Disclaimer: Die Jungs und die zugrundeliegende Serie gehören immer noch nicht mir sondern Eric Kripke + Team , und ich verdiene immer noch nichts mit der Story.

Übrigens: Alles was geschieht, wenn es auch noch so unlogisch erscheint, hat einen ganz bestimmten Sinn. Was natürlich Logik-Fehler nicht ausschließt, wenn man also Zweifel/Fragen habt: Bitte eine Mail, denn ich schreibe noch nicht so lange SN-Stories und es ist auch nichts gebetat. Nur von mir :) . Viel Spaß beim Lesen!

– Épainos. Gepriesener Raum

Er durchschritt den kahlen Flur. Steinerne, nackte Wände zu beiden Seiten. Sein Ziel vor ihm. Seine grünen, blutunterlaufenen Augen, tot und doch auf beängstigende Weise wachsam, stierten dumpf auf dem Weg vor ihm. Sein Ziel lag im Dunkeln, der Gang war nur durch den fahlen Schein der Kerze in seiner rechten Hand erleuchtet, er reichte nicht mehr als zwei Meter.

Das Gesicht des jungen Mannes, der langsam und doch bestimmt den alle Räume verbindenden Gang entlangschritt, war blass. Blass wie die Vampire aus alten Dracula-Filmen, blass wie sterbenskranke Menschen in ihren letzten Minuten des Lebens. Blass wie ein Geist, der jeden Moment verschwinden könnte, sich in Luft auflösen, transparent werden könnte. Eine dünne Linie bildete seinen Mund, angestrengt biss er die Zähne zusammen als müsste er starke Schmerzen leiden. Und doch hinkte er nicht, und doch rann keine einzige Schweißperle seine Schläfe hinab. Das Gesicht war wohl geformt, die Nase hatte einen leichten Hügel auf dem Nasenrücken, beim genaueren Hinsehen konnte man Sommersprossen auf der blassen Haut erkennen – und über seinen moosfarbenen Augen waren dunkle Augenbrauen wie in Verwirrung oder Wut zusammengezogen, was die schöne Stirn in tiefe Falten zog. Der junge Mann könnte eine Schönheit sein, wenn nicht eine hässliche Narbe seine nackte Kopfhaut zierte. Von seinem Hinterkopf über seinen selbst in dem Halbdunkel glänzenden haarlosen Schädel bis zum einstigen Haaransatz über seiner Stirn zog sich eine daumenbreite, fleischfarbene Narbe. Einst eine klaffende Wunde, stümperhaft zusammengenäht, verdarb sie den beinahe wunderschönen Anblick des jungen Mannes und ließ den Betrachter ein seltsam schlechtes Gewissen empfinden, gepaart mit leichtem Ekel und tiefem, zermürbenden Mitleid.

In ein weites, pelzartiges braunes Gewand gehüllt, das bis zu den Knöcheln seiner nackten Füße reichte und den Blick auf den Körper des Mannes gänzlich verhinderte, schritt der Entstellte den Gang entlang, die von dem Pelzgewand verborgene Hand trug die große rote Kerze nahe am Körper des Mannes und ein regelmäßiges Tropfen wies auf das schnelle Herunterbrennen der Kerze hin.

Die dumpfen grünen Augen huschten zur Kerze und zu den Wachstropfen auf dem blanken kalten Marmorboden. Das macht keinen Unterschied. Die grünen Augen huschten wieder geradeaus. Es war das Ziel das zählte. Er musste sein Ziel erreichen. Weit hinten in seinem Denken spürte der Besitzer der toten Augen ein leichtes Ziehen. Es ist soweit. Seine Schritte wurden langsamer. Wieder ein Ziehen. Die grünen Augen wurde von müden Lidern verschlossen. Die Schritte wurden erneut langsamer. Das Ziehen verstärkte sich. Die Stirn des hübschen Gesichts legte sich noch mehr in Falten. Der Mann kam zum Stehen. Ein leichtes Echo ließ seine letzten langsamen Schritte von den kalten Mauern um ihn herum widerhallen. Das Ziel ist erreicht. Er ist soweit. Das Ziehen wurde so stark, dass die Lidern plötzlich wieder geöffnet wurden und zwei grüne Augen, starr und dumpf , wieder in die flackernde Flamme der Kerze hineinstarrten, diesmal weit geöffnet und die Stirn über ihnen wieder geglättet. Ja, er ist soweit. Ich bin bereit. Das Ziel ist erreicht.

