Warnings: Dezidierte Spoiler für Episode 3.1 und vage Spoiler für 3.4/3.5


3. Rubicon


Amaya wurde erst verspätet klar, dass die Tatsache, dass Nathaniel sie mit nach Hause nahm, zugleich auch bedeutete, dass er sie seiner Mutter vorstellen würde. War ihm das überhaupt klar? Oder war das der Grund, warum er sie überhaupt erst nach Hause mitnahm? Wollte er, dass sie seine Mutter kennenlernte? War ihre Beziehung schon so weit vorgeschritten, dass er von ihr erwartete, dass sie offiziell bei seinen Eltern um ihn warb? Aber gehörte das nicht eigentlich zu den Dingen, die laut ihm nicht mehr üblich waren?

Zu Amayas Zeiten gehörte es sich durchaus, dass ein Alpha, der einem Omega den Hof machte, zuerst die Erlaubnis dazu von dessen Eltern einholte. Doch in ihren speziellen Fall war es dafür ein wenig zu spät, oder nicht?

Nathaniel schien zu bemerken, dass sie nervös wurde. „Stimmt was nicht?", wunderte er sich, „Dir wird doch hoffentlich nicht gerade klar, dass es ein großer Fehler war in der Zukunft bleiben zu wollen, oder? Weil, das wäre dann sehr mieses Timing."

„Nein, nein", beruhigte Amaya ihn schnell, „Das ist es nicht. Ich habe keine Zweifel an meiner Entscheidung."

Nate musterte sie mir gerunzelter Stirn. „Was ist dann los? … Oh, es geht darum, dass du meine Mutter kennenlernen wirst, nicht wahr?!", wurde ihm dann klar, „Keine Sorge, sie ist eine wunderbare Frau, du wirst sie lieben. Ihre Sandwiches sind nicht nur in Doomworld gut."

Amaya war sich nicht sicher, in wie fern diese Information sie beruhigen sollte, aber vielleicht wollte Nathaniel sie mit dieser Aussage nur ablenken um ihr ihre Nervosität zu nehmen, was ihm sogar gelang. Zumindest so lange bis sie das Haus seiner Mutter erreichten und dieses betraten.

„Mom?! Ich bin's!", rief Nathaniel, nachdem sie eingetreten waren, und dann waren Schritte zu hören. Der unverwechselbare Geruch von Beta schlug Amaya entgegen - ein Geruch, an den sie sich während ihrer Zeit bei der JSA gewöhnt hatte, der aber durch ihre Mitgliedschaft bei den Legends durch den ständigen Hintergrunds-Geruch einer Geschlechtermischung ersetzt worden war. Erst nun, da sie den altbekannten Beta-Geruch wahrnahm, wurde ihr klar, dass er ihr immer künstlich und unnatürlich erschienen war, und sie den natürlichen Geruch eines Rudels oder Dorfes, das auf Vertretern aller drei Geschlechter bestand, bevorzugte.

„Nathaniel, bist du das?!", drang eine weibliche Stimme durch das Haus, und Amaya und Nate wandten sich der Hausherrin zu, doch diese kam nicht alleine in das Vorzimmer hinter der Eingangstür getreten. Ein männlicher Beta war bei ihr, und sein Anblick brachte Nate dazu sich zu versteifen.

„Hank", stellte er tonlos fest, „Ich wusste nicht, dass du auch hier sein würdest."

Das war also Hank Heywood, Nates Vater und Henrys Sohn. Wenn sie ihn genau ansah, dann konnte Amaya Ähnlichkeiten mit beiden anderen Heywoods in seiner Gestalt entdecken, trotzdem wirkte er nicht so, wie sie sich Nathaniels Vater oder Henrys Sohn vorgestellt hätte. Er trug eine Brille, war schlank, aber nicht so muskulös wie sein Sohn oder sein Vater, sein Haar war grau, und seine Augen kalt. Wie seine Frau war er ein Beta, doch wo sie Wärme ausstrahlte, ging von ihm Ablehnung aus.

„Wo sollte ich denn auch sonst sein, nachdem unser einziger Sohn vor Monaten spurlos verschwunden ist und es offenbar nicht einmal für nötig befunden hat uns wissen zu lassen, dass er noch lebt?", lauteten die ersten Worte aus seinem Mund, die Amaya zu hören bekam, „Deine Mutter war verzweifelt. Du hast uns ja schon öfter aus deinem Leben ausgeschlossen, aber dieses Mal war wirklich die Krönung. Wo hast du gesteckt?!" Er musterte Amaya mit einem kalten feindseligen Blick, den sie, wenn er von einem anderen Alpha gekommen wäre, für eine Herausforderung gehalten hätte. „Und wer ist das?"

