Little Pink Pills

Autor: MushroomAnn

Übersetzer: James Black

Disclaimer: Charaktere, Orte usw.: J.K.Rowling

Idee: MushroomAnn

Nix: Ich ,

Vielen Dank an meine Betaleserinnen Mione und Wolf

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Kapitel 2.2

Him Again

Nach einem langen, furchtbaren Monat, in dem Harry erkennen musste, dass Der-Junge-der-lebt zu sein keine gute Ausrede für seine Hauskameraden, die wegen dem Verlust von einhundertfünfzig Hauspunkten noch immer sauer auf ihn waren, war, kam nun endlich der Tag seiner Strafarbeit.

Harry aß gerade Frühstück mit seinen Freunden, als McGonagall auf den Gryffindortisch zukam und ihn aufforderte ihr zu folgen.

Ron und Hermine sahen ihn so mitleidig, wie möglich an und versprachen ihm, eine Flasche Butterbier aus Hogsmeade mitzubringen. Auf der anderen Seite der Halle konnte er Malfoy hinter Snape gehen sehen. So murmelte er ein 'Danke' zu seinen Freunden und folgte seiner Hauslehrerin.

Die vier gingen in kompletter Stille zum Westturm und Harry vermutete, dass sie die Eulerei schrubben sollten, was gar nicht mal so schlecht war - wenigstens würde Hedwig ihm Gesellschaft leisten und er müsste nicht allein mit Malfoy sein.

Aber - wie immer - hatte Harry kein Glück und die Professoren führten sie durch eine Tür, welche Harry bisher noch nie bemerkt hatte, in einen kleinen, staubigen Klassenraum, der an der Südostseite des Turmes lag.

"Rein da!", befahl Snape und die beiden Jungen gehorchten.

Ein paar Tische standen kreuz und quer in der Mitte des Raumes und ein einzelner stand in der rechten Ecke neben der Tür. An der Wand vor ihnen war ein großes Fenster mit einem gepolsterten Fensterplatz, die linke Wand wurde fast vollkommen von einer Tafel bedeckt und an der rechten war eine weitere Tür. McGonagall öffnete diese und hielt ihren Zauberstab hinein. Nach ein paar Schlenkern mit eben diesem wandte sie sich wieder zu den Jungen. "Hier drinnen ist eure Toilette.", sagte sie.

Als nächstes schwank sie ihren Zauberstab über den Tisch an der Tür und dieser, genau wie in der Großen Halle, füllte sich mit Essen und Trinken.

Dann visierte sie das Fenster an und der obere Teil öffnete sich weit genug, um ein wenig frische Luft hinein zu lassen, aber der Spalt blieb klein genug, um noch auf dem Fenstersims zu sitzen ohne runter zu fallen… oder sich gegenseitig rausschubsen zu können.

"Ähm...", begann Harry. "Also… müssen wir diesen Raum hier putzen?", fragte er hoffnungsvoll, nicht glaubend, dass es so einfach werden würde.

"Wenn Sie möchten.", antwortete McGonagall.

"Wie auch immer, der hauptsächliche Zweck dieses Tages wird sein, Ihnen beiden eine letzte Chance zu geben, um uns zu beweisen, dass Sie miteinander auskommen, ohne sich zu bekämpfen. Wir werden um 17 Uhr wiederkommen."

"Aber das sind acht Stunden!", protestierte Malfoy, wurde aber ignoriert.

Snape trat einen Schritt vor.

"Und es wird keine Magie geben. Accio Zauberstäbe!"

Die Zauberstäbe flogen in seine ausgestreckte Hand. Er lächelte bösartig und seine schwarzen Augen blitzten auf. "Schönen Tag."

Die Professoren gingen, verschlossen die Tür hinter sich und hinterließen zwei sehr übel gelaunte Jugendliche zurück.

Malfoy starrte finster auf Harry.

"Sieh, was du angerichtet hast, Potter! Eigentlich sollte ich jetzt auf dem Weg nach Hogsmeade sein, aber stattdessen bin ich hier eingesperrt. Mit dir!"

Er sprach das letzte Wort mit besonders viel Abscheu aus.

Harry versuchte seine Beherrschung nicht zu verlieren. Er wollte nicht noch eine Prügelei anzetteln, aber er wollte Malfoy auch nicht die ganze Schuld auf ihn abladen lassen.

"Es ist genauso gut deine Schuld, Malfoy. Und glaub mir, ich bin auch nicht glücklich darüber, mit dir", er traf dieselbe Tonlage wie Malfoy, "eingesperrt zu sein."

