Als wir an den Autos ankamen, verstaute er sein Gepäck bei seinen Eltern im Kofferraum. Ihr Mercedes hat mehr Platz für seine zwei Koffer als unserer. Ich blieb an unserem Auto stehen und beobachtete alle. Esme und Carlisle strahlten ihren Sohn an. Alice und Emmett umarmten ihn noch mal. Und meine Eltern stehen Arm im Arm daneben. Das Bild sieht echt schön aus. Ich fühle mich irgendwie so, als ob ich nicht dazu gehöre also war ich lieber weiter weg und schaue zu. Die Geschwister unter einander haben so ein enges Band, das ich nur störe. Leider bin ich ein Einzelkind und werde nie Erfahren wie so ein Band zwischen Geschwister ist. Das Verhältnis zwischen uns vier Kindern ist auch stark aber Geschwisterbände sind immer noch stärker als Cousins unter sich.
Manchmal denke ich, ich wurde adoptiert oder im Krankenhaus vertauscht. Jeder einzelne, der Personen mir gegenüber, ist unbeschreiblich hübsch, und ich, ja ich habe die Gene aus der Familie meiner Mutter abbekommen. Ich habe das harte Los im Leben abgekriegt. Ich war nicht von Natur aus hübsch, ich musste in der letzten Zeit unter Alice leiden. Ja der Spruch stimmt wirklich Wer schön sein will muss leiden!. Wie oft hat das Alice zu mir gesagt. Jetzt bin ich zwar ansehnlicher, aber fühle mich immer noch als Außenseiter. Als einen der zwar in der Familie ist aber doch wieder nicht hineingehört.
Ich beobachtete aber vor allem Edward wie er sich bewegte, lächelte und sprach. Ich verstehe wenn die Mädchen ihm hinterher rennen. Wie seine grünen Augen leuchten wenn er lacht, sein atemraubendes schiefes lächeln. Mein schiefes lächeln. Je länger ich ihn beobachte, desto schneller schlug mein Herz. Oh Gott. Ich schwärme für meinen Cousin. Ich wendete meinen Kopf schüttelnd von ihm ab. Das darf jetzt nicht sein. Ich versuchte alles, das mein Herz langsamer schlägt, aber es funktioniert nicht richtig. Tief ein- und ausatmen. Das mehrmals hintereinander. Okay, so langsam beruhigt es sich. Ich konnte aber nicht verhindern, dass meine Augen sich selbstständig machen.
Aus dem Augenwinkel beobachtete ich ihn weiter. Und es musste kommen was kommen musste. Er blickte selbst aus dem Augenwinkel zu mir herüber. Seine Mundwinkel immer noch hochgezogen vom letzten Witz vom Emmett, seine Augen leuchtend. Ich zwang mich von seinem Blick, der mich richtig fesselte loszukommen, was nicht gerade einfach war. Mit hochrotem Kopf wand ich, meinen ganzen Körper, ab. Zitternd suchte ich mit meinen Händen den Türgriff ab, bis ich ihn endlich fand. Die Türe auf und schnell rein. Ich muss mich beruhigen. Und allein sein. Irgendwas stimmt nicht mit mir, was ist passiert? Werde ich krank?
Hat das mit Edward zu tun? Wenn ja, wie soll ich die Autofahrt überleben? Soll ich nicht doch sagen er soll bei seinen Eltern und Geschwister mit fahren? Wie wird er darauf reagieren, er hat es doch vorgeschlagen mit uns zu fahren das wir wieder Zeit zusammen verbringen können! O Gott! Was ist los? Was ist passiert? Ich glaube ich drehe durch. Ich schaffe es nicht mit ihm hier hinten alleine, ich muss erst wissen was los ist. Okay, ich sag er soll bei seinen Eltern mit fahren. Ja, da ist besser. Aber dafür muss ich raus und mich allen gegenüber stellen, auch ihm. Tief ein- und ausatmen. Okay, jetzt bin ich bereit. Gerade als ich die Türe aufmachen wollte gingen die anderen drei Türen auf. Scheiße zu spät.
„Hey Bells, alles okay?" fragte mich Dad besorgt. Ich sagte ihm nur, dass ich endlich fahren will, dass die Luft in der Tiefgarage nicht toll ist. Neben mir spürte ich Edward. Ich schaute kurz zu ihm, und sein Gesicht war ein einziges Fragezeichen. Ich habe ganz vergessen, dass Ed erkennt wenn ich lüge. Scheiße und jetzt. Was soll ich ihm sagen wenn er mich fragt. Er würde jede Antwort als lüge erkennen. Und die Wahrheit? Nein, die Wahrheit kann ich nicht sagen. Ich kann nicht sagen das mein Körper in seiner Nähe komisch verhält und ich nicht weiß warum. Aber ich habe Glück er fragt nicht sondern schaut nur nach vorne.