Nun schien Nathaniels Mutter Amaya zum ersten Mal zu bemerken, bisher war ihre ganze Aufmerksamkeit auf Nathaniel fokussiert gewesen, doch nun musterte sie Amaya mit einem kaum freundlicheren Blick als ihr Mann.

Es war offensichtlich, dass die Heywoods ihr die Schuld an dem Verschwinden ihres Sohnes zuschoben. Wie es scheint, werde ich wohl ein schwieriges Verhältnis zu meinen Schwiegereltern haben.

„Das ist Amaya", stellte Nathaniel sie vor, „Sie ist mein Alpha."

Die Blicke seiner Eltern wurde daraufhin noch kälter, falls das überhaupt möglich war. „Ist sie das, ja?", meinte Hank Heywood zweifelnd, „Und ich nehme an, sie ist der Grund dafür, warum du dich seit Monaten bei keinem von uns beiden gemeldet hast?"

„Nun ja, nicht direkt", räumte Nate ein, „Genau genommen, habe ich Amaya erst kennengelernt, nachdem ich verschwunden bin, so wie ihr es nennt. … Lebt ihr jetzt wieder zusammen?"

Hank gab ein abfälliges Schnauben von sich, während seine Frau meinte: „Ja, Nathaniel, dein Vater und ich haben unsere Differenzen beigelegt, aber darum geht es im Moment nicht. Wo bist du gewesen?"

Nathaniel seufzte tief. „Nun, ich habe mich einer Gruppe zeitreisender Superhelden angeschlossen", erklärte er dann, „Amaya hier etwa stammt in Wahrheit aus den 1940'er Jahren und war eine Teamkollegin von Großvater Henry. Mein Team und ich waren damit beauftragt die Zeitlinie zu bewahren und vor Veränderungen zu schützen. Und das war kurz gesagt das, womit ich in der letzten Zeit beschäftigt war. Mit dem und mit dem Verhindern einer Alien-Invasion letzten Herbst. Oh, und Großvater Henry habe ich auch kennengelernt. Ich weiß nun, was aus ihm wurde, und wie er starb."

Beide Elternteile starrten Nate groß und ungläubig an. An ihrer Stelle hätte Amaya so eine verrückte Geschichte vermutlich auch nicht geglaubt, wenn man sie ihr einfach so zwischen Tür und Angel serviert hätte. „Es ist wahr", meinte sie deswegen schnell, „Ich weiß, dass das schwer zu glauben ist, aber jedes Wort stimmt. Henry Heywood war ein Freund von mir, er war ein sehr tapferer Mann, ein brillanter Taktiker und ein guter Sänger. Ich vermisse ihn jeden Tag."

Schweigen kehrte im Vorzimmer ein. Dann meinte Mrs. Heywood langsam: „Du warst letzten Herbst am Verhindern einer Alien-Invasion beteiligt, nachdem du bereits verschwunden warst, und hast dich nicht bei uns gemeldet?!"

Nate seufzte und murmelte: „Wir hätten doch bei Professor Stein schlafen sollen."

„Und welche Funktion kommt dir genau in diesem Superheldenteam zu, von dem du sprichst?", erkundigte sich Hank schneidend, „Bist du der Historiker, der feststellt, dass sich die Zeitlinie verändert hat? Könntest du das nicht auch von zu Hause aus erledigen?"

„Nein, das könnte ich nicht, und es wäre zu kompliziert dir jetzt zu erklären warum, aber ja, das gehört zu den Dingen, die ich tue, aber nicht nur. Das Wichtigste habe ich euch ja noch gar nicht erzählt: Ich wurde von meiner Hämophilie geheilt und habe jetzt Superkräfte. Seht her!", erläuterte Nate und wurde dann vor den Augen seiner Eltern zu Stahl.

Die beiden starrten ihn groß an. „Ich brauche jetzt einen Drink", murmelte Hank dann und verschwand ins Innere des Hauses.

„Was meinst du damit, du wurdest von deiner Hämophilie geheilt?!", wunderte sich seine Mutter, „Das ist nicht möglich!"

„Nun, nein, an sich nicht, aber das war eine Nebenwirkung des Serums, das mir diese Kräfte gegeben hat", erklärte ihr Sohn immer noch in stählener Form.

„Und warum hast du dieses Serum überhaupt genommen, in deinem Zustand?!", wollte seine Mutter daraufhin wissen.

