Disclaimer: Die TV Serie CSI: NY und der Charakter Detective Mac Taylor gehören CBS und den Produzenten Bruckheimer / Zuiker und nicht mir!

Warning: Eine mm slash Sex Szene in diesem Kapitel!

AN: Huhu :) Es geht weiter mit Mac und Stephen und ihrer Ankunft in Vermont! David zeigt sich mal wieder von seiner schlechten Seite! Stephen entschärft die angespannte Situation und hat schließlich noch einige romantische Minuten mit seinem Ehemann ;) Viel Spass! Eure Vanessa


Als Stephen nach fast zwei Stunden inklusive einer weiteren Pinkelpause für Alex den BMW mit den Schneeketten auf der weiten Fläche vor einer der markanten und wunderschönen Holzgebäuden zum Stillstand brachte, war er müde und ausgelaugt. Er mochte Autofahren - so war es jetzt nicht - jedoch im Winter und mit Eis und Schnee auf den Straßen, brachte es ihm nicht so viel Spass wie sonst, denn er hatte sich ziemlich konzentrieren müssen und die kleinen Reibereien seiner Söhne auf dem Rücksitz hatten ihm auch noch einiges ab verlangt.

Sie waren durch die Hauptstadt von Vermont, die den schönen Namen Burlington trug, hindurch gerauscht und hatten dann die breite Strasse den Berg hinauf genommen. Stephen wusste, weshalb Sue gerne hier oben lebte und in dem Städtchen arbeitete.

Es war der perfekte Ausgleich zwischen kleiner Stadt und Weite der Natur! Sie liebte den kleinen Laden, den sie vor wenigen Jahren gepachtet hatte und in dem sie diverse und sehr gute Skiausrüstung, Winterjacken, Mützen, Handschuhe und Schlitten verkaufte, doch sie musste jedes Mal lächeln, wenn sie mit ihrem roten Alfa Romeo Spider an Feierabend hier hinauf raste.

Es war einfach wunderschön und still hier oben ...

Stephen seufzte und schaltete den Motor aus. Mac hielt direkt neben ihm an und Stephen ließ seinen Kopf gegen die Stütze des Sitzes fallen und atmete schwer aus. David und Alex schnallten sich ab und sein Ältester stieg aus dem warmen Wagen, während David hinter seinem Vater sitzen blieb und sich vorsichtig in der neuen Umgebung um ürlich waren sie schon ein paar Mal hier gewesen, doch das war schon wieder etwas länger her.

David hörte Autotüren, die zugeknallt wurden, doch blieb immer noch wo er war, so als ob er mit der Rückbank verschmolzen wäre. Die Kopfhörer hatte er sich bereits vor einer guten Viertelstunde herausgezogen und das dünne Kabel um den Player geschnürt. Das kleine Elektrogerät war in seiner Tasche verschwunden und David hatte sich den Rest der Fahrt über damit beschäftigt, Alex zu nerven, nur um dann von seinem Dad einen scharfen und wütenden Blick zu kassieren.

In der Zwischenzeit war Susan aus ihrem Haus getreten.

Sie hatte natürlich die letzten zehn Minuten auf alle Geräusche geachtet, die sie hier draußen in der Kälte hören konnte und die beiden starken Motoren waren schlichtweg nicht zu überhören gewesen. Der Postbote war schon längst gekommen, also konnten es nur Besucher sein gewesen sein.

Sie lächelte breit in ihrer dunkelblauen Winterjacke und dem beigen Schal, der um ihren schlanken Hals lag, als sie die paar Stufen hinunterstieg und auf Mac zu steuerte. Taylor lächelte jetzt ebenfalls und breitete die Arme aus.

"Herzlich Willkommen," sagte die hübsche blonde Frau und drückte ihm einen Kuss auf die Wange.

Mac hielt sie kurz fest, bevor er sich wieder von ihr löste um ihr in die Augen zu blicken. Sie hatte sich kein bißchen verändert ...

"Na, alles in Ordnung," fragte er und sah sich dann auf dem Gelände um. Neben den beiden Holzhäusern war je eine Doppelgarage angebaut und eine Art Carport, wo sich ein riesiger Holzhaufen türmte. "Hast du noch keinen Schnee geschippt oder was?!"

Das brachte Mac einen festen Schlag auf seinen Oberarm ein und einen spielerisch bösen Blick von Sue, die jetzt Augen für Stephen hatte, der sich zu ihnen gesellte und sich die müden Augen rieb. Es hatte Gott sei Dank aufgehört zu schneien ... fürs Erste!

"Steve? Ich glaube, Mac ist bei euch zu Hause nicht ausgelastet genug. Der möchte unbedingt den Schnee wegräumen und das Streusalz verteilen," sagte sie lachend, bevor sie sich dann ihrem Ex-Mann in die Arme sinken ließ.

Stephen strich ihr durch das blonde Haar, küsste sie sanft auf die Wange und begutachtete Sue eingehend von oben bis unten, bevor er dann den Kopf schief legte und sich räusperte.

"Das können die Jungs doch machen, wenn du HIlfe brauchst, Schätzchen?"

"Das ist eine gute Idee," meinte sie und sah sich kurz um.

Plötzlich stand Jason vor ihr und Stephen ging zurück zu seinem Wagen. Sue und Jason begrüßten sich ebenfalls sehr herzlich. Sue liebte Jason sehr. Auch weil der sie respektvoller behandelte als David es tat! Kurz strich sie ihm liebevoll über das dunkelbraune Haar und Jason machte sich auf den Weg zu dem Cadillac, um sich mit seinem Vater um ihr Gepäck und die Tüten, die noch im Auto lagen, zu kümmern.

Alex kam grinsend zu seiner Mutter hinüber. "Hey, Mum!"

