Disclaimer: Mir gehört Inuyasha nicht und ich verdiene hiermit kein Geld.

Warning: Gewalt und Minor Character Death

Spoiler: leichte Spoiler für Göttin des Lichts

Genre: Drama, Romanze, Tragödie

Beta: -

Pairing: Xen/Midoriko

(Song: Last One Standing – Simple Plan)

Widmung: Für DeadCactus. Sie weiß, warum.

Updates: jeden Sonntag

A/N: Die meisten Songs hab ich nachträglich rausgesucht, deshalb passt dieser hier nicht unbedingt wie die Faust aufs Auge...

ENJOY READING!


Kapitel 2: Drachenzahn und Tigerklaue

Nein", erwiderte sie, als hätte sie seine Gedanken gelesen. „Es macht mir nichts aus, das Zeichen meines Geliebten zu tragen."

In ihren Augen lag ein leicht fragender Blick, während sie auf eine Reaktion wartete. Xen brauchte ein paar Sekunden, um seinen inneren Dämon zumindest ein wenig zu beruhigen, dann beugte er sich impulsiv vor und küsste sie.


Seit diesem Tag waren sie zusammen. Jedes Mal, wenn Xen daran dachte, dass er jetzt mit Fug und recht behaupten konnte, dass die mächtigste Miko Japans mit Herz und Seele ihm gehörte, fragte er sich von Neuem, ob das aller nicht nur ein Wunschtraum war. Dann wiederum... Er war nie ein Dämon gewesen, der die Realität verleugnete, warum also jetzt damit anfangen?

„Woran denkst du?", fragte Midoriko. Sie musterte ihn prüfend aus den Augenwinkeln.

„An dich natürlich", erwiderte er munter.

Sie zog eine Augenbraue hoch und wandte ihre gesamte Aufmerksamkeit der Höhle vor ihnen zu.

Sie waren auf dem Weg zu dem Dorf, in dem Midorikos Nichte lebte, durch einen der umliegenden Orte gekommen, wo man sie um Hilfe gegen einen Drachendämon gebeten hatte.

„So schmeichelhaft das auch ist, denkst du nicht, es wäre besser, sich auf den Dämon zu konzentrieren?"

„Du bist um einiges interessanter als ein Dämon, der schon seit Stunden nicht aus seiner Höhle gekrochen kommt. Langsam frage ich mich wirklich, warum wir immer noch hier rum stehen."

„Die Antwort auf diese Frage würde mich auch interessieren", dröhnte eine tiefe Stimme vom Eingang der Höhle her. Xen und Midoriko, die die Höhle für einen Moment aus den Augen gelassen hatten, wirbelten erschrocken herum und fanden sich Auge in Auge mit einem schwarzen Drachen wieder. „Was tut ihr hier?"

Midoriko richtete sich auf und warf sich das lange schwarze Haar über die Schulter. „Bist du Hakuron, der Dämon, der die Menschen hier in der Gegend terrorisiert?", fragte sie unbarmherzig.

Der Drache stieß ein tiefes, hämisches Lachen aus, nur um dann in einer schwarzen Energiewolke zu verschwinden. Als sich die Wolke wieder lichtete, stand vor ihnen ein Mann mit rabenschwarzen, schulterlangen Haaren, kränklich blasser, teilweise mit schwarzen Schuppen bedeckter Haut und komplett schwarzen Augäpfeln. Auch seine Kleidung war ganz in schwarz gehalten.

„Warum willst du das wissen, kleine Miko? Glaubst du etwa, du könntest mich vernichten?" Der Dämon lachte erneut hämisch, während Xen und Midoriko sich dazu anschickten, ihn anzugreifen. Hakuron griff allerdings blitzschnell in einen Beutel, der an seinem Gürtel hing, und blies Midoriko ein gräuliches Pulver entgegen. Es roch nach verschiedenen Kräutern, die Xen aus China kannte, allerdings waren sie ihm in dieser Zusammenstellung noch nie untergekommen. Überrascht atmete Midoriko das Pulver ein und Xen wartet besorgt darauf, dass etwas geschah, während er den Dämon aus den Augenwinkeln im Blick behielt.

Für einen Moment rührte sich keiner von ihnen, dann nieste die Miko laut.

Sie sah für einen Augenblick belämmert drein, dann funkelte sie den Drachendämon zornig an.

„Denkst du, ein bisschen Staub würde mich aufhalten? Und da heißt es immer, Drachen seien intelligent!", schnappte sie.

