Muggel im Grimmauldplatz

Summary:

Von inneren Monologen eines hinreißenden Werwolfes ohne Stock im Arsch, Freundschaft, Schadenfreude, einem Wortwechsel, der einer gewissen Muggel reichlich Farbe ins Gesicht bringt und einem Kuss, der ihr förmlich die Schuhe auszieht ...

In weiteren Rollen:

Ein Animagus mit einem GROSSEN körperlichen Problem, eine weitere Muggel, die glücklicherweise nicht völlig von der Rolle ist, ein belustigter Zaubereiminister, eine fiese Reporterin und eine Aurorin, die das erstaunliche Talent besitzt, immer zum falschen Zeitpunkt am richtigen Ort zu erscheinen ...


Muggel im Grimmauldplatz. Bei solchen Ideen war es wohl kein Wunder, dass so manch einer Dumbledore für ein wenig seltsam hielt. Besonders, wenn man bedachte, dass es eigentlich geplant war, den Orden, dessen Hauptquartier das Gebäude war, vor Entdeckung zu schützen.

Innerlich schüttelte Remus Lupin den Kopf über die seltsame Vorgehensweise, doch er hatte bereits vor Jahren gelernt, Dumbledores Entscheidungen nicht zu hinterfragen, weil dieser immer ganz bestimmte Ziele damit verfolgte und nie unüberlegte Entscheidungen traf. Und hey, wenn die Verschrobenheit des Zaubereiministers – JKR machte aus Dumbledore in ihren Büchern „nur" den Direktor von Hogwarts, dabei war er doch so viel mehr – ihm die Begegnung mit einem solch zauberhaften Wesen wie Miss Winter bescherte, würde er sicher nicht murren!

Sie lächelte scheu zu ihm hinüber, als der Professor sie aus der Bibliothek führte, und er versuchte daraufhin – und das nicht zum ersten Mal heute –, seine plötzliche Atemlosigkeit zu verbergen und seine rasenden Gedanken erst einmal wieder zwischen den Laken hervor zu holen. Himmel, es war lange her, dass er SO heftig reagiert hatte auf eine Frau! Er benahm sich ja wie ein rattenscharfer Teenager! Oder besser gesagt, seine Hormone benahmen sich so und der Rest seines verdammten, verräterischen Körpers schloss sich einfach dem Aufruhr an. Verräterische Bande! Sogar sein sonst so innig geschätzter, messerscharfer Verstand schien bei dem Anblick von Stella Winter nur noch begeistert ein Fähnchen zu schwenken und aberkennend hecheln zu können.

Grade, als er sich wieder soweit unter Kontrolle hatte, dass er gefahrlos den Mund öffnen konnte, um ihr höflich anzubieten, sie nach oben zu bringen, falls sie sich ein wenig frisch machen wollte, unterbrach ihn ein lautes „Plop" und Sirius erschien mitten in der Eingangshalle. Im Arm hielt er eine jüngere Frau, deren hübsches, aber im Moment auch ziemlich blasses Gesicht vor allem eines ausdrückte: pures Entsetzen. Sie starrte zu seinem Freund hoch, als handle es sich bei ihm um ein besonders gefährliches Wesen von einem fremden Planeten. Der interessierte und begehrliche Ausdruck verschwand dahinter fast völlig. Aber nur fast, wie Remus mit einem innerlichen Seufzen feststellte. Offenbar hatte Padfoot seine anziehende Wirkung auf Frauen mal wieder vollkommen schamlos ausgespielt, dieser Casanova!

Irgendwie war er sich beim Anblick der schockierten Frau völlig sicher, dass sein Freund die Arme sicher nicht besonders höflich auf die anstehende Reise vorbereitet hatte. Sie wirkte im Gegenteil eher so, als wäre sie gewaltsam gekidnappt worden. Und vermutlich hielten sie nur ihr Schreck und ihre Überraschung davon ab, seinem besten Freund das Lächeln aus dem Gesicht zu kratzen, denn jetzt, wo sie sich unter dem Zuspruch Stellas beruhigte, begannen ihre graublauen Augen unheilverkündend zu blitzen. Sie würde Sirius vermutlich in der Luft zerreißen... Was besagtem Kerl hoffentlich einen gewaltigen Dämpfer versetzen würde, überlegte er mit einem innerlichen Grinsen.