"Hey, mein Großer! Wie geht's dir und wie war die Fahrt? Hast du dich sehr gelangweilt?"

Er nahm Susan in die Arme und drückte sie herzlich und liebevoll an sich, bevor Alex schnell einen Blick auf den Wagen seines Vaters warf und antwortete. "Nein, es ging, Mum. Dave hat etwas genervt, aber sonst war alles in Ordnung."

Bei der Erwähnung ihres zweiten Sohnes wurde Sue etwas unwohl in ihrer Haut. Sie seufzte tief und sah jetzt ebenfalls nach drüben zu dem grauen und schnittigen BMW, der mit Schneeketten ausgerüstet war. Der Kofferraum war geöffnet und Stephen hatte schon eine Tasche neben seinen Füßen abgestellt. Jetzt machte er sich an den restlichen Gepäckstücken zu schaffen. Sie konnte schemenhaft den blonden Haarschopf von David erkennen, der auf der Rückbank hockte und scheinbar nicht wirklich aussteigen wollte.

"Dad wird ihn gleich da raus holen," meinte Alex leise zu seiner Mutter, die jetzt erschrocken den Kopf nach rechts zog und ihm wieder in die hübschen Augen blickte. Dass sie so abwesend war, hatte sie gar nicht gemerkt.

"Ehm, ja," erwiderte sie nachdenklich.

Sue versuchte zwar sich ihre Traurigkeit gegenüber David's Ablehnung nicht anmerken zu lassen, doch natürlich wusste Alex wie das Verhältnis zwischen ihr und seinem Bruder war und er hasste das! Dass Dave ihr nahe zu immer die kalte Schulter zeigte, zerrte an seinen Nerven und Stephen verlor dann ziemlich schnell die Geduld mit David und dann ... knallte es!

An dem BMW hatte Stephen David's Jacke unter den Arm geklemmt und öffnete jetzt die hintere Wagentür. Die warme Heizungsluft kam ihm entgegen. Stephen hielt seinem Sohn die Jacke unter die Augen, allerdings bewegte sich der 15-Jährige immer noch nicht.

Müde atmete der Arzt aus. "David? Kommst du bitte jetzt und ziehst die Jacke an?"

David sah ihn kurz an und dann die Winterjacke, die im Kofferraum auf der Tasche gelegen hatte. Langsam kroch die Kälte in das Auto und legte sich auf seinen Körper. Stephen warf einen prüfenden Blick hinter sich auf Sue, die wartend im Schnee stand. Der Rest seiner Familie war schon in dem Gästehaus verschwunden um sich aufzuwärmen und die Zimmer zu inspizieren.

Sue sah zu ihnen hinüber ... und David sah weg!

Der Arzt schob ihm die Jacke noch weiter unter die Nase und öffnete den Mund. "Steig jetzt bitte aus, zieh die Jacke an, geh rüber zu Mum und begrüß sie nett und höflich, David? Dann kannst du mir mit dem Gepäck helfen. Komm schon!"

Der Junge griff lustlos nach seiner Jacke und Stephen machte ihm Platz, damit er aussteigen konnte. Er nahm die Tüte mit dem Müll an sich, schlug dann die Wagentür zu, zog sich die Winterjacke über und trottete an Stephen vorbei.

Als David bei seiner Mutter stoppte, versuchte der Junge zu lächeln. "Hey ..."

"Hast du es doch noch geschafft," fragte Susan und grinste ihn an. Der Kofferraumdeckel wurde zugeknallt ...

David verdrehte innerlich die Augen, doch den Satz, den er jetzt auf der Zunge hatte, konnte er sich dann doch nicht verkneifen. "Wenn man gezwungen wird, hat man keine andere Wahl oder?"

Sue seufzte. "Ich finde es schön, dass du hier bist, David!"

Ja, toll ...

Er hob den Beutel mit Müll hoch. "Kann ich das irgendwo wegwerfen? Ich soll Dad mit dem Gepäck helfen."

"Natürlich," entgegnete die Frau seufzend bei dieser ziemlich kargen Begrüßung und wies dann mit der Hand auf den Papierkorb aus Metall, der vor dem Gästehaus an einem der Stützfeiler hing. "Da hinten ..."

Schnell spazierte David zu dem Haus hinüber, sah noch mal kurz in die Tüte, ob vielleicht noch etwas Eßbares darin versteckt war und ließ die weiße Tüte dann in den Korb fallen. Äußerst langsam trottete er dann wieder an seiner Mum vorbei, die ihm hinterher gesehen hatte und nahm an dem BMW seine Reisetasche vom Boden.

Oh man, das wird ein super Wochenende, wenn ich Mum jeden Tag sehen muss ...

Vorsichtig leckte er sich über die Lippen, während er die paar Holzstufen der Veranda hinauf torkelte und sich die Stiefel abklopfte. Er brauchte jetzt eine Zigarette. So schnell wie möglich!

Als Stephen bei seiner Ex-Frau stand, seufzte er tief und spielte an der Trageschlaufe der Tasche herum.

"Tut mir leid, dass er so abweisend ist. Ich dachte, es bessert sich irgendwann, aber-"

"Es sieht nicht danach aus, Steve," unterbrach Sue ihn vorsichtig und sah nur noch die Haustür zu fallen. "Ich werde einfach versuchen mich für deinen Sohn unsichtbar zu machen die nächsten Tage!"

Sie drehte sich von ihm weg und wollte gerade gehen, als Stephen sie sanft an ihrem Arm festhielt. Sue stoppte und sah ihm in die Augen. Die wunderschönen Augen, in die sich die Frau vor vielen Jahren verliebt hatte ...

"Liebling," sagte Stephen vorsichtig. "Er ist unser Sohn, nicht mein Sohn."

"Dann sag ihm das mal!"