„Das war kein Staub, kleine Miko", lachte Hakuron. „Dieses Wunderpulver hier ist eine Waffe, die Dämonen und Priester gleichsam ausschalten kann. Oh, mach dir keine Umstände", fügte er an, als Midoriko ihre Bogensehne spannte. „So viel, wie du von meiner Wunderwaffe eingeatmet hast, sind deine Kräfte bestenfalls noch schwach. Bald werden sie zur Gänze gebannt sein."

Tatsächlich begann Xens Gefährtin in dem Moment, in dem sie ihre Kräfte in den Pfeil leitete, schrecklich zu husten. Die Aura um ihren Pfeil fiel in sich zusammen, sodass er von der Sehne schnellte, gegen die Felswand trudelte und zerbrach.

Bestürzt schlang der DaiYoukai seine Arme um die Frau, als diese begann, gefährlich zu schwanken. Er warf noch einen kurzen Blick auf Hakuron, dann hob er Midoriko mühelos auf seine Arme und rannte den Berg hinunter. Seine Augen hingen an Midorikos Gesicht, aus dem jetzt schnell das Blut wich. Sie hustete immer heftiger.

„Midoriko?" Xen war so panisch, dass er ihren Namen fast schrie, aber ohne Erfolg. Die Frau in seinen Armen zuckte nicht mal.

Was war los mit ihr? Warum reagierte sie nicht? Sie musste ihn doch hören können! Warum hustete sie so schrecklich...?

Xen Gehirn schaltete sich aus, als die Angst um seine Gefährtin Überhand nahm. Seine Instinkte übernahmen die Kontrolle über seinen Körper und er flüchtete sich in einen Baumwipfel.

Sein Youki machte sich nun ebenfalls bemerkbar. Die Dämonenenergie ging in Wellen von ihm aus – Bis sie auf einmal die Richtung änderten und in Midorikos Körper versanken.

Das Husten ließ ein wenig nach und sein Hirn begann, die Arbeit wieder aufzunehmen.

Hakuron hatte gesagt, dieses... Gift, oder was immer es war, beeinflusste sowohl Dämonen als auch Priester und, offensichtlich, Mikos. Die Wirkung hatte eingesetzt, als Midoriko ihre göttlichen Kräfte verwendet hatte... Göttliche Kräfte? Da klingelte doch was bei Xen. Die Legende der Göttin des Lichts!

Das Gift musste göttliche Kräfte angreifen oder schwächen! Und sobald diese Kräfte vollständig verbraucht waren, starb man.

Xen leitete sein Youki so schnell wie irgend möglich in seine Gefährtin. Er wartet - Stunden, Ewigkeiten, so kam es ihm vor – und schließlich ließ das gequälte Husten nach.


Es dauerte fast zwei Tage, bevor Midoriko wieder die Augen aufschlug und einen weiteren, ehe sie länger als zehn Minuten am Stück wach bleiben konnte. Zwei Wochen nach dem Vorfall war sie wieder auf den Beinen, auch wenn Xen peinlichst genau darauf achtete, dass sie die Finger von allen magischen Angelegenheiten ließ – ganz zu schweigen von einem gewissen schwarzen Drachen, den sie unbedingt jagen wollte.

„Das ist viel zu gefährlich! Ich werde nicht zulassen, dass du jemals wieder in die Nähe diese Hakuron kommst!" Xens Augen funkelten schon bei der Vorstellung mörderisch auf.

„Du kannst mir nicht vorschreiben, was ich zu tun und zu lassen habe!", erwiderte die Miko heftig. „Ich kann sehr gut selbst entscheiden-"

Sie kam nicht dazu, diesen Satz zu beenden, da Xen sie in diesem Moment schon fast gewaltsam küsste. Sie versuchte einen Augenblick lang, sich aus seinem leicht schmerzhaften Griff zu entwinden, doch ohne Erfolg. Schließlich gab sie auf und erschlaffte in seinen Armen, ließ den Kuss geschehen.

„Ich kann nicht riskieren, dich zu verlieren. Du wärst letztes Mal schon fast gestorben", wisperte Xen ihr zu, als er sich endlich aus dem Kuss löste. Der schraubstockartige Griff seiner Arme blieb. „Ganz egal, was du sagst oder tust, du wirst nicht in seine Nähe kommen, dafür werde ich sorgen."