Nate zögerte sichtlich. „Nun…"

„Du lagst im Sterben, nicht wahr? Weil du dich diesem … Team angeschlossen hast und bei einer deiner Doctor Who-Missionen schwer verletzt wurdest!", vermutete seine Mutter mit Kummer in der Stimme, „Weil du auch niemals auf dich Acht gibst! Warum hast dich überhaupt in Gefahr begeben? Du hattest einen gut bezahlten Job an der Uni, war dir das nicht genug? Aber, du hast ja noch niemals daran gedacht vorsichtig zu sein, nicht wahr? Jetzt brauche ich auch einen Drink."

Im Anschluss an diese Worte verschwand auch sie ins Innere des Hauses, vermutlich dorthin, wo sich ihr Mann gerade aufhielt.

Nate wandte sich Amaya zu. „Das erste, was wir morgen in der Früh tun, ist damit zu beginnen uns eine eigene Wohnung zu suchen", meinte er.

Amaya seufzte tief. „Nathaniel, hast du es wirklich verabsäumt deine Eltern darüber zu informieren, dass du auf unbestimmte Zeit verreist, sowohl bevor du aufgebrochen bist um die Legends zu suchen als auch während der Invasion der Dominators?", vergewisserte sie sich dann resignierend.

„Nun … ja. Aber du hast ja gesehen, wie sie sind!", verteidigte sich Nathaniel, „Ständig überbesorgt und ohne jedes Vertrauen in mich und meine Fähigkeiten! Ich wollte mir doch nur die Diskussionen ersparen! Ich dachte doch, ich würde nur ein paar Wochen weg sein, weil wir ja Zeitreisende sind…."

Wir hätten wirklich bei Professor Stein übernachten sollen, dachte Amaya bekümmert, Aber, wer hätte das ahnen können? Nun, ich hätte es ahnen müssen, nicht wahr? Immerhin kenne ich Nathaniel. Er ist mein Omega. Nun, das bedeutete aber auch, dass sie jetzt wohl Verantwortung übernehmen musste.

„Wir werden jetzt zu deinen Eltern gehen und ihnen noch einmal genau und ausführlich erklären, wo du in den letzten Monaten warst, was du getan hast, was dabei mir dir passiert ist, und warum du dich nicht gemeldet hast", meinte sie bestimmt, „Und wenn sie danach zustimmen uns hier übernachten zu lassen, dann können wir uns glücklich schätzen. Ansonsten suchen wir uns ein Hotel, da das Mindeste ist, was wir tun können, um ihnen noch mehr Kummer zu ersparen."

„Aber, Amaya, das ist doch … Ich habe mir nichts vorzuwerfen. Ich bin ein erwachsener Mann, und ich habe schon vor Jahren festgestellt, dass es das Beste für sie ist, wenn sie nicht alles darüber wissen, was ich tue. Sie machen sich ansonsten nur Sorgen", protestierte Nate, „Und wenn ich ihnen alles erzähle, dann besteht die Gefahr, dass sie mich nie wieder aus dem Haus lassen! Und ich will nicht schon wieder vor Gericht ziehen!"

Die Familie Heywood gab dem Wort „Familiendrama" eine ganz neue Bedeutung. „Wir müssen ja nicht ins Detail gehen, was gewisse Dinge angeht, aber Nathaniel, sie sind deine Eltern, sie haben mehr verdient als ein trotziges Statement und die Bitte dich hier schlafen zu lassen. Okay?", beharrte Amaya.

Nathaniel seufzte erneut. „Ja, Alpha", meinte er dann, „Ich schätze damit hast du recht. Es war irgendwie mies sie nicht wissen zu lassen, dass es mir gut geht. Und das über so lange Zeit hinweg."

„Eben. Nun komm schon, Omega, wir sollte uns lieber beeilen, bevor deine Eltern noch so betrunken sind wie Mick an einem guten Tag", erwiderte Amaya und ging voraus ins Innere des Hauses.

Hoffentlich lief es zumindest bei den anderen etwas besser als bei ihnen.


6 Monate später


Jax betätigte die Türklingel am Haus der Steins und wartete dann ab. Er war nervös, versuchte aber dieses Gefühl so gut er konnte zu unterdrücken, da er nicht wollte, dass der Graue sofort wissen würde, was los war.

Das Lästige an ihrer psychischen Verbindung war, dass es ihnen im wahrsten Sinne des Wortes unmöglich war Geheimnisse voreinander zu haben, und das gehörte durchaus zu den größeren Schattenseiten im Leben von Firestorm.