Er ließ den Stoff der Winterjacke los ... "Vielleicht sollten wir demnächst, wenn du noch mal nach New York kommst, ein Gespräch unter sechs Augen führen. Nur wir drei! Ich finde es unmöglich wie er dich behandelt und das wird immer so weiter gehen, wenn wir nichts dagegen unternehmen!"

Jetzt sah sie ihn etwas verdutzt an. "Wir? Wenn wir nichts tun?! Stephen, du weisst aber schon, dass wir geschieden sind und ich eigentlich in Erziehungsfragen nichts mehr zu sagen habe, oder?"

"Ja," gab der Mann sauer zurück und warf einen kurzen Blick auf die Tür der Hütte. Nur um dann wieder seine Ex-Frau anzusehen. "Das heisst aber noch lange nicht, dass sich David wie der letzte Arsch aufführen kann, wenn du in der Nähe bist, Susan, okay?"

Sie senkte den Blick. "Okay, gut! Aber jetzt lass uns rein gehen, sonst frieren wir hier noch ein."

Jetzt lächelte sie und Stephen ebenfalls. Gemeinsam schlenderten sie über den mit Schnee bedeckten Platz, Stephen schloss seinen Wagen mit der kleinen Fernbedienung ab, während er in der anderen Hand die Reisetasche hielt. Die Frau stieg neben ihm die Holzstufen hinauf und Stephen hielt ihr die Tür auf, so dass Sue als Erste hinein gehen konnte.


Es war angenehm warm.

Als Stephen hinter Susan eintrat, sah er sich sofort angeregt um. Es gab keinen Flur, sondern man stand direkt in dem geräumigen Esszimmer! Heller Holzfußboden, kleine Fenster an verschiedenen Seiten, Mauerwerk und Holzverkleidungen. Die Fenster besaßen beige Vorhänge und moderne Lampen waren an den Wänden eingebaut worden.

Der schöne mit dunklen Steinen und hellem Putz eingefasste Kamin in der Ecke war mit Holzscheiten bestückt, doch erloschen. Direkt daneben war die Holztreppe, die in den ersten Stock und zu den Schlafzimmern und dem Bad führte. Ein großer Tisch an der Wand mit acht Sitzplätzen dominierte das Zimmer. Auf der anderen Seite rechts waren zwei beige Sofas und ein Sessel, so wie bei Stephen zu Hause. Diverse Teppiche lagen über dem Holzboden und gaben dem Raum eine gewisse Wärme und Gemütlichkeit.

Er stellte die Tasche an einem der Sofas ab und spazierte hinüber ins Esszimmer und die Küche. Dort sass Mac gemeinsam mit Alex an dem großen Tisch und wirkte genau so geschafft, wie Stephen selbst. Jason hatte den großen, weißen Kühlschrank aufgerissen und schob zwei Plastikflaschen Mineralwasser hinein, die von der Fahrt noch übrig geblieben waren.

Connors ging zu seinem Ehemann hinüber, stützte sich auf der Tischplatte ab und Mac reckte seinen Kopf hinauf um ihn zu küssen. Stephen zog endlich seinen Mantel aus, hängte ihn über einen der freien Stühle und nahm neben Mac Platz. Er küsste ihn noch einmal tief und innig, bevor er sich zurück lehnte.

"Du bist ziemlich müde hm," fragte Taylor leise und legte ihm eine Hand in den Nacken, wo er Stephen sanft kraulte und streichelte.

"Oh, ja ... Wo ist David?"

"Der ist in sein neues Zimmer abgedampft, Dad," meldete sich Alex zu Wort.

Der Arzt öffnete wieder seine Augen. "Dann geh doch bitte rauf und hol ihn mal, damit wir den heutigen Abend kurz besprechen können, ja?"

"Ja, mach ich!"

Alex stand auf und joggte schnell die Treppe hinauf, um seinen Bruder zu holen. Inzwischen setzte sich Jason neben Sue auf die andere Seite des Tisches und unterhielt sich mit ihr über Vermont und was sie die nächsten Tage alles unternehmen konnten.

Nur ein paar Sekunden später kamen Alex und David zu ihnen. Alex setzte sich wieder neben seine Mutter und David ließ sich neben Mac nieder, verschränkte die Arme auf dem Tisch und sah nicht gerade fröhlich aus.

Mac warf einen Blick auf die Wanduhr. "Gut, es ist jetzt gleich 17.45 Uhr! Wir werden jetzt erstmal auspacken! Was haltet ihr davon, wenn wir nachher in die Stadt fahren und da Essen gehen, hm? Ich glaube nämlich, dass wir so gut wie nichts hier haben und Morgen-"

Kurz sah er Sue an. "Morgen haben doch ein oder zwei Geschäfte auf oder? Das war doch so?"

Sie nickte. "Ja! Der kleine Supermarkt an der Ecke hat auch sonntags geöffnet! Und unser gute Bäcker!"

"Gut," gab Taylor zurück. "Dann könnten wir uns Morgen mit Lebensmitteln eindecken, aber heute gehen wir Essen."

"Cool," sagte Jason begeistert und sah neben sich. "Sue, du kommst doch mit oder?"

Etwas unschlüssig sah Susan in die kleine Runde. "Ich, ich weis-"

"WIESO MUSS SIE IMMER DABEI SEIN?!"

Der blonde Junge knallte die Hand auf den Tisch und starrte wütend zu seiner Mutter und Jason hinüber, der Sue einfach so mal eben eingeladen hatte. Bei dem lauten Ausbruch, musste Susan schwer schlucken. Ja, natürlich hatte sie gewusst, dass das David nicht gefallen würde, aber dass er so herumbrüllte, traf sie sehr hart. Ihr Ex-Mann hingegen hatte jetzt geschockt den Mund geöffnet und drehte sich zu seinem Sohn um.

"David?"

