Irgendwie hatte ich mir das alles nicht ganz so schwer vorgestellt. Ich hatte eine klare Rangfolge im Kopf, den groben Ablauf geplant.

Und doch kam alles anders, als erwartet.

Mein Dank gilt der Herrin dieses Universums und all den Musikern, die geniale Lieder geschrieben haben, um meine Geschichte immer wieder in eine andere Richtung zu treiben.

Vielleicht habt ihr ja noch immer Spaß daran und lest schön weiter. Dann lohnt sich auch das weiterschreiben...

Würde mich freuen, wenn ihr mir ne kleine Nachricht zu Gefallen oder Missfallen hinterlassen würdet mitdackelblickganzliebschau


Never forget

Unruhig klopfte er auf den Tisch. Er hatte das Gefühl, dass irgendetwas Großes passiert sein musste. Das gefiel ihm gar nicht. Und warum brauchte seine Geliebte ausgerechnet an einem Tag wie diesem derartig lange, um aufzutauchen? Ob ihr nicht klar war, was für ein großer Tag es sein würde?

Mit einer Hand fuhr er sich nun über den Kopf und überlegte, ob er wohl den Tag verwechselt haben könnte. Aber so etwas Wichtiges vergaß er eigentlich nie. Das konnte er sich gar nicht leisten. Was also konnte es sein, dass der große Lord hier war und Bellatrix nicht?

Vielleicht war es an der Zeit, ihr zu zeigen, wo sie her kam und dass sie dies nicht mehr vergessen sollte. Denn ihm war bewusst, dass man absolut nie vergessen sollte, von wo man her kam. Auch wenn diese Abstammung nicht gerade das war, was ein Lord wie Voldemort so einfach zugeben konnte und wollte.

Never forget where you've come here from

Never pretend that it's all real

Someday soon this will be someone else's dream

Noch immer befand sie sich in einer gewissen, erleichterten Hochstimmung. Bereits zwei Tage waren vergangen, seit Bellatrix ihr Leben in die eigenen Hände genommen hatte. Ja, es fühlte sich gut an und zum ersten Mal hatte sie sogar gut geschlafen.

Fröhlich summend betrat sie die Kneipe. Im halbdunkel schaute sie sich um, suchte ihn. Sie war spät dran und das war ihr auch klar. Und doch gab sie die Hoffnung nicht auf, dass er auf sie gewartet hatte.

She's an Extraordinary girl

In an ordinary world

Voldemort wusste, dass sie etwas ganz besonderes war. Und so hatte er tatsächlich auf sie gewartet, entgegen seiner Natur. Wie sie nun unter der Tür stand, sanft vom hereindringenden Licht umspielt wurde, wurde ihm klar, dass es sich gelohnt hatte. Ohne ein Zeichen seinerseits fand sie ihn.

„Da bist du also." Sogar ein Lächeln brachte er zustande.

Bellatrix war so gut gelaunt, dass sie ihn – ohne dass er sich hätte widersetzen können – einfach ohne nachzudenken küsste. Eigentlich hätte sie erstaunt sein müssen, als er diesem Kuss nachgab, doch spürte sie nur eine gewisse Ruhe und Zufriedenheit.

„Hier ist nicht der rechte Ort." Damit löste er sich von ihr und zog sie stattdessen zu dem Stuhl neben sich.

Entgegen aller Vernunft saßen sie so beieinander und sprachen eigentlich nicht viel. Viel mehr galt ihr Blick dem Raum vor ihnen. Obwohl eine dunkle Aura die beiden pulsierend zu umgeben schien, hätte niemand im Saal gewagt, etwas in diese Richtung zu erwähnen. Zumal die Tasse Tee vor ihnen auf dem Tisch diese Aussage der Lüge bezichtigen würde.

turn around and you will find me to guide you

everywhere that you go

"Komm, denn es ist Zeit zu gehen." Damit erhob sich der Lord und bot seiner Lady eine Hand.

Bellatrix griff danach und ließ sich einfach mitziehen. Diese Berührung war nicht viel und doch lief ihr ein Schauer über den Rücken. Ja, hier fühlte sie sich durchaus geborgen und beschützt.

Schnell wurde eine Münze zur Theke geworfen und dann waren die Beiden auch schon aus der Bar verschwunden. Nur wenige Schritte später fühlte sie, wie sie sich auflösten. Schnell schloss sie die Augen und ließ sich vertrauensvoll in seine Arme sinken.

Wenige Augenblicke später fühlte sie, wie sie wieder auftauchten. Vorsichtig öffnete sie die Augen. Wieder fand sie sich vor der riesigen Villa, dem Schloss wieder. Ein Lächeln grub sich in ihre Züge ein, fand den Weg bis zu ihren Augen.

Doch Lord Voldemort entging dieses Lächeln. Schnell zog er Bellatrix mit sich, die ihm ergeben folgte. Erst, als sie gemeinsam in seinem Schlaf- und Arbeitszimmer angekommen waren, ließ er ihre Hand wieder los und drehte sich zu ihr.

„Setzt dich." Damit zeigte er auf die gemütliche Sitzecke vor seinem wuchtigen Schreibtisch.

Ohne großartig darüber nachzudenken setzte sie sich und sah ihn erwartungsvoll an, während er einen Hauselfen anwies, Getränke bereit zu stellen.

