Vielen Dank an Little Lion, spiritofair, zissy und Drea:)

Ich wünsche euch viel Spaß mit dem nähsten Kapitel!

Sarista

Kapitel 3

Vorsichtig drehte Draco sich auf dem Bett um. Er hatte es tatsächlich geschafft eine Position genau neben der störenden Feder zu finden und wollte sie nun nicht durch ein unbedacht ruckartiges Drehen wieder verlieren. Er sah noch einmal auf die Uhr auf dem Nachtschrank, stellte erfreut fest, dass er noch über drei Stunden Zeit zum Schlafen hatte und schloss entspannt die Augen.

Da war es wieder, dieses Summen!

Er zählte gedanklich bis zehn. ‚Ganz ruhig! Du bist ein Malfoy und lässt dich nicht von so einer kleinen schwachen Mücke nerven! '

Noch einmal versuchte er bis zehn zu zählen, aber das stetig näher kommende Summen lenkte ihn immer wieder ab. Bei sieben gab er schließlich auf und fuchtelte mit der Hand vor seinem Gesicht rum.

Zufrieden die Mücke nun wohl vertrieben zu haben, ließ Draco die Hand wieder sinken.

Sofort setzte das Summen wieder ein und er startete wieder mit dem Rumgefuchtel. Auch diesmal führte es zu nichts. Die Mücke startete einen erneuten Anflug.

‚Ha, das wäre doch gelacht, wenn ich mich von so einem kleinen Parasiten unterkriegen lassen würde! Ein gezielter Schlag und diese Mücke ist Geschichte! '

Schon während er diesen Gedanken verfolgte und erneut herum fuchtelte, meldete sich eine kleine fiese Stimme in seinem Kopf, die ihn darauf hinwies, dass er das die letzten drei ein halb Stunden schon versucht hatte, mit mäßigem Erfolg.

Gerade diese kleine fiese Stimme veranlasste Draco zu noch hektischeren Bewegungen.

Nach fünf Minuten summte es noch ein wenig dichter an seinem Ohr, die Feder war wieder in seinem Rücken und er hatte sich den Ellenbogen am Nachtschrank gestoßen.

‚Scheiß Bauernhof!'


Als Harry ihn um Punkt acht Uhr weckte, war Dracos Laune auf einem absoluten Tiefpunkt angekommen. Sein Rücken tat weh von der nervenden Feder, seinen Arm zierte ein blauer Fleck und überall hatte er kleine, rote, juckende Mückenstiche.

Alles in allem war er schon in höchst schlechter Laune, bevor er Harry auch nur angesehen hatte.

Auf den Gryffindor war jedoch Verlass, er verschlechterte Dracos Laune ohne Probleme noch weiter.

‚Wie kann der nur so munter aussehen?! Die Nacht war die pure Hölle und der sieht aus wie das blühende Leben, so eine Scheiße! '

Grummelnd verschwand Draco im Bad und versuchte die vielen Stiche notdürftig mit kaltem Wasser zu kühlen.

Nach dem Frühstück hatte Carola sie an das Tor zur Weide bestellt. Sie begrüßte die beiden Jungen mehr als fröhlich und schien die Katastrophe mit dem Ausmisten vom vorherigen Tag voll und ganz vergessen zu haben. Das Lächeln ihrer Gastgeberin ließ Dracos Laune noch weiter sinken und langsam fragte er sich, ob die Mücken vielleicht einen privaten Feldzug gegen ihn geführt hatten. Weder Harry noch Carola hatten auch nur einen Mückenstich im Gesicht, während Draco aussah wie ein zwölfjähriger Teenager mit schwerem Ausschlag.

„Heute habe ich eine weit interessantere Aufgabe für euch als Aktensortieren. Schließlich sollt ihr hier ja auch den Bauernhof kennen lernen und nicht nur das Arbeitszimmer."

Damit ging sie auf die Weide und die beiden Schüler mussten ihr gezwungener Maßen folgen.

Draco musste bei weitem kein Wahrsager sein um in der Aussage „den Bauernhof kennen lernen" ein schlimmeres Unglücksomen als den Grimm zu erkennen. Nach dieser Nacht hatte er bei weitem genug Bauernhof gehabt.

Außerdem war die Weide alles andere als trocken und er saute sich ganz gewaltig ein.

