen Abend ging da gar nichts mehr. Er fühlte sich völlig leer und wie ausgedörrt. Einerseits erfüllte ihn dieser Gedanke mit einer tiefen Befriedigung, andererseits hielt ihn diese Befriedigung nicht davon ab zu schmollen. Zumindest ein wenig.

Er hielt diese Reaktion für absolut angemessen. Hinderte ihn seine momentane Befriedigung doch daran, nicht sofort noch einmal einen solch fulminanten Höhepunkt zu erleben.

John hätte wirklich nicht gar so gründlich sein müssen.

Sherlock streichelte versuchsweise über seinen Penis.

Nichts.

Er verzog seine Lippen zu einer verärgerten Grimasse.

Damit war die vage Hoffnung auf Morgen-Sex vom Tisch. Dafür würde er John das Wohnzimmer alleine aufräumen lassen. Recht geschah ihm.

Der Tabakrauch hatte sich noch nicht völlig verzogen und der Geruch von kaltem Rauch gemischt mit einer Ahnung von Leder, Erde und würzigem Kakao hing noch in der Luft. Einem plötzlichen Impuls folgend ging Sherlock zu einem der Fenster, und öffnete es weit. Sanft streichelte die süße, kühle Nachtluft über seine nackte Haut. Er blieb vor dem geöffneten Fenster stehen und atmete die reine Luft ein, füllte seine Lungen damit und genoss ihre Frische.

Nach einer Weile trat er vom Fenster zurück und sein Blick fiel auf den restlichen Stumpen der Zigarre, die vergessen und erloschen im Aschenbecher lag und er horchte in sich hinein.

Nein – da war kein Bedürfnis mehr nach Tabak. Nicht einmal ein Krümelchen. Ein wenig überrascht und widerwillig anerkennend hoben sich seine Augenbrauen. Sollte Johns Therapie tatsächlich erfolgreich gewesen sein? Sollte er tatsächlich seine Lektion gelernt haben, als er sich im Rausch seiner Lust für John und gegen die Zigarre entschieden hatte?

Neben dem Aschenbecher auf dem Beistelltisch lag noch die zweite rotbraun-weiße Bauchbinde. Sherlock ging zu Johns Sessel, hob mit spitzen Fingern das buntbedruckte Papier der Zigarrenbinde in die Höhe und betrachtete es mit einem versonnenen Lächeln. Als Cockring taugte so etwas wirklich nicht... aber...

Er streifte sich die Zigarrenbinde über den Ringfinger seiner linken Hand.

Wenn Mycroft ihn jetzt so sehen könnte... der würde Augen machen!

Verschwitzt, verklebt, durchgevögelt, die Spuren der Reitgerte noch auf seinem Hintern und den Kopf voller romantischer und sentimentaler Gefühlsduseleien.

Sherlock schüttelte unwillig den Kopf.

Schon wieder waren seine Gedanken zu Mycroft gewandert...

Vielleicht lag das daran, dass dieser ihm vor einigen Tagen die Visitenkarte eines Juweliers zugesteckt hatte

Diebstahl?", hatte Sherlock mit mildem Interesse gefragt. „Oder verbirgt sich doch ein etwas interessanterer Auftrag für mich dahinter?"

Nein – es handelt sich hier lediglich um ein äußerst fähiges Unternehmen. Besonders in Bezug auf die diskrete Erledigung von Sonderanfertigungen", hatte Mycroft in oberlehrerhaftem Tonfall geantwortet. „Vielleicht benötigst du in naher Zukunft etwas Derartiges."

Warum sollte ich einen diskreten Juwelier benötigen?"

Mycroft hatte süffisant gelächelt und gesagt: „Da fallen mir gleich vier... nein, fünf Gründe ein."

Danach hatte sich Mycroft hartnäckig in Schweigen gehüllt und Sherlock hatte sich bemüht, diese Episode zu vergessen – was ihm nicht wirklich gelungen war.

Vielleicht würde Mycroft also doch nicht überrascht sein, wenn Sherlock bei exakt diesem Juwelier zwei Verlobungsringe in Auftrag geben würde.

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ENDE

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Endlich. Was lange währt wird endlich gut. Hier habt ihr den Beweis, dass ich eine Geschichte nie unvollendet lasse. Egal wie lange es dauert. Auch wenn ich zugeben muss, dass das jetzt wesentlich länger gedauert hat, als ich das wollte/vorhatte.

Wie ihr das schon von mir kennt, habe ich für diese Story endlos recherchiert.

Ich weiß schon gar nicht mehr genau, was alles…

Auf jeden Fall über Zigarren im Allgemeinen und im Besonderen…

Dann ging ziemlich viel Zeit drauf, bis ich mich für eine Zigarre entschieden hatte. Es sollte ja nichts „Normales" sein, sondern etwas „Besonderes".

Preise dieser Zigarre

Geschmack dieser Zigarre

Rauchdauer dieser Zigarre

Dann habe ich mich genauer mit der Manufaktur befasst, mit Anbaugebieten für Tabak, wie Tabak überhaupt „behandelt" wird, Lagerung, Ernte, Anbau, Reife… blablabla. Wie daraus dann Zigarren gemacht werden…

Die genau Terminologie… also wie welches Teil an einer Zigarre heißt.

Wie „korrekt" geraucht wird. Prüfung, Anschnitt, Anzünden, Rauchen, Zug, Verlöschen. Ob man die Zigarrenbinden dranlässt oder abmacht… (es nahm kein Ende… das ist echt eine Wissenschaft für sich)

Welche Zigarrenformate es gibt, wie die Deckblätter unterschieden werden, Länge, Größe, Farbe, Form… (auch das nahm kein Ende)

Dazu sollte ich vielleicht noch sagen: Rauchen gefährdet Ihre Gesundheit!

(Ich selbst bin ja Nichtraucher…)

Bilder und Links sind - wie immer - bei Ao3 zu finden.

Das hier wird übrigens die letzte Geschichte sein, die ich hier hochlade. Zukünftig werde ich nur noch meinen Account auf Ao3 benutzen.