… es plötzlich dunkel wurde. Normalerweise war Hermine alles andere als schreckhaft, aber da Hermine sich in einem Trance ähnlichem Zustand befand, suchte sie nach dem nächstbesten woran sie sich festhalten konnte. Ihr war nicht so bewusst an wem sie sich festhielt. Etliche Minuten vergingen, ehe das Licht wieder anging.
Snape sah sich mindestens ebenso verwirrt um wie alle Gäste des Weihnachtsballs. Erst dann fiel ihm auf, das Hermine sich an seinen Armen festhielt.
„Miss Granger", flüsterte Severus, denn er wollte nicht gleich die Aufmerksamkeit auf Hermine und sich lenken. Zuerst reagierte sie gar nicht, aber dann drang Snapes Stimme langsam in ihren Gehörgang. „Hm? Oh. Verzeihung." Sofort, als hätte Hermine sich verbrannt, ließ sie von den Armen ihres Zaubertränkeprofessors ab. 'Wie peinlich', dachte Hermine beschämt und errötete etwas. Snape räusperte sich und musterte besonders interessiert den Sternenhimmel. War das alles nur Zufall gewesen oder hatte da jemand nachgeholfen? Man würde es wohl nicht mehr in diesem Schuljahr herausfinden. „Nun Professor Snape, ich danke Ihnen für diesen Tanz, ich äh muss dann auch mal wieder gehen", versuchte Hermine sich herauszureden, denn die Nähe ihres Lehrers war ihr schon etwas unangenehm.
„Gut, ich auch", erwiderte Snape gepresst darauf. Er deutete eine Verbeugung an, die Hermine mit einem leichten Nicken erwiderte.
Hermine lief schnell aus der großen Halle, um etwas frische Luft zu schnappen. Das gerade erlebte musste Hermine erst einmal sacken lassen.
Auch Severus atmete, nachdem er sich gesetzt hatte, tief durch.
„Ich wusste gar nicht das du so gut tanzen kannst, Severus", lachte Albus. Für diesen Kommentar erntete Dumbledore einen ziemlich grantigen Blick seines Ziehsohnes.
Da Hermine nach einer halben Stunde, noch immer nicht wieder in der großen Halle erschienen war, gingen Ron und Harry nach draußen um Hermine zu suchen.
„He Minchen was machst du denn hier draußen?" fragte Harry und ließ sich neben Hermine auf die Bank fallen. „Keine Lust mehr mit Snape das Tanzbein zu schwingen?" Für diese Frage hätte Hermine, Harry gerne einen saftigen Fluch entgegen geschleudert. „Nein Harry, wir haben für heute genug getanzt." Harry musterte sie mit einem sehr prüfenden Blick. „Warum ausgerechnet Snape, ich dachte du wärst allein auf den Ball gekommen oder war Snape deine 'geheime' Verabredung?" fragte er und wackelte dabei mit den Augenbrauen. Am liebsten wäre Hermine ihm jetzt an die Gurgel gegangen, doch sie konnte sich gerade noch beherrschen. „Hören Sie mir mal zu Mr. Potter, Snape stand plötzlich hinter mir, aus welchem Grund auch immer und hat mich zum Tanzen aufgefordert, ich habe ja gesagt. Da ist doch nichts weiter dabei!" zischte Mine aufgebracht. „Doch Mine, es ist … Snape. Severus Snape, du weißt, der hackennasige, widerliche und überaus sadistische Professor für unser absolutes Lieblingsfach Zaubertränke!" Hermine platze bei Rons Worten beinahe der Kragen, nicht weil sie Snape schützen wollte, aber gerade heute nach diesem peinlichen Erlebnis mit Snape, konnte sie so etwas nicht mehr hören.
Sie erhob sich elegant und verschränkte die Arme. Gleichzeitig bedachte sie ihre besten Freunde mit einem arroganten Ausdruck. „So jetzt hört Ihr mir mal zu, Snape tanzt vermutlich besser als ihr beiden zusammen und noch etwas Ronald Weasley, so widerlich ist Snape gar nicht!"
