Danke an alle, die ein Review d agelassen haben und meiner Geschichte folgen: :D Zu deiner Frage, Lina, Rose unterrichtet Chemie und Kunst.
Kapitel 2 - Eine kleine (?) Rede
Mayas Sicht
Ich betrat erst den Raum, in dem sich Carlisle und die Schüler befanden, als diese alle auf den Stühlen saßen und Carlisle ans Mikrofon trat.
Unauffällig lehnte ich mich neben der Tür an die Wand, sodass ich den ganzen Saal im Blickfeld hatte.
Kurz darauf fing Carlisle mit seiner Rede an.
Da ich sie schon in und auswendig kannte, weil ich dabei war, als er sie geprobt hatte, lenkte ich nur einen kleinen Teil meiner Konzentration auf diese.
Meiner Meinung nach, war seine Rede schon beim ersten Mal perfekt - und auch nicht gerade kurz - gewesen, aber das hatte meinen Vater nicht davon abgebracht, sie weitere Male zu üben.
Obwohl ich anfangs, als ich zu den Cullens stoß, nicht einmal im geringsten hätte denken können, dass ich Carlisle und Esme irgendwann Mal als meine Eltern bezeichnen würde, so hatte ich dieses Denken schnell abgelegt.
Nicht nur, weil sie mich von Anfang an wie ihre eigene Tochter behandelt hatten, sondern auch, weil ich mir keine besseren Eltern als die beiden vorstellen konnte.
„Ich muss mich noch immer daran gewöhnen, dass alle auf einmal so alt und menschlich aussehen", hörte ich auf einmal eine leise mir bekannte Stimme und nahm dann den passenden Geruch war.
Es war nicht der stinkende, beißende Geruch, den Gestaltwandler normalerweise mit sich trugen, sondern der eines normalen Menschen.
Ich hatte mir nämlich die Freiheit genommen seinen Geruch etwas zu manipulieren und meinen eigenen gleich mit.
Es war eine richtige Erleichterung, denn ich mochte es eigentlich, meine Zeit mit Seth zu verbringen.
Deswegen hatte ich ihn auch nicht sofort bemerkt.
Er kam auf mich zu und stellte sich, die Hände in den Hosentaschen, neben mich.
„Ich auch", meinte ich und sah kurz zu ihm rüber.
Mir kam der Tag vor fast zehn Jahren, als die ganze Familie Cullen sich entschlossen hatte das Internat hier zu erbauen und es dann zu führen, in den Sinn.
Emmett hatte mal wieder einen seiner Scherze getrieben und es gleichzeitig geschafft, sich über seinen damals verhassten Mathelehrer zu beschweren, der seiner Meinung viel zu ungerecht zu ihm war.
Mehr aus Spaß als Ernst hatte ich ihn dann gefragt, ob er es denn besser machen würde.
Aus dem ganzen war dann eine riesige Diskussion geworden, bei der die ganze Familie mitmischte.
Schlussendlich hatten wir innerhalb eines einzigen Tages den Plan für das Internat entwickelt.
Meine Gabe war und ist der Grundbaustein bei der ganzen Sache.
„Ist es denn nicht anstrengend?", riss mich Seth mit seiner Frage aus meinen Gedanken.
Erst wusste ich nicht, was er meinte, dann verstand ich.
„Nicht wirklich, aber ich habe ständig Angst, dass nicht alle unter meiner Gabe stehen."
Sicher, in den letzten zehn Jahren hatte ich fast täglich trainiert, um meine Gabe zu perfektionieren, sodass es mich heute kaum noch Kraft kostete und ich normal meinem Alltag nachgehen konnte, aber dennoch war da noch immer eine leise Stimme in meinem Kopf, die mir zuflüsterte, dass meine Familie jederzeit auffliegen könnte, sollte ich einmal vergesse,n meine Gabe über einen der anderen zu legen.
Und ich wäre Schuld!
„Deswegen brauchst du keine Angst haben. Wir alle wissen, dass du es kannst", sagte Seth voller Überzeugung in der Stimme, sodass ich ihm einfach glauben musste, und lächelte mich an.
Die kleine Zankerei im Besprechungszimmer war schon längst vergessen.
Bevor ich etwas erwidern konnte, wechselte er gekonnt das Thema.
„Uh … jetzt kommt der interessante Teil", sagte Seth begeistert und grinste.
„Auch du musst dich an die Regeln halten, Seth", meinte ich, doch sein Grinsen erstarb nicht.
„Nicht an alle."
Genau in dem Moment verkündete Carlisle die Regel, an die Seth sich nicht zu halten hatte.
Auch wenn ich stark bezweifelte, dass er sich an die anderen halten würde.
„An den normalen Wochentagen dürft ihr nach LaPush und Forks, an den Wochenenden bis nach Port Angeles. Es ist euch jedoch strikt untersagt, den Wald hinter dem Internat zu betreten, sollte keine Lehrkraft dabei sein", sagte Carlisle.
Am Ende des Satzes hatte seine Stimme einen kaum bemerkbaren, warnenden Unterton angenommen.
Es war nämlich nicht gerade vorteilhaft, wenn irgendwelche kleinen Kinder durch den Wald spazierten, während die Wölfe in diesem umherstreiften.
Immerhin mussten sie sich ja öfters verwandeln, damit sie nicht alterten.
Außer Anthony eben, aber der würde sich nie verbieten lassen, sich in einen Wolf zu verwandeln.
Zudem waren Seth, Jake und Anthony nicht die einzigen Wölfe hier in der Umgebung.
„Das wäre wohl tatsächlich etwas unpraktisch, wenn du dich an diese halten würdest."
Nun musste ich auch grinsen.
Jetzt, etwas aufmerksamer, folgte ich wieder Carlisles Rede.
Gleich würde er die Lehrer und deren Fächer kurz vorstellen.
Als erstes rief er Esme auf das Podest, die die kleine Treppe zu diesem hochging und sich dann neben Carlisle stellte. Viel sagen musste er bei ihr nicht, da sie sich vorhin schon selbst vorgestellt hatte.
Als zweites kam Edward.
Nach ihm Bella.
Beide sahen aus wie dreißig.
Dann Renesmee und Jake, die ich nicht älter als 25 hatte erscheinen lassen dürfen.
Emmett und Rosalie, die wie Ende zwanzig aussahen und zum Schluss Alice und Jasper, die genauso alt wie die anderen beiden aussahen.
Auf Wunsch der anderen hatte ich dafür gesorgt, dass jedes Paar ungefähr gleich alt aussah.
Mit den Worten, dass Carlisle allen Anwesenden ein erfolgreiches und schönes Jahr wünsche, beendete er seine Rede.
Esme gab dann noch bekannt, dass auf dem schwarzen Brett, an der gegenüberliegenden Seite des Saales, die Zimmeraufteilungen hingen und alle Schüler sich um Punkt drei Uhr hier wieder zusammenfinden sollten, da es eine Führung durch das Internat geben würde.
Ohne eine solche würde bestimmt kein einziger an seinem ersten Schultag den Weg in das richtige Klassenzimmer finden.
Mal sehen wie viele es überhaupt schafften, ihr Zimmer zu finden.
„Lass uns gehen, Seth. Ich hab keine Lust auf das ganze Gedrängel", sagte ich, als die ersten Schüler sich von ihren Plätzen erhoben.
Er nickte nur und gemeinsam verließen wir den Saal.
Seth machte sich auf den Weg in sein Zimmer, während ich mich in meines aufmachte.