Er atmete laut aus, schloss langsam die Augen und zum ersten Mal seit Beginn des Wegs zum Ziel öffnete er den Mund, leckte sich kurz über die Unterlippe und holte tief Luft.

Er ließ die Luft nie heraus. Stattdessen kam die Kerze mit einem dumpfen Aufschlag auf dem Boden auf und erlosch sofort. Der Mann war verschwunden, ein kleiner Windstoß fegte über die Stelle an der er gerade gestanden hatte und wo jetzt die Kerze lag. Der Gang nun ganz und gar in düstere Dunkelheit getaucht.

Das Ziel ist erreicht. Der Bruder hat gerufen. Daimondios ist unterwegs.

Dean starrte den unregelmäßig blinkenden Knopf an, sein Verstand immer noch am Erwachen und die Schmerzen seines gepeinigten Körpers dumpf pochend in die hinterste Ecke seines Denkens verdrängt. Sam war nicht da. Er war allein. Es gab nur ihn und den Knopf, der ihn unheilvoll anzustarren und ihm spöttisch zublinken zu schien. Drück mich. Drück mich wenn du kannst, schien er ihm zu sagen. Drück mich und es wird etwas passieren. Dean schluckte krampfhaft und zwang sich, seinen Blick von der einzigen Lichtquelle in der drohenden Dunkelheit abzuwenden. Er erinnerte sich daran, dass Sam ihm befohlen hatte, diesen Knopf zu drücken. Er konnte sich wieder daran erinnern, wie seine zitternde Hand diesen Knopf gedrückt hatte. Und er konnte sich daran erinnern, dass danach alles besser geworden war. Die Schmerzen verjagt worden waren. Und doch.... Dean versuchte, weiter in seinem Gedächtnis zu forschen. Aber vor Sams Entschuldigung, eingeschlafen zu sein, und seinem Befehl den Knopf zu drücken...nichts. Düsternis, Schmerz und Einsamkeit. Und das machte dem jungen Jäger Angst.

Es gab nicht vieles was Dean Winchester fürchtete. Natürlich, Fliegen war ihm mehr als unangenehm, ein Flugzeug wollte er nie wieder betreten. Und Ratten mochte er nicht besonders. Aber Angst? Die Sorte Angst, die einem das Blut in den Adern gefrieren lässt, einem den Atem verschlägt und den Boden unter den Füßen wegreißt? Den Wunsch in einem regt, auf der Stelle im Erdboden zu versinken und sich für immer vor allem und jedem zu verstecken? Dean hatte aufgehört, diese Angst zu spüren, hatte sie zu lange jeden einzelnen Tag bekämpfen müssen. Hatte sie im frühesten Kindesalter in einen Schrank gesperrt, ganz hinten in seinem Kopf, den Schlüssel weit weggeworfen. Und nur wenn er alleine war, schlich sich der Schlüssel von selbst zu diesem Schrank und öffnete ihn verstohlen. Dann drohte er, die Kontrolle zu verlieren. Meistens gewann Dean den Kampf und strotzte ihr wie jeden Tag, wie er es seit 23 Jahren zu tun pflegte.

Doch dieses Mal siegte die Angst. Er spürte es in jeder Faser seines Körpers, dass die Furcht vor dem Alleinsein, die Furcht vor dem Vergangenen und die Furcht vor dem Kommenden sich seiner bemächtigt hatte. Die Klauen der Angst hatten ihn in seiner Gewalt und er war nahe daran, in stille Panik auszubrechen.

