Kapitel 3

Konzentriert floss das Chakra in ihre Hände, welche sanft ein paar Zentimeter über dem halbtoten Hund lagen. Langsam versuchte sie das kleine Geschöpf welches noch vor ein paar Stunden volle Leistung in der Jagd erbracht hatte, zu heilen. Wodurch er so verletzt worden war wusste selbst die Junge Shinobi nicht. Sie schreckte auf als der Hund zuckte, aufsprang und sie mit seinen glänzenden Augen ansah. Wusste er, dass sie ihn gerettet hatte, oder sah er einfach in das glückliche Gesicht eines Menschen's, der schon so viel Leid erlebt hatte. Freudig bellte der Hund auf und seine Stimme drang durch den Raum und schallte an den weißen kahlen Wänden wieder. Das Mädchen grinste und fing nun an den Hund zu streicheln. Wohlwollend legte sich dieser auf den Rücken, um zu zeigen das er liebend gerne auf dem Bauch gekrault werden wollte. Die Shinobi musste kichern. „Na du bist mir ja einer... komm ich zeig Tsunade-sama wie weit ich gekommen bin!" Gesagt getan. Der Shinobi drehte sich um und schritt schnellen Schrittes über die kahlen Fließen, des sterilen Raumes. Sie war in einem der vielen Übungsräumen des Medic-centers und noch während der Hund neben ihr hersprang und sich über das neu gewonnene Leben freute, so lächelte auch das Herz seiner Retterin. Sie hatte etwas gefunden was sie konnte... etwas womit sie vielen helfen konnte. Gedankenversunken durchquerte sie den Flur der einen netteren Eindruck machte als das Zimmer aus dem sie kam. Von einer Ecke drangen ein paar Wörter an ihr Ohr. Es schien als wären alle ihre Sinne noch immer auf den Namen des Jungen ausgerichtet, der ihr vor nicht allzu langer Zeit den Rücken gekehrt hatte, um Macht zu gewinnen. Damals hatte sie ihm gesagt sie würde ihm helfen... helfen die blutige Hand der Rache zu erheben und erneut Unheil und neue Rachegelüste zu sähen. Wie töricht sie doch war. Sie würde nie so Stark wie Sasuke oder Naruto werden, und doch hatte Tsunade ihr gezeigt, dass auch sie etwas kann. Besser als jeder andere. Auch sie konnte stark werden... konnte allen Ninjas des Dorfes helfen.

Jetzt, als sie die Worte des Shinobi's vernahm, der dem Sannin die neusten Ereignisse berichtete, schlug ihr Herz schneller und ein unnatürliches Kribbeln breitete sich aus. Geschockt stand sie da und lauschte dem Bericht des Mannes. „Er ist zurück! 3 B-Rang Missionen!!! Wir sollten nach ihm schicken... Wir müssen ihn unbedingt untersuchen! Wir können es uns nicht leisten noch einen Uchiha zu verlieren." „Ja du hast Recht... gebe bitte Sakura Bescheid, sie wird sich sicherlich freuen ihn wiederzusehen." Wie Recht doch der so Weise Sannin hatte.

Auf Sakuras Gesicht breitete sich ein Grinsen aus, noch immer wie vom Donner gerührt stand sie da und wartete auf etwas. Etwas wo sie selbst nicht genau wusste was es war... was würde er sagen, wenn er sie sieht? Würde er überhaupt noch wissen, wer sie war? Seit 1 Jahr hatten sie sich schon nicht gesehen und Sakura dachte, sie wäre über ihre Jugendliebe hinweg, doch sobald sein wohlklingender Name langsam auf ihrer Zunge schmolz, so schmolz auch Sakura's Herz in seinen Händen und entfachte erneut das starke Gefühl der Liebe, die sie ihm schon seit der Ersten Begegnung entgegen gebracht hatte. Ihre Hände zitterten und langsam begann ihr Gehirn das so eben gehörte zu verarbeiten. Er war wieder da... er war wieder da... Sasuke ist zurück! Nicht im Stande das salzige Wasser welches aus ihren Augen rann, zurück zuhalten rannte sie los.

Wie oft saß sie lange allein an dem Ort, an dem sie ihn zuletzt gesehen hatte... Wie oft zählte sie die Sekunden, an denen sie an ihn dachte... wie oft spürte sie das Stechen, was ihr nach und nach die Kehle abzudrücken versuchte. Doch sie hatte sich nicht aufgegeben. Wie eine Fliege, die in das Netz der Kreuzspinne flog, unfähig sich zu verstecken oder davonzurennen. Gefangen in den klebrigen Fäden des Geflechts und trotzdem um das Leben kämpfend, voller Mut und Entschlossenheit den Tod nicht einfach hinzunehmen. So auch Sakura. Sie hatte sich für das Leben ohne ihn entschieden... ihren Weg selbst gewählt und versucht erneut einen Lebensinhalt zu finden. Doch wie ein Vogel immer zu seinem Nest zurückkehrte und der Fluss langsam durch die Wiese floss, so war auch die Welt da draußen ohne Sasuke, für sie so unperfekt als würde das Rauschen des Baches Fehlen. Das Zwitschern der Vögel für immer versiegt sein und die Stimme der Natur sich der, der Menschen unterwerfen. Er

war ihr Lebensinhalt... ohne ihn war sie nichts und mit ihm alles. Sakura wusste, dass er sie angrinsen, fragen warum sie weinte und dann ganz cool mit seiner lockeren Art abwinken und einen Spaß über ihr Gesicht machen würde. Doch gerade das war es was sie so liebte. Sie war vernarrt in ihn als wäre er ein Schatz, unbezahlbar und eines Gottes gleich.

Sakura war glücklich, das zu besitzen was die Natur nie erlangen würde. Das was sie nie zu kennen oder zu fürchten gelehrt bekommen hatte. In diesem Moment war ihr Leben vollkommen, solange sie dieses Gefühl teilte, war sie unantastbar... unverwundbar. Doch nicht umsonst hatte die Natur dieses Gefühl nie ihr Eigen genannt... so vollkommen der Moment auch war, so Todbringend war das Gefühl und umso schmerzerfüllter war das Sehnen nach dieser Sucht.