Die Erinnerung an die Panik, die er noch vor kurzem hatte aushalten müssen, brachte Xen zum Schaudern, und durch Umarmung spürte Midoriko jedes einzelne Beben, das ihn durchlief, dessen war der DaiYoukai sich bewusst. Es war ihm egal, dass sie ihm seine Schwächen anmerkte, sie war seine Gefährtin. Wegen derlei Kleinigkeiten würde er sich nicht von ihr lösen. Ganz im Gegenteil, er zog sie noch fester an sich, bis er ihren noch immer etwas unruhigen Herzschlag spüren konnte.

„Er ist eine Gefahr für die Menschen hier", flüsterte Midoriko zurück, und Xen war überrascht, wie kurz ihre Stimme davor war, flehend zu klingen. „Seit ich weiß, was er anrichten kann, habe ich schreckliche Angst vor ihm, aber..." Der Blick des Tigerdämons begegnete einem ängstlichen aus großen, braunen Augen. „Wenn ich mich nicht gegen ihn behaupten kann, wie es dann die einfachen Leute aus den Dörfern können?"

Xen gab keine Antwort, aber beide wussten, wie sie lauten würde: Sie können es nicht.

Die ungesagten Worte hingen zwischen ihnen in der Luft, gefangen durch ihre verschränkten Blicke.

„Kann ich dich eine Weile allein lassen?", fragte der DaiYoukai leise.

„Warum?", murmelte Midoriko in der gleichen Lautstärke.

„Es gibt da einen Drachen, um den ich mich kümmern muss. Keine Sorge", fuhr er fort, als die Miko entsetzt nach Luft schnappte. „Ich weiß, was ich tue und werde vorsichtig sein, versprochen." Xen erhob sich mit katzenhafter Anmut. „Bis nachher!", rief er seiner Gefährtin zu und verschwand in Richtung Berge.


Xen fühlte sich nicht wohl. Das lag allerdings nicht an dem bevorstehenden Kampf mit einem Drachen, wie man jetzt vielleicht denken könnte. Er fürchtete sich nicht vor einer übergroßen Flugechse, keineswegs. Das Problem lag nicht in dem, was ihm bevorstand, sondern in dem, was hinter ihm lag oder vielmehr, was er zurückgelassen hatte.

Xen fühlte sich nicht wohl, weil er sich Sorgen um Midoriko machte.

Sorgen machen war etwas, das DaiYoukai im Allgemeinen und Xen im Besonderen nur selten taten, aber es lag in der Natur eines jeden Dämons, für seine Gefährtin ab und an eine Ausnahme zu machen.

In diesem speziellen Fall war Xens Gefährtin angegriffen worden, fast gestorben, dadurch geschwächt und nun mehr oder minder schutzlos. Das war selbst für die Verhältnisse des Tigerdämons Grund genug, sich Sorgen zu machen.

Aber auch das war nicht das eigentliche Problem. Das Problem lagt darin, dass er sich konzentrieren musste, um diese fliegende Riesenechse in den Boden zu stampfen und seine Sorgen ihn genau davon abhielten. Er wusste schon, warum er derlei Gefühle normalerweise vermied oder zumindest sehr gut verdrängte.

Xen seufzte tief. Das brachte doch sowieso alles nichts. Midoriko wäre erst dann wieder sicher, wenn er wieder bei ihr war, und davor wollte er noch einem Drachen in den Hintern treten. Je schneller er also aufhörte, sich Sorgen zu machen, desto eher konnte er Hakuron fertig machen, was wiederum bedeutete, dass er schneller zu Midoriko und aufhören konnte, sich Sorgen zu machen.

Der Tigerdämon seufzte erneut, verbannte diese wirren Gedankengänge in seinen Hinterkopf und rannte das letzte Stück zu seinem Ziel. Er blieb etwa 50 Meter gegenüber des Eingangs zu Hakurons Unterschlupf stehen.

„Hey, Riesenechse!", rief er herausfordernd. „Lust zu spielen?!"

Die ohrenbetäubende Stille zerrte an Xens Nerven. Ihm war nie aufgefallen, wie beunruhigend die Abwesenheit von Geräuschen sein konnte. Und warum regte sich diese verdammte Echse nicht? So taub konnte die doch gar nicht sein...

In diesem Moment hörte er das eindeutige Geräusch von Schuppen, die über Stein schabten. Gut. Der Drache kam.