Während er den Kopf von dem blinkenden Knopf wegdrehte, spürte er sein Herz bersten und er spürte seine Augen nass werden. Ich muss etwas tun. Der junge Mann schluckte krampfhaft, blinzelte einige Male heftig und öffnete den Mund, die Augen starr in die Dunkelheit vor ihm gerichtet.

Es ist natürlich, Angst zu haben. Und es ist wichtig, die Angst zu besiegen, hörte er seinen Vater zu seinem 8 – jährigem Ich sagen, als er seinen ersten Wendigo gesehen hatte. Und wenn du sie nicht besiegen kannst, dann nutze sie zu deinem Vorteil aus.

Dean nickte leicht, versuchte sein stoßartiges Atmen zu beruhigen, atmete tief durch die Nase ein und aus. Er schloss langsam die Augen und schüttelte leicht seinen Kopf, wie um eine Fliege auf seiner Stirn zu verscheuchen. Er würde seine scheinbar übermächtige Angst dazu nutzen, sich aus dieser Situation zu befreien. Welche Situation auch immer, schlich sich die Frage in seine Gedanken. Aber er verbannte diese Frage in die hintersten Reihen seines Denkens. Erst musste er klar werden, erst galt es, er selbst werden. Dann galt es, Sam zu finden. Und dann würde man weiter sehen...

Der junge Mann ballte seine Hände zu Fäuste, nun wieder vollkommen Herr über seinen Körper, nun bewusst jeden einzelne Muskel in seinem Körper spürend. Er knirschte mit den Zähnen, als er sich heftig ein und aus atmend und mit einer erheblichen Anstrengung aufzusetzen versuchte. Er stützte sich mit den Ellbogen auf und zog sich mühsam weiter- krallte seine Finger klammernd in das Material unter seinem Körper, drückte sich hoch bis er keuchend und mit geschlossenen Augen schließlich mehr oder weniger aufrecht saß. Als Dean sich sicher war, dass er nicht sofort wieder nach hinten fallen würde, entspannte er seine Finger und wischte sich mit der rechten Hand über die schweißnasse Stirn. Den heißen Schmerz, der ihn bei dieser Bewegung durchfuhr, ignorierte er und schloß ihn ihn tief in den hölzernen Schrank in den Weiten seiner Gedanken. Die zerstörende Angst, die ihn kurz zuvor ergriffen hatte, war einem dumpfen panischen Gefühl gewichen, dass sein Herz schmerzhaft schnell schlagen ließ und ihm blendendes Adrenalin ins Blut schoss.

Dean schaute kurz auf den blinkenden Knopf zurück, der jetzt ein wenig weiter weg schien. Ich brauche keinen Knopf. Wieder vor sich in die Dunkelheit starrend konzentrierte sich Dean nun auf die Geräusche, auf sein Gehör. Seine müden Lider senkten sich über seine Augen, er versank in einen tranceähnlichen Zustand, wie er es oft tat, wenn er lauschen musste. Trotzdem hellwach nahm er alle Geräusche um ihn her in einer faszinierenden Lautstärke war – normalerweise. Nervös leckte sich Dean über die aufgesprungenen Lippen und biss die Zähne zusammen. Kein Ton war zu hören. Kein Scharren, kein Tropfen, kein Windhauch. Kein Atmen, keine Schritte. Keine Stimmen. Nicht einmal der Knopf gab einen Laut von sich. Dean war vollkommen und gänzlich allein. Dean öffnete hastig die Augen. Seine bleischwerer und pochender Arm griff sofort an seinen Rücken und rutschte an seinen Hosenbund. Wie erwartet war seine .45er nicht an ihrem Platz. Das Herz sank ihm in die Hose. Sam. Sam , wo bist du? Abermals leckte sich Dean über die Lippen und er drückte kurz krampfhaft seine Augen zusammen. Das darf doch alles nicht war sein.Er schüttelte wieder leicht seinen Kopf und wollte gerade probeweise seine Beine anheben um aufzustehen, als ihm etwas das Blut in den Adern gefrieren ließ.