Allein der Gedanke, dass sie ihm wirklich grollte, wirkte fast absurd. Normalerweise sank alles Weibliche seufzend zu Sirius´ Füßen, wenn sie mit diesem Lächeln bedacht wurden. Nicht einmal seine Schwester war dagegen auf Dauer gefeit! Allein dieses bissige Funkeln der Fremden nötigte Remus eine gehörige Portion Respekt ab. Und wo man schon beim Thema war - wäre er sehr unfair, wenn er sich innerlich schadenfroh die Hände rieb?

Für Remus Geschmack hielt Sirius die Fremde dann letztendlich doch etwas zu lange im Arm, als es von Nöten und der Situation angemessen gewesen wäre. Und als er sie endlich losließ und einen Schritt zurücktrat, wurde ihm auch klar, warum …

Hui, Junge, offenbar hat sie sich verdammt gut angefühlt.

Er war – Merlin sei Dank für kleine Gefälligkeiten, die ihm in naher Zukunft sicher eine Menge spöttischer Kommentare ersparen würden – offenbar nicht der Einzige, der hier auf hübsche Muggel-Kurven abfuhr. Er konnte sich ein süffisantes Grinsen nicht ganz verkneifen. Und offenbar war Lena Soller durchaus fähig, Padfoot die Stirn zu bieten, wie man ihrem spitzen Kommentar entnehmen konnte. Dumbledore unterbrach die Szene grade rechtzeitig, bevor die beiden Hitzköpfe sich einen Schlagabtausch liefern konnten, dessen Sieger noch nicht feststand. Er begrüßte die neu Angekommene mit einem zwinkernden Lächeln und verwies Sirius wortlos in seine Schranken, etwas, das außer ihm niemand fertig brachte.

Was Padfoot natürlich prompt zu einem bühnenreifen und absolut siriusmäßigem Abgang nutzte, der Miss Sollers Unterkiefer herabfallen ließ vor Fassungslosigkeit. Die Ärmste, sie würde sich im Umgang mit seinem Freund noch an einiges gewöhnen müssen!

Dumbledore ignorierte ihn gekonnt – was auf eine Menge Übung schließen ließ. Ein Königreich für diese stoische Ruhe. Bei ihm schaffte es Sirius immer noch, ihn vollkommen aus der Ruhe zu bringen. Stattdessen wandte er sich ihren Gästen zu und lächelte Stella beruhigend an, die ihrer Freundin nicht von der Seite wich. „Nun, wenn die Damen es mir erlauben, dann würde ich sehr gerne auch ein kleines Gespräch mit Miss Soller führen. Remus? Sei doch bitte so freundlich …"

Remus nickte und widerstand dem Drang, dem armen Neuzugang erst einmal eine Tasse Tee anzubieten. Sie wirkte trotz des schnippischen Satzes in Padfoots Richtung, als könne sie einen GROßEN Becher davon gebrauchen. Kein Wunder nach dessen letzter Bemerkung!

Okay, ein Hoch auf Dumbledores Feinfühligkeit, weil dieser das gerade selbst erledigte. Dann konnte er wohl...

Mit einem Lächeln, von dem er insgeheim hoffte, dass es nicht allzu begeistert wirkte, wandte er sich an diese Augenweide von Frau mit den dunklen Locken und den wahrhaft sündigen Kurve, deutete eine kleine Verbeugung an und … Himmel, das war so unfair! Wieso wurde sein Mund denn plötzlich so trocken, bei einem bloßen Blick von ihr?

Er räusperte sich kurz. „Miss Winter?"

Stella nickte ihm zu, murmelte noch irgendetwas Tröstendes, Beruhigendes in Lenas Richtung, ehe Dumbledore jener mit einer einladenden Geste in Richtung Bibliothek bedeutete, dass sie doch bitte vorgehen möge. Nur sehr widerstrebend setzte sich Lena in Bewegung, nicht ohne zuvor noch einen reichlich unsicheren Blick in die verbliebene Runde zu werfen.

Armes Ding. So, wie er Sirius kannte, hatte er sie vermutlich nicht vorgewarnt, was er tun würde. Sie stand vermutlich noch immer völlig unter Schock, trotz ihrer flinken Zunge...