Das saß! Ron starrte Hermine an.
„Und jetzt entschuldigt mich bitte, ich würde gerne jetzt schlafen gehen, eure dummen Sprüche könnt ihr gerne für euch behalten." Hermine schnaubte abfällig und ließ ihre verdatterten Freunde sitzen.
„Scheint ihr irgendwie peinlich zu sein", murmelte Harry und verschränkte dabei die Arme.
„Ja, aber wieso gerade Sna-..." Weiter kam Ron nicht. Sein bester Freund hatte ihm den Mund zugehalten, denn Snape stand vor dem Eingang der großen Halle und sah der weglaufenden Hermine nach. Natürlich war ihm nicht entgangen das Ron und Harry sich hier draußen herum trieben.
„Potter, Weasley sofort wieder in die Halle, sonst sehe ich mich gezwungen Ihnen Hauspunkte abzuziehen."
Harry rollte mit den Augen. Nein Snape hatte sich wirklich nicht verändert. „Und was ist mit Herm-..."
Ron konnte seinen Satz wieder nicht beenden, aber diesmal weil Snape ihn unterbrach. „.Halle!" zischte Snape mit einem Ton, der keinen weiteren Widerspruch duldete.
Da Harry und Ron keinen Ärger wollten, gingen sie stillschweigend in die Halle zurück. Severus drehte sich noch einmal um, Dumbledore war nun ganz gut beschäftigt mit den Schülern, also konnte er sich nun auch aus dem Staub machen, was Snape dann auch tat.
Als Snape endlich geduscht und umgezogen in seinem Bett lag, schloss er zufrieden die Augen. Endlich Ruhe und vor allem Wochenende!
Nach einer für Hermine recht ruhigen Nacht, zog es die junge Gryffindor in das Dorf. Auch wenn Hermine wieder einmal alleine etwas unternahm, war es ihr doch ganz Recht alleine zu sein. Nachdem Hermine sich im Honigtopf mit ein paar süßen Leckereien eingedeckt hatte, lief sie etwas durch die Dorfgassen und hing ihren Gedanken nach. 'Hab ich mich gestern wirklich an Snape fest gehalten?' Hermine ärgerte sich im nach hinein selber etwas, das sie genau in dem Moment so schreckhaft gewesen war und sich ausgerechnet an Snape geklammert hatte. 'Ich hoffe das hat keiner gesehen, wäre ja nicht auszudenken was die anderen davon denken würden.' Das Ron nach ihrem kleinen Ausraster sicher sonst etwas dachte, war ihr natürlich klar. Ron hatte immerhin eine blühende Fantasie. Na gut, die hatten sowohl Harry, als auch Ron. Hermine blieb lieber auf dem Boden der Tatsachen.
Nicht nur Hermine war heute im Dorf, auch ihre Freunde und sogar Professor Snape hatten einen Ausflug ins Dorf unternommen.
Hermine hatte ihre Freunde inklusive weiblicher Begleitung natürlich schnell entdeckt und machte sich dementsprechend aus dem Staub.
Letztendlich landete Hermine in den drei Besen. Sie bestellte sich eine Kleinigkeit zum Essen, welches sie auch einige Zeit später bekam.
Erfolglos versuchte Severus sein lautstarkes Magenknurren zu ignorieren. Auch heute hatte er wieder das Frühstück ausgelassen. Dumbledore wollte ihm schon wieder einen von diesem komischen Keksen andrehen. An manchen Tagen fragte Severus sich ob Albus etwas in diese Kekse mischte, zutrauen konnte man dem Schulleiter ja alles.
Damit sein Magen endlich Ruhe gab und vor allem sein Kopf, machte sich Severus auf den Weg zu den drei Besen. Doch dann gefror ihm jeglicher Gesichtszug. Was machte denn ausgerechnet die Granger hier?