Biep...Biep...Biep...Biep...Biep...Biep...Biep...Biep...Biep...Biep...

Dean versteifte sich im Bruchteil einer Sekunde, sein Herz setzte aus und sein Kopf fühlte sich an als wäre er aus Watte. Der schrille, piepsige Ton durchriss die unheilvolle Stille wie eine losgegangene Rakete die schlafende Nacht. Wilde Fetzen von undeutlichen Worten und gedämpften Stimmen, ungehörten Gedanken und ungerufenen Schreien rasten durch seinen Kopf und Dean zog seine Kniee an die Brust und ließ den Kopf auf sie sinken. Ein unterdrücktes Stöhnen entwich seinen Lippen, seine schmerzenden und schwitzenden Hände an seine Ohren gepresst.

Bin wach...erinnere mich...Wo sonst...wo ist er...ich bin tot...tut so unglaublich weh...keine Angst, Sam....verdammte Knopf...keine Sorgen...ich fühle es...dieses Geräusch...so laut....

Biep...Biep...Biep...Biep...Biep...Biep..Biep...Biep...Biep...Biep...Biep...

Das Piepsen hörte nicht auf, im Gegenteil es wurde lauter, erreichte Deans Ohren auch mit seinen schwitzigen Händen als Schutz.

Biep...Biep...Biep...Biep...Biep...Biep..Biep...Biep...Biep...Biep...Biep...

Das Piepsen schwoll an, es wurde nicht schneller aber lauter und Dean keuchte und presste die Hände stärker an beide Seiten seines Kopfes.

Biep...Biep...Biep...Biep...Biep...Biep..Biep...Biep...Biep...Biep...Biep...

Das Piepsen wurde noch lauter, wurde heller und schriller, verwandelte sich in ein kreischendes Staccato in langsamer Zeitlupe.

Biep...Biep...Biep...Biep...Biep...Biep..Biep...Biep...Biep...Biep...Biep...

Dean hielt sich die Ohren das es schmerzte, das Piepsen wurde unerträglich...

„Aufhören!" krächzte jemand und der Schreck fuhr durch Dean, zeitgleich mit dem erlösenden Gefühl der Befreiung und regelrechter Erleichterung. Denn in derselben Sekunde als die aus der Dunkelheit die raue und verzweifelte Stimme gekommen war, war das Piepsen verstummt – und Dean nahm seine verschwitzten Hände von den Ohren und versuchte, sein heftiges Atmen zu beruhigen. Seine Augen huschten vor ihm in der Dunkelheit umher, suchten die Quelle der Stimme die ihn gerade erlöst hatte. Suchte nach einem Hinweis darauf, dass er nicht alleine war. Dass die Stimme vielleicht sogar das Krächzen seines Bruders gewesen war. Nach irgendetwas. Und dann legte sich die Erkenntnis über ihn wie ein Leichentuch. Er hatte gerufen.

„Hallo?" wisperte er in die Düsternis hinein. „Hallo?" sagte er ein wenig lauter. Und dann nickte er wie zu sich selbst. Er war es gewesen, er hatte gebettelt, dass die akustische Folter aufhören solle. Es war seine krächzende, heisere und verzweifelte Stimme gewesen. Dean biss sich auf die Unterlippe und rieb sich die Augen. So müde. Er war so müde. Es waren nicht einmal die Schmerzen, die er schon längst in den Griff bekommen und in die hintersten Gestade seines Verstandes gedrängt hatte. Es war ... Was ist es eigentlich? Was war es eigentlich?