Wenn er mir noch einmal eine SMS mit „Gut gemacht, Jefferson!" schickt, nachdem ich Sex hatte, dann müssen wir mal ein ernstes Gespräch über diese Schattenseiten führen, soviel ist sicher. Zumindest darum ging es heute aber zum Glück nicht.

Martin öffnete die Tür und war sichtlich überrascht Jax zu sehen. „Jefferson! Was machst du denn hier?!", wunderte er sich laut, „Bis zu unserer wöchentlichen Verschmelzung ist es doch noch ein paar Tage hin!"

Natürlich musste genau in diesem Moment ein Nachbar am Haus vorbeigehen, der ihnen, nachdem er das gehört hatte, einen überaus irritierten Blick zuwarf. Wenn nicht sowieso schon die ganze Nachbarschaft denken würde, dass Professor Stein offenbar eine Affäre mit einem jungen schwarzen männlichen Beta hatte, was weder seine Frau noch seine Tochter zu stören schien, dann hätte Jax dieser Zwischenfall wohl schwerer getroffen, doch da dieser Zug bereits abgefahren war, nahm er den Moment lediglich als weiteren Punkt auf seiner langen „Mein Leben seit ich zu Firestorm wurde"-Nachteil-Liste hin.

„Ja, Grauer, ich wollte mit dir reden, weil … Oh, hallo, Lily!" Jax unterbrach sich und wurde von einer Lily Stein umarmt, die um einiges mehr Platz in Anspruch nahm als üblicherweise. „Lily, wow, du bist…" Er unterbrach sich, als Lily ihn streng ansah und fragte: „Ich bin was?"

Jax erstarrte für einen Moment und fragte sich, wie er sich aus diesen verbalen Faux-Pas wieder herausreden konnte, doch dann meinte Lily dankenswerterweise: „Nein, natürlich bin ich schwanger, das war nur Spaß. Komm rein."

Jaxs hatte es nicht so lustig gefunden. Da seine schlechte Nase hinlänglich bekannt war, machten sich die Leute immer wieder gerne lustig über ihn. Er hatte Lily zuletzt vor einigen Monaten gesehen, als sie nach ihrem derzeitigen Bauchumfang zu gehen bereits schwanger gewesen sein musste, Jaxs hatte es ihr aber damals noch nicht angesehen. Ein Alpha oder ein Omega hätte es gerochen, und die meisten anderen Betas vermutlich ebenfalls, Jax jedoch hatte bis vor wenigen Momenten, als er den kugelrunden Bauch erblickt hatte, keine Ahnung gehabt. Wie peinlich.

„Ich muss mal austreten, redet ihr beide inzwischen über was auch immer ihr reden wolltet", meinte Lily, nachdem Jax hereingekommen war, und verschwand in Richtung Toilette.

„Wow, Grauer, du wirst Großvater!", bemerkte Jax.

„Ja, ich weiß, kaum zu glauben, dabei gewöhne ich mich doch immer noch daran Vater zu sein", meinte Martin, der immerhin bis vor einigen Monaten noch keine Tochter gehabt hatte, da Lily streng genommen einen Zeitabweichung war, die er selber durch unbedachte Interaktion mit seinem jüngeren Ich erschaffen hatte.

Unsere Leben sind wirklich seltsam, oder? Ich kann mich gar nicht mehr daran erinnern, wie mein Leben vor Verschmelzungen mit alten weißen Beta-Männern und Zeitreisen ausgesehen hat. Es muss aber ziemlich langweilig gewesen sein.

„Aber deswegen bist du nicht zu mir gekommen, da du nicht wusstest, dass Lily schwanger ist", meinte der Professor, „Was führt dich her?"

Jetzt oder nie. Jax atmete tief durch. „Ich habe das College geschmissen, Grauer", gestand er niedergeschlagen ein.

„Was?! Aber Jefferson, wir haben doch darüber geredet. Du wolltest etwas aus deinem Leben machen, nach den Sternen greifen, dir einen Posten, wie den in StarLabs aus Doomworld, verdienen!", empörte sich Stein, „Du warst doch Feuer und Flamme für diese Idee."

„Ja, schon, aber das war irgendwie nichts für mich. Weißt du, nachdem ich ein Leben als Firestorm mit den Legends geführt habe, da kam mir das Studium einfach nur noch wie Zeitverschwendung vor", gestand Jax und konnte spüren was seine Worte bei dem Grauen auslösten, und es war nichts Gutes, „Und außerdem … Moment mal, hörst du das auch?"