'Na toll...'
Er hatte jetzt genau zwei Möglichkeiten, wieder gehen und den knurrenden Magen ertragen oder sich zusammenreißen und hier bleiben. Severus entschied sich für das Zweite.
Ohne Hermine auch nur eines Blickes zu würdigen. Ihr fiel es allerdings auch nicht sofort auf, wer da gerade die drei Besen betreten hatte, denn Hermine hatte ihre Nase in einem Schulbuch, wie sollte es auch anders sein?
Kaum hatte Snape die Karte aufgeschlagen, wäre er am liebsten sofort wieder gegangen. Er wollte natürlich nicht wirklich etwas essen, aber bei diesen Angeboten verging es Severus doch ganz.
Bevor er sich überhaupt für etwas entschied, brauchte der Zaubertränkemeister etwas Alkohol.
Nach einer halben Ewigkeit sah Hermine von ihrem Buch auf und entdeckte ihren Zaubertränkeprofessor, an einem der anderen Tische. Die bersteinfarbene Flüssigkeit musst wohl Whisky sein. Was war nur mit Snape los, das dieser sich mit Whisky die Sinne vernebeln musste?
Interessierte sie das denn wirklich und vor allem einer Gryffindor würde er seine Probleme und Sorgen nicht auf die Nase binden.
Severus grübelte derweil über etwas ganz anderes nach. Wie lang würde er noch auf Hogwarts bleiben? Dumbledore ließe es sicher nicht zu, das er seinen Dienst quittierte und sich aus der Zaubererwelt zurückzog. Sonst würde es doch niemanden interessieren, wenn er sich nach dem 7 Schuljahr des Trios aus dem Staub machte. So langsam, aber sich vernebelte der Alkohol seine Sinne.
„Professor Snape?" Severus hörte von weitem eine Stimme. Er brauchte einen Augenblick um wieder etwas klarer zu werden. „Was ist denn?" fragte er brummend. „Ihr Essen wird kalt, essen Sie schnell."
Snape glaubte sich verhört zu haben, er hatte doch nichts...
„Ich habe nichts bestellt!" fauchte er gereizt. „Geht aufs Haus", entgegnete die Bedienung knapp und verschwand ohne ein weiteres Wort. Argwöhnisch musterte er den Teller. Wollte ihn hier irgendjemand mästen? Vor einigen Wochen dieses Frühstück und jetzt dieses, was auch immer es darstellen sollte. Snape sah sich kurz prüfend um, dabei streifte sein Blick Hermine, die mit einem Buch an einem anderen Tisch saß. 'Ob...' Nein, das konnte nicht sein. Snape schüttelte mit dem Kopf und begann zu Essen. Dabei verzog er das Gesicht 'Igitt, ist das widerlich... war das Essen hier nicht einmal gaumenfreundlicher?' Wenn dann war das wohl vor seiner Zeit gewesen.
Hermine sah über den Rand des Buches zu Snape. Wenigstens aß er jetzt etwas. Nicht das er plötzlich Bekanntschaft mit dem Fußboden machte. Hermine wusste selbst nicht warum sie das dachte, aber das war jetzt egal, dieses Buch musste jetzt gelesen werden.
Missmutig schob Severus den leeren Teller weit von sich. Nein für die nächsten Jahre würde er nichts mehr essen.
Prüfend sah Hermine auf ihre Uhr, nun war es an der Zeit wieder zurück ins Schloss zu gehen.
Sie packte die Bücher wieder ein, bezahlte und machte sich auf den Weg nach draußen.
„Granger!"
Abrupt zuckte die junge Gryffindor zusammen. Eins beherrschte ihr Meister der Zaubertränke wirklich sehr gut, plötzlich zu erscheinen und einen zu Tode erschrecken. „Was gibt es Professor?" fragte Hermine und drehte sich dabei langsam zu ihm um. Er schien etwas abwesend zu sein.
