So, da bin ich wieder. Vielen lieben dank denen die ein Review hinterlassen haben. Leider scheinen sich viele zu zieren. Viel Spaß bei diesem Kapitel!
Eure
Loki
Ginny erhob den Zauberstab. Robert Lewis sah sie an, Angstschweiß trat auf seine Stirn. Seine blauen Augen wurden groß und weit. Dennoch trat er einen Schritt auf sie zu und wollte nach seinem Zauberstab greifen.
‚Nein, nein, ich mache das nicht … NEIN!', brüllte Ginnys innere Stimme.
Doch ihre Hand hob sich noch ein Stück mehr, Gedanken an den kleinen McGonagall wurden stark in ihr. Sie hörte die Stimme des Jungen der vor Schmerzen schrie und dann hörte sie ihre eigene Stimme.
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Kapitel 2
„Avada Kedavra!"
Robert Lewis sank mit weit aufgerissenen Augen und einem ungläubigen Blickin seinen Augen in sich zusammen. Während Macnair, der sich mühsam auf seine Arme stützte, die Luft zwischen seinen Zähnen einzog, hob Malfoy die Augenbrauen. Nur Voldemort sah immer noch ohne Reaktion auf Ginny.
„Das war gut, hast du diesen Fluch schon vorher geübt?", fragte er unbeteiligt und seine hohe Stimme verursachte eine Gänsehaut auf Ginnys Rücken. Tapfer schüttelte sie den Kopf. „Du bist eine Weasley?" Diesmal nickte Ginny.
„Sie war Potters kleine Freundin", sagte Lucius Malfoy leise.
„So, so, was hätte dein Freund wohl gesagt, wenn er dich eben gesehen hätte? Mr. Lewis bedeutete keine direkte Gefahr für dein Leben …" Mitten im Satz brach der dunkle Lord ab und wartete.
„Ich war Harrys Freundin, das heißt aber nicht, dass ich mich nicht meiner Haut wehren kann. - Er hatte den Tod verdient."
‚Was, bei Merlin, rede ich da? Verdammt gib mir mein ICH zurück, Gin!'
„Bring' den Muggel hierher, Walden. - Jetzt mach' schon, stell' dich nicht so an. Es war nur ein Lähmfluch."
Der Angesprochene rappelte sich auf und schleppte sich hinkend hinüber zu dem am Boden liegenden Mann. Nach einem Schwenk seines Zauberstabes schwebte der Körper des Muggels zu Voldemort hinüber. Vor Schmerz aufächzend kam der Verwundete auf dem Boden zu liegen. Tiefe Wunden waren unter Unmengen von getrocknetem Blut und Schmutz zu erahnen. Den Körper verkrümmt und qualvoll verbogen versuchte der Mann trotzdem, seine Peiniger starrköpfig anzuschauen. Ginny erschauderte, als sie den intensiven, beinahe trotzigen Blick des Schwerverletzten erwiderte.
„Glaubst du, du könntest auch ihn töten?", zischte die kalte, hohe Stimme Voldemorts direkt neben ihrem Ohr. „Ich biete dir dein Leben gegen seines."
‚Nie im Leben, ich werde nicht mein Leben erkaufen!', protestierte Ginny, doch wie schon zuvor, wurde sie nicht gefragt. Ihr Körper tat und sagte, was er wollte wurde sie nicht gefragt, was ihr Körper sagte oder tat. Bilder der vergewaltigten Frauen, der verstümmelten Toten, Harry in seinem eigenen Blut …
Sie hob den Zauberstab, und zielte auf den am Boden liegenden Mann. Ein grüner Lichtblitz schoss aus der Zauberstabspitze und traf den Muggel, dessen Gesicht blanke Abscheu ausdrückte. Doch dieser Ausdruck verging, als der Körper leblos in sich zusammensackte.
Ein leises Lachen ließ Ginny herumfahren. Lord Voldemort schien sich zu amüsieren. Er richtete seine roten Augen auf sie und sein schmaler Mund verzog sich zu etwas, das Ginny entfernt an ein Lächeln erinnerte.
„Wie ist dein Name?"
„Ginevra Weasley, doch ich werde meist Gin genannt."
Gin? Sie wurde nicht Gin genannt … ihr Spitzname war Ginny … was sollte das?
‚Jetzt hör' auf mich zu stören, wenn ich uns hier heraus bringen soll. Ich kann die weiche und freundliche Ginny nicht gebrauchen! Es war eine einfache Entscheidung! Der Muggel oder ich!'