Sein Sohn drehte seinen Kopf in Stephen's Richtung. Der Arzt sah ihm einen Moment lang in die Augen und sprach dann relativ ruhig und gelassen weiter.

"Jason hat nur einen Vorschlag gemacht, okay? Nichts weiter und wenn du nicht möchtest, dass sie bei unserem ersten Abend hier dabei ist, dann ist das so." Schnell sah er zu Sue hinüber, die ihm kurz zunickte. Der Mann wandte sich wieder an seinen Jungen. "Trotzdem wirst du hier nicht Herumbrüllen und ganz sicher nicht respektlos gegenüber Mum werden! Das habe ich dir schon einige Male gesagt oder?"

Unsicher sah David zu seinem Dad hinüber, doch er blieb stur und stumm.

"David! Ich möchte, dass du dich entschuldigst!"

Als er immer noch nichts sagte und nur auf die Tischkante vor sich blickte, stöhnte Alex ziemlich genervt und beugte sich ein Stück zu ihm hinüber. "Man, Dave! Mach doch nicht so ein Theater am ersten Abend! Entschuldige dich und dann ist die Sache gegessen!"

"SAG DU MIR NICHT, WAS ICH TUN SOLL," fauchte sein Bruder ihn plötzlich laut an.

"D-darf ich in mein Zimmer gehen, Dad," fragte Jason Mac unsicher. "Ich will das Folgende nicht wirklich mitkriegen."

Mac seufzte, doch bevor er etwas erwidern konnte, war Stephen aufgestanden und hatte einen großen Schritt zur Seite gemacht, so dass er jetzt neben David's Stuhl stand.

"Nein, Jason das musst du nicht," sagte Stephen schnell. "Ich denke, David und ich werden mal eben nach oben gehen und den Rest da klären. Okay?"

Seine Ex-Frau schluckte. Natürlich hatte sie eine leise Ahnung davon, wie Stephen dieses Gespräch führen würde, denn David war gerade ganz und gar nicht kooperativ.

"David, komm bitte," befahl sein Vater dann, als David sich noch immer nicht entschuldigen wollte, in einem ruhigen Ton und ließ ihn nicht aus den Augen. "Wir besprechen das in deinem Zimmer weiter!"

Vorsichtig ließ David seinen Blick über die Gesichter wandern, die ihn ausnahmslos alle anstarrten. Zwei Sekunden später erhob er sich langsam von seinem Stuhl, rückte ihn unter den Tisch und ging an seinem Dad vorbei und zur Treppe hinüber. Stephen sah ihm wütend nach und spazierte dann hinter ihm her und die Stufen hinauf in den ersten Stock.

"E-er will mit mir wirklich nichts zu tun haben, oder?"

Mac seufzte und beugte sich dann ein Stück über den Tisch um Sue besser ansehen zu können. Oben wurde eine Tür geschlossen. Dann hörte man nichts mehr.

"Sue? Ich denke, David ist auch geschafft von dieser langen Fahrt, okay? Und er ist etwas wütend darüber, dass er mal nicht mit seinen Kumpels abhängen darf wie sonst immer. Leider geht es nicht immer nur um seine Nase und dieses Mal wollte Stephen ihn dabei haben. Der kriegt sich wieder ein."

Susan lachte bitter. "Warum bist du immer so optimistisch, Mac?"

"Weil Stephen eher der Pessimist ist und irgendwer muss doch das Gleichgewicht wieder herstellen!"

Er zwinkerte ihr zu und Sue grinste breit. "Das stimmt nicht! Oft ist er auch sehr optimistisch!"

"Eher manchmal ..."

"Also ich werde nachher nicht mit Essen fahren und euch etwas Ruhe gönnen!"

Mac seufzte und gab ihr dann einen Wink mit dem Kopf in Richtung Treppe. "Warte doch erstmal ab, hm?"

"Worauf denn, Mac? Darauf dass Stephen ihn verprügelt?"

"Das wird er nicht, Mum," meldete sich jetzt Alex zu Wort und drehte sich zu seiner Mutter um. "Dad hat einen ganz anderen Blick drauf, wenn er das vor hat und gerade das ... war nur ein warnender Blick, dass Dave sich gefälligst zusammen reißen soll und mehr nicht! Dad wird nur mit ihm reden und ihm den Kopf waschen."

"Noch ein Optimist an diesem Tisch," sagte sie lachend und strich dann Alex liebevoll mit den Fingern über die Wange. "Schön, dass du deine Mutter aufheitern willst, mein Großer!"

Mac stand auf und holte eine Flasche Wasser aus dem Kühlschrank. Er befüllte Gläser, brachte alles an den Tisch zurück und setzte sich wieder, bevor er einen guten Schluck trank und Susan nach einem guten Restaurant ausfragte.


Oben in David's Zimmer fast am Ende des Flures war die Stimmung weitaus düsterer als bei Mac, Jason, Alex und Susan. Noch vor einer knappen halben Stunde hatte sich David sofort nach ihrer Ankunft hier her zurück gezogen um allein zu sein und jetzt war er schon wieder hier - leider nicht allein.

Sein Vater, den die Spielchen seines Sohnes so langsam aber sicher an seine Grenzen brachten, stand an einem der beiden Fenster und starrte hinaus in die Abenddämmerung. Auch wenn er fast nichts als Schnee und ein paar wenige Berge erkennen konnte, war es doch ein schöner Ausblick rund um das Gästehaus.

"Jason hat doch nur einen Vorschlag gemacht, David," sagte der Mann leise und wandte seinen Kopf herum. "Wenn sie nicht mitkommen soll heute, dann gehen wir allein."

David schwieg. Er hockte auf der Bettkante. Seine Reisetasche stand in einer Ecke des Zimmers, wo er sie achtlos und genervt abgestellt hatte. Mit den Händen hatte er sich neben seinem Po abgestützt und wippte leicht mit den Füßen herum.

