Alle Figuren gehören natürlich Stephenie Meyer und nicht mir. Ich spiele nur etwas mit ihnen :)
Viel Spaß beim Lesen!(Und nicht vergessen eine Review zu hinterlassen, gute und/oder konstruktive Kritik ist immer willkommen)
Das Feuer fraß mich auf; ich wusste ganz genau, dass ich es nicht überleben würde. Warum konnte das Feuer mich nicht schneller verbrennen, damit ich endlich sterben könnte. Es war unerträglich. Warum kam niemand vorbei und löschte das Feuer? Womit hatte ich das verdient?
Nach einer Ewigkeit zog sich das Feuer zurück, erst aus meinen Füßen und Händen, dann Armen und Beinen. Das Feuer zog sich dort zurück, nur um schließlich mein Herz mit all seiner Kraft zu verbrennen.
Und da das Feuer nun nicht mehr überall brannte, war plötzlich wieder Klarheit in meinem Kopf.
Ich wusste was los war, warum mich niemand gefunden hatte und warum ich so lange gebrannt hatte. Der Fremde hatte mich umgebracht und ich war direkt in die Hölle befördert worden. Ich hatte Jasons Herz gebrochen, durch meine Gier und meine Lügen, nun wurde ich dafür bestraft. Wahrscheinlich würde mein Herz für immer brennen.
Doch als ich dachte, dass der Schmerz nicht mehr schlimmer, das Feuer nicht mehr heißer, werden könnte, hörte es plötzlich auf. Das Feuer war weg und ich fühlte mich auf einmal stärker und lebendiger als je zuvor.
Dennoch wagte ich es nicht meine Augen zu öffnen, aus Angst der Teufel höchst persönlich würde vor mir stehen. Ich atmete ein, um Mut zu fassen, doch es war komisch, als würden meine Lungen die Luft nicht brauchen. Und um mich herum roch es auch nicht nach Schwefel, sondern nach Müll und Verwesung. Ich konnte jede einzelne Nuance heraus riechen, da war abgelaufener Joghurt und eine alte, leere Schachtel Zigaretten, viel verfaultes Obst und Gemüse und noch tausend andere Dinge.
Schließlich öffnete ich doch die Augen und registrierte zuerst, dass es nicht dunkel war. Ich konnte alles sehen, in einem beinahe lilanen Licht. Gleichzeitig bemerkte mein Gehirn jedoch, dass es eigentlich dunkel sein müsste, denn ich war in einem geschlossenen Müllcontainer gefangen. Warum zum Teufel war ich nur hier? Ich konnte mich nicht daran erinnern, dass mich jemand hier hereingeschmissen hatte. Aber immerhin hatte ich auch unter dem Höllenfeuer gelitten, dabei hatte ich wahrscheinlich nichts mitbekommen.
Frustriert stieß ich gegen den Deckel des Containers. Ich hatte nicht viel Kraft oder Anstrengung in meine Handlung gesteckt, aber das Metall war wie Knete unter meinen Fingern und so hatte ich zwei faustgroße Löcher reingeschlagen. „Schlechte Verarbeitung", grummelte ich und stieß probehalber nochmal dagegen; ein weiteres Loch. Dann riss ich einfach ein Loch groß genug für mich zum Durchklettern in das Metall und schon begrüßte mich das graue Tageslicht Vancouvers.
Ich schaute mich um; es war keine Menschenseele zu sehen. Aber etwas war trotzdem anders. Ich schaute mich nochmal um und bemerkte, dass ich plötzlich alles sehen konnte. Meine Augen waren plötzlich so scharf, dass ich die Struktur jeder Oberfläche ausmachen konnte. Was war nur mit mir los? Was hatte das Feuer mit mir gemacht?
Ich schaute vorsichtig an mir herunter, meine Leinenhose war voller Dreck, und schob dann vorsichtig den Ärmel meiner Lederjacke hoch, an dem Arm, an dem ich den Schmerz verspürt hatte. Mit einem unglaublichen Schrecken stellte ich fest, dass meine wunderschöne gebräunte Haut sich kreideweiß gefärbt hatte. Ich fühlte Panik in mir aufsteigen. Doch mit der Panik drängte sich noch etwas anderes in meine Kehle. Durst. Ein unglaublicher Durst, den ein Glas Wasser niemals stillen könnte.
Nebenbei vernahm ich das Geräusch von Fußschritten und vielen Stimmen die redeten. Es war so laut, als wären sie alle genau neben mir, doch hier war niemand. Ich folgte den Geräuschen, als wäre es ein Instinkt und schaffte es bald aus dem stillen Viertel in dem ich so lange gebrannt hatte, in eine belebtere Gegend. Menschen gingen die Straße auf und ab, aber es waren nicht allzu viele, einige hatten Kaffebecher in den Händen.
Ich konnte nicht nur ihre Fußschritte klar und deutlich hören, sondern auch, wie das Blut durch ihre Adern rannte und wie ihre Herzen pumpten. Mein Magen zog sich reflexartig zusammen. Der Durst in meiner Kehle verwandelte sich in ein unerträgliches Wüstenfeuer. Dazu schien ein unglaublicher Duft von den Menschen zu kommen, so süß und unwiderstehlich.
Meine Muskeln spannten sich an. Ich wusste nicht was mit mir geschah, aber mein Gehirn schaltete sich aus, ich ließ es einfach geschehen. Ich hatte mich nicht auf ein bestimmtes Opfer fokussiert.
Die Gerüche und Geräusche machten mich wahnsinnig.