Gin! Das war sie ... nein, ein Teil von ihr …
„Nun, Miss Weasley, dann wirst du jetzt Gelegenheit haben, dich etwas frisch zu machen, und danach sprechen wir über das Leben, dass ich dir geschenkt habe und was du damit zu tun gedenkst. Walden, du sorgst mir dafür, dass ihr nichts zustößt … gar nichts, haben wir uns verstanden?" Macnair nickte hastig. „Du solltest dir überlegen, dich unserer Sache anzuschließen, kleine Lady." Die schrille Stimme des Lords klang süßlich, doch so gefährlich, dass sich Ginnys Nackenhaare sträubten.
„Aber Mylord! Das könnt Ihr nicht …" Noch bevor Malfoy seinen Satz beenden konnte, brachte ein einziger Blick des dunklen Lords ihn zum Schweigen. Er senkte den Kopf. „Verzeiht Mylord!"
„Lucius, du solltest dich vorsehen. Nur weil ich dein finanzielles Geschick zu würdigen weiß, heißt dass nicht, ich hätte dir oder deinem Sohn euer Versagen verziehen! Wage es nie wieder mir sagen zu wollen, was ich kann und was nicht!"
Voldemort drehte sich ohne weitere Worte um und verließ den Kerker. Lucius Malfoy folgte ihm mit hängendem Kopf wie ein geprügelter Hund. Ginny drehte den Kopf und sah Walden Macnair an. Der Todesser nickte ihr zu und ging voraus. Sie verließen den Kerker, gingen die abgewetzten Steinstufen nach oben. Die Luft wurde mit jedem Schritt klarer und frischer. Ginny atmete tief durch und genoss das Gefühl der sauberen Luft, die wie kaltes Wasser durch ihre Kehle glitt. In einem Flur kam ihnen ein anderer Todesser entgegen. Der schlanke Mann blieb stehen und sah Ginny gierig an.
„Was hast du denn da für ein süßes Früchtchen, Macnair? Leihst du mir diese Sahneschnitte?" Die großen blauen Augen waren starr auf Ginnys halb entblößte Brust gerichtet.
„Vergiss es, Woodard! Sie wird nicht angefasst!", brummte Macnair.
„Ich warte auch gerne, bis du fertig bist." Er hob die Hand und wollte nach Ginnys Brust greifen. Doch die junge Hexe hob Lewis' Zauberstab und zielte auf die Brust des Mannes.
„Sie hat einen Zauberstab! Verdammt Macnair, was soll das?", fauchte Woodard und wich zurück.
„Lass deine Finger von ihr! Der dunkle Lord hat sie für tabu erklärt! Oder möchtest du mit ihm verhandeln?" Ein schmieriges Grinsen zierte das hagere Gesicht des Henkers, doch es galt nicht Ginny, sondern dem braunhaarigen Mann, der eine ungesunde Blässe angenommen hatte. Woodard trollte sich schleunigst, verfolgt von Macnairs hämischem Gelächter.
Der Henker wandte sich Ginny zu und sah nun ebenfalls auf ihre Brust. „Du würdest die Sache vereinfachen, wenn du dich etwas mehr… verhüllen würdest." Ginny spürte, dass wie sie rot aber auch wütend wurde.
„Und mit womit? Der Service in eurer 'Suite' war nicht gerade einnehmend!" Sie deutete mit einer großzügigen Bewegung auf ihre zerfetzte, schmutzige Robe.
„Ich habe von Hexen gehört, die zaubern können", antwortet Macnair höhnisch und ging weiter.
Ginny ärgerte sich, dass sie nicht darauf gekommen war. Doch sie hatte so lange Zeit ohne Zauberstab in dem Kerker verbracht, dass sie es einfach nicht mehr gewohnt war. Genauso sehr ärgerte sie sich über die Art, wie Macnair mit ihr geredet hatte. Das würde sie ihm irgendwann heimzahlen. Schnell schloss sie mit einem Zauber ihre Robe, während sie hinter ihm hereilte.
An einer der großen Flügeltür blieben sie stehen und ihr Begleiter öffnete sie. Eine fahrige Geste deutete ihr einzutreten. Der Todesser folgte ihr dicht.
„Eines der Gästezimmer", erklärte er kurz und schritt durch den Raum zu einer weiteren Tür.
Mit großen Augen sah sich Ginny um. Das hohe helle Zimmer war prunkvoll eingerichtet, doch verstaubt und verschlissen. Sie betrat den angrenzenden Raum. Ein weitläufiges Badezimmer, mit einer gewaltigen Badewanne erschloss sich ihr.