„Alter, du bist mal wieder in etwas hineingeraten..." fragte er sich selbst mir rauer Stimme. Sein Blick huschte abermals zu dem Knopf hinter ihm. Er runzelte die Stirn. Wenn das Drücken dieses Knopfes bewirkt hatte, dass er keine Schmerzen mehr leiden musste – dann war irgendetwas mit seinem Körper verbunden. Sei es nur Morphium oder eine andere betäubende und schmerzdämmende Droge gewesen, etwas musste mit seinem Blutkreislauf in Verbindung stehen. Er streckte die Beine aus und fuhr sich mit der rechten Hand über den linken Arm, angefangen bei seinem Handgelenk. Keine Spritze,keine Kanüle,kein kabelartiger Schlauch. Nichts. Das gleiche Ergebnis bei seinem anderen Arm. Und bei seinen Beinen. Und auch keine Spur von Ähnlichem auf seiner Brust. Oder an seinem Hals. Oder an anderen Stellen seines Körpers. Deans Stirn legte sich noch mehr in Falten als ihm auffiel, dass er außerdem keine einzige offene Wunde am ganzen Körper hatte. Die quälenden Schmerzen in seinen Armen – kein Knochen gebrochen, keine Fleischwunden, keine Abschürfungen. Das dumpfe, heiße Pochen seiner Beine – keine brennenden Brandwunden. Das eisige Hämmern in seiner Brust – keine Stichwunde und keine Schusswunde. Würde Dean sich nicht fühlen als würde er jeden Moment in tausend kleine Fetzen zerfallen, würde er behaupten er wäre gänzlich unversehrt. Verwirrt schüttelte er den Kopf. Er biss sich auf die Unterlippe und starrte noch für einige Sekunden in die Dunkelheit vor ihm und fasste dann einen Entschluss. Mit zitternden Händen erforschte er die leere Luft über ihm. Dann stützte er sich mit beiden Händen auf und zog die Knie wieder an. Er holte tief Luft, verlagerte sein Gewicht etwas nach vorne und ließ dann seine Hände vor sich fallen. Er hatte nur Sekunden um sich zu entscheiden, ob er versuchen sollte aufzustehen oder sich auf die Knie fallen zu lassen, bevor ihm die Kräfte ausgingen. Mit einem unterdrückten Keuchen ließ er sich nach vorne auf die Knie fallen. Seine Hände ruhten nun wieder auf dem rauhen, seltsam weichen und unförmigen Untergrund, auf dem er zuvor gelegen hatte. So kann es nicht weiter gehen. Er nahm alle Kräfte zusammen und biss die Zähne zusammen. Keuchend kam er auf die Beine. Erst kämpfte er sich in eine seltsam hockende Position, dann erhob er sich Stück für Stück, hart durch die Nase ein und aus atmend und laut mit den Zähnen knirschend. Und schließlich stand er.

„Winchester, du kannst stolz auf dich sein, du bist alleine aufgestanden" sagte er leise zu sich selbst, seine raue Stimme triefend vor Sarkasmus. Der junge Mann schwankte und die Orientierungslosigkeit in der absoluten Schwärze um ihn herum verstärkte das Gefühl des alles ergreifenden Schwindels. Seine Hände suchten zu allen Seiten um ihn herum nach etwas, worauf er sich abstützen konnte, einer Wand, irgendetwas. Der Kopf schwirrte ihm, das watteähnliche Gefühl war zurück und überall auf seiner Haut spürte er tausend kleine Nadeln, wie Waldameisen über ihn hinweglaufend. Ihm lief es kalt den Rücken runter und er versuchte, die sich drehende Welt vor seinen offenen und doch nichts sehenden Augen gerade zu rücken, versuchte etwas zu greifen das nicht vorhanden war. Er spürte, wie er immer stärker wankte und machte schließlich einen Schritt rückwärts, als er drohte, umzufallen. Was nichts nützte, denn sein Knie knickte sofort ein und er wäre gefallen wenn ihn nicht etwas gestoppt hätte. Dean spürte wie ihn etwas auffing. Zuerst dachte er, er wäre wieder dort gelandet wo er noch zuvor gelegen hatte – doch dann erkannte er das Gefühl von starken Händen auf seinem Rücken, große Hände die ihn an den Schultern wieder aufrecht zogen. Sam.