Langsam drehte Stephen sich vom Fenster weg, spazierte an dem Bett vorbei und zog den kargen Holzstuhl unter dem kleinen Tisch hervor, den er dann vor seinem Sohn abstellte. Müde ließ Stephen sich nieder und lehnte sich mit den Ellbogen auf seine Oberschenkel, so dass er David in die Augen sehen konnte.

"David, sprichst du bitte mal mit mir?"

Der Junge öffnete den Mund. "WORÜBER DENN, DAD?!"

"Hey," erwiderte der Arzt geschockt und wurde jetzt ebenfalls etwas lauter. "Ich sagte sprechen und nicht schreien! Ich weiss, dass du nicht hier sein willst, aber jetzt ist es nicht mehr zu ändern und ich erwarte, dass du dich benimmst und zwar Allen gegenüber, also auch Mum, okay?"

"Entschuldige," nuschelte sein Sohn dann vorsichtig und spielte an seinen Fingern herum, nur um Stephen nicht mehr direkt ansehen zu müssen.

"Ich wollte mit euch zusammen ein schönes, langes Wochenende verbringen. Mum hat mich angerufen und uns den Vorschlag gemacht, hier zu ihr nach Vermont zu kommen. Sie hat uns dieses Haus besorgt und wir müssen rein gar nichts dafür zahlen außer Lebensmittel und so weiter. Und da wir für einen größeren Urlaub im Moment nicht so viel Geld besitzen, habe ich sehr gerne zugesagt."

David rollte mit den Augen und flüsterte leise. "Ja und wenn du mich zu Hause gelassen hättest, wäre es noch billiger geworden und ich müsste sie nicht andauernd sehen ..."

"Wie bitte," fragte Stephen genervt und beugte sich noch ein Stück weiter nach vorn. "Sagst du das noch mal?"

"Ist schon gut."

Und das Nächste, was David spürte, war eine Hand, die ihn am Kragen des Pullovers packte und nach vorn zog! Es ging alles so schnell, dass er zu geschockt war, um sich irgendwie zu wehren. Stephen hatte ihn grob in sein Gesicht gezerrt und hielt ihn fest. David schluckte schwer und sein Pulsschlag erhöhte sich sofort!

"Mein Sohn wird sich nicht wie der letzte Arsch verhalten, wenn seine Mutter ihn mal zu sich nach Hause einlädt und er sie noch nicht mal vier Tage um sich hat! Ich habe keine Lust dich während dieser Tage andauernd zu rügen oder sogar dich zu bestrafen, David! Okay? Dafür ist mir dieser Urlaub wirklich zu schade."

Langsam lockerte Stephen seine Faust um den dicken Stoff des Pullovers. "Aber ich verspreche dir, ich werde es tun, wenn du mich dazu zwingst! Hab ich mich klar ausgedrückt oder brauchst du vielleicht noch mehr ... Motivation, bevor wir wieder zurück zu den Anderen gehen?"

David schüttelte den Kopf und ließ die Schultern hängen. "Nein, Dad! Ich hab dich verstanden."

"Gut!" Stephen erhob sich wieder und stellte den Stuhl unter den Schreibtisch zurück. "Komm! Mac hat sich sicher schon ein Restaurant ausgesucht, was er besuchen will!"

Der 15-Jährige stand vom Bett auf und sein Vater öffnete die Zimmertür.

Als David bei ihm war, betrachtete Stephen ihn noch mal eingehend ehe David an ihm vorbei und auf den Flur ging. Stephen zog die Tür wieder zu. Schnell packte er David in der Kapuze, so dass er ruckartig gestoppt wurde und sich fragend um sah.

"Was?"

"Entschuldige dich bitte jetzt bei Mum! Denn dein Verhalten da unten war ganz und gar nicht in Ordnung und ich bin immer noch sauer deswegen. Ja?"

"Ja," seufzte der Junge etwas lustlos, doch versuchte den Rest des Gedanken nicht laut auszusprechen. Das würde nur Ärger geben und David hatte mit dieser kleinen Standpauke, die ihm Stephen gehalten hatte, noch ziemlich großes Glück gehabt.

Er spürte wie ihm eine Hand sanft über das blonde Haar streichelte und ihn dann nach vorn und zur Treppe schob.

Sie spazierten die Holztreppe hinunter und erreichten das Erdgeschoß. Mac blickte seinem Ehemann entgegen und Stephen lächelte leicht. David setzte sich wieder und sofort waren alle Augen auf ihn gerichtet.

Er seufzte tief. Dann sah er Sue in die Augen.

"E-es tut mir leid, dass ich so ... genervt war, Mum! U-und rumgeschrien hab. Entschuldige. Du-du kannst heute Abend mitkommen, wenn du das willst. Okay?"

Während sich David entschuldigte, hatte Stephen wieder neben Mac Platz genommen. Vorsichtig griff er nach der Hand seines Mannes und drückte sie leicht und zärtlich. Mac sah ihn liebevoll an und strich leicht über seinen Handrücken.

Alex hatte verwundert die Augen aufgerissen und Sue war von David's Einladung ebenfalls ziemlich überrascht!

Sie öffnete den Mund. "Danke, David! Wenn du wirklich nichts dagegen hast, dann nehme ich gerne an."

"Ja, ist-ist schon okay ..."

Susan warf kurz Stephen einen dankenden Blick zu, doch dieser schüttelte den Kopf. "Warum guckst du mich so an, Schätzchen? Ich hab nichts damit zu tun. Er ist da selber drauf gekommen!"

"Das glaub ich nicht," mischte sich Alex jetzt ein. "Du hast ihn gezwungen, Dad!"

David ließ die Schultern hängen. "Dann glaub es halt nicht!"