Malfoy öffnete den Mund, um zu antworten, schloss ihn dann jedoch wieder. Es war klar, dass Harry körperlich stärker war als er selbst und daher war es nicht weise einen zauberstablosen Kampf mit ihm zu beginnen. Also setzte er sich auf einen der Tische, kreuzte die Beine mit einer unerträglich eleganten Anmut und starrte auf Harrys Hinterkopf, als ob er mit bloßer Willenskraft Löcher in dessen Schädel bohren wolle.

Die Zeit, wie immer wenn man sich wünscht sie würde schnell vergehen, wurde so langsam, dass sie beinahe stehen blieb und Harry fragte sich, wie er das nur überleben sollte.

Dort stehend, mit Malfoy vor sich, der ihn mit Blicken aufspießte, fühlte er sich ziemlich befangen. Er verlagerte sein Gewicht von einem Bein auf das andere und gab vor, die fast verschwundenen Wörter auf der mit Spinnenweben überdeckten Tafel zu lesen.

Er versuchte sich verzweifelt daran zu erinnern, was er sonst mit seinen Händen tat, denn jetzt fühlten sie sich wie zwei nutzlose Klumpen, die an ihm herunterhingen, an und alles, was er versuchte mit ihnen zu tun, fühlte sich übertrieben und unnatürlich an. Besonders mit solch nervigen Augen, die ihn beobachteten.

Schließlich gab er auf, wandte sich von Malfoy ab und ging auf den Essenstisch zu. Er war nicht hungrig, auch wenn er nicht viel zum Frühstück gegessen hatte, aber zumindest würde er etwas mit seinen Händen zu tun wissen.

Es gab einen Krug mit Kürbissaft und einen weiteren mit Wasser, eine Kanne voll dampfenden Tee, eine große Schale mit Früchten, ein paar Früchtekuchen, zwei frische Brote und eine Platte mit vier zuckerüberzogenen Marmeladenpasteten. Harry griff nach diesen zuerst. Er aß zwei und war kurz davor einen Bissen vom Dritten zu nehmen, als es ihm aus der Hand gerissen wurde.

"Was glaubst du, was du da tust, Potter? Du hast deine schon gegessen, diese zwei gehören MIR!", bellte Malfoy.

Harry zuckte mir den Schultern.

"Ich sehe nicht, dass dein Name drauf steht.", erwiderte er.

Malfoys Augenbrauen zogen sich zusammen. Er hielt die Pastete mit der einen Hand und mit dem Zeigefinger der anderen ritze er "DM" in den Zucker. Er legte die Pastete zurück auf die Platte und wand sich wieder Harry zu.

"Kannst du es jetzt sehen?", fragte er und hob seinen Finger zu seinem Mund, um den Zucker abzulecken.

Harry konnte seinen Augen nicht davon abhalten der Hand zu folgen.

Malfoy bemerkte es.

Er zog den Finger mit einem "Plop" aus seinem Mund.

"Oh entschuldige, willst du es für mich tun?", fragte er mit Unschuldsmiene und hielt seinen Finger vor Harrys Gesicht.

Harry fühlte wie seine Wangen heiß wurden, aus Wut natürlich, und stieß den Finger weg. "Als ob ich irgendetwas anfassen würde, was in der Nähe deines dreckigen Mundes gewesen ist, Malfoy!", sagte er hastig und ein wenig zu atemlos.

Malfoy legte den Kopf schief und zog eine Augenbraue hoch.

"Ist das so?"

Er nahm die zwei Brote vom Tisch, hielt sie dicht bei einander und leckte mit der Zunge in einem Zug über beide, um sie beide effektiv zu befeuchten.

Harrys Augen weiteten sich.

"Was zum Teufel machst du da? Ich wollte das essen!"

"Niemand hält dich davon ab, Potter."

"Aber… da ist überall Spucke drauf."

"Ach so?" Malfoy nahm einen Bissen von dem Brot in seiner rechten Hand.

"Mmm… schmeckt sehr gut, meiner Meinung nach."

Harry kam eine Idee.

"Also würde es dir nichts ausmachen, wenn ich das mache?"

Er nahm den Kuchen und fuhr mit der Zunge einmal komplett darüber.

Malfoys Kinnlade fiel herunter. Anscheinend hatte er das nicht erwartet. Nicht vom heiligen Harry Potter. Aber es brauchte nicht lange bis er sich wieder gefangen hatte und zum Gegenangriff überging. Er nahm jedes Stück Essen, das er erreichen konnte und das Harry noch nicht berührt hatte und leckte es ab.