Ich tue es ihm gleich, aber ich beobachte ihn aus dem Augenwinkel. Und wieder trafen sich unsere Blicke. Mein Herz explodiert irgendwann. „Warum seit ihr so still? Ich dachte ihr habt in von diesem einem Jahr viel zu erzählen? Keine Sorge wir hören nicht zu!" kam die Stimme von Mum. Im Sitz zurück gelehnt drehte ich mich so zu Edward rum das ich ihm ansah. Er tat es mir gleich. Es war so komisch zwischen uns. So eine komische Anspannung lag in der Luft. „Also!?" sagten wir gleichzeitig. Wir lachten uns an, das wir oft gleichzeitig was sagten ist schon früher passiert. Und es hat Wunder gewirkt, die Anspannung ist weg, wie aus Zauberhand.
„Und wie war das eine Jahr, mit dem Liebesleben meiner Geschwister? War es auszuhalten?" fragte er mich mit einem Zwinkern. Mein Herz setzte kurz beim zwinkern aus. Bin ich krank? „Naja, ich habe mich wie das fünfte Rad am Wagen gefühlt! Alice und Jazz nur beim rumknutschen zu zusehen und bei Emmett und Rose mit ihren heimlichen Blicken für einander" sagte ich genervt, das war echt nicht einfach. Ein Jahr fühlte ich mich alleine. „Emmett und Rose sind immer noch nicht zusammen?" fragte Ed ungläubig. „Schlimm oder? Seit fast zwei Jahren kommen die nicht weiter! Nur der eine Kuss damals beim Falschendrehen, sonst nichts! Ich sag es dir, wir müssen denen auf die Sprünge helfen. Länger kann ich die heimliche Blicke die sie tauschen nicht mehr ertragen." „Das ist echt witzig" entgegnete Ed. Ich hob daraufhin nur die Augenbrauen. „Naja, ich muss meinem Bruder helfen, dass er mit Rose zusammen kommt. Em braucht bei einem Mädchen Hilfe!" schmunzelte er.
Wir lachten nur, es ist echt witzig. Der große starke Emmett braucht bei einem Mädchen Hilfe. Wir redeten noch von dies und das. Was alles in einem Jahr passiert ist. Es war so schön in seiner Nähe. Ich fühle mich so vollkommen, so als ob ich wieder eine Person wäre. Wie ein Stromstoß durch fuhr es, durch meinen Körper. Was war das? Ich blickte zu Quelle des Stromstoßes, Ed hatte meine Hände in seinen genommen und streichelte sie. Es ist so ein schönes Gefühl. Es tut mir so gut. Unsere Finger fingen an mit einander zu spielen. „Und hattest du in der Zeit wirklich keinen Freund?" fragte er mich, mit seinem Blick auf unsere Verschlungen Hände gerichtet. Hab ich den Unterton richtig gehört? Oder bildete ich es mir nur ein? Ich schaute ihn sein Gesicht das so markelos war, wie eine griechische Gottesstatue. „Ich habe vorher die Wahrheit gesagt, dass ich noch ungeküsst bin! Wenn ich jemanden Küsse dann jemand den ich liebe" beantwortete ich seine Frage.
Er hob seine Kopf hoch und blickte mich an. Ich versank richtig in seine Augen. Unsere Finger hörten auf zu spielen und umarmten sich gegenseitig. Ja so kann man es sagen. Unsere Hände waren so stark verschlungen das uns nichts trennen könnte. Er streichelte mit seinem Daumen über meinen Handrücken. Mein Herz raste. Was passiert mit mir? Was stimmt nicht mit mir? Ich gehe lieber mal zum Arzt und lasse mich durchchecken. Ja das muss ich wohl machen. Wir saßen uns gegenüber, und starrten uns an. Ich versuchte seinem Blick auszuweichen, aber ich habe keine Gewalt mehr über meinen Körper. „Wir sind gleich da!" sagte mein Vater. Dad ist mein Held. Wir lösten uns von einander. Ich wurde wieder rot. Wir setzten uns wieder stocksteif neben einander wie am Anfang der Fahrt.
Das komische Gefühl zwischen uns kam zurück. Die Spannung zwischen uns blieb, da meine linke Hand neben mir auf dem Sitz liegt wie Eds rechte Hand. Unsere Finger lagen nur wenige Millimeter auseinander. Ich wünschte er würde sie in seine nehmen. Oh Gott! Was wünsche ich mir bitte? Er ist mein Cousin. Geschockt drehte ich mich zum Fenster und sah das Haus von Onkel Carlisle. Wie werde ich die Party überstehen? Ich will in mein Bett! Weit weg von Edward. Meinem Cousin.