Macnair setzte sich auf einen runden Hocker und überkreuzte die Beine. „Viel Spaß!"
„Raus!", befahl Ginny kühl.
„Ich soll auf dich aufpassen. Außerdem, was willst du tun, wenn ich nicht gehe?"
„Hm, einen Lähmzauber hatten wir schon … vielleicht sollte ich ihm erzählen, dass einer seiner Getreuen sich nicht an seine Anweisung hielt und mich befingerte …"
„Er wird ohne Probleme in deinen Geist eindringen und die Wahrheit erfahren!"
Ginny grinste fies. „Vor oder nach deinem Cruciatus?"
Macnair schluckte hart, grinste dann aber breit. „Ich bin draußen, wenn du etwas brauchst.
Ich glaube ich weiß, was er in dir sieht." Damit verschwand der Todesser und schloss die Tür.
Ginny ließ Wasser in die Wanne; es roch frisch, nach Kräutern und weißen Blüten. Die junge Hexe entkleidete sich und stieg in die nasse Wärme. Ihre wunde Haut an den Armen brannte, als sie mit dem Wasser in Berührung kam, doch sie wurde dem nicht wirklich gewahr. Bis zum Hals verschwand sie unter dem schaumgekrönten Nass. Seufzend schloss Ginny die Augen, was sich allerdings als verheerend herausstellte.
Nicht die erhoffte Entspannung trat ein. Sie war wieder sie selbst, nicht Gin. Ginnys inneres Auge sah ihre Mutter, in ganz unterschiedlichen Situationen ihres Lebens.
Lächelnd, mit einem großen Kuchen an Ginnys Geburtstag ...
Keifend, hinter den Zwillingen her rennend, als diese ihre Vorhänge angezündet hatten ...
Stolz, als Ginny nach Hogwarts kam...
Strahlend, als Bill und Fleur heirateten ...
Schmerzerfüllt, als Arthur starb … Arthur und Bill, Ron, Hermine, Harry, Charlie, die Zwillinge …
Leblos starrten Mollys Augen, als sie tot neben ihrer Tochter zu Boden sank ...
Ginny biss fest die Zähne aufeinander, um ihren Schmerz nicht laut heraus zu schreien. Nie wieder würde sie ihre Familie sehen, nie wieder das Lachen ihrer Lieben hören… nie wieder die zärtlichen Berührungen Harrys spüren…
Sie öffnete wieder die Augen. Ihr tränenverschleierter Blick streifte eine große Glasvase. Mit zitternden Fingern nahm sie das Gefäß in die Hand und warf es gegen die Wand direkt neben der Wanne. Sie nahm einen großen, spitzen Splitter und ballte darum ihre Hand zu einer Faust. Es schmerzte und Blut lief die helle Haut ihrer Hand entlang. Langsam blickte sie zu ihrem anderen Arm, zum malträtierten und wunden Handgelenk. Sie führte die Glasscherbe zur Handwurzel.
„Gin, alles in Ordnung?", erklang Walden Macnairs besorgte Stimme durch die Tür.
Besorgt! Nicht ihretwegen, nur wegen seiner Angst vor Voldemort. Mit einer ruckartigen Bewegung drückte Ginny die Spitze tief in den Arm. Überrascht, dass ihre Haut nicht mehr Widerstand leistete, schnitt sie längs ihren Arm auf bis in die Mitte des Unterarmes. Dick quoll dunkelrotes Blut hervor, tropfte ins Wasser, bildete schöne Muster, bevor es zu wenig Kontrast bildete und verschwand. Sie nahm den Glassplitter in die andere Hand und setzte zum Schnitt an dem noch heilen anderen Arm an, als Macnair durch die Tür polterte. Kurz stockte er, doch dann sprang er zu ihr in die Wanne und griff nach der Hand mit dem Glasstück. Ginny trat nach ihm, traf ihn hart am Knie und stieß mit der Scherbe nach dem Mann. Ein tiefer Schnitt zierte die rechte Wange des Henkers.
„Verdammt", zischte er und versuchte Ginny zu entwaffnen und fest zu halten.
Die junge Hexe kämpfte wie eine Furie, selbst der um einiges größere und kampferprobte Todesser hatte große Probleme sie zu überwältigen. Bis sie merkte, dass sie müde wurde, schwach und langsam. Der Griff des Todessers war fest wie ein Schraubstock und schmerzte. Ihre Bewegungen wurden kraftloser und fahriger. Sie war so unendlich müde. Sie wollte nur noch schlafen, nichts anderes mehr als schlafen...
tbc