„Egal nach welchem Treffen meiner Verbündeten wir auch geredet haben, nie kamst du mir derartig befreit und gelöst vor. Was ist passiert?" fasste Voldemort nach einer halben Ewigkeit seine Gedanken doch noch in Worte.

Still feels like the first time

To stand here by your side

Together regardless

We walk through the darkness

Still feels like the first day of my life

"Ich konnte nicht anders, es war wie ein Zwang. Nichts hielt mich mehr zurück." Flüsterte Bellatrix leise, senkte den Blick.

Sein Blick schien sich jedoch direkt in ihr Innerstes zu bohren. Als ob er versuchen würde, in ihrem Herzen, in ihrer Seele zu lesen. Wie wenn ihre Worte nicht genug wären, es nie sein könnten. Dennoch übte er keinen direkten Zwang auf sie aus, baute keinen Druck auf und blieb einfach ruhig stehen.

Mit dieser Ruhe, die eindeutig von ihm ausging, zeigte er an, dass er ihre Worte hören wollte. Ob er sie würde glauben können oder nicht. Er musste jedes einzelne Wort aus ihrem Mund hören.

one flesh one bone

"Fleisch und Knochen wurden zu einer Masse." Ihre Augen waren geschlossen.

one true religion

"Mein Priester wird mir nie wieder vergeben können. Ich habe alle Religionen dieser Welt verraten und mich dennoch nicht verloren." Ihr Körper war entspannt, völlig ruhig.

one voice one hope

"Dies war meine Stimme, die all meine Hoffnung in sich trug." Ein leichtes Lächeln suchte seinen Weg zu ihren Lippen.

one real decision

"Die Entscheidung, die ich traf, änderte mein Leben. Für immer." Es schien, als würde ihr ganzes Gesicht strahlen.

gimme one vision

„Ich habe es getan. Und ich würde es wieder tun. Ein Gedanke hat gereicht. Nur ein Wort und ich war mir so sicher, dass diese Nacht mein Schicksal besiegeln würde." Langsam öffnete sie die Augen und strahlte, leuchtete von innen heraus.

In diesem Moment strahlte sie eine solche Schönheit, eine solche Reinheit und Unschuld aus, dass er sich setzen musste. Sie musste einfach ein Engel sein. Alles andere wäre viel zu gering, um ein Wesen wie sie beim Namen nennen zu dürfen. Es gab einfach keine Worte mehr dafür.

Und alles nur, weil ich dich liebe

Und ich nicht weiß wie ich's beweisen soll

Komm ich zeig dir wie groß meine Liebe ist

„So sitze ich nun vor dir, ergeben deiner Macht." Ihre Stimme war nicht mehr als ein Flüstern und doch waren es genau diese Worte, die ihm verrieten, was geschehen war.

„Du hast dich also befreit. Einen Kampf gewonnen und mit deiner Seele dafür bezahl." Stellte Voldermort recht nüchtern fest.

„Nein." Antwortete sie bestimmt. „Ich habe mich befreit, in der Tat. Doch nahm meine Seele keinen Schaden. Ich habe gebetet und gefleht. Und – Merlin – plötzlich war da diese Macht. Es war nicht meine und wird es nie sein. Jemand, irgendwer hat das für mich getan. Ich war es nicht."

Ich will deine Seele

Drück dich an mich

Ich will deine Seele

Lass mich in dich

Ich will dein Herz

Lange sagte er nichts dazu. Eigentlich saß er nur da und musterte sie von oben bis unten und zurück. Dabei bewegte er nur seine Augen. Nicht mehr und nicht weniger.

Bellatrix hatte sich geöffnet, war völlig entspannt. Endlich konnte ihr Leben beginnen. Und – so wie sie das aufgefasst hatte – machte sich ihr Lord tatsächlich Sorgen um ihre Seele. Dabei war sie schon lange nicht mehr so unschuldige, wie sie hätte sein müssen, um eine reine Seele zu haben.

Langsam verlor sie sich in ihren Überlegungen. Auch sie hörte auf, sich bewusst zu bewegen. Schaute nur in seine Augen, wann immer sein Blick sie traf. Und dann traf es sie tatsächlich wie ein Blitz im Gewitter den höchsten Baum findet.

„Ich möchte mein Leben mit dir teilen. Dir meine Liebe schenken. Du sollst mein Herz sein und meine Seele. Für immer will ich mit dir verbunden sein." Nicht ein einziges Mal brach sie den Blickkontakt ab. Ihre Stimme war fest und hatte eine derartige Intensität, dass sie nicht mehr als flüstern musste, um sich bemerkbar zu machen.

„Bellatrix, meine Bellatrix." Seine Augen waren geweitet, genau wie es sein Geist schien. „Ist dir klar, worauf du dich da einlässt? Hast du nicht genug davon, an jemanden gebunden zu sein?"

Feuer und Wasser

Kann man nicht binden

Sind nicht verwandt

In Funken versunken

Bin ich im Wasser verbrannt

„Gebunden sein und mein altes Leben sind zwei Welten, die so unvereinbar sind, wie Feuer und Wasser." Lächelte sie schlicht.

Er schenkte ihr ein offenes Lächeln, das selbst seine Augen erwärmte. Ihre Worte hatten einen Punkt in ihm getroffen, den er nur zu gerne mit ihr teilen wollte. Und das er Bellatrix wollte stand ohnehin schon seit langem völlig außer Frage.