„Kenne ich dich nicht, Kätzchen? Du hast doch die kleine Priesterin begleitet, nicht wahr?", grollte es vom Höhleneingang. „Solltest nicht gerade du wissen, was passiert, wenn man mir auf die Nerven geht? Hast du ein so großes Verlangen, meiner Wunderwaffe selbst gegenüber zu stehen?"

Xen lachte spöttisch, doch all seine Sinne standen auf Alarmbereitschaft und waren auf den Drachen gerichtet.

„Du meinst doch nicht etwa deinen tollen Staub, oder? Glaubst du wirklich, das bisschen Dreck würde mich abschrecken? Erbärmlich! Du hast ja nicht mal Hände, um in dein Beutelchen zu greifen, was soll es dir da denn groß nützen?" Xen lachte erneut hochmütig, doch innerlich grinste er triumphierend, als Hakuron sich anschickte, seine menschliche Gestalt wieder anzunehmen. Der Tigerdämon spannte sämtliche Muskeln an. Die Wolke aus schwarzen Youki hatte sich kaum gelichtet, als er auch schon nach vorn schnellte und noch in der Bewegung sein Schwert zog. Die Messerscharfe Klinge durchdrang mühelos Fleisch und Sehnen und trennte sowohl den Beutel als auch die Hand darin ab.

Blut spritzte auf und Hakuron kreischte wie von Sinnen. Sein Youki hüllte ihn erneut ein und der riesige Drachenkopf schnappte nach Xen. Er machte einen Satz zur Seite, war allerdings nicht schnell genug. Die Zähne des Drachen, jeder einzelne so lang und breit wie sein Unterarm, streiften seine Seite und rissen zwei große, aber glücklicherweise nicht allzu tiefe Wunden.

Die Kraft hinter dem Angriff sandte den Tigerdämon hart zu Boden. Er rollte sich in einer schmerzhaften Bewegung ab, während er gleichzeitig Youki in seine Schwertklinge leitete. So konnte er dem Drachen bei der unmittelbar darauf folgenden Attacke seine Donnerklaue entgegenwerfen. Die Raubkatze aus Blitzen brach aus seinem Schwert hervor und warf sich Hakurons zuschnappenden Maul entgegen. Sie vermischte sich mit dem Youki des Drachen und explodierte.

Die Druckwelle schleuderte ihn nach hinten. Er fiel auf den Rücken, landete mit einem Übelkeit erregenden Geräusch auf seinem Flügel und brüllte schmerzgequält auf.

Xen nutzte diese Atempause um sein eigenes Youki zu rufen. Es hüllte ihn in eine Wolke aus zischenden Blitzen, die, als sie sich wieder lichtete, einen riesigen weißen Tiger freigab.

Die Raubkatze stürzte sich ohne zu zögern auf den Drachen. Sie grub die langen Krallen in den schwarzen, schuppigen Körper. Die Zähne schlossen sich um die Kehle des Untiers.

Bedauerlicherweise nutzte es gerade diesen Moment aus, um aus seiner kurzen Bewusstlosigkeit zu erwachen. Der Drache unter Xen begann sofort, sich hin und her zu winden, um den Tigerdämon abzuschütteln. Hakuron wandte seinerseits nach Xen schnappend den Kopf, während er gleichzeitig mit seinem langen Schwanz Schwung holte und ihn anschließend auf den Rücken des DaiYoukais fallen ließ.

Der Tiger fauchte überrascht, als ihn ein plötzliches Gewicht gegen den Drachen drückte. Er ließ von der Kehle seines Gegners ab und wandte den Kopf, um dessen erneut ausholenden Schwanz im Auge behalten zu können. Die harte Knochenplatte, zielte offenbar auf seine verletzte Seite. Mit einem eleganten Satz zur Seite entließ Xen den Körper des Drachen aus seinen Klauen. Dieser setzte ihm nach, schnappte verstandlos nach ihm. Seine Flügel – nun, zumindest einer davon – schlugen, um den massigen Körper vorwärts zu bewegen.

Dank der schwerfälligen, unkoordinierten Bewegungen des Drachen, konnte Xen dessen Angriffen mit Leichtigkeit ausweichen – bis ein nagendes Gefühl am Rande seiner Wahrnehmung ihn für einen Augenblick ablenkte. Das Schwanzende des Untiers traf hart auf die Bisswunden und riss sie weiter auf.

Ein Schwall von Blut ergoss sich über seine Seite. Der Schmerz verband sich mit dem unguten Gefühl in seiner Brust und lähmte kurzzeitig sein Denken.