Eine Hand in Stellas Rücken schob Remus sie sanft in Richtung Treppe, weil sie den Eindruck erweckte, sonst vor der Bibliothekstür Wurzeln schlagen zu wollen, um ihre Freundin vor was oder wem auch immer zu beschützen ... und kämpfte prompt verbissen darum, das angenehme Kribbeln in seinen Fingern zu ignorieren. Und dem unglaublich intensiven Drang zu widerstehen, seine Finger unter den Stoff ihres Oberteils zu schummeln, damit er herausfinden konnte, ob sich ihre nackte Haut wohl so herrlich weich und warm anfühlte, wie er sich vorstellte.

Verdammt, diese Hose war ihm eindeutig zu eng! Hoffentlich drehte sie sich jetzt nicht um, sonst wäre es nämlich nicht ausgeschlossen, dass sie schreiend die Flucht ergriff...


Auf halben Weg half ihm eine pinkhaarige junge Frau bei der Bewältigung dieses „Problems". Denn Sirius´ kleine Schwester erschien in der Eingangstür zur kleinen Bibliothek im 1. Stock – Cousine, pfff, die gute Mrs. Rowling hatte vielleicht Ideen – und er, Remus, schien genau der zu sein, den sie suchte. Was musste er denn heute noch alles...?

„Da bist Du ja endlich! Mensch, Remus, Kings will Dich sehen! Dringend! Er sucht schon seit Stunden nach dir! Wo hast Du Dich denn jetzt schon wieder …?"

Sie stutzte, als sie die fremde Frau neben ihm bemerkte und runzelte die Stirn, bevor ein breites, begeistertes Grinsen sich auf ihrem Gesicht breit machte. „Ach, ihr wart die Muggel holen? Cool!" Sie grinste fröhlich und zwinkerte Stella zu. „Sie müssen Miss Winter sein, nicht wahr? Ich finde die Geschichten von Ihnen so klasse! Da bekommt man glatt Lust …"

Sie warf Remus´ einen eindeutig zweideutigen Blick zu und wackelte übertrieben mit den pinken, geschwungenen Augenbrauen. „Wenn mich der gute Moony nicht schon mit Windeln gesehen hätte, wäre ich fast interessiert zu erfahren, ob er tatsächlich so ein immens gut ausgestatteter, einfühlsamer …"

Eine verräterische Röte stieg Remus ins Gesicht, was seine Kollegin jedoch nur leise kichern ließ.

„Tonks? Get off!" schnappte er wütend in seiner Muttersprache, bevor Stella auch nur reagieren und die fremde, junge Frau mit der flinken, ausgesprochen spitzen Zunge begrüßen konnte, und ohne eine Erwiderung der noch immer kichernden Tonks abzuwarten hatte er auch schon einen Arm um die Schultern der verblüfften Muggel gelegt und bugsierte sie eine weitere Treppe hinauf in den zweiten Stock.

Dort angekommen blieb Stella stehen und wandte sich zu ihm um.

„Nymphadora Tonks gibt es also auch?", fragte sie und Remus nickte mit einem etwas schmerzlichen Lächeln.

„Sie ist vermutlich in den Büchern am Besten getroffen, denn die junge Dame, die Sie eben kennen gelernt haben, ist wirklich so eine tollpatschige Nervensäge, als die Mrs. Rowling sie darstellt. Außerdem wird sie sich eines Tages noch um Kopf und Kragen reden, fürchte ich, weil Feingefühl und Takt nicht unbedingt zu ihren Stärken zählen. Lange Zeit haben wir sogar gedacht, sie hätte diese verrückte Schriftstellerin erst auf die Idee mit den Harry-Potter-Büchern gebracht hätte. Das hat sie uns lange nicht verziehen und ganze 5 Minuten nicht mit uns gesprochen – eine wahre Glanzleistung für sie, glauben Sie mir." Er schnitt eine Grimasse und Stella musste kichern. Er lächelte leicht.

„Sie ist allerdings nicht Sirius´ Cousine, wie Mrs. Rowling behauptet, sondern seine kleine Schwester. Und demzufolge Nymphadora BLACK""

„Warum nennt sie sich denn dann Tonks?" fragte Stella verwirrt.