Harry fühlte sich bescheuert. Er wusste, dass es kindisch war, aber das hier war Draco Malfoy mit dem er es zu tun hatte - die kindischste Person die er kannte. Daran denkend, dass man Feuer mit Feuer bekämpfen muss, machte er weiter in diesem Spucke-Krieg.

In ein paar Sekunden war das Einzige, das noch nicht berührt wurde ein roter Apfel. Beide Augenpaare waren auf das Opfer gerichtet und sie stürzten sich auf es.

…doch Malfoy war näher dran und erreichte den Apfel schneller.

Harry würde ihn diesen Kampf nicht gewinnen lassen, und ohne nachzudenken stürzte er ein Stück nach vorne, jetzt gefährlich nahe an Dracos Mund seiend, und leckte den Apfel kurz an, erwischte dabei allerdings aus Versehen Dracos kalte Nasenspitze.

Harry stolperte rückwärts, als er, allerdings zu spät, begriff, was er grade getan hatte. Er war entsetzt.

Malfoy zog scharf die Luft ein und lies den Apfel zu Boden fallen. Für einen langen Moment starrte er Harry nur mit komisch geweiteten Augen an und hielt sich die Handfläche an die Nase, als ob Harry ihn grade geschlagen hätte. Dann schrie er "IGITT!" und rannte zur Toilette um sich das Gesicht zu waschen.

Harry blieb regungslos stehen, seine Wangen brannten vor Scham, sein Magen schien sich zu Drehen und er fühlte sich absolut Schrecklich.

Er fühlte sich nur noch schlechter, als er den Apfel vom Boden aufhob, um ihn wieder auf die Platte zu legen und dann seinen Blick über das ganze Essen schweifen ließ und feststellen musste, dass er nicht mehr wusste, welches seines und welches Malfoys war. Ganz toll, dachte er mürrisch, Das Einzige von dem ich weiß, dass ich es angeleckt habe, ist die Nase dieses Idioten. Er seufzte. Typisch.

Malfoy kam ein paar Minuten später von der Toilette zurück und bedachte Harry mit seinem tödlichsten Blick.

Harry fand es schwer, ihm in die Augen zu sehen. "Sorry… Ich…Ich mag Apfel wirklich gerne.", versuchte er seine Tat zu begründen.

Malfoy antwortet nicht. Er setzte sich auf einen der Tische und grollte.

Harry seufzte und setzte sich auf einen anderen Tisch.

Nach Stunden, so fühlte es sich zumindest an, in denen er sich Quidditch Strategien durch den Kopf gehen lies, sah Harry auf die Uhr, die über dem Essentisch an der Wand hing, und entdeckte enttäuscht, dass erst fünfzehn Minuten vergangen waren. Er blickte seitlich zu Malfoy hinüber und bemerkte, dass auch dieser frustriert auf die Uhr starrte, mit den Fingern auf den Tisch trommelte und genauso gelangweilt drein sah.

Harry beschloss den Mutigen Gryffindor zu spielen und eine Konversation zu beginnen. "Er…" Über was könnte er mit einem Jungen reden, den er seit fünf Jahren hasste, was nicht zu mehr Streitigkeiten führen würde?

"Also… schönes Wetter." Das musste ein sicheres Thema sein.

Malfoy sah Harry verwirrt an und antwortete nicht, wodurch Harry sich wie ein Idiot fühlte.

Wenn das das beste Unterhaltungsthema ist, das mir einfällt, dachte Harry, dann ist es kein Wunder, dass ich kein einziges Date mit einem Mädchen durchhalte.

"Sonnig", fügte er matt hinzu und deutete mit der Hand auf das große, sonnenbeschienene Fenster.

Malfoy rollte mit den Augen und wand sich wieder der Uhr zu.

"Bist du jetzt wirklich auf unserer Seite?", platzte es aus Harry heraus. Er war sich nicht sicher, warum er das jetzt fragte, die Worte kamen einfach so aus seinem Mund heraus gesprudelt. Vielleicht deshalb, weil du es die ganze Zeit im Hinterkopf behalten hast, seit McGonagall es erwähnt hatte, schlug Harry sich selbst vor.

Malfoy nickte nur einmal kurz, ohne die Augen von der Uhr abschweifen zu lassen.

Harry sah die Gestik als ein gutes Zeichen und redete weiter.

"Warum?", wollte er wissen. "Ich dachte, du hast Muggel und Muggelgeborene."

"Tu ich auch.", antwortete Malfoy gleichgültig.

"Warum bist du dann kein Todesser, wie dein Vater?"

Malfoy tat ihm schließlich den Gefallen und sah ihn an.

