Anmerkung des Autors:

Alle Figuren sind Eigentum von J. . Ich verdiene kein Geld mit diesen Erzählungen.

Dies ist meine erste selbst geschriebene Geschichte. Einige weitere Kapitel sind fertig. Freue mich über Rückmeldungen.

01.09.2015, 10.30 Uhr, Hogwarts Express

Die Dampflok ratterte gleichmäßig Richtung Norden, Lucy betrachtete die vorbeiziehende Landschaft um nicht von Ihrer Nervosität überwältigt zu werden. Die Natur vor dem Fenster wurde zunehmend wilder und rauher. Der stetige Nieselregen tat der landschaftlichen Schönheit keinen Abbruch. Gerne würde Lucy diese Gegend einmal genauer erkunden. Vielleicht ergab sich in den Ferien die Möglichkeit eine kleine Reise zu unternehmen.

Als es draußen zu dämmern begann, beschloss Lucy sich umzuziehen. Für gewöhnlich fühlte sie sich in ihrer Muggelkleidung sehr wohl, aber sie wollte an ihrem ersten Tag auf Hogwarts einen guten Eindruck machen und nicht unnötig aus dem Rahmen fallen. Deshalb hatte sie, drei Wochen vor ihrer Abreise, der Winkelgasse einen Besuch abgestattet und nicht nur eine neue Garnitur schwarzer Umhänge bei Madam Malkins, sondern auch etliche Bücher über Hogwarts und die Umgebung sowie eine Aufstockung ihrer Zaubertrankzutaten und etliche andere Kleinigkeiten, die sie mitzunehmen gedachte, erworben.

Diesen neuen Umhang zog sie nun an, kämmte ihre Haare und band sie zu einem möglichst ordentlichen Pferdeschwanz. Sie wusste, dass sich im Laufe der nächsten Stunden unweigerlich einzelne Haarsträhnen daraus lösen und ihr ins Gesicht fallen würden, egal wie sehr sie sich bemühte sie daran zu hindern.

Außerdem hatte sie Besseres zu tun, als sich um ihre Frisur Gedanken machen. Das Schloss kam in Sicht. Lucy staunte. Vermutlich unterschied sie sich in diesem Moment nicht sehr von den Erstklässlern, die ebenfalls in diesem Moment zum ersten Mal einen Blick auf Hogwarts werfen konnten. Erhaben thronte das Bauwerk über der wundervollen Landschaft, ohne deren Schöhnheit zu stören. Vielmehr fügte sich das riesige aber anmutige Schloss in die wilde Natur ein. Schon jetzt freute Lucy sich darauf das Bauwerk und die Umgebung zu erforschen.

Schließlich kam der Zug zum Stehen und die Referendarin stieg mit den durcheinander plappernden Schülern auf den Bahnsteig. Ein riesenhafter, bärtiger Mann rief mit durchdringender, aber nicht unfreundlicher Stimme: „Erstklässler zu mir." Trotz des freundlichen Tonfalls wirkten die angesprochenen Jungen und Mädchen angesichts des Hünen verängstigt, folgten aber ohne Zögern seinen Anweisungen dicht beieinander zu bleiben und ihm zu folgen.

Lucy ihrerseits folgte den anderen Schülern, die in die entgegengesetzte Richtung strebten. Kurze Zeit später erkannte sie, dass das Ziel eine große Anzahl wartender Kutschen waren, die von Thestralen gezogen wurden. Diese Tiere waren bekanntermaßen nur für Menschen sichtbar, die den Tod gesehen hatten. Lucy dachte daran, wie ihre Großmutter in ihren Armen eingeschlafen war.

Es dauerte etwas, bis sie bemerkte, dass jemand sie ansprach. Lucy schob den Gedanken an ihre Oma beiseite und sah sich einer Schülerin gegenüber, die sie auf etwa 15 Jahre schätzte. Das Mädchen hatte lange, blonde Haare und sah mit einem verträumten Blick in die Welt. „Wie bitte?" fragte Lucy. „Ob sie nicht einsteigen wollen? Oder warten sie auf jemanden?", wiederholte das Mädchen seine Frage. „Nein, nein, ich war nur gerade in Gedanken.", antwortete Lucy und ging auf die letzte Kutsche zu. Das Mädchen sah sie neugierig an und folgte ihr. „Sie haben bestimmt einen großohrigen Wurbelfisch erwischt.", meinte die Schülerin. Lucy hatte noch nie von einem solchen Wesen gehört, aber man lernte ja nie aus: „Einen was?". „Einen großohrigen Wurbelfisch. Er gehört zu den unsichtbaren Gedankenfischen. Vorzugsweise sucht er sich unachtsame Personen, deren Gedanken er durcheinander wirbelt.", wurde Lucy aufgeklärt. Während der Fahrt zum Schloss erläuterte jene genauer die Lebensweise des Wurbelfisches. Lucy war inzwischen sicher, dass ihr vollkommener Unsinn aufgetischt wurde, aber das Mädchen schien zu glauben, was sie erzählte. Um das Thema zu wechseln, fragte Lucy: „Wie heißt du?" „Oh, mein Name ist Luna Lovegood. Die anderen nennen mich Looney, aber das ist nicht nett gemeint." Lucy wusste nicht, was sie darauf sagen sollte, aber Luna sprach weiter: „Sie sind eine neue Lehrerin." Bevor diese Aussage richtig gestellt werden konnte, hielt die Kutsche und sie stiegen aus. Luna gab dem Thestral vor der Kutsche ein Stück Brot, das sie aus ihrer Hosentasche zog und verschwand in der Menge der anderen Schüler. Erstaunt blickte Lucy ihr nach, bevor sie den Weg zum Eingangsportal fortsetzte.