Remus drehte die Augen gen Himmel, musste aber unwillkürlich grinsen. „Weil sie ihren Namen wirklich nicht leiden kann und den aus den Büchern so toll fand, dass sie ihn kurzerhand übernahm. Wir nennen sie eigentlich meist Dora. So wie Sie es in Ihren Geschichten beschreiben…"

Er warf ihr einen nachdenklichen Blick zu. „Sie sind mit dem was Sie schreiben, immer viel dichter an der Wahrheit, als Mrs. Rowling. Manchmal ist es wirklich ... verblüffend."

„Das bedeutet dann wohl auch, dass Sie nicht mit ihr …?" Stella hatte wirklich versucht, sich auf die Zunge zu beißen und diese Frage herunterzuschlucken, ganz ehrlich, aber ihre Neugierde war einfach stärker. Sie MUSSTE es wissen!

Remus lachte leise, ein durch und durch wohlklingender, Gänsehaut bescherender, dunkler und voller Ton. Offenbar hatte sie auch bei dieser Kleinigkeit voll ins Schwarze getroffen. Da stand wirklich ihr absoluter Traummann, der bisher angeblich nur in Büchern existiert hatte, und lachte wie die Sünde selbst. Würde es sehr verzweifelt wirken, wenn sie ihn einfach ansprang und ihn zu Boden knutschte? Oder bekäme sie mildernde Umstände, wenn sie auf Unzurechnungsfähigkeit infolge überaktiver Hormone plädierte?

Beweisstück A, Herr Richter: dieser knackige, sinnesverwirrende Kerl. Er stand einfach direkt vor mir! Was hätte ich also anderes tun sollen, als ihn zu vernaschen?'

Die Geschworenen befinden einstimmig: Freispruch für Miss Winter!'

„Wenn Dora und ich eine gemeinsame Vergangenheit hätten, dann würde sie wohl keine Vermutungen darüber anstellen, ob meine sexuellen Qualitäten wirklich Ihren Geschichten entsprechen, nicht wahr?" holte Remus sie aus ihrer inneren Slapstick-Verhandlung.

Okay, das klang logisch. Was Stellas Verlegenheit allerdings auch nicht minderte. Glücklicherweise schien er sie jedoch gar nicht zu bemerken, denn er zögerte kurz und schnitt dann eine Grimasse. „Obwohl – wenn ich auch nur halb so steifbeinig wie in den Büchern wäre, dann könnte man so etwas vermutlich doch glauben. Meine Freunde fanden es jedenfalls urkomisch, mich damit aufzuziehen, weil ich wirklich eher – nun ja, der ‚ruhigere' Typ bin."

„Das muss ganz schön hart sein", murmelte Stella, während sie darüber nachdachte. „Es tut mir wirklich Leid für Sie."

„Ich hab´s überlebt. Und Dank Ihnen und Miss Soller sind Sirius und ich jetzt die Stecher schlechthin."

Bei dieser Information verschluckte sich Stella fast an sich selbst und konnte nichts anders tun, als es puterrot über sich ergehen zu lassen, dass er ihr belustigt grinsend auf den Rücken klopfte.

„Keine Sorge, Sirius ist Ihnen unbestreitbar dankbar für diesen Dienst. Haben Sie ihm damit doch die Möglichkeit gegeben, noch mehr Frauen abzuschleppen als er ohnehin schon getan hat. Die, die bisher nicht seinem umwerfenden Charme erlegen sind, wollen jetzt unbedingt wissen, ob er wirklich so … gut ausgestattet ist."

„Ich habe nie …", versuchte Stella die Situation halbwegs zu retten, während die Röte auf ihren Wangen sich noch vertiefte, doch Remus´ Grinsen wurde sogar noch breiter. „Oh doch, haben Sie, Miss Winter. Es hieß, glaube ich, zeitweise in Ihrer ersten Geschichte etwas wie ‚dickes Glied' oder so. Er müsste es irgendwo ausgedruckt haben. Er war schon immer sehr von sich eingenommen, aber Ihnen ist vermutlich die Tatsache zu verdanken, dass sein Ego es inzwischen mit dem asiatischen Kontinent aufnehmen kann."

Mittlerweile hatte Stellas Röte ein fast ungesundes Ausmaß angenommen. Betreten starrte sie auf ihre Schuhspitzen.