Ein paar Minuten blieben sie noch sitzen und verabredeten sich für sieben Uhr um dann hinunter in die Stadt zu fahren und Essen zu gehen. Sue verließ ihre Männer und ging nach nebenan in ihr eigenes Haus, wo sie noch etwas Hausarbeit erledigte und sich frisch machte. Die Kinder räumten ihre Zimmer ein und Mac und Stephen gingen gemeinsam unter die Dusche um etwas Zeit für sich zu haben.


Das Bad lag am anderen Ende des Flures. Schöne, helle Fliesen, ein Fenster mit Jalousien, Badewanne, Duschkabine, zwei Waschbecken und die Toillette. Ein Gäste-WC war im Erdgeschoß hinter der Treppe! Mac drehte den Heizkörper eine Stufe höher, während sein Mann im Schlafzimmer Klamotten zusammen suchte, die sie nachher anziehen würden.

Stephen betrat das Badezimmer und schloß die Tür ab. In den Händen zwei Stapel mit Jeans, Unterwäsche, Socken, T-Shirts und die Kulturbeutel! Er legte alles auf der Badematte ab und begann sich dann über dem Waschbecken die Zähne zu putzen, während Mac kurz die Wanne ausspülte und dann die Toillette benutzte.

"Und Morgen Vormittag gehen wir Skilaufen," fragte der Cop, als er die Spülung betätigte und sich dann die Socken auszog. "Das Wetter ist ja ziemlich gut oder?"

Connors setzte sich auf den Wannenrand und schlüpfte aus dem Pullover, den er auf den Boden legte. Er stand wieder auf und befreite sich dann ebenfalls von den Socken und öffnete seine Jeans.

"Ja, wenn alle dafür sind? Warum nicht? Dann leihen wir uns die Ausrüstung bei Sue ..."

"Meinst du jetzt mit alle, David?"

"Mhm," meinte der Arzt leise.

Er zog sich das T-Shirt über den Kopf und warf es auf die Hose. Mac musterte Stephen's Brust und Bauch und legte dann den Kopf schief. Er zog den Reißverschluß seiner Jeans auf und ließ sie über seine Hüften rutschen.

"Wie lange braucht man noch mal zu Fuß bis runter in die Stadt," fragte Mac ihn weiter.

Stephen zuckte die Schultern und überlegte. "Bei dem Schneefall bestimmt eine halbe Stunde."

"Okay, wir könnten ja vielleicht die Autos hier lassen, weil wir sonst wieder mit zwei Wagen unterwegs sein müssten ..."

"Und die Ski dann zum Lift schleppen?!"

"Wieso denn nicht? Du bewegst dich doch zu Hause auch nicht so viel oder?"

Mac stieg aus seiner Hose, schob sie dann mit dem nackten Fuß zur Seite und trat dicht vor Stephen um ihm die Hände auf die Schultern zu legen. Sanft streichelte er ihn dort und ließ eine Hand dann tiefer wandern bis er an seinem Bauch war.

Er grinste leicht. "Du solltest mal ein bißchen mehr Sport machen, Hase!"

Verdutzt sah Stephen erst Mac an, dann ließ er seine Augen skeptisch hinunter auf die Hand und seinen schlanken Körper sinken. Wieder ein Blick auf seinen Mann ... "Was soll das denn heißen? Tut mir sehr leid, dass ich nicht die Möglichkeit habe fast täglich irgendwelchen Verbrechern hinter her zu jagen so wie du!"

"Täglich ist jetzt etwas übertrieben."

Mac streichelte ihn liebevoll mit dem Daumen über die weiche Haut und küsste Stephen dann auf den Mund. Zwei Hände griffen nach seinem T-Shirt und sie unterbrachen den innigen Kuss für einen kurzen Moment, nur um den Stoff hastig über seinen Kopf zu ziehen. Auch dieses Kleidungsstück landete achtlos auf dem Boden vor der Wanne.

Stephen legte den Kopf schief und grinste Mac an. "Wanne oder Dusche?"

"Kommt drauf an, was du machen willst," meinte Taylor und sah von der engen Duschkabine zu der großen Badewanne hinüber. Er leckte sich die Lippen. "Hm?"

"Wanne!"

Beide Männer schlüpften aus ihren Unterhosen, Stephen griff nach dem Haarshampoo und Duschgel und stieg in die Badewanne, wo er die Utensilien abstellte und das warme Wasser andrehte. Mac ging noch einmal zu seinem Kulturbeutel und hatte wenig später ein eingepacktes Kondom in den Fingern. Schnell folgte er Stephen unter den Wasserstrahl, legte das Kondom ab und drückte sich eng an seinen Ehemann heran. Wieder ein Kuss ... Mac strich mit den Händen über den nassen Körper und legte dann eine Hand an Stephen's Po.

"Du meinst also, ich sei fett, ja," sagte Stephen plötzlich spielerisch beleidigt.

Mac grinste amüsiert. "Nein, ich hab nur gesagt, dass du vielleicht etwas mehr Sport machen solltest."

"Das ist doch das Selbe ..."

"Nein, ist es nicht, Schätzchen," widersprach der andere Mann sofort und spürte eine Hand, die sich auf seinen Rücken legte. Stephen lehnte sich unter dem sprudelnden Wasser an die kühle Fliesenwand der Wanne und Mac folgte der Bewegung sofort.

Connors hob eine Augenbraue. "Ist es doch!"

"Nein," meinte Mac grinsend und schüttelte den Kopf. "Denn mit einem fetten Mann wär ich nicht verheiratet, würde nicht mit ihm und seinen Kindern in Urlaub fahren und würde keinen Sex in der Wanne haben wollen, hm?"

"Ah, ja."