„Granger, Sie waren doch auch gerade in den drei Besen, wer hat für mich etwas zum Essen bestellt?"
Hermine zuckte unwissend mit den Schulter. „Ich weiß es nicht Professor, das Buch war so spannend."
Snapes Augen verengten sich zu Schlitzen. „Lügen Sie mich nicht an Granger!" Hermines Gesichtsausdruck verfinsterte sich. „ß.!" zischelte Hermine und versuchte dabei besonders furchteinflößend zu wirken, was Snape wohl nicht sehr beeindruckte, denn er erdolchte Hermine mit seinem bösartigen Ausdruck. „Es wäre ja nicht das erste Mal, das Sie lügen Miss Granger", brummte Snape vorwurfsvoll. „Was soll das denn heißen? Ich lüge nie!" Okay, das war gelogen. „Granger", presste Severus durch seine Zähne und musterte Hermine dabei finster. „Das Sie nie lügen, war wohl die größte Lüge überhaupt, die Ihren Mund verlassen hat, Granger!" Hermine fröstelte es bei seinem kalten Gesichtsausdruck, aber sie ließ sich nichts anmerken. „Als würden Sie nie lügen Professor Snape", zischelte Hermine gereizt, wie gerne wäre sie Snape jetzt an die Gurgel gesprungen.
„Geht zurück nach Hogwarts, bevor ich euch Hauspunkte abziehen muss, Miss Granger."
Oh, da musste sich Hermine nicht lange bitten lassen, sie drehte sich um, lief einige Meter voran.
„Das tun Sie doch sowieso Professor", fauchte Hermine und wieder ließ Hermine ihren Zaubertränkemeister einfach stehen. Eigentlich hatte Severus ihr einiges an den Kopf werfen wollen, doch da seine Schülerin sich aus dem Staub gemacht hatte, musste er seinen Ärger runter schlucken.
Mit sehr schlechter Laune trat Hermine den Weg zurück nach Hogwarts an. Das hatte man davon, wenn man einmal freundlich zu Snape war.
Hermine hätte ihm ja unmöglich sagen können, das sie für ihn das Essen bestellt hatte. Das wäre mindestens genauso peinlich, wie die furchtbar unwichtige Sache auf dem Weihnachtsball, die für Hermine absolut nie passiert war. Hoffentlich dachte ihr arroganter Professor auch so und behielt diese unbedeutende Sache schön für sich. Kaum zurück in Hogwarts, beschloss Hermine sofort baden zu gehen, um einfach diese sehr überflüssigen Gedanken an ihren Zaubertränkemeister loszuwerden.
Severus versuchte, zurück in seinen Gemächern die Gedanken die einfach viel zu frei waren, auf eine andere Weise loszuwerden. Er hatte nun eine Verabredung mit einer Flasche Rotwein. Natürlich war Alkohol nicht die beste Lösung, aber sie vernebelte für einige Stunden seine Sinne.
Snape bezahlte am nächsten Morgen den Alkoholgenuss mit einem ziemlichen Kater. Schwerfällig stand der dunkelhaarige Professor auf und schleppte sich mühselig in das Bad. Ausgerechnet heute musste er die Gänge beaufsichtigen. Das er es vergessen hatte, ärgerte Snape jetzt noch mehr.
„10 Punkte Abzug für unsittliches Verhalten in den Gängen", fuhr er zwei Ravenclaws an, die sofort voneinander ab ließen und sich prompt aus dem Staub machen.
Hermine lief mindestens ebenso zerknirscht durch die Gänge. Geschlafen hatte sie in der vergangenen Nacht sehr wenig. Träge ging sie um die nächste Ecke und lief ausgerechnet in die Arme, in die sie jetzt am wenigsten wollte. In die ihres Professors. 'Oh nein...' dachte sie und hob langsam ihren Kopf.
„Gra..."
Snape setzte zwar an um sich lautstark zu beschweren, doch das war auf einmal nicht mehr möglich.
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