Daher kam es für ihn als Überraschung, plötzlich Zähne an seinem Schlüsselbein zu spüren. Verärgert verbiss auch er sich wieder im Hals seines Gegners, doch seinem Angriff fehlte es im Gegensatz zu dem des Drachen an Entschlossenheit. Er spürte noch immer diese Unruhe in sich, und sie wurde stärker. Und im gleichen rapiden Tempo, indem sie wuchs, wurde auch sein Bedürfnis immer größer, von hier weg zu kommen. Xen ahnte, dass er diesem Drang nicht mehr lange widerstehen konnte, aber das war in Ordnung. Fliehen kam zwar für keinen DaiYoukai in Frage, aber er hatte definitiv nichts dagegen, diesen Unsinn zu beenden.

Einen kurzen Moment lang dachte er über sein weiteres Vorgehen nach, dann hüllte er sich in eine knisternde Wolke aus Youki und Blitzen ein. Die Stromschläge trugen sehr schnell und effektiv dazu bei, die Zähne des Drachen aus seiner Schulter zu entfernen.

Xen nahm wieder seine menschliche Gestalt an, ließ allerdings nicht zu, dass sein Youki wieder in seinem Körper versank. Stattdessen nutzte er es, um sich mit der Geschwindigkeit eines Blitzes von seinem Gegner fort zu bewegen. Er umrundete den verwirrten Dämon einige Male, während er mit den Augen den Boden absuchte.

Dann, endlich, fand er das Säckchen mit dem verfluchten Pulver. In Sekundenschnelle stand er daneben und hob es auf. Diese Riesenechse konnte jetzt mal selbst erleben, wie es war, von diesem Zeug ausgesaugt zu werden.

Abschätzend warf Xen einen Blick auf den Samt, der so unschuldig auf seiner Handfläche lag.

`Ich brauche sicher nicht alles...´, überlegte er. `Aber... Hmm, es ist wohl besser, wenn nichts davon übrig bleibt.´

Xen sah auf, in genau dem Augenblick, in dem der Drache offensichtlich realisiert hatte, wo sich seine „Beute" aufhielt. Brüllend und Flügel schlagend kam er blindlings auf den Tigerdämon zugestürmt. Dieser grinste nur. Es machte ja fast keinen Spaß, mit einem Gegner zu kämpfen, der so ausgesprochen dumm war!

Übermütig lachend rief er erneut sein Youki, diesmal konzentrierte er es auf seine Hand. Ein Ball aus kleinen Blitzen entstand dort. Noch immer vor sich hin grinsend schleuderte Xen erst das Säckchen mit dem Pulver und dann den Ball aus geballter Dämonenenergie in Richtung seines Widersachers. Die Youki-Kugel traf das Säckchen keinen Meter vor dem Maul des Drachen. Fasziniert beobachtete Xen, wie die schwarz geschuppte Echse ein letztes Mal aufbrüllte, als ihn die Wolke einhüllte und ihm rasend schnell jegliche Energie entzog. Der Drache nahm wieder menschliche Gestalt an. Ihre Augen begegneten sich. In beiden Blicken konnte man Hass erkennen.

Dann drang Xen ein eigentümlicher Geruch in die Nase. Süßlich und bitter. Irgendwie verdorben...

Der Tigerdämon tat seinen nächsten Atemzug und bekam Staub in die Lunge. Und anscheinend nicht irgendwelchen Staub, sondern dieses Pulver! Er wollte die Luft anhalten, doch er konnte den reflexartigen Hustenreiz nicht unterdrücken. Mit jedem neuen Atemzug atmete er mehr von diesem Zeug ein und spürte, wie es auch ihm die Kraft entzog. Von einem Moment auf den anderen machte sich seine Wunde mit voller Macht bemerkbar.

Sein Youki hatte aufgehört, sie zu heilen und den Schmerz zu betäuben, vermutete er, während seine Beine ihm den Dienst versagten. Er sank auf die Knie, fiel dann gänzlich zu Boden.

Das letzte, was er mitbekam, bevor die Dunkelheit ihn verschluckte, war der Feuerball, als sich dieses Höllenpulver entzündete und das Gefühl, dass sich in seinem Inneren zu einem Hilferuf aufbäumte...


Bitte seid so gut und hinterlasst mir ein Review.

Kisses, E*R

Some Piece of Random Information Nobody Needs: Die Pizza war lecker^^