Stephen leckte sich sanft über die Lippen, beugte sich dann ein Stück nach vorn und küsste Mac tief und leidenschaftlich. Seine Atmung wurde schneller. Sein Verlangen größer. Gierig streichelte er ihm durch das kurze Haar, während Mac ihn dann auf den Hals und die Brust küsste. Das Vorspiel wurde immer leidenschaftlicher und dauerte fast sechs Minuten und die zwei Männer genossen jede kleine Zärtlichkeit und Berührung in vollen Zügen.

Nach ein paar weiteren Sekunden sah Mac ihm tief in die Augen und Stephen küsste ihn dann noch mal auf die weichen Lippen, bevor der Arzt sich dann umdrehte und mit den Händen flach auf der Fliesenwand abstützte. Schnell nahm Mac das Kondom vom Boden und öffnete die Verpackung.

Stephen warf einen kurzen Blick zurück und grinste. "Soll ich helfen?"

"Ich denke, das krieg ich noch hin," sagte Mac schmunzelnd und ließ die leere Plastikverpackung auf den Boden fallen. "Ich bin nicht der, der fett geworden ist ..."

Der Arzt sah wieder auf die Fliesen vor sich. "Halt die Klappe und beeil dich!"

"Oh, wir können es wohl gar nicht abwarten, was?!"

Darauf sagte Stephen nichts mehr ... Schnell streifte Mac sich das Kondom über, zog dann Stephen's Unterleib noch näher zu sich heran und schob sanft einen Finger in ihn. Stephen atmete tief ein und schloss seine Augen, während das warme Wasser an seinem Körper hinab lief.

Mac drückte einen zweiten Finger hinein und bewegte sie langsam hin und her, bis sein Ehemann leise stöhnte und seine Beine auseinander drückte, um Mac mehr Platz zu machen. Er bewegte die Hand etwas mehr, machte kreisende Bewegungen und drückte Stephen einen sanften Kuss in den Nacken, nur um schließlich die beiden Finger wieder zu entfernen.

Vorsichtig schob er sich zwischen Stephen's Beine und drückte sich zärtlich in ihn. Stephen öffnete den Mund und seufzte leise, während er versuchte das Gleichgewicht zu halten und auf der glatten Oberfläche nicht auszurutschen.

Während Mac lustvoll zu stieß und mit seinen Händen den Körper seines Mannes fest umklammerte, versuchte Stephen einfach mal an Nichts zu denken und den Sex zu genießen, obwohl ihm das mit den Problemen, die sein 15-jähriger Sohn gerade wieder machte, etwas schwer fiel.


David stand draußen in seiner Winterjacke an einen der Stützfeiler des Hauses gelehnt und blies den feinen Rauch aus seinem Mund in die Kälte. Der warme Atem vermischte sich mit dem Zigarettenqualm und wehte in den dunkelen Himmel. Leicht trat er mit den Stiefeln auf dem Holzboden der Veranda herum, während er auf jedes Geräusch achtete, was aus dem Haus kam.

Er wusste sehr gut, dass Stephen ihn mit dieser Kippe nicht davon kommen lassen würde, doch David legte es trotzdem drauf an, denn er brauchte jetzt das Nikotin, um einigermaßen wieder runter zu kommen. Zwar war er höflich zu seiner Mutter gewesen, doch nur weil sein Dad mit im Raum gewesen war und ihn zuvor gewarnt hatte. Aber jetzt war diese Warnung wieder ziemlich schnell verblasst und Dave hatte nicht wirklich Lust auf den Restaurantbesuch mit Sue.

Noch mal zog er an der Lucky Strike und langsam wurden seine Finger kalt. Man konnte ihn von den Fenstern aus nicht entdecken, doch trotzdem wurde David etwas nervös und versuchte so schnell wie möglich fertig zu werden und die Kippe im tiefen Schnee unbemerkt verschwinden zu lassen.

Nein, er wollte immer noch nicht hier sein ...

"Man, Dave! Werf die Kippe weg, bevor Dad das mitkriegt," hörte er plötzlich Alex' leise Stimme neben sich.

Erschrocken zuckte der Junge zusammen und drehte seinen Kopf herum, nur um in das Gesicht seines Bruders zu blicken, der jetzt zu ihm hinüber schlenderte und seine Hände in die warmen Taschen seiner Winterjacke schob.

Relativ beruhigt, dass es nur Alex und nicht Mac oder Stephen war, zog David noch einmal und klopfte die feine Asche über das Geländer in den Schnee. Er trat wieder zurück an die Holzwand.

"Verpetzt du mich jetzt?"

Kopfschütteln. "Nein, aber du scherst dich im Moment wirklich einen Dreck darum, was Dad sagt, oder?"

Alex trat dicht neben seinen Bruder und lehnte sich mit dem Rücken an die Wand. "Du bettelst ja geradezu um eine Tracht Prügel!"

"Ja, na und," fragte der blonde Junge lustlos und schnippte die Kippe mit zwei Fingern in den Schnee. Schnell ging er hinter her, bedeckte sie mit dem kalten Weiß und stellte sich wieder zu Alex, bevor er sich einen seiner Kaugummis in den Mund steckte.

"Hast du kein Mundspray mit eingepackt?"

"Liegt oben!"

"Hauch mich mal an ..."

David trat einen Schritt zurück und hauchte in die Luft und Alex' Gesicht. Er kaute weiter, während Alex das Gesicht verzog und dann mit einer Hand abwinkte.

"Nicht schön, aber kann funktionieren! Benutz nachher doch noch das Mundspray, denn wenn du im Restaurant direkt neben ihm sitzen musst, dann bemerkt Dad den Gestank auf jeden Fall!"

"Erinner mich nicht an dieses blöde Essen, Alex! Wieso muss sie dabei sein?!"

Jetzt bekam Alex große Augen. "Du hast doch deine Meinung geändert!"

Sein Bruder kaute munter weiter. "Ja, aber nur weil ich mit Dad allein in meinem Zimmer war und der mich fast geohrfeigt hätte!"