„Ich hab´s später geändert", versuchte sie eine leise Erklärung, ehe sie ein winziges „Tut mir leid!" hinzufügte.

„Sie müssen sich doch nicht entschuldigen." Als sie plötzlich seinen Atem über ihre Wange streichen spüren konnte, erschrak sie ein wenig. Er hatte sich zu ihr heruntergebeugt, damit er ihr direkt in die Augen sehen konnte. Und mit einem schelmischen Glitzern in den grauen Augen fügte er neckend hinzu: „Ich würde Ihnen ja gern beantworten, ob Sie mit Ihrer Vermutung bezüglich meiner Qualitäten Recht gehabt haben, aber leider ist mein Verschleiß an Frauen nicht so enorm wie der meines besten Freundes. Er ist der wirklich gut aussehende bei uns."

„Stimmt nicht", brachte Stella seltsam atemlos hervor. „Mir gefallen Sie besser." Oh Gott, war es nicht toll, dass ihr Mund mal wieder ein Eigenleben führte? Wer mit ihrem Kommunikationswerkzeug ausgerüstet war, sollte neidisch auf jeden Taubstummen sein!

Sein belustigtes Grinsen wandelte sich prompt in ein höchst verführerisches Lächeln – Himmel und dieser Mann behauptete allen Ernstes, kein Herzensbrecher zu sein! –, während er ihr einen Moment lang tief in die Augen sah. Er würde es später auf den Wolf schieben, dass er das tat, was er vorhatte zu tun …

„Eines könnten wir allerdings hier und jetzt klären …"

„Ach ja? Und ... und was?"

Großer Gott, Stella, kannst Du nicht einmal die Klappe halten? Oder wenigstens nicht ganz so atemlos klingen? Und warum zum Teufel sind deine Knie eigentlich so weich?'

Wie hypnotisiert blickte sie ihn an, realisierte mit heftigem Herzklopfen, dass er näher kam. Noch näher. Und dann spürte sie seine Lippen auf ihren. Sanft, tastend, fast keusch – doch nicht für lange. Im nächsten Moment hatte er sie rückwärts gegen eine Wand gedrängt. Und sein Mund war deutlich besitzergreifender geworden. Fordernder. Er nahm sie gefangen, teilte ihre Lippen mit einer forschenden Zunge und verschmolz mit ihr.

Sein schwerer, warmer Körper drängte sich so heftig gegen sie, dass sich eines ihrer Beine fast wie von selbst um ihn schlang, um ihm unbewusste den Zugang zu ... zu was auch immer zu erleichtern. Denken war grade nicht wirklich drin …

Ein winziger Teil ihres gesunden Menschenverstandes protestierte, weil er sie schließlich vor kaum einer Stunde entführt und in ein ihr unbekanntes Haus verschleppt hatte, dass er ja ein irrer Massenmörder sein könnte! Doch auch diese winzige Stimme verstummte, als er den Kuss beendete und mit einem rauen, halb animalischen Laut ihre Unterlippe zwischen den Zähnen gefangen nahm, sinnlich daran knabberte, ihr ein gebrochenes Seufzen entlockte, nur um dann erneut ihren Mund zu plündern, wild, fordernd und unglaublich erotisch. Sie würde ohnmächtig werden! Ganz sicher! Gleich nachdem er sie vermutlich zum Orgasmus geküsst hatte, was vermutlich nicht mehr lange dauern konnte …

Eine halbe Ewigkeit später trennten sich beide nur sehr widerwillig. Beide atmeten schwer, Stirn an Stirn gelehnt standen sie nur da, hielten die Augen geschlossen.

„Verzeihung", murmelte Remus schließlich mit heiserer Stimme, sein schottischer Akzent war nun viel ausgeprägter, weil ihm offenbar die Konzentration fehlte zu einer korrekteren Aussprache. „Ich wollte nicht …"

Mit beiden Händen sein Gesicht umrahmend flüsterte Stella den einzigen englischen Satz, der ihr noch einfiel in diesem Moment:

„Remus? Shut up!"