„Hey...Dean!" Sam. Sam?

„Sam...?" krächzte Dean und klammerte sich an die Hand um sein rechtes Handgelenk. Sam oder nicht, er würde einfach umfallen ohne Festhalten.

„Ja, ich bins, Dean. Es tut mir so leid, Dean!" Sams Stimme war Musik in Deans Ohren. Rau und fast so heißer wie Deans war die Stimme des jüngeren Winchesters voll von Unsicherheit und Reue.

„Sam, was ist? Was tut dir leid?"

Sam antwortete nicht sofort, ergriff nur seinerseits Deans linkes Handgelenk mit seiner eigenen freien Hand.

„Ich bin eingeschlafen." kam dann die geflüsterte Antwort. Dean legte die Stirn in Falten.

„Das macht nichts, Sammy." antwortete er und blickte in die Richtung wo er den Kopf seines kleinen Bruders vermutete, „..ich weiß das mit den Knopf, Sam. Und ich habe ihn nicht gedrückt. Ich werde ihn auch nicht drücken." Sam antwortete nicht. „Die Schmerzen sind vielleicht durch die Wunderwaffe des Knopfes vergangen – aber Sam, mir ist nicht wohl dabei. Schau dich um, wir müssen hier raus. Sam." Dean spürte, wie sich der Griff seines Bruders um sein Handgelenk verstärkte. Sam hat Angst. Er weiß, dass hier alles falsch lä, nicht alles. Sam ist wieder da.

„Sam, rede mit mir. Wir müssen hier raus, okay? Wie lange auch immer ich nicht ansprechbar war, mir geht es jetzt gut, und du bist wieder wach – wir müssen von hier verschwinden!" mühte er mit rauer Stimme hervor. Sprechen war anstrengend und jedes einzelne Wort verstärkte das Bedürfnis nach Wasser. Und Sam antwortete noch immer nicht. Deans Herz begann, wieder wild und schmerzhaft zu pochen.

„Sam. Sag. Etwas." krächzte er drohend.

„Okay." kam dann schließlich die leise und raustimmige Antwort seines Bruders. Der Angesprochene runzelte die Stirn.

„Wie, 'okay'?"

„Okay, verschwinden wir von hier."

Dean nickte langsam in die geschätzte Richtung des Gesichts seines Bruders.

„Ja. Verschwinden wir von hier. Ich..." Dean überlegte kurz , „...Ich glaube du kannst loslassen, Sammy." Und damit löste er selbst seinen feuchten Griff von Sams Handgelenk und spürte auch ihn wortlos das Gleiche tun.

„Okay",wandte sich Dean an seinen Bruder , „..hast du eine Ahnung wo wir sind?". Er hörte wie Sam sich räusperte und spürte abermals, wie seine eigene Kehle trockener und kratziger wurde, wie sich das unterschwellige schmerzliche Pochen in Armen, Beinen und seiner Brust verstärkte und langsam aber sicher aus ihren Gefängnissen in Deans Verstand ausbrachen, um ihn von innen zu zerfleischen. Um ihn wieder auszuschalten. Aber das wird nicht geschehen, riss sich Dean zusammen und tief ein und aus atmend wartete er auf Sams Antwort.

„Sam." erklang seine Stimme in der Dunkelheit und er stupste seinen kleinen Bruder mit dem Ellbogen an, zutiefst erleichtert dass dieser tatsächlich wie geschätzt und erhofft direkt neben ihm stand.

„Ich habe dich gehört, Dean." kam die beinahe gelassene, heisere Antwort seines Bruders.

„Und? Hast du eine Idee?"

„Nicht nur eine Idee. Ich weiß es. Sie nennen ihn, den Gepriesenen Raum."


TBC. Reviews wären eigentlich schon mal schön :-).