Alex lachte. Vorsichtig bewegte er seine Hände in den Jackentaschen.

"Sind Dad und Mac immer noch duschen," fragte David dann vorsichtig.

Schulterzucken. "Glaub schon. Aber ich würd mir trotzdem keine mehr anstecken, sei froh dass du die hier rauchen konntest ohne gestört zu werden ... Ich geh mal zu Mum rüber, falls Dad mich sucht!"

"Ja ... Viel Spass dann."

Der genervte Ton war Alex nicht entgangen. Doch was konnte er tun? Nichts! Er konnte nur versuchen diesen kleinen Urlaub bei seiner Mutter zu genießen, auch wenn David es ihm gerade ziemlich schwer machte.

David sah seinem Bruder hinter her, der die paar Stufen der Veranda hinunter sprang, sich dann nach links wandte und auf das Nachbarhaus von ihrer Mutter zu lief.


Stephen kam in Jeans und T-Shirt mit einem schwarzen Handtuch um den Hals und einem kleinen Wäscheberg aus dem Badezimmer geschlendert. Er sah nicht gerade wacher oder erholter aus, aber dafür irgendwie ausgeglichener! Die kurzen Haare noch feucht.

Er zog er die Tür hinter sich zu, da Mac sich noch fertig anziehen musste und entdeckte Jason auf der anderen Seite des langen Flures, der an seinem Handy herumspielte.

"Jay, warte mal!"

Jason blieb an seinem Zimmer stehen und Stephen sah kurz an sich herunter, um dann den Mund zu öffnen.

"Kann ich dich was fragen," fragte Stephen und zog sein T-Shirt etwas strammer über seinen flachen Bauch.

Schulterzucken. "Ehm, ja klar ... W-wenn es um den Physiktest am Mittwoch geht da-"

"Klausur oder," hakte der Arzt nach. "Kein popeliger Test, Jason! Das ist für mich ein ziemlich großer Unterschied! ... Aber darum geht es nicht. Ich frag dich jetzt und möchte, dass du mir ehrlich antwortest, okay? Ich werde auch nicht ... sauer deswegen! Ja?"

"Stephen, worum geht's denn?!"

Sein Stiefvater atmete tief aus und legte dann den Kopf schief. "Bin ich fett?"

"Hä," machte Jason verwirrt. "Wie meinst du das?"

Connors seufzte und hob die linke Hand in einer abwertenden Geste, während er mit der anderen die Wäsche ausbalancierte. "Bin ich fett geworden?!"

Äh, was? "Nein! Ich denke nicht ..."

"Du kannst ehrlich sein! Ich kann das vertragen!"

Jetzt grinste der Junge schüchtern und hielt sich mit einer Hand an der Türklinke fest. "Stephen? Ich glaub das solltest du lieber Dad fragen oder? Ich meine, ihr seht euch doch ... nachts und so und ihr wart gerade duschen?"

Stephen warf kurz einen Blick zur Seite. Dann betrachtete er wieder Jason! "Ich frage aber dich!"

Langsam wurden seine nackten Füße kalt. Hier oben lag zwar hier und da mal ein Teppich, aber das half gerade ziemlich wenig. Jason drehte sich jetzt ganz zu ihm um und nahm die Finger wieder von der Türklinke.

Er sah auf Stephen's Füße. "Willst du dir keine Socken und Schuhe anziehen? Das sieht sehr kalt aus!"

"Hörst du mal auf abzulenken, du kleiner Hosenscheißer?!"

"Tschuldige," lachte der 17-jährige Teenager. "Nein, du bist nicht fett, Stephen! Hat Dad das gesagt?"

"Ja verdammt," fauchte der Arzt jetzt spielerisch und zog das Handtuch von seinen Schultern, als die Badezimmertür wieder auf ging.

Mac steckte seinen Kopf durch den Spalt und sah auf seinen Sohn. "Nein! Das habe ich nicht gesagt, Jason! Also hör nicht auf ihn!"

Er drehte sich zu Stephen, drückte die Tür weiter auf und trat ebenfalls angezogen auf den Flur. Sanft legte er eine Hand auf Stephen's Schulter und drückte sie leicht.

"Hase, das hab ich nicht so gemeint, okay?"

Connors' Kopf ruckte herum. "Aber du hast es so gesagt, Mac!"

"Nein, das habe ich nicht und jetzt hör bitte auf damit, okay? Komm schon ..."

Unten im Erdgeschoß wurde die Haustür geöffnet und wieder zugeschlagen. Mac ließ die Schultern hängen, lächelte dann leicht und nahm Stephen's Gesicht zwischen die Hände, um ihn liebevoll zu küssen. Der Arzt tat zunächst etwas beleidigt, doch nach einem weiteren Kuss konnte er sich der non-verbalen Entschuldigung dann doch nicht mehr entziehen.

Stephen schloss seine Augen, atmete tief ein. Während sich Jason grinsend von dem Pärchen abwandte, trippelte Connors vorsichtig mit den nackten und kalten Füßen auf dem Boden herum bis er sich schließlich von Mac's Lippen löste.

"Mac, mir wird etwas kalt ..."

Sanft streichelte Mac mit den Fingern durch das kurze Haar seines Mannes. "Wir laden Sue heute zum Essen ein, hm? Ich hab genug Geld dabei ... Selbst für deine Ex-Frau!"

"Danke," erwiderte Stephen Augen zwinkernd.

Taylor nahm die Hände wieder herunter und spazierte dann mit ihm ins Schlafzimmer, wo sie sich endlich warme Socken und winterfeste Schuhe anzogen und dann gegen 19.20 Uhr das Haus mit den Kindern verließen, um Sue und Alex einzusammeln und sich dann auf den Weg hinunter in den Ortskern zu machen.

Tbc ...