Einen Augenblick sah er sie nur verblüfft an, aber dann umarmte er sie stürmisch und schwenkte sie vergnügt im Kreis. Und sein leises, erleichtertes Lachen war – gefolgt von ihrem hingerissenen Seufzer, als er sie erneut leidenschaftlich küsste – das einzige Geräusch, das für lange Zeit im Flur zu hören war.


Gelangweilt begutachtete Rita Kimkorn ihre grellroten, krallenartigen Fingernägel, während sie an der Statue in der Eingangshalle des Zaubereiministeriums lehnte und auf eine Gelegenheit zum Schnüffeln wartete. Seit Dumbledore das Zepter der Zaubereigesellschaft in den knochigen Händen hatte, machte das Reporterleben nur noch halb so viel Spaß! Unter Fudge waren sie alle hier viel redseliger gewesen und sie hatte nicht lange bohren müssen, um an ein paar Informationen zu kommen, die gut gewürzt eine fette Schlagzeile bieten würden!

Jetzt lief fast alles unter „strengster Geheimhaltung".

Sie verzog angewidert den Mund. Alles Schwachköpfe! Voldemort hatte hier so oder so genug Spitzel – warum sollte es also schaden, wenn sie die nicht ganz ungeschminkte Wahrheit schrieb. Mit einer dicken Schicht Make-up à lá Kimmkorn, natürlich. Sie grinste. Was wäre das Leben ohne eine gehörige Portion Farbe?

Es war SO öde geworden! Und anstrengend. Ihr Boss war nämlich nicht sonderlich erpicht auf weitere an den Haaren herbeigezogenen Geschichten. Verflucht, sie brauchte eine wirklich gute Story! Oder wenigstens etwas Anderes, womit sie sich die Zeit bis dahin vertreiben konnte!

Wie gerufen fiel Ritas Blick auf den jetzigen Zaubereiminister – oder, viel mehr auf seinen Begleiter. Groß, dunkelhaarig, athletisch gebaut war Sirius Black eine wirklicher Leckerbissen – und sie war noch nie eine Kostverächterin gewesen. Ehrlich gesagt hatte sie grade gewaltigen Hunger … auf eine GROßE, saftige Portion! Und sie war sich relativ sicher, dass dieser Kerl genau wusste, wie er eine Frau von Welt zu behandeln hatte. Hmmm, er könnte sie bestimmt mal so richtig ran nehmen.

Sie leckte sich genießerisch über die übertrieben rot geschminkten Lippen, während ein breites Grinsen um ihre Lippen spielte. Oh ja, und wie er das könnte. Ein einziger Blick in seinen Schritt genügte. Ob er wohl bereit war zu spielen?

Sehr froh darüber, dass sie sich heute Morgen doch für den kurzen, eng anliegenden Umhang entschieden hatte, strich sie über den Stoff, rückte ihre Brüste zurecht und öffnete noch einen weiteren der oberen Knöpfe an ihrem Ausschnitt. Man musste Männer schließlich von den eigenen Qualitäten überzeugen, nicht wahr? Besonders, wenn es sich um solche Sahnestückchen handelte!

Fast waren sie bei ihr angekommen. Rita machte einen Schritt nach vorn und brachte sich so direkt frontal in Sirius Blickfeld. Und mit einem gezielten Stolpern landete sie direkt in seinen Armen.

„Hoppla!"

Sie gab einen gespielt atemlosen Schreckenslaut von sich, ehe sie unter unechten Wimpern hervor neckisch zu ihm aufblickte.

„Ich muss sie um Verzeihung blicken, Sir." Gezielt setzte sie ihren Körper ein und schmiegte sich eng an ihn. Himmel, war er groß – und er fühlte sich wahnsinnig gut an! Sie erging sich förmlich an dem Gedanken, vom ihm hart gevögelt zu werden. Am besten sofort!

Sirius jedoch starrte sie nur wortlos an, kein Lächeln erleuchtete die braunen Augen – und zu ihrem Verdruss auch kein erregtes Funkeln. Er wirkte eher unterkühlt und distanziert.

Innerlich schnurrte sie leise. Sie stand auf unnahbare Kerle! Die waren so sexy! Und der Sieg zählte schließlich auch!

„Haben Sie sich verletzt, meine Liebe?"