Sie liefen beide zum Fenster und erblickten die Waverider, die vor dem Haus der Steins schwebte.

„Okay, das kommt jetzt unerwartet", räumte Jax ein.

„Findest du?", gab der Professor zurück, „Irgendwie denke ich, dass wir das hätten kommen sehen müssen." Damit hatte er vermutlich recht. Nun, sieht aus wie ein weiterer Tag im Leben von Firestorm.


Wie sich herausstellte hatten Sara, Raymond, Dr. Heywood und Mister Rory die Waverider vom Time Bureau gestohlen. Und Captain Hunter hatte bei der ganzen Sache auch noch mitgemacht, und das obwohl er sich in der Ausbildung zum Agenten des Bureaus befand.

Martin fragte sich, warum er jemals etwas anderes von seinen Freunden erwartet hatte. Er hätte auch das kommen sehen müssen, nicht wahr?

Mit an Bord war ein gefangener Julius Cäsar, den die anderen nun in seine eigene Zeit zurückbringen wollten um dem Time Bureau so zu beweisen, dass die Legends immer noch als Team funktionierten. Da sie dafür aber die Waverider gestohlen hatten, bezweifelte Martin stark, dass das Time Bureau besonders beeindruckt sein würde.

Jefferson sollte die ramponierte Waverider nun reparieren, aber Martin war klar, dass er auch auf die Mission mitgehen wollte, und das bedeutete, dass auch er selber ebenfalls mitgehen müsste. Und Clarissa und Lily verlassen müsste. Schon wieder. Auf unbestimmte Zeit.

Darauf habe ich eigentlich überhaupt keine Lust. Er erinnerte sich noch gut, wie enthusiastisch er damals bei der ersten Mission der Legends gewesen war. Er hatte Jefferson sogar entführt, nur um die Chance zu haben an einem Zeitreiseabenteuer teilzunehmen. Damals hatte er Angst gehabt, dass er nicht mehr viele Abenteuer in seinem Leben vor sich hätte – wie er sich damit geirrt hatte! Und nun, nach all diesen Abenteuern, kam er zunehmend zu der Erkenntnis, dass eine Familie zu haben eigentlich das größte Abenteuer von allen war.

Er hatte Lilys Kindheit verpasst, genau wie die von Jefferson. Aber bei seinem Enkelkind könnte er Geburt und Kindheit miterleben, er wollte beides miterleben.

Aber habe ich das Recht Jefferson dieses Abenteuer zu verweigern? Wenn man bedenkt, wie die Dinge mit dem Time Bureau stehen, dann könnte das sehr gut unsere letztes Abenteuer als Zeitreisende sein. Und das letzte Mal habe ich für uns beide entschieden, nicht wahr?

Trotzdem, der Gedanke daran von Clarissa, Lily, und dem Baby getrennt zu sein, riss ein Loch in sein Herz. Vielleicht ist es ja nicht für lange. Wir sprechen hier von Zeitreisen. Ich könnte zurück sein, bevor überhaupt jemand merkt, dass ich weg bin. … Nein, das hat beim letzten Mal doch auch nicht so funktioniert, oder?

Trotzdem, man konnte ja versuchen einen Kompromiss zu schließen. Vielleicht kann ich auf Zeitreisen gehen ohne meine Familie zu verlieren. Der zukünftige Barry Allen hatte an die Waverider eine Nachricht geschickt, und da war er nicht der Einzige. Es gab einen Weg durch das Raumzeit-Kontinuum hindurch mit dem Schiff zu kommunizieren. Mit ein wenig Hilfe von Gideon sollte Martin eigentlich in der Lage sein einen Kommunikator zu konstruieren, der selbst zwischen den Zeiten funktionierte. Und außerdem gab es immer noch das Jumpship, mit dem Martin jederzeit zu Lily gelangen könnte.

Ja, so gesehen sollte es machbar sein. Und wer wusste schon, wie lange sie wirklich unterwegs sein würden? Vielleicht wäre der ganze Spuk in wenigen Stunden schon wieder vorbei, und er machte sich umsonst Gedanken. Vielleicht wäre er noch heute wieder bei seiner schwangeren Tochter.

Vielleicht.

Mit großer Wahrscheinlichkeit würde es allerdings ganz anders kommen. Aber nun hatte er immerhin einen Plan. Und das war mehr als die Legends normalerweise zu bieten hatten.


A/N: Ja, das waren Nates Eltern, ich fand, dass es an der Zeit war sie mal kennen zu lernen.

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