"Ein Tattoo aus einem Totenkopf und einer Schlange bestehend ist doch ein wenig altmodisch, findest du nicht?", sagte er in seiner, wie üblich, gelangweilten und schleppenden Stimme. "Und außerdem bin ich viel so hübsch, um mein Gesicht mit einer hässlichen, weißen Maske zu verdecken."

Harry wusste nicht, ob er scherzte, versuchte von der Frage abzulenken oder ob es wirklich der wahre Grund war. Er fühlte Ekel aufkommen, wenn er davon ausging, dass die letzte Möglichkeit die Richtige war und Malfoy ging ihm somit schon wieder auf Nerven.

"Du, hübsch?", schnaubte er. "Sagt wer?"

Malfoy keuchte, als ob Harry ihn grade geschlagen hätte und Harry war seltsam zufrieden mit sich.

"Das ist allgemein bekannt, Potter." schnarrte Malfoy mit geschwollener Brust und eitel erhobenen Kinn.

"Und wenn du das nicht sehen kannst, dann funktioniert deine scheußliche Brille nicht richtig."

Harry zuckte unberührt mit den Schultern; er hatte schon alle Brillenwitze in seiner Kindheit von Dudley gehört und war immun gegen diese. Außerdem wollte er Malfoy aufziehen.

"Ich denke, du bist ein wenig zu weiblich.", kommentierte er. Es war nicht so, dass Malfoy nicht gut aussah - wenn du den blonden, aristokratischen Veela-Typ magst - Harry mochte es nur, Malfoy zu ärgern.

"WEIBLICH? Ich?", bellte Malfoy ungezügelt. "Ich bin… Ich bin größer als du!", reagierte er, als ob es eine Bestätigung seiner Männlichkeit wäre.

"Nein, bist du nicht. Das kommt daher, weil ich, im Gegensatz zu dir, keine Schuhe mit hohen Absätzen trage.", lachte Harry.

Selbst nach all der Zeit in der Zaubererwelt, er konnte sich nicht an diesen irrsinnigen Modegeschmack gewöhnen und Schuhe mit Absätzen waren an Malfoy nicht weniger lustig, als an Dumbledore.

„Wenigstens, im Gegensatz zu dir, lecke ich nicht an den Nasen anderer Leute.", erklärte Malfoy triumphierend.

Harry fühlte, wie er wieder rot wurde. Er hatte keine gute Erwiderung darauf, also murmelte er "Es war ein Unfall" und beschloss, dass es Zeit für ihn war, die Klappe zu halten.

Stille herrschte wieder einmal im Raum.

Harry starrte sehnsuchtsvoll aus dem Fenster. Es war der perfekte Tag für einen Ausflug nach Hogsmeade. Wie gern wäre er jetzt mit seinen Freunden unterwegs, im Honigtopf und in den Drei Besen.

"Ich wünschte, ich wüsste wie man appariert, dann könnte ich hier raus.", grübelte Harry laut.

"Du kannst innerhalb Hogwarts' nicht apparieren", sprach Malfoy mit einem Wie-dumm-bist-du-eigentlich-Blick.

Harry starrte ihn an. Es war als ob er eine blassere, blonde, weniger männliche Hermine ansah.

"Warum starrst du mich so an, Potter? Es ist wahr. Hast du nie Die Geschichte Hogwarts' gelesen?"

Harry konnte sich nicht länger zurückhalten und fing an zu lachen.

"Du bist so Hermine!"

"Nenn mich mich so! Halt die Fresse!", schrie Malfoy mit hoher Stimme, die dafür sorgte, dass Harry noch lauter lachte.

Malfoy stand vom Tisch auf und verschränkte die Arme vor der Brust.

"Ich bin nicht weibisch!", keifte er und ging zum Fenster, um sich weiter von Harry wegzusetzen.

Letztendlich schaffte Harry es, sich wieder zu beruhigen und sich die Lachtränen aus den Augenwinkeln zu wischen. Malfoy saß, von Sonnenlicht, welches durch das Fenster hinter ihm schien, umgeben und sah nur noch kleiner und zerbrechlicher aus als normalerweise. Er hatte die Unterlippe leicht vorgeschoben und schmollte.

Harry fühlte sich fast schuldig. Er beschloss, einen Waffenstillstand auszuhandeln.

"Hör zu, Malfoy, wir werden ein bisschen zu alt für so was. Warum versuchen wir nicht einfach, normal miteinander umzugehen und Snape und McGonagall glücklich zu machen?"

Ein gleichgültiges "Wie auch immer" und ein kurzes Zucken der Schultern war alles, was Harry als Antwort erhielt.