Am liebsten hätte sie dem Fragesteller „Halt´s Maul!" geantwortet! Widerwillig löste sie den Blick von Padfoots markantem Gesicht und biss die Kiefer aufeinander, um nicht Unüberlegtes zu sagen. Konnte nicht genau in diesem Moment Voldemort durch die Tür gestürmt kommen und den alten Zausel über den Haufen hexen? Mit einem falschen Lächeln, das eher zur Grimasse geriet, wandte sie den Blick und maß Dumbledore kühl, der diese Frage gestellt hatte.

„Herr Minister! Welch eine Freude. Ich habe Sie gar nicht gesehen." Der letzte Satz klang, als rede sie mit einem niedrigen Insekt. Und fast sofort richtete sie ihre gesamte Aufmerksamkeit zurück auf Sirius.

„Vielen Dank für Ihr beherztes … Eingreifen, Mr. Black."

Er runzelte die Stirn bei ihrer rauchigen-tiefen Stimme, mit der sie ihm zu verstehen gab, dass er diesen Satz sehr gern als Einladung auffassen durfte und sie nichts gegen einen gezielten Grapscher hätte. Und verblüffte Dumbledore ordentlich, als er völlig unerwartet einen Schritt zurück trat und so genügend Distanz zwischen sich und die Reporterin brachte. Fast wäre dem alten Mann das höfliche Lächeln entglitten bei diesem ausgesprochen deutlichen Affront!

„Keine Ursache, Miss Kimmkorn."

Sirius war selbst ein wenig verblüfft über seine Reaktion. Normalerweise war er genau der Typ, der auf solche offenherzigen Einladungen einging, und das mit ungebrochener Begeisterung. Und wenn es nur dazu diente, diese verdammte, selbstgerechte Reporterin das selbstsichere Lächeln verlieren und sie dann einfach stehen zu lassen, um ihr die Sache mit Harry heimzuzahlen! Sie hatte den Jungen in ihrer Zeitung dermaßen verunglimpft, dass sie es nicht besser verdient hätte!

Aber dafür, dass er einen solchen Plan überhaupt hegen konnte, spukte ihm eine andere Frau viel zu heftig im Kopf herum. Eine Muggel – groß, weibliche Rundungen, braunes Haar. Und die schönsten blau-grauen Augen, die er jemals gesehen hatte. DAS war eine Frau, die den Aufwand wenigstens wert war! Eine ECHTE Frau, keine aufgedonnerte Zicke!

Mit ihr konnte diese aufgeblasenen Tussi nicht konkurrieren. Und Merlin, woher kamen denn solche Gedanken? Sirius Atair Black, feuchter Traum von tausenden von Frauen, dachte doch keinen solchen romantischen Mist! Oder doch?

Rita Kimmkorn machte jedenfalls seit er sie von sich geschoben hatte ein Gesicht, als habe sie in eine Zitrone gebissen, wie er zufrieden feststellte. Das schien offenbar sogar die bessere Rache zu sein, als sie vor dem halben Ministerium halb bewusstlos zu küssen und sie dann einfach stehen zu lassen. Innerlich grinste er boshaft.

Schluck das, alte Giftspritze!'

Beide sahen sich einen Moment stumm in die Augen, er ruhig und gelassen, sie hitzig und aufgebracht – ehe eine fast vergessene Stimme erneut erklang:

„Nun … chrm!" Mit einem lauteren Räuspern brachte sich Dumbledore wieder ins Gedächtnis.

„Es hat mich sehr gefreut, Sie wieder zu sehen, Rita. Sie sind sicher auf dem Weg in unserer Presseabteilung. Lassen Sie sich von uns nicht abhalten. Wir sind selbst ein wenig in Eile. Guten Tag." Mit diesen Worten ließ er die Reporterin stehen, dicht gefolgt von Sirius, der sie ebenfalls umrundete und ohne sie eines Wortes des Abschiedes zu würdigen verschwand. Rita starrte ihm zornig nach.

Na warte, Bürschchen', schwor sie sich im Stillen, mit einem langen, hungrigen Blick auf Sirius' Knackarsch. ‚Du wirst schneller in meinem Bett liegen, als Du denkst! Egal, was es mich kostet!'


Fieses Weibsstück! Ich ... äh ... Lena könnte sie jetzt schon häuten! Geht es euch genauso? Dann lasst es uns wissen!