Die Jeans und T-Shirts blieben unbeachtet auf dem Tisch liegen. Lex überzeugte sein Model davon, dass die Lederhose perfekt saß. Dazu gab er ihm ein dünnes, halb durchsichtiges schwarzes Hemd, das er nur mit einem Knopf schloss. Dabei streiften seine Fingerspitzen wie zufällig Clarks glatten Oberkörper. Die Brustwarzen erinnerten ihn an Zimtmakronen… Lex schluckte. Nur nicht ablenken lassen… Dann positionierte er Clark vor einem Stück Maschendrahtzaun, der sein Bad-Boy-Outfit komplettierte.

„Und nun zeig's mir, Baby!", spornte Lex sein Model an. Clark breitete die Arme aus, krallte seine Finger in das Gitter und machte einen Schmollmund. Die Kamera klickte.

„Oh ja, sehr gut, jetzt ein bisschen nach links den Kopf, prima. Genau so. Komm, befeuchte deine Lippen, ja, das sieht sexy aus."

Clark tat wie ihm geheißen.

„Halt die Arme etwas höher. Ja genau, fast über deinen Kopf. Bleib so…. ja phantastisch. Jetzt deine Hüften, streck sie etwas zur Seite, und mach das Hemd auf, zeig mir etwas mehr Haut. Jaaaa, genau so… gut, Clark, du bist umwerfend."

Hitze begann sich in Lex auszubreiten. Ein meinte, was er sagte. Dieser Junge inspirierte ihn. Er war wunderschön und hatte eine Ausstrahlung wie aus einer anderen Welt. Wenn die Fotos nur halb so gut würden, wie er erwartete, könnte Clark den Kalender komplett allein füllen! Im Licht der Scheinwerfer wirkten seine Augen wie grüne Opale, irisierend und mystisch. Guter Gott, und er hatte ihn zuerst als Landei bezeichnet! Wie der Schein doch trügen konnte. Lex spürte ein wohliges Kribbeln in der Magengegend, das langsam aber sicher tiefer kroch. Der Junge stimulierte mehr als nur seine künstlerische Muse. Er setzte die Kamera ab und atmete durch. Clark schaute ihn erwartungsvoll an.

„Brauchst du eine Pause, Clark? Etwas zu trinken?"

Clark schüttelte nur den Kopf, ohne seinen Blick anzuwenden. Jesusverdammt! Es törnt mich sogar an, dass er so wenig redet!, dachte Lex und fuhr sich mit der Hand über den kahlen Schädel.

„Okay, dann warte kurz. Ich hab' eine Idee."

Die Idee war nicht wirklich ein Vorwand, aber Lex nutzte den Moment trotzdem, um kurz seine Gedanken zu ordnen und nebenbei seine Jeans im Schritt zurechtzuziehen. Lex Luthor war alles andere als ein Kostverächter. Sein Beruf brachte es mit sich, dass er am laufenden Band schönen jungen Männern begegnete, denen er ab und zu erlaubte, ihm Gutes zu tun. Doch wenn, dann geschah es vor oder nach einem Shooting. Es war höchst unprofessionell, sich während eines Shootings ablenken zu lassen! Wie auch immer. Jetzt war es eh zu spät. Warum nicht noch einen draufsetzen? Er wischte sich die Schweißperlen von der Oberlippe und drehte sich resolut um.

„Das hier ist eine Wasser-Öl-Emulsion. Ich möchte, dass du deinen Oberkörper ein wenig einreibst, damit es aussieht, als würdest du schwitzen. Ich schlage vor, du lässt das Hemd herunter gleiten. Nicht ausziehen, nur etwas die Schultern entblößen."

„Ist es gut so?", fragte Clark. Er hatte das Hemd bis auf die Unterarme fallen lassen. Lex schluckte und schloss kurz seine Augen. Eine Sekunde zu lang, wie er fürchtete. Clark war derjenige, der seit einer guten Stunde unter den Scheinwerfern stand, aber während er immer noch frisch wie ein junger Morgen aussah, spürte Lex, wie ihm sein Seidenhemd feucht am Rücken klebte. Jetzt nur nicht räuspern.

„Sehr gut", krächzte Lex, räusperte sich dann und reichte Clark das Fläschchen. „Hier. Nimm noch nicht zu viel. Auf die Schlüsselbeine und mittig auf die Brust."

„Warum machst du das nicht?", fragte Clark mit dunkler Stimme.

„Was?"

„Du bist der Fotograf. Du weißt, wo du das Zeug haben willst. Daher wäre es doch viel besser, wenn du es aufträgst."

Mit unschuldiger Miene hielt Clark ihm das Fläschchen wieder hin. Moment mal! Unschuldig? War da nicht ein Hauch von Zweideutigkeit in seinem Blick? Konnte es sein, dass dieses hinreißende Model mit ihm flirtete?

„Okay…", sagte Lex langsam. Es kam ihm wie in Zeitlupe vor, als er den Schraubverschluss öffnete und etwas von der Flüssigkeit auf seine linke Hand träufelte. Zum Teufel mit der Professionalität!, dachte er und legte seine ölige Hand auf Clarks Brust.