Während sie durch den Matsch stapften, schwärmte Carola von all den tollen Pferden und besonders von ihrem Starrunner. Der junge Wallach räumte in allen Wettkämpfen ab und würde mal ein ganz großer werden.

Draco verdrehte genervt die Augen, als sie zum fünften Mal erwähnte, wie großartig Starrunner doch im letzten Turnier gesprungen war.

Dann sahen sie auch endlich die Pferdeherde.

„Das hier sind die etwas älteren Pferde, die nur noch für den Reitunterricht der Anfänger gedacht sind. Auf einem von diesen werden ihr in ein paar Tagen dann auch anfangen zu reiten."

‚Ganz ruhig, Draco, keine Panik, das war ganz bestimmt nur ein Scherz von ihr, ganz bestimmt. '

„Viele von denen haben große Erfolge bei Turnieren gehabt. Besonders die Stute hier, Rosalinde, war im Springen ein absolutes As. Draco am besten legst du ihr mal das Halfter um. Einfach um den Hals. Ich zeige euch dann unten, wie man es genau befestigt. Harry du kommst mit zu der alten Lady Star."

Während Carola mit Harry weiter ging, blickte Draco Rosalinde an. Diese Stute war groß, ziemlich groß. Vorsichtig ging er einen Schritt auf sie zu, dann noch einen. Wenn er jetzt den Arm ausstrecken würde, könnte er sie schon berühren. Vorsichtig ging er noch ein wenig weiter ... und sprang dann gleich wieder einen halben Meter zurück. Rosalinde hatte sich bewegt!

‚Ganz ruhig Draco. Die ist alt und schwach, die kann dir gar nichts tun. '

Immer wieder sagte er sich selbst diesen Satz, murmelte ihn schließlich leise. Das war allerdings keine gute Idee, denn nun sah Rosalinde ihn auch noch an.

‚Immer genau in die Augen gucken. Das funktioniert bei Hunden, also kann es bei Pferden nicht so falsch sein. '

Während er wieder langsam auf die Stute zu ging, hörte er Carola ein Stück weiter hinten lachen. Harry stimmte mit ein.

‚Lachen die mich etwa aus? Den werde ich es zeigen! '

Mit stolz erhoben Kopf ging Draco zu Rosalinde. Er schluckte seine Angst herunter und hob die Arme um die größte Schlaufe des Halfters um den Kopf der Stute zu legen. Es klappte zwar erst beim zweiten Versuch, aber der junge Malfoy war schon ziemlich stolz darauf. Genau in dem Moment bewegte Rosalinde sich wieder und hob den Kopf.

Sofort sprang Draco wieder einen halben Meter zurück und rutschte diesmal aus. Er landete komplett im Matsch und wäre am liebsten im Erdboden versunken, als genau in dem Moment auch noch Harry und Carola hinter der Herde hervor kamen.

Die beiden sahen ziemlich verdutzt auf den am Boden Liegenden und dann zu Rosalinde.

„Ist alles ok?", fragte Carola.

Schnell rappelte Draco sich wieder auf und stapfte zu Rosalinde. Er ignorierte seine vor Dreck triefenden Klamotten und auch seine Angst vor dem großen Pferd. Vor Harry Potter wollte und konnte er sich keine weitere Blöße geben!

Hoch erhobenen Hauptes griff er nach dem Strick des Halfters und ging zurück zum Tor. Dabei blickte er kein einziges Mal zurück, aber er war ziemlich sicher, dass Harry breit grinste.

Am Tor angekommen, hatte der Gryffindor sich aber anscheinend wieder unter Kontrolle.

Sie gingen zurück zum Hof und Carola erklärte ihnen, dass sie die Pferde heute nicht putzten würden, das müssten die Reitschülerinnen selber machen. Draco war heil froh bald wegzukommen von der Stute und wollte sie nur noch so schnell wie möglich an die Schülerin übergeben.

Kaum hatten sie den Hof betreten, folgten ihnen erstaunte Blicke und ein leichtes Kichern. Es war unter Dracos Würde sich nach den unreifen Idioten, die über seinen Sturz in den Matsch auch noch lachten, auch noch umzudrehen. Kaum hatten die beiden Reitschülerinnen sie jedoch gesichtet, brachen sie in haltloses Lachen aus und diesmal stimmte Harry voll und ganz mit ein.

‚Scheiß Gryffindor, scheiß Bauernhof, scheiß Pferde! ', dachte Draco wütend, während er zum Hauptgebäude lief um zu duschen.

TBC